Beiträge von kruenta

    Hallo allerseits und frohe Ostern,


    an liegender Eiche, +/- unterseits wächst ein winziger haariger und versponnener weißer Becher. Die Becher sind bis 0,4 mm groß und, wie fast alles was ich an Bechern unterm Glas hatte, unreif. Fand ich sehr schwer zu präparieren ohne gleich morsches Holz mit einzubringen.

    in situ


    "Lupe"

    Hellfeld


    keine Ahnung, was das für Teile sind, vielleicht die Haare vom Rand?

    J+, leicht violett gefärbte Ascus-Spitze, Ascus ~85 µm lang

    Der Schlauch lässt sogar schon Sporen erahnen



    LG, Bernd

    Hallo beli,


    danke für den Vorschlag. Die Art ist in dem litauischen Buch zu Gasteromyceta gelistet - leider fehlt mir die Seite mit der Artbeschreibung. Wenn Dein Fund so ähnliche Sporenmaße hatte, dann kann das gut hinkommen - denn ansonsten hatte ich den Artikel "Species Diversity of Lycoperdaceae (Agaricales) in Israel ..." von 2023 als Referenz genutzt und die geben dort deutlich größere Sporenmaße an


    und deren Sporen sind viel feinwarziger.


    LG, Bernd

    Hallo Marcel, das ist auf jeden Fall eine Art, die ich selbst noch nicht gefunden habe. Und kein G. quadrifidum, der ist ziemlich klein und hat weniger Lappen - idealerweise 4 -deswegen "quadri". Ich komme mit den Angaben zu keinem Ergebnis, was aber wohl eher an mir als an den Daten liegt, sehe aber derzeit nichts was gegen oder unbedingt für G. pectinatum sprechen würde.


    LG, Bernd

    Hallo Carolin, da mir auch kürzlich ein Mikroskop zugelaufen ist (ein sehr schweres, das nicht fliegen kann), stand ich vor ähnlichem Problem. Mit einer Spiegelreflexkamera durch das Okular fotograferen geht nicht, jedenfalls nicht mit den gängigen Objektiven. Die meisten neueren Handys können das aber ganz einfach, da sie viel kleinere Linsen und Sensoren haben. Einstellung auf 1x Vergrößerung mit etwa 1...2 cm Abstand vom Okular. Freihand, oder etwas am Okularrand aufgestützt. Evtl. kann man sich auch einen Ring aus Schaumstoff oder so als Abstandshalter ausschneiden, wenn man den Abstand rausgekriegt hat und freihand eher tattrig ist. Die Größenangaben vom Messokular werden dadurch nicht verändert. Ich selbst nutze einfach die mit Messokular vermessene Breite des Gesichtsfelds der jeweiligen Objektive als Referenz. Bei der Schärfe sieht die Handykamera das so wie das Auge, scharfstellen und dann Bild machen. Nur bei der geringsten Vergrößerung stelle ich da große Abweichungen fest, die von der Handyautomatik nicht mehr ausgeglichen werden.


    Wenn Du mehrere Handys zur Verfügung hast, einfach ausprobieren, welches besser geht.


    LG

    Hallo Tuppie, wo kam der Brand denn her? Brandstiftung? Pilzförderungsnaturschutzbrennen? Abgestürztes Ufo? Rainer Zufall, weil da ein Hotel gebaut werden könnte, wenn es ganz zufällig brennen würde?


    LG, Bernd

    Hallo beli, nein, leider nicht. Auch die Inventarverzeichnisse der beiden wichtigen Herbare (BILAS und Vilnius Uni - keine Ahnung, was die für ein Kürzel haben, vermutlich VU) gibt es nicht in digital, teilweise wohl noch handschriftlich ... Klassische Karteikästen. Es gibt auch kein Personal, dass sich dezidiert um die Pilzbelege, deren Einsortierung und Erfassung oder gar die Aktualisierung/Digitalisierung der Karteien kümmern würde, das machen die [ganz wenigen] wissenschaftlichen Mitarbeiter mit.


    Was die in Frage kommenden Arten angeht, so gehe ich auch nicht davon aus, dass der Jeppson vollständig ist. Nachdem ich ja neulich mit Polyporus ulleungus eine in Korea erstbeschriebene Art auf dem Hof hatte, schaue ich auch gerne in diese Richtung.


    LG, Bernd

    Hallo allerseits, ich habe nochmal versucht, herauszufinden, ob da nun Poren in den Hyphen sind oder nicht.


    Es gibt Stränge verschiedener Stärken und auch langsam ausdünnende Hyphen, aber keine Verzweigungen, wo etwas Dünneres von einem Hauptstrang weggeht. Verzweigungen sind sowieso selten. Die Präparate dieses Exemplars neigen sehr zum Klumpen, diese Hälfte ist schon mehrfach freigepustet, und die gezeigten Stellen sind auch die mit den wenigsten Sporen

    in blau Ablagerungen außen am Strang, in rot bewegliche Blasen (Gas in Flüssigkeit) im Inneren (falls es keine Tropfen sind - Flüssigkeit in anderem Medium)

    in blau Stellen, die man als Poren (= Löcher in der Hyphenwand) ansehen kann


    Allerdings hilft mir das jetzt nicht weiter, da ich keinen Schlüssel habe, in dem nach solchen Poren geschlüsselt wird. Bei den Sporen kann ich nirgends Apikuli erkennen, jedenfalls keine, die über die Warzen hinausragen würden. Auch keine losen Reste der Sterigmata.


    Ist der Umstand, dass Gleba und Subgleba in vollreifem Zustand so hell sind, eigentlich ein wesentliches Kriterium beim Schlüsseln? Oder besteht in der Farbe eher große Variabilität?


    LG, Bernd

    Hallo Robby, das sieht schon schick aus, und es haben sich ja auch eine Menge Leute angeschaut (222 aktuell) - offensichtlich kann keiner was Sachdienliches dazu sagen. Irgendwas Pilzliches ist das schon, da aber in solchen Hölzern meistens das Myzel etlicher Arten schlummert, kann man auch beim Abwarten, was da nun wächst, nur schwer folgern, zu welchem der Pilz diese blauen Ringe gehören,


    LG, Bernd

    Hallo Wolfgang, ich hatte den Eindruck, dass es sich bei den Krümeln an den dicken Strängen um Anlagerungen/Ablagerungen handelt, nicht um Löcher. Allerdings sieht man das auf den gemachten Fotos nirgends klar und vielleicht habe ich mich ja auch getäuscht. Da muss ich morgen ein neues Präparat machen.


    LG, Bernd

    'nabend miteinander,


    auf liegender toter Weide, stark bemoost. wohl ehemals Salix fragilis, wachsen drei verschiedene Arten Peltigera, wo ich bei einer, die ich schon im Herbst gefunden hatte, noch zu keiner Idee gekommen bin.

    Das ist eine Art Kuhle, wo gelegentlich Wasser stehen mag, zumindest ist es das ganze Jahr über feucht, jetzt ist aber kein Wasser da. Da stehen etliche S. fragilis, die teilweise umfallen und dann neu austreiben. Oder auch nicht. Von den drei Peltigeras sind zwei auch an noch lebenden bemoosten Stämmen daneben zu finden.

    1) Mit zahlreichen Soredien, relativ kleiner Gestalt und Apothecien ist das ziemlich eindeutig P. didactyla. P extenuata sollte weniger Soredien haben.


    2) Eine Art mit riesigen Lappen und ohne Apothecien, die an P. canina erinnert. Wobei P. canina an sonnigen trockenen Standorten auf dem Boden zwischen Moosen vorkommt - was hier ja nun gar nicht zutreffend ist. Mit den markanten weißen Adern könnte das P. membranacea sein, oder man wirft den Geist P. neocanina (https://dalib.cz/en/taxon/info/Peltigera%20neocanina) in die Runde. An einer Stelle wachsen neue Lappen aus der Lappenoberfläche heraus und es sieht aus, als gäbe es Soredien (o.ä.) an einer Wunde. P. praetextata würde ich trotzdem nicht in Betracht ziehen, die kommt schon anders daher.

    anderer Flecken, aber wohl die gleiche Art


    3) Eine mittelgroße Art ohne Apothecien und mit relativ glatter Oberfläche ist das ziemlich eindeutig P. keineahnung ...


    (2 Bilder davon vom November

    )

    anderer Flecken, der jetzt auch wieder anders aussieht ...

    Ganz oben auf der toten Weide, so in Kniehöhe, wächst oberseitig eine Mollisia - was ich als Indikator für zuverlässige Feuchtigkeit ansehe.

    4) Und als Bonus noch eine Cladonia vom gleichen Baum

    LG, Bernd

    Hallo allerseits,


    Gestern habe ich einen schon vom Äußeren her sehr hellen Stäubling gefunden, 3-4 cm im Durchmesser, der nicht aufgerissen war und zu meinem Erstaunen auch innen hell beigefarben ist, Standort ein mäßig junger Kiefernwald (~60 a) auf einem morschen, bemoosten Stück Kiefer mit Moos, da würde beides gehen auf Holz oder auf Boden.

    Die Subgleba ist abgesetzt und deutlich gekammert. Hyphen im Capillitum nur sehr selten verzweigt, neben den klassischen Strängen mit relativ dünnen gelblichen Wänden (ohne Unterbrechungen, ohne Septen, keine Blasen/Poren), gibt es einzelne deutlich dickere Stänge 12-15 µm von anderem Aussehen, die aber dazuzugehören scheinen.

    Die Sporen sind deutlich warzig, besser zu sehen in den Luftblasen, etwa 3,5-4,5 µm groß.


    Vor Ort


    Getrocknet und vom Transport gequetscht

    "gefönt"



    der dicke Strang am Ende aufgerissen


    eine der wenigen Verzweigungen

    Sporen in Luft


    Mit dieser Kombination an Eigenschaften komme ich nirgends hin. Geschlüsselt sollte das Lycoperdon sp. sein, wo dann aber nichts mehr passt.

    Über Vorschläge wäre ich dankbar, lamproderma , Wolfgang P. , Karl W oder wer auch immer eine Idee haben mag.

    Danke für's Anschauen,


    LG, Bernd

    Hallo, also wenn da Hirse runtergefallen ist - können das nicht auch pflanzliche Keime sein, die anschließend vertrocknet/erfroren sind oder anderweitig das Zeitliche gesegnet haben?

    Wobei mein erster Gedanke ja Tierhaare waren, Hund, Katze oder irgendwas, was die Vögel da z.B. zum Nestbau angeschleppt haben.


    Selbst wenn es pilzlicher Natur ist, das tut dem Wein gar nichts. Kein Grund zur Panik.


    LG, Bernd

    Hallo allerseits,


    dieses Exemplar war, nachdem Matthias es exzellent mikroskopisch bearbeitet hatte, zur Sequenzierung nach Braunschweig gegeben worden. Eine Sequenzierung gelang nicht und nach immer mal wieder Nachfragen zum Verbleib des Belegs, erhielt ich heute nach 2,5 Jahren die Nachricht, dass der verschollen ist.


    Wer schon immer mal wissen wollte, warum BS das Kürzel für Braunsschweig ist ...


    Es geht doch nichts über die Profis in der Mykologie.


    LG, Bernd

    Hallo Peter, es war Deine Anfrage mit der Cladonia, die mich dazu bewogen hat, mal wieder einen Fototermin zu veranstalten, einfach um zu illustrieren, wie wild durcheinander die Cladonias wachsen können.

    Die gestern gezeigte

    "ziemlich filigrane, mehretagig getrichterte Art

    ?thumbnail=1"

    halte ich für Cl. cf. ramulosa - schon deutlich anders aussehend, als das von Dir gezeigte Exemplar, wobei ich mich mit Flechten nur am Rande beschäftige.


    LG, Bernd

    Hallo allerseits,


    in der früher gezeigten Kollektion hatte ich für eine hellfrüchtige Cladonia schon C. botrytes als Arbeitsnamen erwähnt. Nach Durchsicht der Literatur komme ich zum Schluss, dass hier dazu keine Verwechslungsart in Frage kommt. Deswegen ein paar mehr Bilder dazu.

    In Deutschland wird die in der Roten Liste als Kategorie 1 geführt, mit nur wenigen Funden https://www.flechten-deutschla…-botrytes-k-g-hagen-willd

    Häufiger ist die Art dagegen in Teilen Skandinaviens. Hier bei mir scheint sie mäßig selten zu sein, wurde unter anderem im benachbarten Moorwald auf toter Kiefer gefunden. In Skandinavien ist die Art auch nicht auf Holz angewiesen https://stud.epsilon.slu.se/5177/1/bogomazova_k_130114.pdf


    Meine Exemplare wachsen auf seit ~15 Jahren hier liegender toter Eiche.

    "Flechten Deutschland" schlüsselt die Art im Teilschlüssel "ohne oder mit braunen Apothecien" - wo dieses Exemplar mit nahezu weißen Apothecien es schwer hätte, gefunden zu werden

    bei dem würde es besser passen, die Größenangaben in der Literatur (bis 1,5 cm) sind konform

    LG, Bernd

    Moin, weitere vermutlich drei Arten vom gleichen Ort


    1) weißlich bereifte Podetien, mit feinen roten Apothecien/Pykniden? im Ring und hellem Lager


    2) lange spitze, teils unberindete Podetien mit einzelnen dunkelbraunen Apothecien.


    3) großlappige, hell graugrüne Art mit sehr kurzen Podetien mittig aus den Lappen

    mittig im Bild


    LG, Bernd

    Hallo allerseits, dieser Kollektion habe ich mal wieder einen Fototermin gewidmet. Da ich nach wie vor keine Flechtenchemikalien habe, erst gar nicht erst der Versuch zu schlüsseln.

    Allein in diesem handgroßen Flecken sind mindestens 5 Cladonias verclustert.

    Eine filigran, helle Art

    Etwas dunkler und kräftiger, einseitig gekämmt

    oberseits graue Podetien, die nur kleine Trichter bilden

    eine nahezu weißfrüchtige Art, die rot bepunkteten schmalen Trichter könnten zu der vorgenannten Art gehören

    eine grellrotfrüchtige Art

    eine Art mit traubenförmigen braunen Apothecien an kurzem Stiel über Trichter

    eine ziemlich filigrane, mehretagig getrichterte Art

    eine Art mit großen rotbraunen Apothecien

    vermutlich nicht vollständig und ggf. ist die eine oder andere Art doppelt gezeigt, aber 7 Arten sind es mindestens.


    LG, Bernd

    Hallo, das sieht aus wie ein Pflaumenfeuerschwamm (Phellinus pomaceus), der anzeigt, dass zumindest die betreffenden Äste es nicht mehr lange machen - den wird man nicht los. Den Früchten passiert davon gar nichts, die kann man weiterhin wie gewohnt nutzen und essen. Nur dass es an dem Ast nicht mehr lange Früchte geben wird.


    LG, Bernd

    Von dem Exemplar Nr. 2 habe ich noch ein paar Präparate angefertigt, nach dem Wegpusten der Sporen.

    Die Verzweigung ist doch einigermaßen ausgeprägt, mit teilweise sehr dicken Segmenten. Ich neige nun zu Bovista sp., wobei mir meine Literatur da nicht weiterhilft.


    mit runden und länglichen Poren/Blasen/Tropfen in den Strängen


    LG, Bernd

    Hallo allerseits, gestern war ich auf dieser Magerwiese hier (Magerwiese - Flechten, Boviste) und habe nach den dort gezeigten Stäublingen Ausschau gehalten. Den mit Wurzel habe ich nicht gefunden - oder die Wurzel ist nicht mehr dran.


    1) Lycoperdon sp. am Waldrand (Fichte, Kiefer, Birke, Eiche) auf Sand, bis 3,5 cm groß.

    Steriler Teil deutlich abgesetzt, etwas Wurzelzeugs vorhanden

    Hyphen gelegentlich verzweigt, nicht septiert, mäßig dicke Wände, die nicht unterbrochen sind. Gelegentlich mit vereinzelten Bläschen/Tropfen.

    Sporen 4-5 µm, gelblich, kurz warzig/gestachelt, teils mit kurzen Sterigmenresten/Apiculus <1,5 µm. Oft mit Tropfen.

    Wenn ich meinem Schlüssel folge, lande ich bei L. muscorum. Ist das plausibel?


    2) Deutlich kleiner (bis 1,5 cm) auf Sand, ohne Bäume in der Nähe

    Hier bin ich mir bei der Verzweigung der Hyphen schon unsicher, ob ich Richtung Bovista/Bovistella oder Lycoperdon schlüsseln muss. Es sind sehr dicke Hyphen vorhanden, die sich aber nur in einer Hierarchie verzweigt, ganz selten in zwei. Teilweise blasig verdickt, bis 15 µm, teilweise mit längeren Blasen, deren Grenzen, wie Septen wirken. Septen sehe ich nicht - bzw, nur ganz vereinzelt in den hyalinen Hyphen. Der untere Teil könnte steril sein, jedoch ohne ausgeprägte Grenze. Die Sporen sind glatt, 4-5 µm, teils mit sehr kurzem Apikulus.


    Hier komme ich aktuell nirgens hin.


    LG, Bernd

    Hallo allerseits, davon gibt es ja nun einige und manche haben sogar ein Porträt im Forum, aber von diesen scheint keine zu passen.


    Wächst an noch stehender und berindeter morscher Eberesche in Augenhöhe. Die Stacheln sind nicht länger als 2 mm.

    Mikros mit etwas Kongorot

    Septen habe ich keine gesehen, folglich auch keine Schnallen. Ob die langen schlanken am Ende verdickten und oft mit Kristallen besetzten Zellen jetzt Basidien oder Zystiden sind, ist mir nicht klar, da ich keine Sterigmenreste sehe, neige ich zu letzterem. Die Sporen sind bohnenförmig, 7-8 * 3-4 µm groß, zumeist mit großen Tropfen.


    LG, Bernd