Beiträge von kruenta

    Hallo,

    Allerdings kann ich mir einerseits schwer vorstellen, dass die Konsumenten dieser Produkte sich detailliert mit den Inhaltsstoffen auseinandergesetzt haben. Die meisten vertrauen wohl auf die Werbeversprechen.

    das betrifft doch wohl auch die klassischen Medikamente aus der Pharmabranche. Und ich würde soweit gehen, das nicht nur für Patienten zu sagen, sondern auch für die große Mehrheit der Ärzte, die bei einem neuen Medikament weder Zeit noch Interesse haben, selbständig die Pharmakinetik, Nebenwirkungen etc. pp. zu studieren oder nach unabhängigen Studien zu suchen (die es meistens ohnehin nicht gibt).


    Klinische Studien in der Pharmazeutik kosten ein Vermögen und werden heutzutage nur noch dann durchgeführt, wenn es eine hohe Wahrscheinlichkeit gibt, ein neuartiges wirksames und vor allem gewinnbringendes Arzneimittel auf den Markt zu bringen.

    das mag für "den Westen" zutreffen, aber mittlerweile findet der Großteil wissenschaftlicher Arbeit weiter im Osten, in Asien statt. Und dort gelten andere ökonomische Bdingungen (und Anreize) für Wissenschaft und Medizin. Gerade in Ländern, die vom "Westen" sanktioniert werden und eigenständig agieren müssen und damit aber auch der Macht der Pharmakonzerne entzogen sind.


    Vielfach wurde ja von den Foristen erwähnt, dass die Medizin und Pharmazie profitgetrieben ist. Wie man dennoch so ein Gottvertrauen in dieses System haben, das Profit über Patientenwohl stellt, wie es hier von einigen Mitforisten demonstriert wird, erschließt sich mir nicht. Schon in der älteren Literatur gab es mal den Passus, dass ein toter Patient ja ganz schlecht für den Arzt ist, dass aber ein kerngesunder Patient für den Arzt auch nicht besser ist ...

    Pharmakonzerne, die immer wieder zu Milliardenstrafen (einige wenige Prozente des Gewinns) verurteilt (oder außergerichtlich vom DOJ beauflagt) werden, oft wegen "betrügerischem Marketing" sollten eigentlich dem Vertrauen auch nicht allzu förderlich sein ...


    Für die Freunde der Pharmaindustrie, die dieser Krebs überlassen möchten, hier eine aktuelle Kurzmeldung https://www.business-standard.…antac-124051000537_1.html


    LG, Bernd

    Hallo Ernst, ich sehe hier keine Rhizinen, die nach extenuata ausschauen.


    Aber ich möchte mal nach Deinen Fotos fragen. Bei manchen Bildern habe ich den Eindruck, das sind Dias aus den 70ern, die eingescannt wurden. Andererseits klingt es so, als wären das jeweils aktuelle Funde. Womit fotografierst Du?


    LG, Bernd

    N'abend, von der gleichen Eiche, aber vergesellschaftet mit einer Chaenotheca, die ich noch nicht abschließend bestimmt habe, stammt noch Microcalicium disseminatum, die irgendwie aufragend ist, aber ohne ausgeprägten Stiel.

    Vor Ort, weiter unten die dunklen Gnubbel, um die geht es

    Auflicht

    Schwer zu quetschen,

    Sporen in Wasser

    in KOH 3% leicht angebräunt

    Melzers

    hier sieht man auch leidlich die Septen der Sporen, unterm Mikro war das besser zu sehen asl auf dem Foto. Die Sporen sind variabel in der Länge, so von 8 bis 15 µm, 4-5 µm breit

    und dann gab es dazwischen noch schwarze Konidienträger mit weißer Kuppel, nochmal eine Hausnummer kleiner als die Micrcalicium. Vielleicht sind da die Dinger von denen Italic 8 schreibt:

    "Conidia hyaline, broadly ellipsoid to subglobose, 2-3 x 1.5-2 µm, formed from phialides." Die Größe der Konidien passt jedenfalls



    LG, Bernd

    N'abend,


    von bekannter Stelle (eine alte Eiche, daher stammt der Erstfund und wohl auch bisher einzige Fund der Art im Land) habe ich Scleropora amabilis eingesammelt. Sehr auffällig schon vor Ort und relativ groß, deutlich über 1 mm hoch.

    Auflicht

    Die Sporen sind nicht pigmentiert, fein ornamentiert, rund, 3,5-6,5 µm groß


    Der Text vom publizierten Erstfund "Sclerophora amabilis is similar to S. peronella, but differs in its ascospore size (5–6 µm in diam.) and taller ascomata (Tibel, 1999). This species was found in North America and Europe: Denmark, Norway and Sweden (Tibell, 1999), Luxembourg (Diederich et al., 2012), the Czech Republic (Malíček et al., 2014), Russia (Muchnik & Konoreva, 2017), Estonia (Oja et al., 2016) and Belarus (Yatsyna et al., 2019)."


    flechten-deutschland hat ja mittlerweile auch 2 Fundpunkte


    LG, Bernd

    Hallo,


    es hat geschneit und diese Pilze sind jetzt durchgeweicht (vielleicht spielt auch die Temperatur eine Rolle) und nun völlig überraschend von satt oranger Farbe


    LG, Bernd

    N'abend, die gab es gelegentlich schon im Forum, aber weil sie so schick ist, kann man sie ja durchaus nochmal zeigen. Eine gelbe Blattflechte mit knallgeleben Bortensoralen.


    Hier an Birke

    was das für braune Gnubbel sind, weiß ich nicht, vielleicht ein Schleimi?

    Unterseite

    LG, Bernd

    N'abend,


    vom weiten von der Größe und aussehend wie eine Stecknadelflechte. Etwas näher besehen dann nicht mehr, da erstens der Kopf fehlt oder unterentwickelt ist und zweitens der Fuß kegelförmig erweitert ist. Unterm Mikroskop sind die fassförmigen braunen Sporen (6-7*5 µm) auffallend. Asci habe ich nicht gesehen. In KOH 3%.

    An einem Ahorn, wo die Rinde durch Brandverletzung abhanden gekommen ist, auf dem Rohholz, andere Pilze sind nicht zu erkennen, auch Flechten kaum. Überdacht durch die Aufwallung des weiterwachsenden Baumes.

    Fotos vor Ort


    Auflicht

    KOH 3%

    Evtl. kommt die Gattung Syspastospora in Frage.


    LG, Bernd

    N'abend, heute habe ich den noch an anderer Stelle an einem dickeren, heruntergefallenen Ast gefunden. Auch hier wieder auf dem Bast. Die Pilze etwas reifer aussehend und auch noch die vorherige Generation erkennbar.

    Deswegen noch ein Stück mitgenommen in der Hoffnung auf reifere Sporen. Mit 6,5-8,5*2,5-3,5 µm liegt das nun sehr gut im Bereich aus der polnischen Publikation.

    Bei pilze-deutschland hat der nur 10 Datensätze. In Litauen steht der nicht in der Checkliste und soweit ich sehe auch nicht in den anderen beiden baltischen Ländern. Viellcieht hta der ein gutes Jahr?


    LG, Bernd

    Hallo Erna,

    1) in Wassernähe ist hauptsächlich P. praetextata zu erwarten, manchmal muss man etwas suchen, bis man Isidien findet. Die wächst oft auch sehr großflächig.


    2) P. elisabethae habe ich selbst noch nicht gefunden, aber Martin ( KaMaMa ) hatte die hier gezeigt (Peltigera elisabethae) und auch so von der Beschreibung sehe ich nichts, was dagegen spräche.


    3) würde ich für P. rufescens halten


    LG, Bernd

    N'abend miteinander,


    zur Abwechslung habe ich mal was Interessantes von den Ständerpilzen, als da wäre Calathella eruciformis.


    ziemlich weit oben in einer noch teils berindeten, abgestorbenen Zitterpappel, die ich zum Zwecke der Artsuche umgeschupst habe. Weiß und mützenförmig, relativ deutlich behaart, bis 2 mm groß, bin ich zu Calathella eruciformis gekommen. Der Endabgleich erfolgte dann mit einer Arbeit aus Polen (Halama et al. 2019: Phylogenetic placement and new data on the morphology and ecology of Calathella eruciformis (Agaricales, Basidiomycota), a cyphelloid fungus new to Poland).


    Vor Ort, der Ast ist über einen halben Meter damit befleckt, immer auf der Bastschicht, weder auf reinem Holz, noch auf der Außenrinde.


    Melzers

    Basidien mit reifen Sporen habe ich leider nicht gefunden, nur vereinzelte freie Sporen, die mit 6-6,5*2,5 µm etwas kleiner sind als bei den Polen - vielleicht weil sie noch nicht richtig reif sind?

    die inkrustrierten Haare sind 3,5-4 µm dick



    LG, Bernd

    Hallo Erna, ich meinte nicht P. didactyla (zweifingrig), sondern P. polydactylon (vielfingrig), als eventuellen Verwechslungskandidaten - wobei ich die didactyla auch schon sehr vielfingrig gesehen habe. Aber du hast recht, da sollten eigentlich die Finger unter den Apothecien etwas länger sein. Spricht schon vieles für P. hymenina.


    LG, Bernd

    Hallo Thorben,


    die Konidien kommen aus der Glaskugel obendrauf,

    Bilder in Wasser

    völlig ungequetscht, nur Eigengewicht des Deckglases,

    40er

    etwas gequetscht, 40er


    normal gequetscht, 40er, bei den braunen Kullern vermute ich Fremdsporen von der anderen Probe, Chaenotheca


    100er, farblich schon etwas anders als in KOH


    LG, Bernd

    Hallo Erna,


    1) P. hymenina sieht gut aus. Ich bin mir nur nicht sicher, ob man P. polydactylon sicher ausschließen kann.


    2) P. malacea sollte passen, wegen fehlender Adern unterseits. Die habe ich selbst noch nicht gefunden.


    LG, Bernd

    Hallo Patrick, Nordic Lichen Flora habe ich nicht. Danke für den Hinweis, muss ich mal schauen - oh, der scheint nicht mehr lieferbar zu sein.


    Kürzlich wurde aber eine neue Checklist der litauischen Flechten veröffentlicht, und seitdem wurde noch Phaecalicium populneum neu dazu gefunden, an importierter Balsampappel. Bei den Mengen an Espen sollte der bei mir zu finden sein. Das wären dann von den Arten, die Italic 8 in dem Schlüssel listet + Chaenotricha, die dort fehlt, fast 50

    Stecknadelflechten_LT.pdf


    Da fehlen schon noch etliche Stecknadeln. Und bisher war ich ja auch nur in der unmittelbaren Umgebung. Im benachbarten NSG sollten da noch einige hinzukommen. Insbesondere die Art auf Trichaptum biforme muss ich wiederfinden (am Originalfundort nicht mehr vorhanden) und mikroskopisch absichern ...


    LG, Bernd

    N'abend,

    vor ein paar Tagen habe ich auf liegender, entrindeter Kiefer eine ganze Armade von winzigen schwarzen Strukturen mit heller abgerundeter Spitze gesehen. Eigentlich unter, das wird nix verbucht.

    mit dem Makroobjektiv ...

    Heute dann doch mal eine Probe unters Glas geschoben.

    Im Auflicht erinnert der etwas an die Anamorphe von Ascocoryne, nur deutlich kleiner. Und auch nicht büschelig wachsend, sondern verstreut wie Stecknadelflechten. Die Dinger sind etwa 50 µm im Durchmesser und bis 200 µm hoch.

    KOH 3% mitsamt etwas Holz


    Konidien etwa 3,5*1,5 µm


    LG, Bernd

    N'abend allerseits,


    Das hatte ich jetzt eigentlich nicht erwartet, weil doch zeimlich deutlich ein Lager zu erkennen ist, aber beide Schlüssel (Wirth et al. und Italic 8) führen unkompliziert zu Chaenotheca brunneola.


    Am gleichen Fichtenstubben, wie die Tympanis, nur an entrindetem Holz an einem Ast weit unten. Nirgends sind die Köpfchen bereift, aber die meisten Nadeln sind teils mit Algen bedeckt

    Auflicht

    in Wasser

    Sporen rund, 2,5-4,5 µm

    Algen gab es ausschließlich in rund, um die 10-12 µm


    LG, Bernd

    Hallo allerseits,


    bei einem Waldbrand vor etwa 20 Jahren hat es (u.a.) eine Fichte im Bodenbereich schwer angebrannt, die dann stark harzte, noch ein paar Jahre vor sich hin kränkelte, vor etwa 3-4 Jahren sind die sterblichen Überreste umgefallen. An diesem Stubben, in der harzreichen Fichtenrinde wächst ein dunkler Becher, deutlich gestielt, die größten Exemplar über 2 mm. In Büscheln.

    Zum Vergleich mit Waldameise in Verteidigungspose


    In Wasser: fertile Schicht, dicke Asci ~120*25, mit Unmengen Sporen, Sporen rund ~2 (3) µm, Paraphysen 2 µm, ganz leicht verdickt

    Melzers


    Paraphysen und irgendwelche größeren Objekte, Sporen im früheren Stadium?

    Nach einigem Rätseln bin ich zu Tympanis gekommen, diese hier hat einige Ähnlichkeit (http://www.ascofrance.com/forum/78770/tympanis-on-pinus) aber wohl nicht meine Art. Der bei Ascifrance verlinkte Artikel listet eine ganze Reihe von Arten auf, darunter auch einige, die auf Fichte wachsen können. Die Verbreitungskarten bei pilze-deutschland haben auch etliche Arten in der Gattung - die meisten selten bis extrem selten.


    Vielleicht hat Matthias Mreul(✝) Interesse, die hochwertiger zu bearbeiten? Demnächst geht ja eh eine Sendung los.


    LG, Bernd

    Hallo Erna, die Gnubbel in den letzten Bildern gehören eher nicht zu der Flechte, sondern sind irgendwelche Pilze, die parasitisch auf der Peltigera hausen (gerade Peltigeras haben Unmengen, im Sinne der möglichen Artenvielfalt, an pilzlichen Unterbewohnern),


    LG, Bernd

    Hallo Patrick, vielen Dank, der Fund stammt, wie eigentlich alle meine Bilder, aus Litauen. Salpetersäure habe ich aktuell nicht, muss ich mal überlegen, ob ich einen Ersatz dafür habe oder basteln kann.


    Bei den Sporenbildern stammt das erste aus Wasser, hier allerdings in einer Luftblase, die in Wasser sahe auch so aus:

    die anderen von Dir genannten Arten schaue ich mir auch mal an,

    LG, Bernd

    N'abend, an einer älteren Birke (~100) habe ich Massen an Stecknadeln gefunden, vermutlich 3 Arten, mindestens aber 2. Klar davon ist Ch. ferruginea. Zeigen und zur Diskussion stellen möchte ich aber die wesentlich kleinere Art, die dort viel zahlreicher vorhanden war. Leider kommen die Massen auf den Fotos nicht so rüber.

    die Birke

    Fotos vor Ort, zum Größenvergleich Ch. ferruginea, links oben die filigrane Art auf hellgrauem Lager

    links eine der stämmigeren Arten

    Auflicht, die Köpfchen sind bis 0,25 mm breit, die Stiele bis 0,6 mm lang, viel Kelch bleibt nicht übrig, wenn das Mazaedium weg ist

    in KOH 3%, das Präparieren lief auf Abschaben des Objekts hinaus, was 3 Nadeln aufs Glas brachte

    Sporen pigmentiert, überwiegend rund, 3-4 µm, mit einzelnen Außreißern

    Algen von rund bis unförmig, keine stabförmigen dabei


    Mit italic 8 komme ich zu Chaenotheca sphaerocephala, da passt die Beschreibung teilweise "Capitulum globose, 0.3-0.4 mm across, with a poorly developed, up to 30 µm thick exciple which only surrounds the base of the capitulum as a collar, sometimes missing". Weniger passend ist die empfohlene Höhe "the stalk 1.1-1.5 mm high". Die Art wurde in Litauen 2007 erstgefunden, auf Schwarzerle.

    Was besseres fällt mir aber nicht ein.


    Wirth et al. "Die Flechten Deutschlands" führt diese Art nicht. Da komme ich im Schlüssel nirgends hin.


    Vielleicht hat ja jemand eine Meinung? Patrick vielleicht ( nupharlutea ) Ich schaue mir die Tage mal noch das Artinventar weiter östlich an, ob da weitere Arten in Frage kommen.


    LG, Bernd

    Hallo Erna,


    bei 1) da passt Peltigera canina


    bei 2) bin ich mir nicht sicher. P. degenii haben ich selbst noch nie gesehen, aber die stelle ich mir mit hellen Rhizinen vor. P. ponojensis kann so aussehen, aber die hat meistens Apothecien und wächst auch nicht unbedingt im Vollschatten. Da habe ich erstmal keine Idee


    LG, Bernd