Beiträge von Werner Edelmann

    Servus beinand',

    ich hab mich grad mit meinen Bildern der letzten Zeit beschäftigt.

    "Obwoi's ja koane Schwammerl gibt";) waren doch einige schöne Funde dabei, die ich Euch gerne zeigen möchte.


    Nectriopsis violacea, Violetter Pustelpilz, parasitierend auf einer Fuligo, Lohblüte

    Ich hoffe, dass es da keine Verwechslungsart gibt.




    Coprinopsis (atramentarius var) acuminatus, Spitzhütiger Faltenschirmling

    Neben der dunklen abgesetzten Papille wird der Hut auch fast nicht faltig und auch das hutfarbene "Knötchen" im unteren Stielteil vom normalen Faltentintling ist hier praktisch nicht auszumachen.

    Wuchsort war auf blanker Erde neben einem Waldweg zwischen Brennnesseln.



    Eine auffällige Psathyrella büschelig an Laubholz. Entsprechend dem, was ich im Forum schon nachgelesen hab, waren auch meine drei, vier Funde immer zusammen mit Stockschwämmchen.

    Psathyrella maculata, Fleckiger Saumpilz/Mürbling




    Ein Cortinarius, eine rel. leicht bestimmbare große Telamonia aus dem Buchenwald mit auffälligem Velumgürtel am Stiel und zumindest ausgewachsen

    deutlichen Geruch nach Birnenkompott, ganz ähnlich dem C. traganus.

    Manch einer, der kein Kompott ist, verbindet den Geruch auch mit einem Stamperl Williamsbirn, weshalb die beiden im Münchner Verein auch Obstlerdickfüße genannt werden:)

    Cortinarius torvus, Wohlriechender Gürtelfuß




    Ein resupinater Porling, der auffallend weite Poren hat und aerophil an noch berindeten Kiefernästen wächst und dann am Boden liegend bald vergeht.

    Obwohl der eigentlich recht selten sein soll, finde ich ihn beim absuchen geeigneter Kiefernäste regelmäßig.

    Antrodia / Cartilosoma ramentacea, Münzentramete




    Hydnum albidum, Weißer Semmelstoppelpilz

    Um eine Verwechslung mit Albinoformen von H. repandum auszuschließen ist das prüfen der Sporen wichtig. H. albidum hat die mit Abstand kleinsten Sporen der Gattung.

    Die Art wächst regelmäßig und an mehreren Standorten in einem Münchner Lohwaldrest, wobei dort immer ein paar Fichten beisammen stehen.



    Auf einer Brandstelle standen dann neben massenhaft Pholiota highlandensis Fruchtkörpern auch diese relativ zierlichen nabelartigen Pilzchen.

    Die Hüte sind zwar etwas hell, die dehnbare, komplett abziehbare Huthaut und die fadenartig abziehbare zähschleimige Lamellenschneide lässt aber keine andere Bestimmung zu.

    Myxomphalia maura, Kohlennabeling



    In einem Graben mit Schwarzerlen dann diese Naucoria, Erlenschnitzling, die noch auf eine mikroskopische Bestimmung wartet.

    Tipps werden gerne entgegengenommen;)



    Eine Mycena bei Kiefern, die oft als Verwechslungspartner zu M. rubromarginata gehandelt wird, was ich nicht ganz verstehen kann.

    Mycena purpureofusca, Lilaschneidiger Helmling.

    Durch die purpurnen Farben, auch an den Schneiden, in Verbindung mit Kiefern eigentlich leicht kenntlich.

    M. rubromarginata wächst meist an Fichte, ist zierlicher, kurzstieliger und ganz anders gefärbt.




    Geastrum triplex, Halskrausenerdstern.

    Die Fruchtkörper waren mit Durchmessern von 13cm so groß, dass ich sie fotografieren musste.

    Man sieht den Halskrausenerdstern in verschiedenen Entwicklungsstadien und dass sich die "Halskrause" erst beim Zurückbiegen der dicken Peridie bildet.



    Hymenochaete carpatica, ein Borstenscheibling, der nur auf den Innenseiten noch am Stamm anhaftender Rindenschuppen von Bergahornen wächst.

    Die gezielte Suche ist mühsam. Meist reiß ich an drei, vier infrage kommenden Stämmen ein paar Schuppen ab.

    Wenn das nicht von Erfolg gekrönt ist, lass ich's.

    Der Borstenscheibling ist gar ned so einfach zu erkennen, da die Rindenschuppen ähnlich gefärbt sind.

    Wenn man ihn aber mal gehabt hat, erkennt man ihn doch ziemlich leicht.

    Entlarvend ist das felderige Aufreißen. Die herausragenden Seten sind bereits mit der Handlupe zu erahnen.







    Zwei auffällige Rötlinge, die auf nackter Erde unter Giersch wild durcheinander gewachsen sind und noch nicht mikroskopiert sind, mMn aber schon makroskopisch so eindeutig sind, dass wohl nichts anderes rauskommen sollte.

    Zuerst Entoloma araneosum, Silberfaseriger Rötling



    Und Entoloma incarnatofuscescens, Lilagrauer Nabelrötling



    Und zuguterletzt von gestern ein Erstfund für mich, der mich besonders gefreut hat.

    Schon auf dem Forstweg zurück zum Auto fielen in einiger Entfernung kräftige weiße Schwammerl im Buchenlaub auf.

    Erst rechnete ich mit einer erneuten Kollektion von Elfenbeinschnecklingen, wurde aber dann doch neugierig undd ging nochmal die 10m in den Wald hinein.

    Schnell entpuppten sich die Schwammerl als kräftige weiße Ritterlinge ohne die so typische graue Scheibe des T. lascivum, der in dem Habitat zu erwarten wäre..

    Kein auffälliger Geruch. Kein Problem, der kommt schon noch, war mein Gedanke.

    Tricholoma album kann also doch auch mit Buchen, dachte ich.

    Eigentlich nur deshalb wollte ich ein Foto machen und die Schwammerl mitnehmen.

    Zum fotografieren am Standort schon zu dunkel verfrachtete ich die Teile an eine hellere Stelle.

    Beim Trapieren fiel dann auf, dass die Fruchtkörper an allen berührten Teilen fast chromgelb anliefen.

    Tricholoma sulphurescens, der Gilbende oder Salzige Ritterling!

    Im Nachhinein fällt auf, dass T. sulphurescens eindeutig weißer ist als die Stinker und auch im Habitus kräftiger als T. album.

    Der Geruch durchaus angenehm, etwas süßlich sogar.



    Das hier ist etwas zu dunkel geraten.

    Man sieht aber trotzdem, dass die Verfärbung am Stiel am stärksten ist.

    Das Gelb ist sehr ähnlich der Verfärbung der Karbolegerlinge.



    So...jetzt reichts.

    An liabn Gruaß,

    Werner

    GriasDi Andre,

    auch ich halte Deine Nr. 4 für einen Rettichhelmling, M. pura.

    Beim ersten Seitling würd ich eher P. pulmonarius vermuten.

    Die Macrolepiota ist eine der Arten ohne deutlich genatterten Stiel aber mit Laufrille am Ring. Da würd ich zuerst mit M. rhodosperma vergleichen. Da wär ein Sppabwurf hilfreich.

    Der L. echinatum ist bestimmt ein L. foetidum. Wenn Du die Stacheln entfernst sollte ein Netzmuster auf der Petidie erkennbar sein.

    Die Stacheln sind viel zu kurz für den Igelstäubling und das Habitat passt nicht. L. echinatum wächst im Laubwald meist bei Buche.

    Der letzte Stäubling kann auch wss um L. molle sein. Für den Beutelstäubling ist mir da der Stiel zu wenig ausgeprägt, oder das Foto gibt's nicht her.

    Sonst bin ich da ganz bei Dir!

    An liabn Gruaß,

    Werner

    Ein typisches Beispiel für "keine Kinder, keine Leichen"!

    Schupfnudel hat natürlich recht mit den Kremplingen. Das Bräunen is eindeutig.

    So junge Schwammerl sammelt man zum essen einfach nicht!l

    An liabn Gruaß,

    Werner

    GriasDi Axel,

    das wären aber schon Riesenfruchtkörper mit Hüten bis 3cm und bis zu 9cm langen Stielen. Ich denke zudem, dass die orangefarbenen Töne am Scheitel M. flavoalba eigentlich ausschließen.

    An liabn Gruaß,

    Werner

    Servus beinand',

    M. leptophylla war auch mein erster Gedanke, den ich aber nach dem dritten Bild, so ganz ohne orange am Scheitel, wieder verworfen hab. Der kleine im ersten Bild rechts und auch der Scheitel von dem ganz links erinnern schon stark an M. leptophylla.

    An liabn Gruaß,

    Werner

    GriasDi Matthias,

    den dritten würd ich auch in der Malachiusgruppe verorten, obwohl, wie Du schon schriebst, die Hüte a bissl arg dunkel sind. Der keulige Stiel mir dem hellen Velum und die Fleischfarbe im oberen Stielteil passt aber ganz gut. Der vierte wär scho arg untypisch.

    Die Nr.1 würd ich auch als C. anomalus agg bestimmen.

    An liabn Gruaß,

    Werner

    GriasDi Kauz,

    das werden bestimmt Ischnoderma resinosum Fruchtkörper. Ganz typisch, dass die initial erst mal so effusreflex daher kommen. Die schaun in zwei, drei Wochen bestimmt richtig toll aus!

    An liabn Gruaß,

    Werner

    Servus beinand',


    ich konnte letzte Woche in einem wärmebegünstigten Lohwaldrest im Münchner Norden Tyromyces wynneae, den Starkriechenden Saftporling finden, den ich hier vorstellen möchte.

    Für mich war es ein Erstfund, den ich schon lange auf meinem Raster hatte.

    Die Fruchtkörper fruktifizierten auf dem Waldboden, wo sie Ästchen, Laub- und Nadelstreu überzogen, bzw auch in den Hohlräumen Fruchtkörper bildeten.

    Der Geruch erinnert an das Säuerliche von Fomitopsis pinicola. Eigentlich riechen sie exakt genauso.

    Die einzelnen Fruchtkörper sind recht dünn, soweit man die einzeln überhaupt differenzieren kann. Eigentlich wachsen sie zu undifferenzierten Knäuel zusammen.

    Aber seht selbst:


    Die unteren beiden hab ich umgedreht dazu gelegt.

    Das ganze Gebilde erstreckte sich auf ca. 15cm.




    Etwas zerpflückt schaut das daheim dann so aus



    Die Einzelteile mal etwas genauer





    Hier sieht man, dass sich die Poren erst etwas nach dem Hutwachstum bilden



    Hier so ein verwachsenes Knäuel



    Im Substrat sind Hohlräume, die zur Porenbildung genutzt werden







    An liabn Gruaß,

    Werner

    GriasDi,

    schon möglich, dass das L. decipiens ist.

    Dazu musst Du aber unbedingt prüfen, ob die Milch gilbt beim eintrocknen. Das testest Du am besten an einem Taschentuch. Normalerweise hat L. decipiens einen auffälligen Rosatouch, was man auf Deinem Foto nicht wirklich erkennen kann. Bei nassen Milchlingen ist die Hutfarbe oft nicht gut einzuschätzen. Rein makroskopisch wird man den nicht festmachen können, fürchte ich.

    An liabn Gruaß,

    Werner

    GriasDi Adrian,

    Du hast recht. Die Stiele beim letzten Bild sind untypisch gefärbt. Vllt weil sie do kurz sind? Auf den Bildern virher scheinen die Stiele im oberen Bereich aber schon dejtlich heller zu sein. Die Hüte passen genau zu M. wynnei. Vllt täusch ich mich auch. Is halt schon was anderes, wenn man die Schwammerl in der Hand hat. Aber welche Alternativen gibt's? Komisch gefärbte Rettichhelmlinge?

    Ich bin mir trotzdem ziemlich sicher, dass das Violettliche Schwindlinge sind.

    An liabn Gruaß,.

    Werner

    GriasDi Adi,

    Nr. 4 die Rüblinge sind Knopfstielige. Die bereiften Stiele und engstehenden Lamellen sind typisch.

    Nr. 7 ist Marasmius torquescens, die Schwesterart zu M. cohaerens. Die Stiele sind nicht glatt, die Lamellen weiter auseinander und der Hut gerieft.

    Nr. 9 auch ein Schwindling. M. wynnei, der Violettliche Schwindling. Die 3 Arten findet man oft im selben Waldstück.

    An liabn Gruaß,

    Werner

    GriasDi Frank,

    ich hab, wie Pablo wahrscheinlich auch, gleich an Lyophyllum connatum, dem Weißen Büschelrasling gedacht. Der hat einen ganz eigenen Geruch, an dem ich den sofort erkenne. In der Literatur wird der mit Lerchensporn verglichen. Typisch sind auch die auffallend schmalen Lamellen und dass die fast ausschließlich an geschotterten Waldwegrändern wachsen.

    L. connatum hat eine entlarvende FeSo4 Reaktion auf dem Hut und Lamellen. Er verfärbt rosaviolett.

    An liabn Gruaß,

    Werner

    GriasDi Schupfnudel,

    der Leratiomyces squamosus kann durchaus etwas schuppiger sein. Troztdem glaub ich, dass Deine Bestimmung stimmt.

    Ich denke, dass die ganze Gattung Lepista ( also auch die neue Paralepista) keine Mykorrhizapilze sind.

    An liabn Gruaß,

    Werner