Beiträge von Steigerwaldpilzchen

    Hallo Jörg,


    Neben dem Stadtpark, finde ich Russula luteotacta auch im Eichen-Buchen Laubwald, jedoch nur am Schotterweg. Der braucht zwingend Kalk im Boden.


    Erkennen kannst du ihn leicht ohne Mikroskop: Rothütig, verblassend, scharf, weißsporig und stark gilbend. Durch kratzen am Stiel „Nagelprobe“ entlarvt man ihn schon am Fundort.


    VG Thiemo

    Hallo,

    da das Pilzaufkommen in den Wäldern noch ausbleibt, hatte ich eine Runde im Stadtpark gedreht, der ja allerlei hervorbingen kann.

    Leider zeigt die trockene Witterung der letzten Tage bereits ihre Wirkung, es gibt nur wenige Arten und die meisten Fruchtkörper zeigen Trockenschäden.

    #1 Winzige Queraderige Milchlinge Lactarius acerrimus




    #2 Horden von Wurzelnen Bitterröhrlingen Caloboletus radicans




    #3 Vereinzelte Gelbfleckende Täublinge Russula luteotacta




    #4 Eingetrocknete Frauen Täublinge Russula cyanoxantha




    #5 In noch nie gesehener Menge, mindestens zwanzig Fruchtkörper des Glattstieligen Hexenröhrlings Suilellus queletii
    Leider standen die Pilze in der Sonne, so dass sich die Fotos schwierig gestalteten.









    #6 Hier vermutete ich meinen Erstfund von Suilellus mendax, dem Kurznetzigem - oder Trügerischen Hexenröhrling.
    Wuchs unter Eiche. Die rotflockige Stieloberfläche wandelt sich nur an der Stielspitze in eine Netzzeichnung. Leider zeigte die Mikroskopie der Sporen aus Abwurf einen Qm=2,15, damit hört der Fund eher auf Pilzchamaeleon aka Suilellus luridus.




    VG Thiemo

    Hallo Andy,

    R.sericatula widerspricht jedoch deiner Angabe, der Pilz hätte Dermatozystiden. R.sericatula wäre eine Integroidinae, das sind Pilze mit inkrustierten Primordialhyphen aber ohne Dermatozytiden. Hast du in SV geschaut ob es anfärbbare Zystiden gibt? Oben seh ich nur Bilder in KF und Kongo.

    DCY ja oder nein, ist für die Einteilung in welcher Sektion man überhaupt nach der Art suchen muss entscheidend. Vor der Feinarbeit kommt die Grobarbeit ;)


    VG Thiemo

    Hallo Benjamin,


    Hier mal zum Vergleich:


    Russula rhodopus







    Die Sporen müssten bei R.helodes schon die 10Mikrometer Länge erreichen.

    Bei deinem Fund passen die Sporen zu R.rhodopus.

    Edit:Irritiert bin ich nur noch von der Hutfarbe. Insbesondere auf den ersten Bildern wirkt die ziemlich violett-purpur, was ich nicht so von R.rhodopus kenne. Welche Bilder sind denn deiner Meinung nach am nähsten an der Realität? R.torulosa bräuchte aber die Kiefer.

    VG Thiemo

    Hallo,


    Du denkst somit schon an eine „chaotische R. Melitodes“

    Ich kann mich hier nicht auf eine Art festlegen und würde es mit einer Sequenz probieren. Ich denke vom Habitat her ist's eher R.integra agg., die ja eben sehr variabel ist.

    Die einzige nicht-rothütige, habituell mittelgroße-große, mir bekannte Alternative dazu wäre R.melitodes (die aber auch nicht wirklich passt - Stephan hat's ja schon aufgezählt, jedoch sind die "Bratpfannen DCY" kein Negativkriterium mMn). Oder eine nicht beschrieben Art - deshalb schrieb ich "einzige, mir bekannte Alternative."

    VG Thiemo

    Hallo,


    die von Stephan angesprochenen "Bratpfannen DCY" scheinen bei mehrere Arten der durch SARNARI definierten Paraincrustatae möglich zu sein. Zu der Sektion gehört auch die erwähnte R.laeta. Ich will nicht behaupten der Funde sei deshalb R.melitodes, jedoch zeichen sowohl MARXMÜLLER als auch JURKEIT (Z.Mykol 76_2010) solche "Bratpfannen DCY" bei R.melitodes.

    R.integra, melitodes, laeta, cremeovellanea, carminipes & rhodomarginata sind alle mit dieser bunt gemischten, "chaotischen"(Zitat: Stephan 8o ) Huthaut bei den Integrae einsortiert. Die Auswahl der bekannten Arten ist also nicht sehr groß.

    Eine "Nadelwald-laeta" kenne ich bisher nicht - spannend.

    EDIT: R.borealis dürfte synonym für R.laeta sein. Dies sind aber für gewöhnlich kleine Arten aus dem Laubwald - keine Großen aus dem Nadelwald.

    VG Thiemo

    Hallo Andy,


    eine schöne Dokumentation. Bei der Gruppe um R.integra liegst du bei der Huthaut wohl richtig. Ob R.melitodes & R.integra ist leider nicht so einfach für mich zu beantworten, denn die beiden sind sich schon sehr ähnlich.

    R.integra ist die Art, die man in deinem Habitat erwarten würde, da R.melitodes Laubbäume braucht - aber würde theoretisch ja schon einer ausreichen...

    Ich habe R.integra noch nie so stark inkrustiert gesehen, das passt eher zu dem was ich beim mikroskopieren von Felix's R.melitodes gesehen hatte. Vieleicht wollen zum Grad der Inkrustierung ein paar andere ihre Erfahrung mit uns teilen?

    Die Nuancen in der Sporengröße sind bei den variblen Sporen von R.integra leider auch nur begrenzt aussagekräftig. Interessant ist auch die etwas heller als für R.integra gewohnte Sporenpulverfarbe.

    Russula Sporen misst man übrigens in MELZERS. Da dies letal wirkt, könnte es hierbei tatsächlich zu Größenunterschieden kommen. Ich würde nochmal messen, und noch mal nach typischen schmal endenden Primoridalhyphen suchen, die erst im unteren Teil (also nicht am Ende) stark inkrustiert sind.

    Vielleicht lohnt hier eine Sequenz?

    VG Thiemo

    Hallo,


    Die ausgewachsenen haben wie eine etwas festere Rinde, aber das Fleisch innen ist ziemlich gummig/wattig.

    Diese Konsistenz „wie ein Fahrradschlauch“ ist typisch für R.paludosa und wollte Claus wahrscheinlich auch hören.


    VG Thiemo


    DCY sind übrigens Dermatozystiden

    Hallo Nikolas,


    Wie Peter denke ich, dass allein L.ruginosus und L.romagnesii zur Auswahl stehen. Aufgrund der milden Milch und hohen Ornamentierung fallen die meisten anderen Korallenmilchlinge weg.
    Bei L.subruginosus lässt sich über den Artrang streiten.

    Wenn man die Hutfarbe als Unterscheidungsmerkmal ausklammert, läuft diese über das Sporenbild: Hoch geflügelt bei L.ruginosus VS. Hoch netzig bei L.romagnesii. In deinem Fall sieht mir das schon sehr geflügelt und weniger netzig verbunden aus, daher ist das für mich ziemlich wahrscheinlich L.ruginosus. Übrigens hat die Art milde Milch aber scharfes Fleisch, wie ich verfizieren konnte. L.romagnesii soll(?) gänzlich mild/bitterlich sein.

    L.ruginosus -Sporen zum Vergleich


    VG Thiemo

    Hallo,


    diese auffallenden langen dünnen Elemente in der Huthaut auf den nachgeschobenen Fotos können durchaus inkrustierte PH sein. Das würde dann die Diagnose R. vinosa stützen.

    Ich würde hier auch meinen, iPh zu sehen.





    Sollte man dazu noch ockerfarbenes Sporenpulver feststellen können, ist eine komisch gefärbte R.vinosa die beste Konsequenz (einziger Ockersporer mit iPh). Leider hat der Täubling nicht abgesport und wird daher nie mit Gewissheit zu bestimmen sein.

    VG Thiemo

    Hallo Benjamin,


    Selbst mit Karbolfuchsin muss man ein wenig üben, bis die Färbeprozedur gute Ergebnisse liefert. Färben, waschen, entfärben in verdünnter Salzsäure, dazu überall die Zeiten einhalten - beim ersten Mal gelingt es meist nicht. Aber: Deutlich inkrustierte Primorialhyphen kann man auch in Wasser erkennen.


    Auch die von Corinne gezeigten Crins könnte man in Wasser erkennen.


    Bei manchen Strukturen geht es natürlich nicht ohne Chemikalien oder nur schlechter.


    PS: Sollte das R.vinosa sein, ist dein Guajak evtl schlecht. Das müsste nach 8-10Sek blau werden.


    VG Thiemo

    Hallo Uwe,

    Die angeführten Argumente der Lamellenfarbe und Abziehbarkeit der Huthaut sind mir unverständlich.

    Hallo

    Sind das neuerdings keine Bestimmungsmerkmale mehr???

    Du solltest genau lesen was ich geschrieben habe. Ich habe nie behauptet es sind keine Bestimmungsmerkmale!!!
    Mir ist in diesem Fall unverständlich, inwiefern die Abziehbarkeit der Huthaut und die Lamellenfarbe deiner Ansicht nach gegen R.parazurea sprechen.

    1. Die Abziehbarkeit der Huthaut ist leider generell kein sonderlich konstantes Merkmal und wird beispielsweise in der forumseigenen Übersichtstabelle von Bernd Miggel mit ca. zur Hälfte angegeben. Übrigens gilt für R.atroglauca l. SARNARI genau das Gleiche.

    Die Huthaut sollte sich nicht bis zur Mitte abziehen lassen.

    In keinem der gezeigten Bilder wurde die Huthaut bis zur Mitte abgezogen, ich erkenne bis zu ca. 3/4 was im Rahmen der üblichen Abweichung (1/4-3/4 Bereich) liegt.

    2. Falls man von der Lamellenfarbe auf die Sporenpulverfarbe schließen möchte (ganz schlecht bei Fotos), liegt diese schätzungsweise irgendwo im cremefarbenen bis dunkelcremefarbenen Bereich, woraus sich ebenfalls kein Gegenargument zu R.parazurea herleiten lässt.


    Ich hoffe wir sind uns soweit einig, dass sich aus diesem Beitrag keine absolut sichere Bestimmung, jedoch bisher auch kein stichhaltiges Argument gegen R.parazurea, den allein mit Karl und Stephan zwei sehr gute Täublingskenner favorisieren würden, herleiten lässt.

    Gruß Thiemo

    Hallo,


    Wenn die Lamellen nicht fettig verschmieren (s. Karl Beitrag), wüsste ich nichts was gegen die starke Vermutung von Russula parazurea sprechen soll. Eiche und bereifte Huthaut passen bestens. Die angeführten Argumente der Lamellenfarbe und Abziehbarkeit der Huthaut sind mir unverständlich.


    Ohne Pappel kann das kein R.atroglauca sein.


    Durch einen Blick auf die teilnetzigen Sporen wäre die Bestimmung als R.parazurea leicht.


    VG Thiemo

    Hallo Jörg,


    Durch die Lektine des Satanröhrling, wurden wohl auch schon neben mehreren Tagen mit Magen-Darm Beschwerden, Schleimhautrupturen mit blutigen Durchfällen ausgelöst. Für Menschen mit blutverdünnender Medikation würde ich das als gar nicht mal so zimperlich einordnen.


    Aber du hast schon recht, so eine kleine Vergiftung könnte heilsam auf den blinden, beratungsresistenten Sammeleifer wirken. ;)


    VG Thiemo

    Hallo,

    Die Aussage von Werner habe ich so schon von Lothar Krieglsteiner gehört. Bei mehreren Seminaren im Schwäbischen Wald durfte ich T.filamentosum kennenlernen, eine Art die dort keineswegs selten ist. T.pardinum mit den groben, kontrastreichen Schuppen sei im Gegensatz dazu sehr selten.

    Hier T.filamentosum in verschiedenen Altersstadien:







    VG Thiemo