Beiträge von Hassi

    Ob die Labore auch in Ethanol konservierte Proben annehmen weiß ich nicht. Ich hatte den Eindruck, dass Trocknen das übliche Verfahren wäre, aber ich weiß eben insgesamt noch nicht sehr viel.

    Hallo Craterelle,

    ein Bekannter von mir ( Dipterologe bei Zool. Staatssammlung München) benutzt seit etlichen Jahren nur noch reines, unvergälltes Ethanol als Lager- und Konservierungsmedium, da Vergällungsmittel wie MEK oder Benzin die Sequenzierbarkeit verhindern. Daraus ziehe ich den Umkehrschluß, daß Ethanol schon gehen würde.

    Mir erschiene das halt praktischer. Kleine Probe in 50% Ethanol spülen, dann für 10 min. in Ethanol 70% überführen, und von da zur Lagerung in 80-100% geben, zuschrauben und „Ab die Post“.

    Wenn Du eh mal Kontakt zum Sequenzierer aufnimmst, kannst Du ja beiläufig fragen, das würde mich auch sehr interessieren.


    Liebe Grüße

    Ralph

    Unbedingt Kontamination mit anderem biogenen Material (Fremdsporen, Schimmel u.ä.) vermeiden.

    Wenn das Verfahren wirklich keinerlei Kontaminationstoleranz hat, stelle ich mir das sehr schwierig vor. Auf der sichersten Seite wäre man, wenn man die Probe steril entnimmt.


    Machbar wäre das z.B. so: Man kauft sich eine größere, durchsichtige Lagerbox (20l oder mehr) und schneidet an einer längeren Seite zwei Löcher für die Hände ein. Die Box stellt man mit der Öffnung nach unten auf eine glatte saubere Oberfläche und nebelt innen alles mit Desinfektionsmittel (besonders sicher wäre etwas auf Hypochloritbasis) ein. Nach ein paar Minuten Wartezeit zieht man sich Nitrilhandschuhe an, desinfiziert diese mit einem Handfesinfektionsmittel, schnappt sich den Stiel des zu untersuchenden Pilzes, wischt ihn auch oberflächlich mit alkoholischem Desinfektionsmittel ab und legt ihn in die Box. Hände erneut desinfizieren und in der Box den Pilzstiel vorsichtig auseinanderreißen/brechen. Die quasi sterilen Bruchflächen nicht berühren und mit einer vorher über dem Bunsenbrenner ausgeglühten Pinzette ein Stück Plectenchym aus der Mitte entnehmen und in ein steriles Gefäß überführen.

    So habe ich es geschafft, Pilze auf Agarmedien nahezu kontaminationsfrei zu klonen.


    Ob das für PCR unbedingt so steril sein muß? Die KTU-Leute entnehmen ja auch Probenmaterial aus Nase und Mund und das sind ja bekanntlich sehr lebendige Biotope<X


    Liebe Grüße

    Ralph

    Was mir dazu zur Probenentnahme mit auf den Weg geben wurde: zügig trocknen, aber auf keine Fall über 40 Grad.

    Das geht prima in Ethanol 100% (absolut, unvergällt ), am besten über eine Verdünnungsreihe. Dann fällt das Temperaturproblem weg. Entomologen nehmen soviel ich weiß 70-80% , um ein Kollabieren morphologischer Strukturen zu verhindern, aber um die geht es ja hier nicht. Dann könnte man die Probe auch in einem verschraubten Röhrchen kontaminationssicher auf den Weg bringen.

    Klasse, danke für die schönen Bilder. Da habe ich wohl was versäumt. Eigentlich wollte ich am zweiten Kurstag noch dazustoßen, es hat aber leider nicht geklappt.


    @Pablo und Peter: Ich bin gespannt, ob Ihr Euch einig werdet. Ich muß gestehen, das Bild etwas murksig manipuliert zu haben, die linke Hälfte ist abgedunkelt, der Kontrast war zu hoch. Ich denke aber, das sollte keinen falschen Eindruck von der Beschaffenheit der Huthäute verursachen.


    Liebe Grüße

    Ralph

    Ahoj Peter,


    vielen Dank! Ich hatte schon an einen dieser Gift-Rauköpfe gedacht...

    Trotzdem: Pilzberaterprüfung setzen Sechs ;)


    Ende Juli 2017 hatte ich so was in der Art bei Ulm, an der Grenze zwischen einem jungen Fichtenforst und einem Laubmischwald gefunden.

    Ich hatte mir notiert: Hüte 6-7cm, Geruch muffig, nach altem Keller (für mich sehr angenehm, da wir als Kinder gerne alte Pfarrhauskeller etc. durchstöberten :S)



    Ist das der andere (orellanus)?


    Liebe Grüße

    Ralph

    Hallo Peter,


    Du kannst ja selbst die Suchmaschine bemühen. Da findet man z.B. das:


    Vergiftungssyndrome - Deutsche Gesellschaft für Mykologie e.V.


    Die Risspilze findest Du unter „Muscarin-Syndrom“. Es gibt auch wenige Risspilze die Psilocybin enthalten, aber von Experimenten ist auf jeden Fall abzuraten. Deiner gehört sehr wahrscheinlich nicht dazu.


    Hier kann man auch Bestimmungsanfragen einstellen, aber Du solltest immer bedenken, dass Du ggf. die Konsequenzen eine Fehlbestimmung ausbaden mußt :


    viewtopic.php?f=70&t=17611


    Liebe Grüße

    Ralph

    Diese warzige Gürtelstruktur an der Stielbasis erinnert etwas an den Fliegenpilz, auch das Gilben unter der Huthaut weist in diese Richtung.

    Hast Du Amanita regalis ausgeschlossen?


    Liebe Grüße

    Ralph

    Als Waldchampignon (Agaricus silvaticus) hat man mir mal einen Pilz mit bräunlichem Hut vorgestellt, der verhältnismäßig stark rötet. Dieser hier sieht anders aus.


    Mit den Gerüchen ist das so eine Sache. "Riecht angenehm nach Pilz" deute ich als "Geruch unauffällig", insofern kann man das schon so ausdrücken.


    Gruß Ralph

    Danke an alle für dieses Forum hier, nicht nur was die fachliche Kompetenz angeht sondern auch für den Umgangston und das Niveau.

    Das unterschreibe ich auch sofort, obwohl „schlechte Qualität“ nicht unbedingt systemimmanenter Nachteil von sozialen Medien sein muss. Man postet dort genauso Fragen und Antworten, es gibt in etlichen Gruppen auch Moderatoren, die für Qualität sorgen und schlimmste Entgleisungen verhindern.


    Was mich stört, ist Facebook an sich und dessen Bestreben, selbst die abgeschiedensten Winkel der Privatsphäre auszuforschen.

    1987 war es noch ein Gebot des Anstands, gegen so etwas zu rebellieren:

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/volkszählung_in_der_bundesrepublik_deutschland_1987

    Erschreckend, was die Leute mittlerweile so alles freiwillig preisgeben.

    Ich bin bei FB ausschließlich unter falscher Flagge und mit einem phantasievollen Google-Account unterwegs.


    Liebe Grüße

    Ralph

    So ein persönlicher Equipmentschlepper- und aufbauer wäre fein. :glol:

    Das habe ich mir auch schon gedacht. 🙂

    Ich hab mal Fotos für die Dissertation eines Freundes gemacht. Der Preis war, daß er das ganze Fotogeraffel schleppen musste und damals hatte ich noch ein sehr schweres Stativ 🥵. Außerdem wedelte er für mich geduldig das Stechgetier ab, während ich die Knipse einstellte.


    So sieht meine Maximalausrüstung aus, wenn ich in den Wald gehe:




    Liebe Grüße

    Ralph

    Hallo Mausmann,


    ich habe so einen Novoflex-Einstellschlitten (man sieht ihn auch in dem vierten von Dir verlinkten Video) und wenn ich mal eine Reihe von Bildern für Stacking machen möchte, habe ich die linke Hand am Vortrieb des Einstellschlittens und die rechte am Kamera-Funkauslöser. So kann ich auch in 0,nix viele Bilder machen, die zudem alle den selben Abbildungsmaßstab haben.

    Ich habe zwar schon viele gute Resultate von Focus-Bracketing gesehen, aber trotzdem ist das in meinen Augen eine Murks-Technik, da bei der Angleichung der Abbildungsmaßstäbe automatisch Bildinformationen verloren gehen.


    Liebe Grüße

    Ralph

    Hallo zusammen,


    gerade ging ich in Ehingen einer Straße entlang und erspähte unter dem Betonbegleitgrün ein Massenvorkommen von diesen Röhrlingen:


    Das waren wohl allesamt Netzhexen.

    Erstaunlich waren die in Frage kommenden Baumpartner: Baumhasel, Hasel, Blutroter Hartriegel, Faulbaum, jede Menge Thuja🤮 (die wohl nicht).

    Meinem Gefühl nach ist es die Baumhasel.

    Ist die als Partner der Netzhexe schon mal aktenkundig geworden?


    Liebe Grüße

    Ralph

    Vielleicht hat das noch mit der Rechtschreibreform zu tun. ;)Auf einmal durften Pflanzen keinen Stengel mehr haben, sondern trugen ihre Blüten auf Stängeln.

    Ich verweigere mich dem Stängel weiterhin hartnäckig, halte Stiel;)sicherheit aber für unverzichtbar. Es tut manchmal wirklich in den Augen weh.

    Der Stil des Lagerfeld wird offenbar auch von der Natur schon kopiert. Die Ähnlichkeit ist frappierend:

    Karl Lagerfeld: Spinne nach Modeschöpfer benannt - SPIEGEL ONLINE

    Spitzenmäßig, Nobi!

    Mir hat die Maremma vor über 15 Jahren auch total gut gefallen, besonders auch der Tarotgarten, von dem ich leider nur - mittlerweile unauffindbare- Dias habe.

    Hier vor der Ulmer Uni:

    Le Poète et sa Muse

    Liebe Grüße

    Ralph

    Hallo zusammen,


    in diesem Beitrag geht es um die Evolution von Mücken in Londoner U-Bahn-Schächten, um die Frage warum Schnirkelschnecken in Städten gelb und Felsentauben dort dunkel gefärbt sind.

    Städte bieten mehr ökologische Nischen als die gülleverseuchten Agrarmonokulturen im Umland, sind aber kein adäquater Ausgleich für die flächendeckende Zerstörung natürlicher Lebensräume und dem damit verbundenen Rückgang der Biodiversität.


    Ein sehr gut recherchierter Podcast, wie man es vom DLF fast schon erwarten kann:


    dlf-audiothek-audio-teilen.3265.de.html?mdm:audio_id=756284


    Liebe Grüße

    Ralph


    .

    Habe nachgelesen das der maggi piltz gelb aussport und der würzige tellerling wohl rötlich/Lachs farben. Glaube nach dem ich bilder verglichen habe das es warscheinlich der maggi piltz sein könnte.. aber mal schauen was die Sporen sagen. Hui ist das spannend

    Ich meine, einen Maggipilz sollte man schon deutlich am Geruch erkennen. Auch die Finger nehmen nach Berührung einen intensiven Liebstöckelgeruch an, den man selbst durch Schrubben mit Seife kaum wegbekommt. Riech doch mal an Deinen Händen...


    Viele Grüße

    Ralph