Beiträge von Marcel

    Hallo Karolin,

    ich wurde in Kaiserslautern geboren, habe eine Zeit lang in Hessen gelebt und wohne jetzt wieder in Kaiserslautern.

    Kaiserslautern ist das "Tor zum Pfälzer Wald", dem größten zusammenhängenden Waldgebiet Deutschlands.

    Kaiserslautern hat ca. 100000 Einwohner. Jeder, der da geboren wird, hat schon in früher Kindheit Kontakt mit Wildschweinen und kommt darum auch nicht auf den Gedanken, beim Anblick eines solchen zu erschrecken.

    Auf Wildschweine trifft man bei uns nächstens nicht nur im Wald, sondern in Grünanlagen aller Art. Dort richten sie allerlei Schaden an. Die Herrichtung eines umgepflügter Rasenplatzes ist zum Beispiel sehr teuer. In den letzten beiden Trockensommern wurden Wildschweinmütter beobachtet, die mit ihren Kindern am Tage in Gartenteichen der Besitzer der Waldrandgrundstücke badeten.

    Ein Sportkameradin erzählte mir, dass sie ihr Kind vom Kindergarten abholte und das Kind beim Verlassen des Gebäudes "Die Schweine" sagte. Sie dachte erst, das bezieht sich auf zweibeinige Schweine, dann sah sie, dass die Wildschweine in der Nacht zuvor in den Grünanlagen des Kindergartens größere Erdbewegungen durchgeführt hatten.


    Wenn Wildtiere nicht früh sterben wollen, müssen sie vor allem zwei Dinge lernen:

    1. Niemals ohne triftigen Grund aggressiv werden.

    2. Niemals ohne triftigen Grund schnell flüchten.

    Beides kostet viel Energie und kann gefährlich werden.

    Man kann darum von der Wildtieren gut lernen, was man tun soll, wenn man in einer Situation nicht sicher ist, ob eine Gefahr besteht:

    Sie ducken sich und verhalten sich still. Ich belaufe zum Beispiel immer wieder einen Pfad, der 5 Meter neben einer viel befahrenen Landstraße liegt. Zwischen Straße und Pfad sind Brombeerhecken. Irgendwann viel mir auf, dass Rehe in den Hecken sitzen. Die fressen nämlich sehr gerne Brombeerblätter. Sie flüchten erst, wenn sie den Eindruck gewinnen, dass man sie bemerkt hat.

    Meistens ist der Umstand, dass man im Wald Tiere sieht, darauf zurückzuführen, dass die einen vorher schon einmal gesehen oder gerochen haben und nicht als gefährlich einstufen.


    Im letzten Herbst fand ich den zerrissenen Kadaver eines größeren Tieres und habe mich gefragt, welches Tier dafür stark genug ist. Bei uns hat man Luchse ausgesetzt, die ich auch schon gesehen habe, aber ich hatte auch den Verdacht, das könnte ein Wolf gewesen sein.

    Vielleicht war der Riss auch von einem Luchs und die Wildschweine haben zerkleinert.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Karolin,

    die Größe der Rotten hängt sehr stark von der Jahreszeit ab. Im Winter kurz vor der Brunft sind sie am größten.

    Meine Begegnung mit der sehr großen Rotte war im Landkreis Offenbach am Main nahe der Ortslage Dietzenbach.

    Die zweibeinigen Rotten sind dort deutlich gefährlicher. Die haben es sogar mal vor einem Jahr in die Tagesschau geschafft.

    Sie hatten einen Brand ausgelöst und dann die anrückende Polizei angegriffen. Man kann in Dietzenbach auch nicht durch das entsprechende Viertel gehen. Ein ehemaliger Kollege von mir wurde dabei überfallen. Er rettete sich, indem er auf die Frage: "Ist das ansteckend?" mit ja antwortete. (Er litt stark unter Neurodermitis).

    Mit dem Sonnenuntergang setzt da im benachbarten Wald eine starke Tierwanderung ein. Man muss da beim Laufen fast aufpassen, dass man nicht versehentlich auf ein Tier tritt.

    Ich bin nun 60 Jahre alt und mache seit 45 Jahren Waldläufe, davon viele im Dunklen. Man lernt da sehr schnell, wie sich welches Tier anhört.

    Besonders beeindruckend finde ich immer, wenn ein Käuzchen ruft. Erinnert irgendwie an Edgar Wallace Filme wie der schwarze Abt.

    Die einzigen negativen Erfahrungen mit den Wildtieren, die ich hatte, war ein aggressiver Bussard, der auf meiner Standardberglaufübungsstrecke ständig Scheinangriffe gegen mich flog. Mittlerweile hat ihn ein Auto überfahren. Ich hatte mich mit einer grell bunten Kappe beholfen, um ihm das Angreifen auszutreiben.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Karolin,

    das einzige was man beim Umgang mit Wildschweinen beachten muss, ist dass man sofort stehen bleibt, wenn man ein Wildschweinkind sieht, das deutlich jünger als ein Jahr ist.

    Gefährlich können Mensch - Wildschweinbegegnungen nur dann werden, wenn Du zwischen Mutter und Kind bist und die Mutter Angst um ihr Kind bekommt, weil Du dich auf Ihr Kind zubewegst. Allgemein gilt: Es sind immer mehr Wildschwein da, als Du siehst. So lange Du nicht weißt, wo die Schweinemutter und die anderen Kinder sind, hilft nur Stehenbleiben und warten. Die Mutter wird irgendwann nach ihrem Kind rufen. Dieser Ruf ist kräftiges Lufteinziehen. Dann kann man beobachten, dass aus allen Richtungen die Schweinekinder gelaufen kommen. Bis das letzte Kind auf den Ruf seiner Mutter hört, kann das auch mal eine Minute dauern. Ich habe leider einmal das traurige Erlebnis, dass ich auf eine Gruppe der verlorenen Wildschweinkinder getroffen bin.Vermutlich war die Mutter von einem Zug erfasst worden. Das stand ich dann 5 Minuten, bis ich sicher war, dass Sie alleine sind.

    Im Januar gibt es keine Frischlinge (Es soll zwar auch Schweine geben, die mehr als einmal im Jahr Junge haben, bei uns habe ich so etwas noch nicht gesehen.)

    Allgemein sollte man sich Wildtieren und Haustieren gegenüber bemerkbar machen und ansonsten seinen Weg fortsetzen.

    Manchmal hat man Tiere, die einen aus irgendeinem Grund erst wahrnehmen, wenn man 2 Meter neben ihnen steht. Die Tiere erschrecken dann fürchterlich. Sicherer ist es, das zu vermeiden.

    Mir kam mal beim Waldlauf im Dunkeln eine Rotte von ungefähr 200 Wildschweinen auf einem Waldweg entgegen. Das erste was ich ich wahrnahm, war das Geräusch eines Wildschweinkindes, das erschrickt.

    Ich bin dann stehen geblieben. Dann hörte man Wildschweine in großer Zahl nach links und rechts in den Wald rennen. Als ich dann das Geräusch hörte, das ältere Wildschweine machen, wenn sie ihre Kinder beruhigen wollen, bin ich weiter gelaufen.

    Die älteren Schweine hatten mich als ungefährlich identifiziert und das den jüngeren gesagt.

    Das hat auch Nachteile: Mir sind Fälle bekannt, das Läufer mit Stecken die Schweine auf Abstand halten mussten. Die Schweine wussten halt irgendwann, dass das die sind die da jeden Sonntag lang laufen und wollten die auch mal genauer begutachten.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Karolin,

    zu dieser Jahreszeit findet die Wildschweinbrunft statt. Die Bachen sind rauschig, was man auch riecht: Sie haben einen sehr intensiven muskatartigen Geruch, den man auch noch riecht, wenn sie 5 Minuten vorher da entlang gelaufen sind. Die Bachen werden dann von ihren Kindern aus dem Vorjahr begleitet und gleichzeitig von den Ebern umgarnt.

    Die Wildschweine sind zu dieser Zeit weit weniger scheu als zu anderen Zeiten, aber völlig harmlos: Sie interessieren sich ausschließlich für das andere Geschlecht der Art Wildschwein. Die Jungen vom Vorjahr versuchen irgendwie bei ihrer Mutter zu bleiben und dabei nicht von den Erwachsenen über den Haufen gerannt zu werden.

    Ich werde morgen wieder eine Laufgruppe durch den Pfälzer Wald führen. (Corona bedingt mit einem gewissen Abstand der Teilnehmer) Wir hatten schon Jahre, da liefen mehrfach Schweine quer durch die Gruppe, was bei einigen Teilnehmern gewisse Irritationen auslöste. Die Wildschweine stört das aber überhaupt nicht.

    Die Wildschweinmütter machen sich keine große Sorgen, dass jemand den Jährlingen zu nahe kommen könnte.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Claus,

    zunächst einmal etwas zu den Geschmackseindrücken:

    Wenn man das übt, ist das ein sicheres Merkmal.

    Ich mache routinemäßig Geschmacksproben bei Täublingen, die ich bestimmen will und bei denen, die ich essen will, immer.

    Bei vesca hatte ich nie irgendeine Bitternote. Ich kenne Bitternoten bei vergammelten Pilzen aller Art. Deine sehen nicht vergammelt aus.

    Wenn irgendetwas anders schmeckt als erwartet, gehe ich davon aus, dass das eine andere Art ist, bis ich mich sicher vom Gegenteil überzeugt habe.

    Zu R20-041: Ein Merkmal der Fragilis sind für mich die statistisch verteilten dunklen Punkte. Die glaube ich auch auch hier zu erkennen.

    (knapp über der Fraßstelle sieht man sie, da würde mich mal interessieren, was das ist, Velumreste? Insekteneier?)

    Fragilis schmeckt übrigens nicht nur scharf, sondern typisch nach "Emetica Sippe". Ich schmecke nicht nur scharf, sondern irgendetwas "ekliges".

    Bei "scharfen" Täublingen kann die Geschmackskomponente auch mal anders ausfallen als erwartet. Der Grundton ist dann da, nur irgendwie "verdünnt".

    Der Geschmack wird dann durch die Witterung beeinflusst: Komplett durchnässt, komplett eingetrocknet oder gar gefroren und wieder aufgetaut. Wenn man die öfters mal ohne diese Einflüsse gekostet hat, erkennt man aber den Geschmack wieder.

    Ich würde das mal mit Weinen vergleichen:

    Die Rebsorten Merlot und Dornfelder bringen recht unterschiedlich schmeckende Weine hervor. Beide Rebsorten erkenne ich aber sicher.

    Beim Riesling hingegen macht die verwendete Hefe viel vom Geschmack aus.

    Wenn auf den Pilzen ein anderer Organismus wohnt, verändert das natürlich auch bei denen den Geschmack.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Claus,

    der R20-011 hatte nach deiner Beschreibung:

    GESCHMACK, mild, verzögert, bitter

    Das soll ein vesca, SpP Farbe: I.b, sein.

    Ich kenne keinen verzögert bitter schmeckenden Täubling.

    Bei vesca habe ich so etwas nicht beobachtet.

    Zum Thema mild und bitter kenne ich nur den Buckeltäubling.

    Der hat aber nicht SpP Farbe: Ib.

    Die sonstigen Merkmale würden hingegen passen.

    Ich sehe da bei dem vesca violette Farbanteile. So etwas habe ich da noch nie gesehen.

    Ob das Bild die Farbe korrekt wiedergibt, kann ich aber nicht beurteilen.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Ogni,

    zum Vergleich mal ein Bild der "gesägten Lamellen" beim getigerten Sägeblättling

    Getigerter Sägeblättling – Wikipedia

    Wenn man lange sucht, findet man bei diesem typischen Vertreter der Sägeblättlinge auch Zacken.

    Man findet aber vorzugsweise geschwungene Linien, die Du als Wellen siehst und gelegentlich ein paar Zacken, wo die Linie abbrechen.

    Es ist aber zugegebener Maßen sehr schwierig so etwas in einem brauchbaren Foto abzubilden.

    Auf den gezeigten Fotos sind aber genau dieses Details nicht sicher erkennbar.

    Was mich irritiert: Auf dem ersten Bild der Originalanfrage sieht die Huthaut eher weißlich aus, auf dem dritten (ist das derselbe von oben oder was anderes?) mausgrau.

    Auch die Struktur der Huthaut sieht anders aus.

    Hat jemand eine Quelle, die beschreibt, dass bei Austernseitlingen solche Lamellen vorkommen?


    Gruß,

    Marcel

    Hallo Ogni,

    leider sind die Bilder, auf die sich die Bestimmungsanfrage bezog, unscharf.

    Ich meine Spitzen zu erahnen, wie ich sie von Sägeblättlingen kenne. Man kann deren Lamellen auch als "gewellt" bezeichnet. Die "Zacken" sieht man oft nur an einzelnen Stellen.

    Das was Du da als gewellt bezeichnest, kommt mit Sicherheit nicht dadurch zu Stand, dass die Lamellen untermischt stehen.

    Das fängt nämlich schon am Ansatz an, wo noch gar nichts untermischt ist.

    So etwas ist auch auf keinem der Vergleichsbilder zu erkennen und ich habe auch noch nie einen gekauften Austernseitling mit solchen Lamellen gesehen.

    Ich kaufe die gelegentlich auf dem Markt oder sehe die da in der Auslage.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo zusammen,

    auf den zuerst eingestellten Bildern sieht man gesägte Lamellen, auf den Vergleichsbildern nicht.

    Man muss sich schon die Form der Lamellen genau ansehen, wenn man bestimmungstechnisch weiter kommen will.

    Ich hätte ja gerne noch ein besseres Bild von der Hutoberfläche gesehen - ich hätte da zwei Kandidaten - aber wenn nicht, dann bleibt das Teil unbestimmt.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Wastl,

    ein weißer Kreideseitling ist das aber mit ziemlicher Sicherheit auch nicht - nicht dass ich den kennen würde, aber bei dem, was ich zu dem finde, passt da rein gar nichts.

    Das sollte auch keine Birke sein. Du zeigst aber leider eine Reihe von sehr unglücklich ausgewählten Bildausschnitten, so dass ich das auch nicht komplett ausschließen kann.

    Ich glaube gesägte Lamellen zu erkennen und würde darum in der Ecke der "Sägeblättlinge" suchen.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Azalee,

    es wird mir ewig ein Rätsel bleiben, wie man auf den Gedanken kommen kann, Pilze scharf anzubraten, wenn es keine Reizker sind.

    Pilze schmort man in Butter bei geringer Hitze so lange, bis die kein Wasser mehr ziehen.

    Nachdem das Wasser weg ist, kann man sie noch ganz kurz - immer noch bei geringer Hitze - weniger als 3 Minuten rösten. Aber auf keinen Fall länger, sonst sind die verbrutzelt.

    Entscheidend ist nicht die Gesamtzeit, sondern die Zeit, nachdem man in der Pfanne keine Flüssigkeit mehr sieht.

    Die Gesamtzeit hängt davon ab, wie klein oder groß die Stücke sind, die man gart und welcher Arten man hat.

    Es ist darum zum Beispiel problematisch Hexenröhrlinge zusammen mit Pfifferlingen zu garen. Da muss man die Hexenröhrlinge sehr klein schneiden und die Pfifferlinge später dazu tun.

    Durch scharfes Anbraten verbrutzelt man die Pilze ohne weitere Umstände und zerstört damit jegliches Eigenaroma.

    Wenn man Glück hat, gibt es dann ein paar Röstaromen - aber warum nimmt man dann Pilze?

    Dann kann man auch das völlig geschmacklose Tofu nehmen, da kann wenigstens kein Aroma kaputt machen.

    In einem richtig zubereiteten Mischpilzgericht kann man bei jedem Stückchen schmecken, welche Art das ist.

    Leider gelingt es auch manchem professionellen Koch mit an und für sich schmackhaften Kräuterseitlingen den Geschmackseindruck geröstete Pappe zu erzeugen.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Pablo,

    dummerweise ist es leider so, dass der von Dir beschriebene Geschmackseindruck beim sciodes das entscheidende Bestimmungsmerkmal ist.

    Da gilt dann halt: Wer bestimmen will, muss leiden.

    Und da bei starker Durchnässung der Geschmack auch mal nur schwach ausfallen kann, muss man das üben.

    Früher habe ich bei "leicht" überständigen Goldröhrlingen vor dem Sammeln zum Verzehr einen Geschmackstest gemacht.

    Das ist vom Geschmackseindruck für mich deutlich schlimmer.

    Heute lasse ich bei Goldröhrlingen alles stehen, was nicht perfekt aussieht. Wenn man genau hinsieht, ist das Fleisch der übel schmeckenden gegenüber guten Exemplaren leicht verfärbt.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Brigitte,

    den Magen sollten deine Prüflinge beim Geschmackstest auch nicht erreichen.

    Kleines Stückchen zum Beispiel mit dem Pilzmesser entfernen. Vorsichtig draufbeißen, ausspucken. Für Vorsichtige: Mund mit mitgebrachtem Wasser ausspülen.

    Bei den Erdritterlingsähnlichen gibt es auch nichts, was wirklich schlimm schmeckt - wie zum Beispiel bei den Täublingen.

    Man sollte sich nur sicher sein, dass es kein Tigerritterling ist, aber wenn man die Probe wie beschrieben macht, passiert da auch nicht viel.

    Ich hatte noch nie Probleme nach Geschmackstests bei Pilzen, obwohl ich immer mal wieder Zeug koste, von dem ich weiß, das es übel schmeckt - wie zum Beispiel grünblättrige Schwefelköpfe.

    Mir wurde aber mal recht übel, als jemand im Zug ein paar Sitze weiter einen rohen Paprika auspackte und verzehrte. Paprika ist für mich schon als Geruch unerträglich.

    Die Geschmackskomponente gibt es auch bei manchen scharfen Täublingen.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Anton,

    da gibt es eine ganze Reihe von Möglichkeiten:

    Auch bei geplant entnommenem Holz wird zuerst entnommen und dann versucht einen Abnehmer zu finden. Bis sich jemand findet, kann das Jahre dauern.

    Wir hatten zum Beispiel in meiner Nähe einen Fall wo man bei einer Holzentnahme hoffte, das Holz als Möbelholz zu verkaufen.

    Da fand sich aber kein Abnehmer und man musste das Holz schließlich als Brennholz vermarkten.

    Man lässt manchmal zum Beispiel Eichenholz bewusst liegen, damit die Randschichten wegfaulen, weil man nur das Kernholz verwerten will.

    Es fallen aber halt auch Bäume von selbst um oder müssen wegen der Verkehrssicherungspflicht entnommen werden.

    Wenn der Baum schon kaputt war, kannst du auch sein Holz nicht mehr verwerten. Das kannst du dann nur noch klein machen und liegen lassen.

    Wenn das ein einzelner Baum ist, den du nur als Brennholz vermarkten kannst, lohnt sich unter Umständen der Abtransport nicht, wenn du da erst einen Weg in Stand setzen müsstest, damit das geht.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Claus,

    laut Meixner "Chemische Farbreaktionen von Pilzen" kommt es bei Vesca auch noch darauf an, wo denn die Fe2SO4 Probe gemacht wird:

    Er schreibt:

    Fleischrosa bis fast indischrot.

    Lamellen: Karottenrot.

    Leider schreibt er nicht, wo denn fleischrosa.

    Ähnliches gilt für KOH. Da sollen Fleisch und Huthaut gelb reagieren.

    Er hat dann noch eine Reihe anderer Farbreaktionen mit z.B. mit Anilin, H2SO4, Resorcin.

    Ein Alkoholauszug soll uringelb sein, auch bei intensiv roten Hüten.

    Da gäbe es noch viel zu tun.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Claus,

    eine wunderschöne Dokumentation.

    Meine Versuche farbechte Fotos von Russula vesca zu erstellen, brachten bisher deutlich schlechtere Ergebnisse!

    Die zurückgezogene Huthaut sieht man übrigens zumindest auf Bild 3 sehr deutlich:

    Du siehst da einen markanten Hutrand, der sehr deutlich ein Stück Lamelle freigibt.

    Viel deutlicher ist das bei denen, die ich so finde, selten.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo zusammen,

    ich habe mich entschlossen, hier noch ein wenig von meinem Halbwissen zum Thema gesundheitliche Schäden durch radioaktive Belastung weiterzugeben.

    Wer mehr weiß, möge mich gerne korrigieren. Ich habe Elektrotechnik studiert, keine Physik und keine Biologie oder schon gar keine Strahlenbiologie.

    Jede Strahlung, der man ausgesetzt ist, erhöht die Wahrscheinlichkeit an bestimmten Krankheiten wie Krebs oder Blutkrebs zu erkranken.

    Dabei ist es nicht von Belang, ob die Strahlenbelastung aus natürlich Quellen (z.B. haben Gegenden um den in meiner Nähe gelegenen Donnersberg eine natürlich erhöhte Strahlung), beim Arzt beim Röntgen, beim Interkontinentalfliegen oder durch einen Kernkraftunfall ausgelöst wird.

    Es gibt eine Dosis, die die meisten Menschen nicht lange überleben. Die Belastung durch den Verzehr von Pilzen ist aber davon um Größenordnungen entfernt, selbst wenn man Pilze aus der dem Katastrophenort nahe gelegenen Staaten verzehrt.

    Es bleibt aber das Risiko, dass man zu denen gehört, die erkranken und nicht erkrankt wären, wenn sie die Pilze nicht gegessen hätten.

    Man kann vielleicht schätzen, dass von 100000 Menschen einer erkranken wird und ob es einein selbst trifft, hängt vom Zufall ab.

    Vor Tschernobyl stritten viele in der Öffentlichkeit die negative Wirkung geringer Strahlungsbelastung komplett ab. Sie erklärten sie sogar für gesundheitsfördernd.

    Man machte dann Untersuchungen im Umkreis von Gebieten mit natürlich erhöhter Radioaktivität und fand keine erhöhten Erkrankungsraten. Später hat sich herausgestellt, dass man nur genügend kleinteilig messen muss. Die Stellen mit erhöhten natürlicher Belastung sind nämlich eher klein. Wenn man da einen 50 Kilometer Kreis drum herum legt, findet man keinen Effekt.

    Nun war die radioaktive Belastung in Deutschland durch den Regen nach dem Tschernobylunfall sehr unterschiedlich. Die Belastung in Bayern allgemein und in bestimmten besonders betroffenen Gebieten in Bayern war um Größenordnungen höher als in den meisten anderen Teilen der Republik.

    In der Südwestpfalz gibt es auch einen Strahlungshotspot und da werden immer noch die Strahlenbelastungen der Wildschweine gemessen und man findet immer noch so hoch belastete, dass sie vom Verzehr ausgeschlossen werden müssen. Bei den Wildschweinen liegt das übrigens daran, dass die Hirschtrüffel verzehren, die Cäsiumsammler sind.

    Die Messungen in Bayern sind ein Anhaltspunkt dafür, wie sich die Situation in anderen Landesteilen entwickelt haben könnte, aber nicht mehr.

    Für die Bioverfügbarkeit der Radionuklide ist auch der Boden relevant, ich kenne dazu aber keine Studien, die dem systematisch nachgehen.

    Ich würde die Karte des radioaktiven Niederschlags ansehen und keine der bekannten Cäsiumsammlerarten (Maronen, Lacktrichterlinge etc.) aus einer besonders betroffenen Gegend verzehren.

    In Kaiserslautern gab es eine Belastung, die weit über dem lag, was wir sonst so abbekommen, aber das Risiko des Verzehrs dieser Pilze trage ich. Vom Verzehr von Pilzen aus dem betroffenen Gebiet in der Südwestpfalz nehme ich Abstand und in Bayern würde ich so etwas schon gar nicht verzehren.

    Gruß,

    Marcel


    .

    Hallo zusammen,

    leider gibt es für das angefragte Gebiet keinerlei Informationen.

    Die angeführten, von der DGFM veröffentlichten, geben für den Fragenden nichts her.

    Alle Orte, wo regelmäßig Proben genommen werden, befinden sich in Bayern.

    Man kann sich die Karte des radioaktiven Niederschlags nach Tschernobyl ansehen, die auch in dem Bericht enthalten ist, und schauen was damals das angefragte Gebiet abbekommen hat und das war es dann.

    Cäsium hat eine physikalische Halbwertszeit von ca. 30 Jahren.

    Ich habe mich damals recht intensiv mit den biologischen Folgen der radioaktiven Exposition auseinander gesetzt. Man muss da solche Dinge wie die biologische Halbwertszeit beachten - wie lange bleibt das Zeug im Körper.

    Die wiederum variiert sehr stark nach Radionuklid. Plutonium behält man bis zum Tod, Cäsium wird großenteils nach wenigen Tagen ausgeschieden.

    Menschen meiner Generation haben von den amerikanischen Atomwaffenversuchen lebenslang radioaktives Strontium in den Knochen.

    Um die Gesundheitsgefahren beim Pilzverzehr zu beurteilen, müsste man in dem angefragten Gebiet Proben nehmen und alle Radionuklide messen. Das macht keiner.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Luiz,

    bei Pilzen die roh bitter schmecken, intensiviert sich das häufig nach Zubereitung.

    Das zubereitete Gericht wird dann üblicherweise von den Essern verschmäht. Es gibt aber immer wieder Menschen, die nach dem Motto: "Es wird gegessen was auf den Tisch" kommt vorgehen. Die können sich dann auch Vergiftungserscheinungen zuziehen.

    Das Bittere sind Abwehrstoffe des Pilzes, die sollen aber nach Forschungen vor allem dazu dienen die Springschwänze vom Fressen abzuhalten.

    Die fressen nämlich sowohl Pilzfruchtkörper als auch Myzel.

    Bestimmungstechnisch könnte das dann laut Literatur ein

    Gelbblättriger Weißtäubling sein.

    Mit den Weißtäublingen habe ich aber eher wenig Erfahrungen.

    Grund: Die bleiben unter Umständen viele Wochen mumifiziert stehen und bei solchen halb verwesten Teilen nehme ich dann doch eher Abstand vom Kosten. zumal da keine lohnenden Speisepilze darunter sind.

    In der Literatur werden immer mal bestimmte scharfe Täublinge als giftig bezeichnet, aber in der Praxis schmecken die dann dermaßen unangenehm, dass man nicht so große Mengen verschlucken kann, dass es gefährlich wird. Deshalb heißen manche auch Speitäublinge.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Luiz,

    ich sehe nirgendwo Milch, würde also auf einen Täubling, konkret auf einen der Weißtäublinge tippen.

    Das ist aber nur geraten:

    Ein gewöhnlicher Weißtäubling könnte so aussehen, aber einiges anderes auch.

    Ich kann aber noch nicht einmal sicher einen Milchling ausschließen. Wenn das Teil schon seit Wochen vor sich hin trocknet, kommt da unter Umständen keine Milch mehr.

    Außerdem kann das auch ein ausgeblasster ursprünglich farbiger Täubling sein - ich sah neulich sogar Fliegenpilze, die nur noch Spuren von Rot zeigten.

    Der Habitus deutet aber auf Russula subgen. Compactae hin.

    Wenn ich den in der Hand hätte, würde ich eine Geschmacksprobe nehmen.

    Das ist ungefährlich, wenn Sprödblättler sicher erkannt ist.

    Der schmeckt dann mild (nach nichts), nussig, sofort scharf, verzögert scharf, pikant, nach Zedernholz oder bitter.

    Das alles noch in verschiedenen Nuancen.

    Um das zu beurteilen, braucht man aber einige Erfahrung.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Luiz,

    das zweite Bild zeigt einen

    Purpurfilzigen Holzritterling.

    Beim ersten solltest Du zunächst klären, ob das denn ein Sprödblättler ist.

    Die Konsistenz des Stiels kann man leider nicht per Foto detektieren.

    Gruß,

    Marcel

    Hallo Sebastian,

    der Meixner schreibt für turci:

    "Cy(Cysidien) in SV (Sulfovanillin)"

    "Höchstens an der Spitze blau; Str(Stielrinde) meist fast -"

    Zu amethystina und SV schreibt er nichts: da konnte er keine Reaktion feststellen heißt das normalerweise.

    Quelle:

    Meixner:Chemische Farbreaktionen von Pilzen 1975.

    Gruß,

    Marcel