Hallo!
Heute ist Tag der Einzelverkostungen! Angefangen haben wir (meine bessere Hälfte und ich) mit dem Mehl-Räsling, der sich leider wie ein Schwamm mit dem Regenwasser vollgesogen hat. Fundort war eine Waldwiese im hohen Gras, die war klatschnass. Die (recht weichfleischigen) Hüte sonderten das Wasser schon beim Zerschneiden ab, dementsprechend war das eher ein Kochen als Braten in der Bratpfanne und das Ergebnis für unseren Geschmack etwas zu weich in der Konsistenz:


Möglicherweise kann man mit weniger verwässerten Fruchtkörpern und schärferem Anbraten statt Kochen ein besseres Ergebnis erzielen, diese Verkostung erzielt bei uns 5/10 Punkten. Wenn wir mal trockenere Fruchtkörper finden, werden wir das wiederholen.
Zweiter Kandidat war heute der Braune Büschelrasling, den wir endlich ohne Lamellenschaden finden konnten, nachdem die Funde vor einigen Wochen allesamt dunkel graubraune Lamellen hatten.
Die Stiele sind uns etwas zu zäh, bei den älteren Fruchtkörpern auch die Hutmitte, was aber nicht weiter stört, wenn man die Hüte viertelt. Diese Art nimmt auch nicht so viel Wasser auf und man kann die in der Pfanne kross braten. Das Ergebnis ist bissfest und guter Durchschnitt, 6/10 Punkten.


Dritter Proband war die Krause Kraterelle, die wir in ausreichender Menge für eine Einzelverkostung gefunden haben. Ob man die aus Artenschutzgründen schonen sollte und ob die Mühe des Einsammelns und Putzens sich lohnt, ist eine andere Frage. Da sind nämlich immer "blinde Passagiere" im Sammelkorb:



Der Geruch ist zwar zunächst etwas dumpf, aber in der Pfanne lassen die sich prima rösten und brennen auch nicht so leicht fest. Geschmacklich wirklich guter Durchschnitt, bissfest, entwickeln Röstaromen. Optisch zwar nicht so ansprechend, geschmacklich aber schon. Wir vergeben 7/10 bzw. 8/10 Punkten.

Letzter Kandidat heute war der Mönchskopf. Da geht das Putzen fix und es gibt wenig Versteckmöglichkeiten für die blinden Passagiere. Das ganz große Exemplar war doch etwas zu alt für die Bratpfanne, was man nicht zuletzt beim Zerschneiden an der schon fast korkartigen Konsistenz der Stielspitze und Hutmitte merkte. Bei den jüngeren Exemplaren wurden die Stiele geschält, längs halbiert und in kurze Stücke geschnitten.

Roh riecht der etwas aufdringlich bittermandelartig, das verflüchtigt sich aber alsbald in der Bratpfanne. Festfleischig, nimmt nicht so viel Wasser auf, entwickelt bei scharfem Anbraten wunderbare Röstaromen, eindeutig besser als die Krause Kraterelle. Wir vergeben 9/10 Punkten, Tagessieger.

Beste Grüße und noch einen schönen Sonntag,
Jeanette und Frank