Beiträge von Tricholomopsis

    Servus beinand,


    ich finde Deadaleopsis tricolor auch meist an Rosaceae, vor allem an Sorbus (aber auch an Kirsche). Dass Daedaleopsis confragosa an Weide und Pappel wächst, ist klar, aber das ist auch eine andere Art. Ich finde die Präferenz von D. tricolor für Rosaceae sehr deutlich.


    LG
    Christoph

    Servus Mentor,


    Cuphophyllus canescens wäre weder hygrophan noch gerieft, zudem passen die Farben m.E. nicht. Was spricht denn gegen Cuphophyllus colemannianus - abgesehen von der Färbung? Ich meine am Foto zu erkennen, dass die Hüte hygrophan sind, dazu die stark anastomisierenden Lamellen.


    LG
    Christoph

    Servus Kagi,


    die sind schon sehr jung, sehen aber eher nach Lentinellus inolens aus. Ich sehe einen normal ausgeprägten, teils mittig sitzenden Stiel bei den jungen Fruchtkörpern. Bei Lentinellus cochleatus ist der Stiel eingerollt und hat einen Schlitz auf einer Seite. Bei Lentinellus inolens ist der Stiel kompakter, der Schlitz fehlt.


    Ich habe Lentinellus inolens schon mehrfach gefunden und die sahen alle anders aus als Lentinellus cochleatus. Daher sind es für mich nicht nur "Formen", sondern gut definierte Arten. Nur nach Foto schwer zu sagen, aber es sieht wie gesagt sehr nach Lentinellus inolens aus - deine Nase trügt folglich nicht.


    LG
    Christoph

    Zitat

    Woran schließt du bei 6 den Frauentäubling aus? Lamellen sind elastisch, das kann doch nur der Frauentäubling und der Grasgrüne oder?


    Hi Schupfnudel,


    elastische Lamellen haben einige Täublinge - der Frauentäubling hat aber wachsweiche, richtig batzig verschmierende Lamellen (ähnliche wie ein Mehlräsling, also nicht nur biegsam, sondern wachsig-weich). Der Hut von oben passt nicht in meine "Mustererkennung" bezüglich Frauentäubling. Hat man ihn in der Hand, ist es natürlich einfacher.


    LG
    Christoph

    Hi Schupfnudel...


    1 - ja, junge Xerula radicata


    4 - vergleiche mal mit Infundibulicybe gibba


    5 - möglich


    6 - für mich ist das kein Frauentäubling...


    7 - müsste im Fleisch schwärzen, was der Birkenpilz nicht macht: Leccinellum pseudodcabrum, der Hainbuchenröhrling


    8 - kann ne Schwefelporlingsleiche sein, die werden weiß


    13 - klar, stimmt.


    16 - Rhodocollybia maculata


    17 - Cantharellus pallens (= C. subpruinosus) - typisch ist u.a., dass die Leisten recht blass sind und nur am Hutrand dottergelb.


    20 - Ledertäublinge heißen Ledertäublinge, weil die Lamellen so gelb sind wie Leder(putz)lappen - das dürften Ockertäublinge sein, Russula ochroleuca, aber nicht alle (im Hintergund sind gelbere Lamellen)


    Täublinge anhand von Trophäenfotos zu bestimmen geht eigentlich nicht - das ist schon bei gut dokumentierenden Fotos plus Beschreibung der Merkmale schwierig bis oft unmöglich.


    LG
    Christoph

    Servus Michael,


    da hast du Glück gehabt. Manche Menschen schmecken bitter nicht so gut und auch beim Schönfußröhrling variiert die Intensität. Denn der Schönfußröhrling ist obendrein magen-darm-giftig. Gut, dass du nichts runtergeschluckt hast.


    Man sollte niemals unbekannte Pilze essen, auch nicht bei Röhrlingen ;)


    LG
    Christoph

    Servus Karl,


    ich weiß nicht, warum Blanco-Dios praktisch alle ehemaligen Luridi zu Suillellus stellt. Er schmeißt Suillellus s.str., Rubroboletus, Imperator und ein paar Kleingattungen zusammen. Da er die Bitterröhrlinge, die nah mit Rubroboletus verwandt sind, nicht mitnimmt, widerspricht sein "System" halt den aktuellen DNA-Stammbäumen.


    Ich vermute, er will einfach "die Hexenröhrlinge" behalten (wobei er Neoboletus erythropus und Verwandte belässt).


    Man darf immer alles kombinieren. Man sollte aber auch Argumente bringen. Die Kombinationen fanden nur formell statt und ohne jedwege Begründung: http://www.indexfungorum.org/P…x%20Fungorum%20no.211.pdf


    Daher erstmal ignorieren ;)


    LG
    Christoph

    Hallo kAG,


    der Aniszähling könnte in der Tat Lentinellus inolens sein - ist so aber schwer zu sagen, dafür müsste man die Einzelfruchtkörper besser sehen. Lentinellus inolens hat andere Stiele als Lentinellus cochleatus. Die kleinen Minifruchtkörperchen sind da nicht eindeutig. Und natürlich riecht Lentinellus inolens auch nicht nach Anis.


    Ob es auch eine geruchlose Form des Aniszählings gibt, weiß ich nicht - habe ich jedenfalls noch nicht gesehen. Lentinellus inolens sieht wie gesagt makroskopisch anders aus als der Anisstinker. Falls du Detailfotos hast, kann ich dir auch am Bild sagen, ob du den Anisgeruch nur nicht wahrgenommen hast oder er wirklich nur pilzig riecht.


    LG
    Christoph

    Lieber Pablo,


    besten Dank für deine Rückmeldung. Ich war heute noch kurz vor Ort, um frische Exemplare zum Vereinsabend des Münchner Piolzvereins zu holen (hatte keine Kameraausrüstung dabei). Da es bei mir heute zwischendurch geregnet hatte, habe ich die Fruchtkörper jetzt frisch bewässert vorgefunden und sie waren durchgehend rötlich, ähnlich wie Laccaria laccata gefärbt.Das Rötliche war, bis ich den Verein erreicht habe, wieder verschwunden.
    Die Farbgebung ist also sehr variabel und abhängig von äußeren Faktoren.
    Die Hüte waren jetzt auch alle glatt - die Areolen waren also eine reine Trockenheit-Hitze-Ausprägung und atypisch.


    Die Stiele haben zwar unter dem Mikroskop Haare, aber die sind relativ kurz, vereinzelt und sind keine gefärbten Keulen wie bei Omphalina hepatica, sondern farblos und dünn, nur ausnahmsweise keulig. Zudem sind die Sporen zu groß für diese Art.


    Omphalina pyxidata s.str. soll auch etwas kleinere Sporen haben. Bei Ompahlina rivulicola passen die Sporenmaße ganz gut (nur beim Q-Wert sind die Sporen meiner Kollektion wohl etwas variabler.


    Ich denke, ich muss die Kollektion sequenzieren lassen.


    Auf alle Fälle passt das Omphalina-pyxidata-Aggregat.


    LG
    Christoph

    Servus Hias,


    danke für die Rückmeldung. Ich kam auch nur wegen der Schüppchen auf cf. Arrhenia, hatte aber heute Vormittag beim Gassigehen mit dem Hund dann alles gedanklich nochmal "rekapituliert" und komme auch zu dem Ergebnis, dass man Arrhenia ausschließen kann - die Lamellen sind einfach nicht grau, sondern heller als der Hut.


    Bei Omphalina (wegen der Lamellentrama und den hellen Lamellen) komme ich ja auch in die O. pyxidata-Gruppe, wobei O. rivulicola bezüglich der Sporenmaße besser passt. Vermutlich komme ich auch da um eine Sequenzierung nicht herum.


    Dass du aber auch bei deinen O. pyxidata solche Huthautschüppchen/Areolen gesehen hast, beruhigt, denn das hat mich in Bezug auf Omphalina völlig rausgeschmissen. Kannst du dich an Geruch/Geschmack erinnern? Denn das war wirklich auffällig. Ich bringe jedenfalls frische Exemplare heute Abend zum Vereinstreff in München.


    Kann sonst noch jemand bestätigen, dass Omphalina solche Hüte bekommen kann?


    LG
    Christoph

    Servus Schupfnudel,


    Lepiota ignivolvata sieht völlig anders aus - größer, nicht schwarz, mit orangeroten Velumresten am Stiel...


    Vergleiche mal Lepiota felina (ist aber nur geraten, ohne Mikroskop sag ich nix zu schwarzen Schirmlingen).


    Die Koralle ist eine Thelephora. Wie hat sie denn gerochen?


    LG
    Christoph

    Servus hübchen,


    die Zonierung würde mich für L. citriolens nicht stören. Die verklebten Haare hingegen schon - alles andere passt, finde ich, makroskopisch sehr gut, wie Uwe bereits schrieb. Insbesondere die behaarte Stielbasis und das (nahezu) Fehlen von Wassergruben am Stiel sind typisch. Er sollte dann aber auch wirklich nach Zitronenmelisse riechen (ich finde, er reicht deutlich).


    Lactarius auriolla hat ebenfalls einen nichtgrubigen Stiel und zudem die verklebten Randhaare. Diesen Pilz kenne ich aber nicht aus eigener Anschauung und kann daher nicht viel drüber sagen. Zudem soll er bei Picea vorkommen.


    Lactarius aquizonatus ist viel blasser, nicht so gelb, passt also auch nicht.


    Lactarius intermedius hat das Gegenteil von nichtgrubigem Stiel - er ist deutlich grubig, passt gar nicht.


    Falls L. citriolens doch verklebte Randhaare haben kann, würde das sehr gut passen.


    LG
    Christoph

    Servus Claudia,


    die "Koralle" ist eine Clavulina, genau genommen Clavulina cristata.


    Zum Cortinarius bolaris auf Holz - viele Mykorrhizapilze wachsen gerne auf (morschem) Holz. In das morsche Holz dringen auch gerne die Wurzeln der lebenden Bäume ein, d.h. man findet teils auch im Holz Mykorrhizen. Zudem gibt es Mykorrhizapilze, die ganz gerne an Holz wachsen wie den Kahlen Krempling (aber natürlich auch am Boden).


    LG
    Christoph

    Griass di, Craterelle...



    Ich würde mich freuen, wenn einige meiner Anregungen in die nächste Auflage Eingang finden.


    Die Neuauflage ist im Moment nur im Gespräch - ob es konkret dazu kommt, weiß ich nicht. Falls ja, bin ich natürlich für jeden Hinweis dankbar.


    Zitat

    Erstaunt hat mich außerdem die Geruchsbeschreibung "spermatisch" bei Morcheln.


    Das ist wiederum rein subjektiv - die Käppchenmorchel riecht für mich deutlich spermatisch und die Speisemorchel zwar nicht so deutlich, aber unterschwellig auch. Ist wohl wirklich nasenabhängig. Ich habe da einfach meine eigene Geruchsassoziation genommen.


    Zitat

    Beim Leberreischling fehlen Angaben zu Geruch/Geschmack und Sporen.


    Okidoki - wurde vergessen ;) Und er schmeckt ja wirklich stark säuerlich.


    Zitat

    Nachtrag: Ich finde im Bundesnaturschutzgesetz nichts Konkreteres als § 39 Abs. 1 Nr. 2. Dort ist aber nur von Pflanzen die Rede. Ob deine Quelle daraus ableitet, dass das sinngemäß auf Pilze zu übertragen ist? Oder gibt es doch noch eine andere Vorschrift zu Pilzen, die ich nicht finde?


    Das ist recht simpel. Pilze sind juristisch gesehen Pflanzen. Das ist zwar biologisch unsinnig, aber juristisch ist es so. Deshalb kann man sich nicht herausreden, wenn in einem NSG die Entnahme von Pflanzen verboten ist, dass man dann Pilze sammeln düfte.


    LG
    Christoph

    Hallo zusammen,


    ich hocke jetzt schon seit heute Nachmittag an einem Nabeling, bei dem ich völlig auf dem Schlauch stehe (ich habe aber auch nicht sooo viel Erfahrung in der Gruppe).


    Hut bis 15 mm Durchm., bereits jung genabelt, ohne Papille, hygrophan, feucht dunkel bräunlich (–žleberbraun–œ), meist mit feinen Schüppchen, die bei älteren, blasseren oder trockenen Hüten dunkel bleiben und dann deutlich im Vergleich zur Hutoberfläche kontrastieren. Hut in Aufsicht feucht nur am Hutrand mit etwas durchscheinenden Lamellen, aber insgesamt mit einer radialstreifigen Strukturierung unter den anliegenden Schüppchen; äußerster Hutrand fast schwarz werdend (Hitze, Eintrocknen?).
    Stiel bis 25 x 2 mm, also länger als der Hut breit, feucht rotbräunlich bis mit violettlichen Tönen im Rötlichbraun; unter der Lupe / im Bino längsstreifig; ansonsten mehr oder weniger glatt erscheinend (siehe aber Mikromerkmale: Stielhaare).
    Lamellen heller als der Hut (insbesondere bei feuchten Exemplaren), hell ockerlich-falb, stark herablaufend, nicht aderig und nicht bis kaum gegabelt, sondern als normale Lamellen mit Zwischenlamellen ausgeprägt; durchgehende Lamellen mit teils großem Abstand (bis zu 4 mm am Hutrand), aber Zwischenräume durch zahlreiche Lamelletten aufgefüllt.
    Fleisch sehr dünn (Hut ca. 1 mm dick), blass cremeweißlich.
    Geruch deutlich, am frischen Pilz fast champignonartig pilzig; Geschmack deutlich säuerlich, fast wie Zitronenmelisse –“ nach dem Durchkauen auch Geruch säuerlich, eine Mischung aus Zitrone und Pelagonium.
    Stiel direkt dem Boden entspringend, nicht auf einem Thallus fußend (Stielbasis auch ohne Grünalgen), also nicht lichenisiert.


    (Mikromerkmale nach den Fotos)



    Man sieht schön den schuppig-areolierten Hut, die recht blassen Lamellen und die rötlich-violttlichen Töne im Stiel.



    Hier nochmal die Schüppchen von oben - und man sieht den schwarzen Rand sehr gut.



    Und hier ein glatthütiger Fruchtkörper, der noch feucht ist (da er wohl etwas von Vegetation abgedeckt war - er gehört sehr sicher zum Myzel dazu, da sich glatte und schuppige, helle und noch feuchte, abwechselten / durcheinanderwuchsen.


    Mikromerkmale:
    HDS eine Cutis (Schüppchen aus Hyphenbüscheln), Hyphen 5-10,5 µm im Durchmesser, deutlich braun inkrustiert.
    Lamellentrama subregulär bis irregulär; Hyphen 5-10 µm im Durchmesser, farblos hyalin.
    Basidien mit Basalschnalle, (1-2-)4-sporig (Hymenium noch nicht wirklich reif –“ die ein- bis zweisporigen Basidien können auch noch zu jung sein und weitere Sterigmen auswachsen lassen), bis 35 x 9 µm (Sterigmen dick und lang werdend, bis 9 x 2 µm).
    Sporen sehr variabel, von breit ellipsoid bis gestreckt, 7,5-8,5-9,5(-10) x (4,5-)5-5,4-6(-7,5) µm; Q = 1,3-1,57-1,8(-2,1).
    Pleurocystiden fehlend (nicht beobachtet); Cheilocystiden fehlend (nur eine mögliche Cheilocystide beobachtet –“ vielleicht missgestaltete Basidiole).
    SDS eine Cutis, aber Hyphen dünner als in der HDS (an der Oberfläche 2-3 µm dick).
    Stielhaare vorhanden, aber immer nur sehr vereinzelt oder in kleinen Nestern –“ Haare durch seitliches Auswachsen aus den SDS-Hyphen entstehend; Haare bis 60 x 5 µm, meist aber deutlich kürzer und unter der 10x-Lupe nicht auffallend.
    Schnallen überall leicht zu finden.


    Ökologie:
    In einer Kiesgrube auf mit Sand bedecktem Kalkschotter nahe eines kleinen Tümpels, der im Sommer oft trockenfällt –“ Boden sehr mager. Wuchsbereich fast vegetationslos (kleine Moose, Einzelpflanzen, aber keine geschlossene Vegetationsdecke)


    Ich habe wegen der Schuppung des Hutes und der feucht recht dunklen Färbung und der Radialstruktur an eine Arrhenia gedacht und komme dann meist irgendwie bei Arrhenia rustica raus, die aber auch einen glatten Hut hat. Arrhenia onisca hätte die Schüppchen, die kenne ich aber nur aus Mooren und Feuchtwiesen (zudem aus sauren Habitaten) und nicht in sandigen Kiesgruben. Zudem ist die größer und kräftiger.
    Bei Omphalina komme ich immer wieder bei Omphalina rivulicola raus, aber der Hut soll da glatt sein (wie bei allen Omphalinen i.e.S.?).


    Kurz gesagt: ich stehe auf dem Schlauch. Kann da jemand helfen?


    In der Nähe –“ etwas weiter oberhalb –“ habe ich Hygrocybe acutoconica s.str. gefunden –“ was Magerkeit und Kalk anzeigt.


    LG
    Christoph

    Liebe Craterelle,


    ich gehe mal kurz auf ein paar einzelne Punkte ein (und muss dann ins Bett)



    Da mir auch die englischen Trivialnamen in vielen Fällen sehr gefallen, freue ich mich über deren Auflistung im Anhang. Da sieht man dann auch über so einige Tippfehler gern hinweg.


    Gut zu wissen - es ist eventuell eine Neuauflage geplant. Die englischen Namen hatte ich nicht recherchiert ;)


    Zitat

    Ein sinnvoller Ansatz, den man hätte vervollständigen können, wenn man nur die Seitenzahl der eigentlichen Beschreibung fett gesetzt hätte und die weiteren Nennungen in den Artikeln zu anderen Arten nicht.


    Stimmt :shy:


    Zitat

    Nicht so gut nachvollziehen kann ich mitunter die Beschreibungen der Gerüche und gelegentlich auch die zu Geschmack/Küchentauglichkeit. Das werde ich zum Anlass nehmen, einige meiner Eindrücke nochmals kritisch zu überprüfen, und z.B. den Ockertäubling noch einmal zu probieren, wenn er denn dem von mir geschätzten Fichtenreizker ebenbürtig sein soll.


    Das wiederum war ich. Ich mag den Fichtenreizker, wenn er scharf angebraten ist (sonst schmeckt er mir zu bitter) - und ähnlich finde ich den Ockertäubling, wenn er scharf angebraten wird - ist er voll mit Wasser, sodass er in der Pfanne vor sich hin köchelt, wird er bitter. Ist rein subjektiv alles mein Empfinden.


    Zitat

    Nachtrag: In der Einleitung ist folgendes zu lesen: "Das mutwillige Zerstören von Pilzen ist in Deutschland zudem verboten und kann mit einer Geldbuße geahndet werden." Manchmal wünsche ich mir das zwar kurzfristig, aber mir fehlt der Glaube in diese Aussage (was wiederum das Vertrauen in andere Angaben, für die keine Quellen angeführt sind, nicht unbedingt erhöht). Christoph, kannst du erhellen, auf welche rechtlichen Grundlagen ihr euch da bezieht?


    Das bezieht sich auf das Bundesnaturschutzgesetz. Da steht es explizit drin. Ich habe jetzt auf die Schnelle nicht den Paragraphen gefunden (habe nur gegoogelt, nicht durch das Gesetz geblättert), aber ich kann etwas zitieren:



    Quelle: https://www.regierung.oberfran…ofr_amtsblatt_2011_09.pdf


    (eine Veröffentlichung von Verordnungen)


    Es freut mich, dass du den Kauf nicht bereust ;)


    LG
    Christoph

    Liebe Foristi,


    nachdem man hier Kurse ankündigen darf, möchte ich auch gerne einen Kurs ankündigen, den ich leíten werde. Vom 4. bis 8. September 2017 leite ich einen Pilzberaterkurs zum Pilzberater der BMG (Bayer. Mykologischen Gesellschaft). Er entspricht ungefähr dem F1 plus F2-Kurs als Kompaktkurs (aber nur in Bezug auf Arten- und Gattungskenntnis, denn es geht ja primär um die Befähigung zur Pilzberatung).


    Die Region ist wunderschön und pilzsicher (selbst letztes Jahr, wo es sehr trocken war, gab es viel).


    Der Kurs eignet sich auch als "Crash-Kurs Pilzbestimmung" für Einsteiger, da sehr viel Wert auf Überblick und Gattungskenntnis gelegt wird. Die Obergrenze liegt bei 10 Personen, damit wir intensiv arbeiten können und jeder gut betreut werden kann.


    Die Teilnahmegbühr beträgt 200 Euro - Kursort ist das "Mykozentrum" in Zwiesel-Rabenstein (Ablegweg 9, 94227 Zwiesel-Rabenstein).


    Für nähere Infos einfach nachfragen ;)


    Liebe Grüße,
    Christoph

    Servus abeja,


    da passt doch alles! Antrodiella serpula ist der ältere Name und hat daher Priorität über Antrodiella hoehnelii (es sind Synonyme). Das relativ dicke Fleisch und die Warzen sind typisch - ebenso die Vergesellschaftung mit Inonotus.


    Du wirst vermutlich zukünftig feststellen, dass sie ziemlichhäufig ist (wenn man sie einmal gesehen hat, dann findet man sie immer wieder). Die gelbe Zuwachskante alleine ist es aber nicht, denn das zeigen auch andere Antrodiellen. Die spitzen Warzen hingegen sind typisch.


    LG
    Christoph

    Hi Whysoscared,


    die Glucke ist für mich eine typische Breitblättrige Glucke, was ja bereits geschrieben wurde. Sie ist relativ selten und nur an bestimmten Regionen häufig wie im Nationalpark Bayerischer Wald.


    Ich hatte einmal das "Vergnügen", sie vorgesetzt zu bekommen (ich hätte sie nicht "verwertet"). Sie ist zäh und schmeckt nicht wirklich gut, ein reiner Notzeitenpilz und nicht mit der Krausen Glucke vergleichbar - die ich sehr gerne esse.


    Also sowohl naturschutzfachlich als auch kulinarisch kein Speisepilz.


    Unbekannte Pilze küchenfertig zu putzen... naja, da fällt das Bestimmen eben schwer...


    Why so Scared? Ich bin es jedenfalls, wenn ich mir unbekannte Pilze essen sollte. Da bin ich schon beunruhigt. Die französischen Pilzsammler, die essbare Röteltrichterlinge sammeln wollten und den Parfümierten Trichterling gegessen haben, hätten lieber auch vorher besorgt sein sollen. Es gab da mehrere Todesfälle unter elendigen Schmerzen (man stirbt bei dem Pilz an den Schmerzen wegen Kreislaufkollaps).


    LG
    Christoph

    Hi Björn,


    vergleiche Mal Nr. 4 mit Radulomyces molaris = Cerocorticium molare - war der Ast ein Eichenast und ist der relativ frisch gebrochen (wegen Sturm), denn der Fruchtkörper ist ganz frisch und in bestem Zustand (was man nicht so oft sieht)? R. molare ist ein Kronenbesiedler.


    LG
    Christoph

    Hallo zusammen,


    Suillellus mendax hat einen deutlich größeren Sporenquotienten (Länge-Breite-Verhätlnis). Dass er nur auf saurem Boden vorkäme, halte ich aber für ein Gerücht. Es gibt auch bei Kalkbödenb kleine, übersäuerte Bereiche und das reicht ihm bereits.


    Ich kenne S. mendax als schmächtiger, mit viel Rottönen und sehr stark und intensiv im Fleisch blauend, fast schwarzblau werdend.


    S. comptus gibt es auch noch. Der hat gerne einen mehr gelben Stiel, aber zeigt nur ganz oben das Stielnetz und ist sonst punktiert - und er hat einen etwas kleineren Sporenquotienten als S. luridus.


    Der hier abgebildete aus dem Eingangsposting ist für mich sogar ein recht typischer S. luridus - ich finde den häufiger mit so gelbem Stiel. Notfalls reinmikroskopieren, Sporen vermessen...


    LG
    Christoph


    Ok ich revidiere meine Aussage. :D Die ist auch makroskopisch bestimmber, wenn man Andreas und Christoph heißt und nebenbei noch großer Mykologe ist; und ich dachte Josef ist hier der Ramarienpapst. :giggle:


    Hi Stefan,


    Josef ist und bleibt der Ramarienpapst, auch wenn er sich gerade sehr intensiv mit Psathyrella beschäftigt. Ramaria subbotrytis ist allerdings jung leicht kenntlich - alt verliert die Art sehr gerne diesen extremen Lachsorangeton - Josef hat mal bei so einem rein gelben Fruchtkörper einen kleinen Eimer drübergestülpt. Nach ein paar Tagen waren die Äste wieder so leuchtend Lachsorange :D


    Was auch sehr gut bestimmbar ist: Ramaria ignicolor - kaum Strunk, verwundene Äste, die Hohl (!) sind. Josef hingegen ist da unschlagbar. Ich war ja sehr viel mit ihm unterwegs und wir haben auch gemeinsam über Ramarien publiziert (ich habe den Schlüssel in seinem Buch erstellt, der auf Mikromerkmalen basiert). Und trotz der Mitarbeit kann ich nur wenige Ramarien makroskopisch ansprechen. Das hier ist halt ne Ausnahme.


    LG
    Christoph