Beiträge von Tricholomopsis


    Ich dachte tatsächlich, ich hätte das geschrieben (#21) ;)


    Hi Craterelle...


    (hihi - da war ich schneller)


    Zitat

    Für die reine Bestimmung kann es aber gut sein, dass diese Schnellmethode brauchbar ist. Zeitsparend ist es wohl. Der größere Fehler ist vermutlich o.k., wenn man die Zeit gegenrechnet. Aufwand/Ergebnis-Verhältnis... Will man Arten aber beschreiben, wäre ich skeptisch.


    (siehe #15)


    Zitat

    Aber ihr völlig habt Recht, hier sollte es um das theoretische und praktische "Handwerkszeug" für die eigentlichen Messungen gehen und nicht um die Auswertung.


    Yep, sind eben zwei Paar Stiefel.


    LG
    Christoph

    Servus Claudia,


    bei Nr. 10 denke ich, dass es Heteroradulum deglubens sein könnte (hieß früher Eichleriella deglubens). Vergleich mal dieses Foto: http://www.mycodb.fr/fiche.php…leriella&espece=deglubens


    Ist aber nur geraten.


    Das Gloeophyllum ist ja klar (keine Deadaleopsis), die Serpula auch. Das Stereum ist halt trocken - kann schon St. hirsutum sein, aber da bin ich immer vorsichtig, wenn das Hymenium so blass ist.


    Nr. 8 würde ich gerne von unten sehen. So ist's wirklich schwer.


    Der Pseudodauerporling - wuchs der an Holz oder am Boden? Sieht für mich schon nach Coltricia aus. Welche kann ich so nicht sagen - ist auch schon mitgenommen. Ob C. perennis oder C. cinnamomea? Keine Ahnung...


    LG
    Christoph


    Ich will mal versuchen das Thema von der mathematisch/statistischen Ebene weg, hin zur Arbeitsebene des normalen Feldmykologen zu bringen.


    Servus Rada,


    gute Idee. Wie ich schon schrieb, ist es ein Unterschied, ob man einen Pilz bestimmen will oder ob man eine Beschreibung (z. B. für eine Publikation) eines Pilzes anfertigen will. Für die Bestimmung sind die Sporenmaße ein Merkmal unter vielen. Muss man für die Entscheidung, welche der z. B. zwei sehr ähnlichen Arten, nur prüfen, ob die Sporen z.B. 8-10 µm oder 12-16 µm lang sind, reicht schon das reine Anschauen (mit Messokular).


    Geht es aber darum, ob der mittlere Qutient bei 2,1 oder bei 1,9 liegt (wie gesagt: Mittelwert), dann muss man ausreichend viele Sporen gemessen haben und muss in der Lage sein, die richtige Lage von Sporen zu erkennen. Misst man schief liegende Sporen oder anderweitig falsch liegende Sporen, würden die Werte verfälscht, insbesondere beim Quotienten.


    Zitat

    Die Sporen sind in den allermeisten Fällen ein Bestimmungskriterium. Für eine erfolgreiche Bestimmungen braucht es meist noch andere Merkmale.


    Klar - sollte man aber mal Messgrößen der Sporen genauer brauchen, muss man auch genau arbeiten wollen/müssen. Manchmal ist auch die Sporenform wichtiger als die Größe. Will man beispielsweise Paxillus involutus s.str. von Paxillus cupreus trennen, hilft messen gar nichts - es geht hier um die exakte Form der Sporen im Schnitt auf der dem Apiculus entgegengesetzten Seite.


    Es hängt alles von der Art ab, um die es geht. Manchmal muss man einen Geruch genau erfassen, manchmal bestimmte Frabtöne. Wäre alles so einfach, wäre es ja langweilig ;)


    Zitat

    Mir scheint, dass das Thema Sporenmessung hier etwas verkompliziert, bzw. auf eine Ebene gehoben wird, die für den normalen Bestimmungsvorgang viel zu tiefgründig diskutiert wird.


    Ja und nein. Was das darauf Herumgereite angeht, ob man Konfidenzintervalle oder einfach nur die Min-Max-Grenzen nimmt, gebe ich dir völlig recht. Manche machen daraus fast schon eine Religion. Für die Bestimmung ist das wurscht, sage ich mal. Geht es aber darum, zu erklären, wie man die Länge und wie die Breite einer Spore definiert ist, ist es auch nicht kompliziert. Sie muss nur in Seitenlage liegen. Finde ich nicht zu schwierig, auch nicht für Einsteiger. Und dann denkt man sich ein Rechteck, in das die Spore passt und misst dessen Länge und Breite (daher der rechte Winkel zwischen den beiden Messstrecken).


    Zitat

    Zunächst kann man sicher bemerken, dass alle Meßschritte unter 0,5 µm sowieso mit Skepsis zu betrachten sind.


    Stimmt. :)


    Zitat

    Unsere Optiken bergen sicher in sich schon Schwankungen und/oder Ungenauigkeiten, die eine genauere und gleichzeitig zuverlässige Messung in diesen Größenbereichen unwahrscheinlich werden lassen.


    Ja, 0,2 µm sind die theoretische Grenze bei blauem Licht, Superoptik usw. Schafft keiner...


    Zitat

    Bei einer Bestimmung stützen wir uns auf die Größenangaben in Schlüsseln und Beschreibungen. Die Aufgabe lautet ergo festzustellen, ob die Sporen der Probe in diesen oder jenen Bereich passen oder nicht. Bei Arten, die sich hinsichtlich der Sporengrößen nur minimalst unterscheiden, muss man sowieso weitere, eindeutigere Merkmale herausarbeiten.


    Ja, sofern vorhanden :cool: (wenn nein - und die Entscheidung nur ist, zu sequenzieren oder zu versuchen, das an den Sporen irgendwie belastbar rauszuarbeiten, ist's eh nichts für Einsteiger) - wenn nicht, dann kann man halt nicht bestimmen (geht mir oft so - es gibt soooo viele Pilze, und sehr viele sind für mich unbestimmbar)


    Zitat

    Ich will hier nicht die theoretische Diskussion über Sporenvermessung abwürgen, denke aber dass mitlesende mikroskopierende Anfänger oder solche die mit dem Gedanken spielen sich ein Mikroskop anzuschaffen, von der vermeintlichen Komplexität abgeschreckt werden könnten.


    Kann sein, weiß ich nicht. Für mich klang es nie so schwierig, die Längen und die Breiten zu messen. Und dass ich, wenn ich einen Durchschnittswert brauche, halt viele Einzelmessungen brauche, sollte auch klar sein. Meist ist es weniger das Nichtverstehen, als das Zeitmanagement. Hat man als Nichtprofi die Zeit, bei jeder Kollektion 30 oder z.B. 60 Sporen auszumessen? Das stellt sich doch eher. Deshalb hatte ich ja auch oben schonmal geschrieben, dass das Verhältnis von Aufwand zu Ergebnis immer mit bedacht werden sollte.


    Nur: wenn ich mich entscheide, schnell mal eben 10 Sporen zu messen (ohne exakt aufzupassen und auch inklusive manchen, die nicht plan liegen, wo man vielleicht sogar schätzen würde), reicht das manchmal locker aus. Eben z.B. bei dem fingierten Fall oben mit den deutlich unterschiedlichen Maßen, die geprüft werden müssten. Manchmal reichen drei Sporen aus. Ich kann dann aber abschätzen, dass meine Maße als Ergebnis unsicher sind. Und sind sie nur ein Merkmal von vielen, dann macht das nichts. Sollte aber rauskommen, dass trotz noch so vieler Makromerkmale, die passen, die Sporen einfach völlig anders sind, als zu erwarten, dann wird es spannend. Nur wird man dann wohl nicht mehr bestimmen können, sondern sollte dokumentieren (also sauber beschreiben, bei Experten anfragen oder einfach warten, bis die Art mal vorgestellt wird).


    Man muss auch bei Sporenmessungen nicht dogmatisch sein. Es darf ruhig praktikabel sein. Ich selber wollte nur noch nie z.B. von Beginn an systematische Fehler machen. Daher fand ich es immer interessant, zu wissen, worauf man theoretisch alles achten könnte - um dann zu entscheiden, ob das überhaupt sinnvoll oder nötig bei dem konkreten Fall ist.


    Und beim Sporenmessen ist die Theorie denkbar simpel. Finde ich. Daher verstehe ich auch nicht, warum das Thema überhaupt emotional genommen werden kann.


    Zitat

    Denen sei gesagt, es ist nicht so kompliziert und derart haargenau, wie es in einer theoretischen Diskussion den Anschein haben mag.


    Eben. Wobei Genauigkeit nicht kompliziert sein muss. Komplexität schreckt ab, Genauigkeit nicht. Finde ich jedenfalls (man sollte auch Makromerkmale genau anschauen - selbst ein so unauffälliges Merkmal wie Riefung des Rings kann sehr wichtig sein. Nur wer haargenau hinsieht, wird vermeintlich ähnliche Arten im Gelände erkennen können. "Haargenau" finde ich daher bei Pilzen wichtig. Schwierig ist aber auch das nicht. Letzten Endes kochen alle nur mit Wasser.


    LG
    Christoph

    Servus Adi,


    Polyporus brumalis passt.


    Nr. 2 ist Fomitopsis pinicola (jung)


    Nr. 3 ist nur anhand des Fotos schwierig. Inonotus radiatus kann es sein - dann war das Holz wohl Erle?


    Der letzte ist Coriolopsis gallica.


    LG
    Christoph

    Servus Tannenzäpfle,


    ja, es gibt Untersuchungen dazu. So z.B. Agerer R. (1983): Fruchtkörperbildung von Mykorrhiza-Pilzen in Abhängigkeit von Klima und Standort. Forstwiss Cbl 102(5): 305 –“ 307.


    Agerer zeigte, dass die Fruktifikation (und auch die Mykorrhizierung der Wurzeln im Herbst) auch von den Frühjahrsniederschlägen abhängt. Das heißt aber nicht, dass alle Arten sensibel reagieren. Es ist schwierig, hier verlässliche Aussagen zu treffen. Milde Winter mit viel Regen und fast ohne Schnee wurden wohl kaum für unsere Breiten als Faktor untersucht, da das zu selten vorkam.


    Man muss differenzieren hinsichtlich Trophie und auch hinsichtlich von Gattungen / Arten. Meist geht es um Konkurrenz und Konkurrenzverschiebung. Wird ein Schwellenwert überschritten, gibt es durchaus starke Ausschläge - aber bis dorthin scheint kein Einfluss zu bestehen... alles sehr schwierig.


    Das trockene Frühjahr 2017 hatte aber sicherlich Auswirkungen. "Gefühlt" kann ich sie auch "erzählen", aber das ist nicht belastbar, wie Wutzi richtig anmerkte :)


    LG
    Christoph

    Hallo zusammen,


    Boletus speciosus könnte durchaus in China vorkommen, da das westliche Nordamerika und das östliche China teils nah verwandte bis identsiche Arten aufweisen kann. Oft sind aber Pilz, die östlich der Rocky Mountains vorkommen, andere Arten. Ob der Original Boletus speciosus in China vorkommt, weiß ich nicht, wäre aber auch skeptisch. Man meinte auch lange, er käme bei uns in Europa vor.


    Ich habe den Holotypus von Boletus speciosus Frost untersucht und kann daher auch selbst sagen, dass unser Butyriboletus fuscoroseus (="Boletus" speciosus ss. auct. Europ.) etwas anderes ist. Aussagen über die chinisischen Anhängselröhrlinge kann ich hingegen nicht treffen. Rein makroskopisch sehen mir die "roten Zwiebeln" aber schon anders aus, als das, was ich von Fotos aus Nordamerika von B. speciosus s.str. kenne. Dass da dann neue Arten entdeckt werden, ist klar.


    In China wurde lange mit europäischer und amerikanischer Literatur bestimmt. Dass man systematisch und mit modernen Methoden arbeitet, ist relativ neu. Wenn also europäische oder amerikanische Namen verwendet werden (für Pilze aus China), muss man das immer etwas vorsichtig machen.
    Butyriboletus roseoflavus ist übrigens innerhalb der Anhängselröhrlinge recht weit weg von B. speciosus s.str. Es gibt aber einige Arten, die alle fast gleich aussehen: rosaroter Hut. gelber Stiel mit etwas Rot, gelbes Fleisch, im Hut und oberen Stiel blauend... das sind diverse Arten. Unter anderem auch B. roseoflavus.


    LG
    Christoph
    [hr]
    P.S.:


    Zitat

    und es kann durchaus sein, daß sich da zwei Sippen immerhin schon so weit auseinanderentwickelt haben, daß zwar ein paar gene unetschiedlich aussehen, die Sippen vielleicht auch nicht mehr untereinander fertil sind, aber sich noch keine (oder nur minimale) morphologische UNterschiede entwickelt haben.


    Wenn man genau hinschaut, findet man dann meist auch Unterschiede. Bei diesem Beispiel - B. speciosus vs. B. roseoflavus reicht schon reines Sporenmessen. B. speciosus s.str. hat deutlich längere Sporen mit einem viel größeren Quotient (geht fast bis an die 4 heran, also teils noch extremer als bei unserem B. subappendiculatus).

    Aber gerne doch :)


    Den Thread mit dem Gelben habe ich auch schon gesehen, kenne die Art aber nicht (logisch, wo sie eh neu ist). Als Gattung hätte ich an Rheubarbariboletus gedacht. Spannend! Sehr spannend. In Griechenland gibt es sicherlich noch viel zu entdecken, da hier nicht sooo intensiv mykologisch gearbeitet wurde (z. B. im Vergleich zu Italien).


    Ich habe in Griechenland vor allem auf Skiathos und rund um den Olymp gesammelt.


    LG
    Christoph

    Servus sarifa,


    ich habe den interessanten Röhrling erst jetzt zufällig beim Stöbern entdeckt. Das ist eine junge Baorangia emilei - ich kenne die Art aus Borgotaro (Borgo Val di Taro) in Italien. Ein wunderschöner Pilz. Die extrem kurzen Röhren bei dickem Fleisch sind typisch. Später laufen die Röhren am Stiel herab.


    Super Fund!


    LG
    Christoph

    Servus Claus,


    11 der Sporen liegen falsch, nicht eine.


    Ist mir jetzt aber auch egal. Ich zieh mich jetzt auch aus der Diskussion zurück. Ist mir ehrlich gesagt zu blöd. Ihr könnt und sollt machen, was ihr wollt und wie ihr wollt (hatte ich mehrfach so ausgedrckt und noch mehr als Disclaimer herumeiern, dass man auch dies oder das machen kann, ist mir zu mühsam. Ich wollte nur (gutmeinend) auf Fehlerquellen hinweisen - dann lasse ich das halt. Und du kannst beruhigt sein, ich werde dich nicht mehr wegen solcher Banalitäten belästigen. Ungefragter Rat ist meist sinnlos bis aufdringlich. Ich denke nur manchmal, dass Foren dafür da sind, sich konstruktiv zu beteiligen.


    Sporenmessungen öffentlich zu diskutieren scheint aber schwierig zu sein.


    Zitat

    Muss man den so engspurig denken?


    Wen du mich als engspurig denkend ansiehst, dann ist das wohl so. Ich verstehe aber nicht, warum du direkt persönlich wirst. Offenbar habe ich dir auf den Schlips getreten.


    Zitat

    Ich habe Volksschule und denke NORMAL! NOCH!!!


    Deine Schulbildung ist mir übrigens völlig egal. Ich differenziere weder bei meinem Freundeskreis noch in anderem Umfeld danach. Wenn du mich aber beleidigen willst, indem du dich als noch normal denkend (mich anschreiend - Fettdruck) und mich als engstirnig angreifst... Naja, lassen wir das. Lass mich einfach in Ruhe und gut ist. Ich werde dich jedenfalls völlig in Ruhe lassen.


    Zitat

    Für mich gibt es Wichtigeres, ich klinke mich bis Morgen aus...


    Für mich auch. Ich klinke mich völlig aus (aus diesem Thread). :/


    Grüße,
    Christoph

    Servus Craterelle,



    Noch eine kleine Anmerkung von mir: Die beiden gestackten und angefärbten Bilder waren ganz sicher nicht zur Sporenvermessung gedacht. Ich hatte sie ausgewählt, weil sie mir die Frage zu illustrieren schienen, wie bei mehr oder weniger rundlichen Sporen vorzugehen ist.


    Völlig klar. Und das war ja auch genau richtig so. Denn man erkennt ja, dass selbst bei diesem gestackten Bild, bei dem man wunderbar Apiculus und Plage erkennen kann, also direkt sieht, welche Spore wie liegt, trotzdem einige für eine hypothetische Messung ausgewählt wurden, die für die Messung einfach falsch liegen. Daran erkennt man gut, wie schnell Fehler beim Fotomessen passieren. Man muss da auch sorgsam auswählen und das dauert dann auch ein bisserl.


    Zitat

    Sollte jemand bessere Bilder haben, tausche ich sie gern aus.


    Wie gesagt, ich finde die Fotos für die Erklärung ja gut. Ein ungefärbtes und ungestacktes in Wasser wäre dann der nächste Schritt - wie würde da die Auswahl erfolgen? Ich denke, dass da die Auswahl schwieriger wird.


    LG
    Christoph


    P.S.: ich will nicht pro Okularmessung "missionieren", sondern nur auf Probleme hinweisen. Denn wenn man am Foto sorgsam auswählt und sich wirklich Zeit lässt und lieber viele Fotos macht und dort nur die ideal liegenden nimmt, kommt man sicher auch zu guten Ergebnissen.


    Ich spendiere zu den 8 markierten Sporen noch 15 Sporen (Pfeil) dazu, meine Meinung. Sonst habe ich am Ende noch ein falsches Volumen und EINHELLINGER bräuchte noch mehr Zeit für 120 Messungen.


    Servus beinand,


    die markierte Spore oben rechts liegt falsch - der Apiculus sitzt mittig, die Spore liegt auf dem Rücken. Das Foto eignet sich nicht wirklich, da die Sporen gestackt sind. Auch wenn der Apikulus nicht in der Schärfenebene liegt, erscheint er hier scharf.


    Von den mit grün markierten Sporen liegen einige falsch. Das sieht man auch direkt an der Plage - da hier angefärbt wurde, ist das gut zu erkennen. Sporen sollte man immer nur in Seitenansicht vermessen, damit die Werte vergleichbar sind. Sporen sollen sich auch nicht berühren - dann verzieht es aufgrund der Beugung die Ränder - die Werte sind dann virtuell. Ich würde von den markierten (rot und grün) nur relativ wenige vermessen. Wäre das Foto nicht gestackt, blieben vermutlich nur sehr wenige übrig, da sie kaum alle in der gleichen Ebene liegen dürften. Man würde in die Unschärfe hinein raten. Das reicht vielleicht für eine Schnellbestimmung, ist mir aber zu unsicher.


    Zitat

    An dem Thema bleibe ich dran, ist interessant. Interessanter wäre es natürlich, wenn Russula-Sporen nicht in Melzer, sondern im Wasserbad gezeigt würden. Davon besitze ich aber überhaupt kein schönes Foto, wegen Objektiv = nur Achromat.


    Ich messe nur in Wasser. Ich färbe nur an, um das Ornament genauer zu erkennen, da auch dieses ein Bestimmungsmerkmal ist. Messungen aber immer lebend in Wasser (wenn lebend möglich ist).


    Zitat

    Auch bei der Vermessung am PC bleibe ich, denn da messe ich keine Spore(n) aus Versehen doppelt.


    Jeder wie er mag ;)


    Ich bleibe bei der Methode, wie wir es an der Universität gemacht haben. Ich traue der "einfachen" Fotomethode nicht. Zu viele Fehlerquellen. Ich kann ehrlich gesagt auch nicht wirklich Strukturen interpretieren, wenn ich nicht ständig mit dem Feintrieb hoch und runter gehen kann. Deshalb zeichne ich auch lieber als zu fotografieren. Für die reine Bestimmung kann es aber gut sein, dass diese Schnellmethode brauchbar ist. Zeitsparend ist es wohl. Der größere Fehler ist vermutlich o.k., wenn man die Zeit gegenrechnet. Aufwand/Ergebnis-Verhältnis... Will man Arten aber beschreiben, wäre ich skeptisch.


    LG
    Christoph

    Servus beli,


    für mich ist das auch klar Chrysomphalina grossula - ein schöner Wachsblättler, der an Holz wächst. Ich finde den sogar mehr in der kalten Jahreszeit als im Herbst - vielleicht, weil man da eher alle Lamellenpilze anschaut - solange es nicht richtig kalt wird, also in milden Wintern wie heuer.


    LG
    Christoph


    Guten Abend
    Kennt jemand den Grund, dass der Schmierling Grosser Gelbfuss als Schmierligsverwandter Gomphidiaceae zu den Röhrenpilze
    Boletales gezählt wird? Was haben sich hier die Biologen gedacht? Die Lamellen als wichtiges Pilz-Merkmal passen doch recht schlecht in die Gruppe der Röhrenpilze!
    Wer hat hierzu eine Idee?


    Servus Adi,


    die Systematik gruppiert nach Verwandtschaft, nicht nach Ähnlichkeit. Gelbfüße/Schmierlinge haben die gleichen Pigmente wie Schmierröhrlinge, besitzen die typischen Boletales-Leitpigmente. Das Hymenophor ist genauso wie bei anderen Röhrlingen ablösbar, die Anatomie ähnelt denen der anderen Röhrlinge - nur die Rhizomorphen sind interessanterweise anders organsisiert, was wohl an der teils parasitischen Lebensweise liegt - das wäre aber ein kompliziertes Thema.


    Jedenfalls weiß man schon lange, dass die Form des Hymenophors, also ob Röhren oder Lamellen, nicht für eine Verwandtschaftseinstufung taugt. Es gibt Agaricales mit Röhren, und Boletales mit Lamellen (auch Kremplinge).


    Auch Kartoffelboviste sind "Röhrlinge i.w.S." (Boletales) - wiederum Pigmente, Stoffwechselwege, hier auch die Anatomie des Myzels / der Rhizomorphen.


    Und durch die DNA-Stammbäume wurde all das bestätigt.


    Du sagst ja auch nicht, dass Fichten und Buchen näher verwandt sind, als Buchen und Primeln. Baumform ist kein Merkmale für Verwandtschaftsaussagen. Schau die Blüten und Fruchtstände an - Fichten sind Nacktsamer, Primeln und Buchen Bedecktsamer, also sind die beiden näher verwandt.


    Die alten "Systeme" mancher Pilzbücher sind noch auf der Ähnlichkeit aufgebaut und nicht auf der Verwandtschaft. So ergeben auch Begriffe wie Aphyllophorales, Gastromycetes, Heterobasidiomycetes (usw.) systematisch gar keinen Sinn. Dann wären Wale auch Fische. Welchen Sinn macht es, zu sagen, dass Wale keine Fische sind? Sie leben im Wasser und haben Flossen.


    Und Klippschliefer sind mit Elefanten und Seekühen verwandt - und Gelbfüße mit Steinpilzen und Butterpilzen. ;)


    LG
    Christoph

    Servus Adi,


    wie ja schon geschrieben wurde, ist die Bildbestimmung hier schwierig. Mir persönlich reicht das Bisserl radialfaserige, was man bei dem einen Fruchtkörper deines Eröffnungspostings sehen kann, nicht aus, um daraus S. collinitus zu machen. Von oben betrachtet sieht der Hut schon sehr homogen aus.


    Es ist aber schwierig zu interpretieren. Ganz ausschließen kann man's nicht.


    Zitat

    Der normale Speisepilzsammler kann und wird die nicht unterscheiden können und wollen.


    Was Uwe da schrieb, finde ich etwas schade - und zwar, dass "normale Speisepilzsammler die beiden nicht unterscheiden wollen". Da bin ich aber natürlich befangen. ;):cool::D Im Gelände finde ich die Unterscheidung recht einfach.


    Die HDS-Struktur und die Myzelfarbe machen es m.E. recht einfach. Hier ein Bilderbuchexemplar: https://www.funghiitaliani.it/…8/post-620-1227780674.jpg


    da sieht man die Radialfasersigkeit (die radial verlaufenden Fasern sind quasi in die Huthaut eingewachsen, aber erkennbar) nebst einer beonders rosa gefärbten Stielbasis. Jetzt kümmere ich mich nicht sooo intensiv um Schmierröhrlinge, aber ich habe bei Suillus collinitus bisher jedes Mal zumindest rosaliches Basalmyzel (Rhizomorphen) gesehen.


    Bei deinen Fotos tendiere ich eher zu Suillus granulatus. Aber eben ohne Gewähr ;)


    LG
    Christoph

    Servus Kerstin,


    auch von meiner Seite herzlich willkommen. Ich bin zwar kein Wuppertaler, bin aber mit einer Wuppertalerin verheiratet. Ich kenne daher die Gegend ganz gut (ich war natürlich auch an der Ronsdorfer Talsperre, über die hier gerade ein Thread läuft).


    Die Wälder im Bergischen Land sind sehr interessant. :)


    LG
    Christoph

    Servus Ralph,


    ich wechsle das Okular nicht - mich stört die Messkala auf dem einen Auge nicht (mehr). Man gewöhnt sich daran. Und so kann ich jederzeit beim "Spazierenschauen" auch die Größe von Strukturen sofort nebenbei erkennen. Ist halt Gewöhnungssache.


    LG
    Christoph

    Servus beinand,


    unabhängig von der Preisklasse des Mikroskops verleitet dieses Vermessen am Bildschirm dazu, auch Sporen zu messen, die nicht exakt in der Fokusebene liegen oder nicht ganz plan liegen. Ich finde die Möglichkeit, mit dem Feintrieb die Schärfe hoch und runterfahren zu können, essentiell, wenn ich Strukturen interpretiere. Daher messe ich auch nur direkt am Okular. Ich würde es schon als extremen Zufall ansehen, wenn die ganzen, halbwegs scharf erscheinenden(!) Sporen wirklich alle in der gleichen Fokusebene liegen würde. Und gibt es durch die Optik Randverzerrungen - sind also die am Rand liegenden Objekte richtig dargestellt? (da kommt die Qualität der Optik natürlich zum Tragen)


    Zudem habe ich so das Primärbild - ich erstelle nicht ein (etwas unscharfes) Bild von dem, was ich messen will, um dann das zu messen, sondern messe direkt am Originalobjekt. Das am Foto Messen ist vielleicht bequemer, aber hat eben auch seine Nachteile.


    LG
    Christoph