Hallo an alle!
Mein Buch "Holzbestimmung mit dem Mikroskop" ist gerade im IHW-Verlag erschienen.
Es könnte für die Freunde von Pilzen an Holz von Interesse sein.
Herzliche Grüße
Bernd
Hallo an alle!
Mein Buch "Holzbestimmung mit dem Mikroskop" ist gerade im IHW-Verlag erschienen.
Es könnte für die Freunde von Pilzen an Holz von Interesse sein.
Herzliche Grüße
Bernd
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Liebe Pilzfreunde,
hier mein Pyrenomyceten-Portrait Nr. 11: Annulohypoxylon multiforme, Vielgestaltige Kohlenbeere.
Aktuell gültiger Name (Index Fungorum): Annulohypoxylon multiforme (Fr.) Y.M. Ju, J.D. Rogers & H.M. Hsieh
Wichtiges Synonym: Hypoxylon multiforme (Fr.) Fr.
Systematik: Sordariomycetes > Xylariales > Xylariaceae > Annulohypoxylon
Fund-Nr. Ex1709-01 am 19.04.2017, Fundort: B.-W., Enzkreis, Gemeinde Straubenhardt-Schwann, Schelmenbusch. MTB 7117/32, Höhe 500 Mtr, saurer Boden über Buntsandstein.
Substrat: Am Boden liegende, stark vermorschte, noch berindete Birkenäste von 3-8 cm Durchmesser.
Stromata einzeln, wulstig, meist quer zur Wuchsrichtung des Substrates wachsend (Abb. 1), auch zu größeren Reihen oder Flächen zusammenwachsend, höckrig durch die Perithecien (Abb. 2). Größe des Einzelstromas bis 30 x 10 mm und bis 5 mm hoch, außen schwarzbraun, innen schwarz.
Perithezien kugelig, schwarz, etwa 0,25-0,5 mm im Durchmesser, Ostiolen papillenförmig.
Asci langgestielt, 8-sporig, Ascusporus IKI-positiv blau, Sporen im Ascus uniseriat angeordnet (Abb. 4-6).
Sporen einzellig, braun, ellisoid bis bohnenförmig (Abb. 7), mit Keimspalte (Abb. 8), glatt, 10-12 x 4-5 µm.
Das Stroma gibt in KOH 3% reichlich braunroten Farbstoff ab (Abb. 9).
Herzliche Grüße
Bernd
P.s.: Meine anderen Pyrenomyceten-Portraits: Suchbegriff "PP-0".
Nachtrag und Frage an alle
Hier im Foto das 10 mm dicke Roterlenästchen mit drei Diatrypella-Stromata im Schnitt.
Meine Frage:
Was sind "Stromata with whitish ectostromatic disc" (Stromata mit weißlicher ektostromatischer Scheibe)?
Diesen Begriff (ectostromatic disc) finde ich in verschiedenen Angaben zu Pyromyceten, z.B. im Bestimmungsschlüssel in "Pyrenomycetes of the Great Smoky Mountains National Park" oder in "Neuere Aufsammlungen stromatischer Pyrenomyceten aus Österreich, insbesondere der Steiermark".
Herzliche Grüße
Bernd
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Hi Bernd,
sehr schönes Portrait. Könntest du bitte noch den Titel des Themas ändern. Da steht Diatrype stigma auf Rotbuchenzweig und das Thema hatten wir ja schon.
Wenn du magst, kann ich das auch gern für dich ändern. Ich brauch dafür nur dein Einverständnis.
l.g.
Stefan
Hi Stefan,
Ja, mach das bitte!
L.G. - Bernd
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Liebe Pilzfreunde,
hier mein Pyrenomyceten-Portrait Nr. 10: Diatrype disciformis, Buchen-Eckenscheibchen.
Aktuell gültiger Name: Diatrype disciformis (Hoffm.) Fr.
Systematik: Sordariomycete > Xylariales > Diatrypaceae > Diatrype
Fund-Nr. Ex1706-04 am 04.04.2017, Fundort: B.-W., Enzkreis, Gemeinde Keltern-Dietlingen, NSG 2.020 - Essigberg, Biotop 271172362074 Altholz. MTB 7117/21, Höhe 300 Mtr, unterer Muschelkalk.
Substrat: Mäßig vermorschter, 12 mm dicker Rotbuchen-Zweig am Boden.
Stromata einzeln, diatrypoid die Rinde durchbrechend. rundlich bis oval, kissenförmig, 2-4 mm im Durchmesser, durch die Ostiolen punktiert, den Zweig gleichmäßig überziehend, außen schwarzbraun, innen weißlich, Perithezien kugelig, schwarz, etwa 0,2-0,4 mm im Durchmesser.
Asci 8-sporig, Ascusporus IKI-negativ, Sporen im ascus unregelmäßig biseriat angeordnet.
Sporen allantiod, nicht sehr stark gekrümmt, in Wasser schwach bräunlich, glatt, 7-8 x 1,3-1,6 µm.
Herzliche Grüße
Bernd
P.s.: Meine anderen Pyrenomyceten-Portraits: Suchbegriff "PP-0".
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Liebe Pilzfreunde,
hier mein Pyrenomyceten-Portrait Nr. 9: Kretzschmaria deusta, Brandkrustenpilz.
Aktuell gültiger Name: Kretzschmaria deusta (Hoffm.) P.M.D. Martin
Wichtige Synonyme: Ustulina deusta (Hoffm.) Lind; Hypoxylon deustum (Hoffm.) Grev.; Nemania deusta (Hoffm.) Gray
Systematik: Sordariomycetes > Xylariales > Xylariaceae > Kretzschmaria
Fund-Nr. Ex1706-10 am 04.04.2017, Fundort: B.-W., Enzkreis, Gemeinde Keltern-Dietlingen, NSG 2.020 - Essigberg, Biotop 271172362074 Altholz. MTB 7117/21, Höhe 300 Mtr, unterer Muschelkalk.
Substrat: An einem 30 cm dicken, toten, noch stehender Hainbuchenstamm waren Stammfuß (Abb. 1) und Stammbereiche bis zu einem halben Meter Höhe (Abb. 2) breitflächig von Stroma des parasitisch lebenden Pilzes bedeckt.
Die Stromta bildeten 10-20 cm große, schwarze, wulstige, harte und sehr spröde Krusten.
Mit der Lupe erkennt man auf der Stromaoberfläche die als feine Spitzen herausragenden Ostiolen (Abb. 3).
Die Perithecien sind rundlich bis oval, 0,5-1 mm im Durchmesser (Abb. 4).
Asci waren wegen der Reife der Stromata nicht mehr auffindbar. Sie sind 8-sporig, Sporen uniseriat, der Porus ist IKI-positiv blau (Fotos werden nachgeliefert).
Sporen schmalelliptisch bis spindelförmig, einzellig, braun, mit Keimspalte, ca. 27-30 x 6-7,5 µm (Abb. 5, 6).
Substrat: Zerstreutporiges Laubholz mit Gefäßen in radialen Gruppierungen, zusammengesetzten Holzstrahlen sowie 1- bis 3-reihige Einzelstrahlen, passt, zusammen mit dem Drehwuchs des Baumstammes, zu Carpinus = Hainbuche.
Anmerkung: Die weißlichen Flächen stellen die Konidienform des Pilzes dar (Abb. 1).
Herzliche Grüße
Bernd
P.s.: Meine anderen Pyrenomyceten-Portraits: Suchbegriff "PP-0".
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Hallo, Bernd!
Bei Gelegenheit sammle ich die noch mal ein. Irgendwas war da glaube ich auch komisch mit den Sporen, aber so wie ich das sehe, sind meine Bilder futsch.
Zu dem Zusammenbasteln von "Sprechenden Links" hatte ich kürzlich mal was geschrieben:
>siehe hier<
Hoffentlich hilft das weiter.
LG, Pablo.
Hallo Pablo,
danke für die Info! Will das gleichmal probieren mit einem Link auf meinen Beitrag zu Diatrype decorticata.
L.G. - Bernd
Hallo Bernd,
ich habe Spaß, mach weiter so
Bei so viel Zuspruch mach ich natürlich weiter!
Bei meinen Pilzkartierungen waren die Kernpilze bisher ein weißes Feld, das ich jetzt gerne schließen möchte.
L.G. - Bernd
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Liebe Pilzfreunde,
hier mein Pyrenomyceten-Portrait Nr. 8: Diatrype bullata, Blasiges Eckenscheibchen.
Aktuell gültiger Name: Diatrype bullata (Hoffm.) Fr.
Systematik: Sordariomycetes > Xylariales > Diatrypaceae > Diatrype
Fund-Nr. Ex1706-08 am 04.04.2017, Fundort: B.-W., Enzkreis, Gemeinde Keltern-Dietlingen, NSG 2.020 - Essigberg, Biotop 271172362081 Waldrand. MTB 7117/21, Höhe 280 Mtr, unterer Muschelkalk.
Substrat: Noch am lebenden Baum befindlicher, mäßig vermorschter, 8 mm dicker Weiden-Zweig.
Stromta einzeln, rundlich, flach kissenförmig, 2-4 mm Durchmesser, den Zweig relativ dicht überziehend, auch miteinander verschmelzend, außen schwarzbraun, innen weißlich, Perithezien kugelig, schwarz, etwa 0,2-0,25 mm im Durchmesser.
Asci 8-sporig, Ascusporus IKI-negativ, Sporen unregelmäßig biseriat angeordnet.
Sporen allantiod, nicht sehr stark gekrümmt, in Wasser schwach bräunlich, ca. 6-7,5 x 1,15-1,6 µm.
Anmerkung: Bemerkenswert ist der extrem lange Stielteil der Asci.
Herzliche Grüße
Bernd
P.s.: Meine anderen Pyrenomyceten-Portraits: Suchbegriff "PP-0".
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Hallo Bernd,
ich hab mir Björns neues Buch "Handbook of Ascomycota, Volume Ia, Pyrenomycetes mit 0-1fach septierten Sporen" geleistet. Dort sind die Sporen von Diatrypella mit "braun" angegeben. Vielleicht interpretiere ich das aber auch falsch. Demnächst werde ich Björn darauf ansprechen.
die Sporen der Gattungen Diatrype (?), Diatrypella, Eutypa und Eutypella haben schwach gefärbte Sporen, manchmal nur etwas schutzig gelblich, manchmal sogar blass braun mit bläulichem Stich. Für "in mass" reichen dann auch ein paar Sporen, die im Mikroskop übereinander liegen. Wann die Sporen welche Farben annehmen, weiß ich aber auch nicht. Arten lassen sich damit aber offenbar nicht trennen. Oder es verbergen sich noch ein paar bisher unbekannte Arten dahinter...
Viele Grüße
Steffen
Hallo Steffen,
dein Tipp mit der Sporenfarbe ist genial: Es reicht oft schon, wenn im Ascus 2 Sporen übereinanderliegen.
Herzliche Grüße
Bernd
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Hallo, Bernd!
Und wie winzig.
![]()
Du weißt nicht zufällig, ob solche roten Pustelchen an Daldinia oder an Xylaria auch zu dieser Art gehören, oder ob die wieder was Anderes darstellen?
Gerade an Xylaria polymorpha sind sie mir ab und an aufgefallen.
Ingo hatte den Pilz übrigens auch schon mal >portraitiert<.
Macht aber nichts, ich habe im Index einfach einen zweiten Link zu diesem Portrait ergänzt.
LG, Pablo.
Hallo Pablo,
danke für die Links!! - Und schönen Grüß an Ingo von hier aus.
Pablo, kannst du mir kurz mitteilen, wie ich so einen Link in den Text einfüge, damit er in farbig erscheint und man beim Draufclicken direkt verbunden wird?
Zu deiner Frage: Daldinia und Xylaria sind sicher Substrat-Kandidaten. Aufgefallen sind mir die roten Kügelchen bisher nur an Diatrype stigma s.l. und Hypoxylon fragiforme.
Herzliche Grüße
Bernd
[hr]
Hi,
ja ein sehr schönes Portrait. Ich weiß von Toffel, dass es auch einen unbeschriebenden Vertreter aus der Nectria-Verwandschaft auf Pyrenos gibt, der noch häufiger sein soll als der vorgestellte Pilz. Die mikroskopischen Details zur Unterscheidung kenne ich leider nicht.
l.g.
Stefan
Hi Stefan,
wer ist "Toffel"? Verrätst du das einem Forums-Neuling wie mir? ![]()
Herzlichen Gruß
Bernd
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Liebe Pilzfreunde,
hier mein Pyrenomyceten-Portrait Nr. 7: Dialonectria episphaeria, Aufsitzender Kugelpilz.
Aktuell gültiger Name (Index Fungorum): Dialonectria episphaeria (Tode) Cooke
Wichtiges Synonym: Nectria episphaeria (Tode) Fr.
Systematik: Sordariomycetes > Hypocreales > Nectriaceae > Dialonectria
Fund-Nr. Ex1706-03 am 04.04.2017, Fundort: B.-W., Enzkreis, Gemeinde Keltern-Dietlingen, NSG 2.020 - Essigberg, Biotop 271172362074 Altholz. MTB 7117/21, Höhe 300 Mtr, unterer Muschelkalk.
Substrat: Diatrype decorticata auf 45 mm dickem, vermorschtem Rotbuchenast am Boden.
Fruchtkörper (Perithecien) rot, kugelig, winzig, etwa 0,1 mm im Durchmesser.
Asci 8-sporig, Ascusporus IKI-negativ.
Sporen 2-zellig, in Wasser schwach bräunlich, Größe ca. 7-8,5 x 3-3,25 µm.
Anmerkung:
a) Frische Fruchtkörper sind kugelig mit konisch ausgezogener Spitze, trockene Fruchtkörper sind oben oder seitlich eingefallen.
b) Dialonectria episphaeria parasitiert diverse Pyrenomyceten-Arten, lt. Wikipedia vor allem Arten der Diatrypaceae, Melanconidaceae und Xylariaceae.
Herzliche Grüße
Bernd
P.s.: Meine anderen Pyrenomyceten-Portraits: Suchbegriff "PP-0".
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Hi Bernd,
nimm mir bitte die Frage nicht krumm, aber kann es sein, dass bei deiner Vorstellung hier ein paar Bilder von D. decorticata versehentlich reingerutscht sind (um konkret zu werden die ersten 3-4)? Dieser deutliche Farbkontrast zwischen Ostiolen und Stroma, lässt mich hier eher an D. decorticata denken. Zudem wirken die Ostiolen erhaben.
l.g.
Stefan
Hallo Stefan,
schwierig! Angeblich meidet D. decorticata die Eiche, doch Eiche liegt meiner Meinung hier vor.
Jetzt mach ich noch einen Querschnitt vom Holz und dazu vom selben Holzstück noch ein Ostiolen-Foto.
L.G. - Bernd
Hi,
ich wollte weder deine Pilz- noch Holzbestimmung anzweifeln. Ich wollte lediglich sicher gehen, dass du nicht aus Versehen ein falsche Bilder eingestellt hast, die D. decorticata zeigen. :shy:
l.g.
Stefan
Hallo Stefan,
du darfst gerne zweifeln!! ![]()
hier (zu meiner eigenen Beruhigung): zum einen das Holz = 10 mm dicker, vermorschter Eichenzweig.
Danach die dazugehörigen Diatrype-Fotos, jetzt extra nochmal angefertigt. ![]()
Ganz ans Ende habe ich das Vergleichsfoto von meiner D. decorticata angefügt. Meiner Meinung nach sind die Ostiolenformen beider Präsentationen unterschiedlich, egal, wie die Arten nun heißen mögen.
L.G. - Bernd
Hi Bernd,
nimm mir bitte die Frage nicht krumm, aber kann es sein, dass bei deiner Vorstellung hier ein paar Bilder von D. decorticata versehentlich reingerutscht sind (um konkret zu werden die ersten 3-4)? Dieser deutliche Farbkontrast zwischen Ostiolen und Stroma, lässt mich hier eher an D. decorticata denken. Zudem wirken die Ostiolen erhaben.
l.g.
Stefan
Hallo Stefan,
schwierig! Angeblich meidet D. decorticata die Eiche, doch Eiche liegt meiner Meinung hier vor.
Jetzt mach ich noch einen Querschnitt vom Holz und dazu vom selben Holzstück noch ein Ostiolen-Foto.
L.G. - Bernd
Hier noch ein Nachtrag:
Ostiolen unter dem Mikroskop (Olympus-BHS, Objektiv x10), und zwar im Auflicht mit Hilfe einer Weißlicht-Taschenlampe.
Herzlichen Gruß
Bernd
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Liebe Pilzfreunde,
hier mein Pyrenomyceten-Portrait Nr. 6: Diatrype stigma, Flächiges Eichen-Eckenscheibchen.
Aktuell gültiger Name: Diatrype stigma (Hoffm.) Fr.
Systematik: Sordariomycetes > Xylariales > Diatrypaceae > Diatrype
Fund-Nr. Ex1707-01 am 10.04.2017, Fundort: B.-W., Enzkreis, Gemeinde Straubenhardt-Ottenhausen, Walddistrikt Heidwald. MTB 7117/141, Höhe 325 Mtr, Waldrandbereich mit älteren Stieleichen.
Substrat: Mäßig vermorschter, 10 mm dicker Eichen-Zweig am Boden.
Stroma flächig ausgebreitet, den Zweig auf 10 cm Länge überziehend, außen schwarz, innen weißlich, Perithezien kugelig, schwarz, etwa 0,1-0,2 (-0,25) mm im Durchmesser.
Ostiolen "kraterförmig".
Stroma in KOH 3%: farblos.
Asci 8-sporig, Ascusporus IKI-negativ, Sporen im Ascus unregelmäßig biseriat angeordnet.
Sporen allantiod, nicht sehr stark gekrümmt, in Wasser schwach bräunlich, Größe der reifen Sporen im Ascus: 6,5-8,5 x 1,3-2 µm.
Frage an die Kenner der Gattung:
Da sich sämtliche Sporen noch in den Asci befinden, habe ich den Zweig in eine Feuchtkammer gegeben, in der Hoffnung, dass die Sporen nachreifen und sich dabei leicht vergrößern. Oder ist diese Überlegung falsch?
Herzliche Grüße
Bernd
P.s.: Meine anderen Pyrenomyceten-Portraits: Suchbegriff "PP-0".
Danke euch beiden!
das hat mir jetzt viel gebracht. Morgen gehe ich raus in ein Eichen-Altholz und hol mir zum Vergleich eine D. stigma.
Soll ich die Überschrift dieses Artikels jetzt eigentlich korrigieren oder mit eine Fragezeichen versehen?
L.G. -Bernd
Hi,
trennst du den Diatrype stigma-Komplex auf? Laut den gängigen Meinungen kommt D. stigma so gut wie nie auf Fagus vor. Wenn du eine flächige Diatrype auf Fagus findest, ist das zu 99% immer D. decorticata; so wie meiner Meinung auch hier...
l.g.
Stefan
Hallo Stefan,
da hast du mich auf dem falschen Fuß erwischt. Ich muss gestehen, dass ich die beiden Arten bisher nicht getrennt habe. Allein auf Grund des Substrats möchte ich keine Entscheidung treffen. Die Stroma-Oberfläche des Fundes ist rein schwarz. Diatrype decorticata soll angeblich eine grünliche Oberfläche besitzen(?)
Kennst du eine sichere Methode, nach der man beide Arten sicher trennen kann?
L.G. - Bernd
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Liebe Pilzfreunde,
hier mein Pyrenomyceten-Portrait Nr. 5: Diatrype decorticata, Flächiges Buchen-Eckenscheibchen.
Aktuell gültiger Name: Diatrype decorticata (Pers.) Rappaz
Systematik: Sordariomycetes > Xylariales > Diatrypaceae > Diatrype
Fund-Nr. Ex1705-02 am 31.03.2017, Fundort: B.-W., Enzkreis, Gemeinde Keltern-Dietlingen, NSG 2.020 - Essigberg, Biotop 271172362074 Altholz. MTB 7117/21, Höhe 300 Mtr, unterer Muschelkalk.
Substrat: Mäßig vermorschter, 10 mm dicker Rotbuchen-Zweig am Boden.
Stroma flächig ausgebreitet, den Zweig auf 15 cm Länge überziehend, außen schwarz, innen weißlich, Perithezien kugelig, schwarz, etwa 0,1-0,2 mm im Durchmesser.
Alte Stromata sind häufig schmutzig bräunlich gefärbt, mit schwärzlicher Randlinie. Dieses Merkmal ist aber nicht absolut zuverlässig, denn es kommen - sogar auf demselben Ast - mitunter Stromata von bräunlich bis schwärzlich vor.
Stroma in KOH 3%: farblos.
Asci 8-sporig, Ascusporus IKI-negativ, Sporen unregelmäßig biseriat angeordnet.
Sporen allantiod, nicht sehr stark gekrümmt, in Wasser schwach bräunlich, Größe 7-9 x 1,65-1,9 µm.
Anmerkung:
Anfangs hatte ich den Fund als Diatrype stigma vorgestellt. Doch die untenstehende Diskussion hat gezeigt, dass es sich eindeutig um D. decorticata handelt!
Herzliche Grüße
Bernd
P.s.: Meine anderen Pyrenomyceten-Portraits: Suchbegriff "PP-0".
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Hallo, Bernd!
Diese Formen sind einfach faszinierend...
Und diese Art habe ich vermutlich auch schon ab und an gesehen, bei all den Buchenästen, die mir so durch die Finger gehen.
Also zumindest sollte es diese Art gewesen sein, wenn es nicht an Buche noch mehr Arten mit diesem Aussehen gibt.
Müsste ich eigentlich wirklich mal einsammeln und auch mikroskopisch untersuchen, um den immerhin mal sicher bestimmt zu haben.
LG, Pablo.
Hallo Pablo,
die Pyrenomyceten sind genau das Richtige für die sogen. "pilzfreie Zeit". Wenn es sich um Hypoxylon im weiteren Sinne handelt, ist sicher der Schlüssel von Manfred Enderle eine gute Wahl:
[email=https://www.dgfm-ev.de/publikationen/artikelsuche/die-gattung-hypoxylon-im-ulmer-raum-5-beitrag-zur-kenntnis-der-ulmer-pilzflora/download]https://www.dgfm-ev.de/publika…-ulmer-pilzflora/download[/email]
L.G. - Bernd
Hallo Nobi und Gábor,
danke für die Tipps!
L.G. - Bernd
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Liebe Pilzfreunde,
hier mein Pyrenomyceten-Portrait Nr. 4: Annulohypoxylon cohaerens, Zusammengedrängte Kohlenbeere.
Aktuell gültiger Name (Index Fungorum): Annulohypoxylon cohaerens (Pers.) Y.M. Ju, J.D. Rogers & H.M. Hsieh
Wichtiges Synonym: Hypoxylon cohaerens (Pers.) Fr.
Systematik: Sordariomycetes > Xylariales > Xylariaceae > Annulohypoxylon
Fund-Nr. Ex1703-21 am 23.03.2017, Fundort: B.-W., Enzkreis, Gemeinde Straubenhardt, Walddistrikt Oberm Reutweg, MTB 7117/313, Höhe 470 Mtr, Mittlerer Buntsandstein, saurer Boden.
Substrat: Mäßig vermorschter, 30 mm dicker Rotbuchenenast am Boden.
Stromaform "diatrypoid", einzelne Stromata polsterförmig, kissenförmig, fladenartig, 2-4 mm Durchmesser, 1-2 mm hoch, Oberfläche durch die Perithecien höckrig, auf der Rinde wachsend, meist zu größeren Komplexen zusammenfließend (lt. Enderle –žmanchmal wie gepflastert erscheinend–œ).
Die Stromata des Fundes waren sehr reif und damit ziemlich spröde, Asci waren nur schwer auffindbar!
Das Stroma gibt in KOH 3% spontan reichlich braunroten Farbstoff ab.
Perithezien kugelig, schwarz, 0,4-0,5 mm Durchmesser, Ostiolen papillenförmig.
Asci 8-sporig, Ascusporus IKI-positiv blau.
Sporen einzellig, ellipsisch-kahnförmig, in Wasser braun, mit Keimspalte, Größe 9-10,5 x 4-4,5 µm.
Anmerkung: Die Gattung lässt sich sehr schön über Björns synoptischen Pyromyceten-Schlüssel ermitteln:
[email=https://www.sites.google.com/site/funghiparadise/schluesselsammlung/g1---synoptische-schluessel/i-synoptische-schluessel]Google Sites[/email]
Wenn man aus dem Schlüssel eine Excel-Tabelle macht und dann damit schlüsselt, ist man über Kriterien-Selektionen oft blitzartig am Ziel oder zumindest in der näheren Umgebung. ![]()
Herzliche Grüße
Bernd
P.s.: Meine anderen Pyrenomyceten-Portraits: Suchbegriff "PP-0".
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Wie soll ich mir so eine "Feuchtkammer" vorstellen? Abgeschlossene Dose mit feuchtem Tempotaschentuch und darauf gelegtes Holzstück - und dann eine Woche feuchtwarm lagern?
Genau, bzw. so ähnlich.
Durchsichtige gut verschließbare Plastikbox.
Dahinein als Bodendeckung etwas feuchtes Moos.
Das Hölzchen obendrauf lagern.
Bei Zimmertemperatur regelmäßig kontrollieren. Die Reifung kann einen Tag oder auch viele Tage dauern.
Nicht zu feucht lagern, lieber hin und wieder etwas Wasser versprühen.
Nobi
Hallo Nobi,
alles klar, danke dir!
L.G. - Bernd
[hr]
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Hallo Pyrenofreunde,
wirklich schön die Pyreno-Portraits von Bernd.
Zitat
Schade, dass wir hier nur einen Dialog haben.
Aber aktuell 122 mal gelesen ist ja nicht so schlecht.
Wie mich wird es viele geben, die es mit Interesse lesen, jedoch nichts weiter dazu beitragen können.
Und nicht jedesmal schreiben andere oder ich ein positives feedback, auf tolle Mikrofotos, gute Bestimmungsarbeit, tolle Funde ...
Also weiter so Bernd, ich freue mich auf die nächsten Pyrenos.
Mit der feuchten Kammer würde ich es so versuchen, wie Du Bernd es beschreibst, weiß es auch nicht besser.
Liebe Grüße
Günter
PS: Bernd und offtopic. War/ist nicht eines Deiner Spezialgebiete Russula ? Hast Du nicht vor gut 5 Jahren dazu Kurse in Hornberg gegeben ?
Hallo Günter,
in Sachen Sprödblättlerkurs (Täublinge + Milchlinge) ist es heuer das siebte Jahr, dass ich das in Hornberg machen darf.
In meinem Holzbestimmungskurs vom 28.-30. April sind übrigens noch ein paar Plätze frei. ![]()
L.G. - Bernd
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Hallo, Bernd!
Juhu, mal ein kernpilzchen, das ich sogar kenne.
Vor allem wenn's noch von der Anamorphe überwachsen ist denke ich immer beim Stöckchen Umdrehen: "Was ne schicke Tomentella."
Ist aber "nur" ein schicker Kernpilz.
Deine Portraits sind klasse, Makro- und Mikrobilder sowie Fundbeschreibungen...
Könntest du theoretisch auch >hier< parken, auch wenn ich zu Pyrenos sonst nicht viel sagen kann, kann ich sie immerhin im Portraitindex einpflegen und so wiederfindbarer machen.
LG, Pablo.
Hallo Pablo,
bitte, gerne!
L.G. - Bernd
Frage: Ist es eigentlich möglich, die Asci mit den Sporen künstlich nachreifen zu lassen?
Die entsprechenden Holzstücke in Feuchtkammern lagern.
Das wäre zumindest meine Empfehlung.
Ich mache das seit Jahren mit den Dungpilzen so.
Allerdings muss man vor unerwünschten Fremdpilzen auf der Hut sein. Schimmel und Kollegen.
Hallo Nobi,
wie soll ich mir so eine "Feuchtkammer" vorstellen? Abgeschlossene Dose mit feuchtem Tempotaschentuch und darauf gelegtes Holzstück - und dann eine Woche feuchtwarm lagern?
Herzliche Grüße
Bernd
