Beiträge von boccaccio

    Hallo Toni,


    ich kann von Klenke und Scholler das Buch "Pflanzenparasitische Kleinpilze: Bestimmungsbuch für Brand-, Rost-, Mehltau-, Flagellatenpilze und Wucherlingsverwandte in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol" empfehlen. Damit lassen sich die im Titel erwähnten Pilzgruppen in Mitteleuropa hervoragend bestimmen.


    Björn

    Hallo Nobi,


    die Cercophora war eindeutig homöopathiefrei und hatte keine Globuli in ihren Asci ;) Die unreifen Sporen messen 36-39 µm x 3.1-4.4 µm und passen damit zu dem, was Lundqvist angibt. Zumindest bis Anfang November hatte Hans die Art noch nicht im Depot gefunden, da hatte er nämlich eine Exceltabelle mit seinen Dungpilzfunden und entsprechender Verlinkung zu Artportraits auf seiner Homepage herumgeschickt und da fehlt C. septentrionalis. Witzigerweise meinte er damals noch, daß die Tabelle als Einstiegshilfe für Anfänger gedacht sei. Daß Anfänger etwas finden, was nicht in der Liste ist, sei ja eher unwahrscheinlich :D


    Björn

    Hallo Manfred,


    zu deinem Pilz kann ich zwar erstmal nichts Konkretes sagen, außer, daß ich das auch für einen sehr spannenden Fund halte. Was Phragmobasidiomyceten angeht, möchte ich aber auf die Schlüsselsammlung der Holländer und Belgier verweisen. Die Schlüssel sind zwar auf Niederländisch, aber man kommt damit eigentlich trotzdem ganz gut zu Rande. Was im Allgemeinen noch wichtig ist, sind die folgenden Angaben: Größe der Basidien, Größe und Form der Sporen, Schnallen vorhanden oder nicht.

    Ich habe jetzt auch einfach mal den Gattungsschlüssel durchgeschaut. Da gibt es mit Xenolachne eine Gattung, die auf Ascomyceten wie Hymenoscyphus, Cudoniella und Hyaloscypha parasitiert.


    Björn

    Hallo Martin,


    wenn ich mir in der Arbeit von Jaklitsch und Voglmayr zu den grünsporigen Hypocrea-Arten die beiden in Frage kommenden Arten anschaue, geht meine Tendenz auch klar zu H. strictipile. Da sind die Oberflächen der Stromata nämlich flach, während sie bei H. gelatinosum deutliche Nupsies haben, wo die Perithecienhälse das Licht der Welt erblicken.


    Auf Erscheinungszeiten und Häufigkeiten würde ich im Zweifelsfall wenig geben. Pilze haben keinen Kalender und lesen selten Bücher.


    Björn

    Hallo zusammen,


    am letzten Samstag waren Jan-Arne und ich mal wieder mit Karl zusammen im Depot unterwegs. Bei grauem, aber recht warmen Wetter zogen wir los und konnten wieder viele spannende Pilze einsacken, darunter auch einige Arten, die neu fürs Depot sind.


    1. Den Anfang macht die Zuckerwatte: Laetisaria fuciformis


    2. Hier hatten wir im Feld zunächst keine zündende Idee. Auffällig immer in totem Polytrichium wuchsen gesellig diese kleinene Weißsporer mit Mehlgeruch. Mikroskopisch gab es dann elliptische Sporen mit cyanophilen Ornament, so daß es dann am Ende auf Sagaranella tylicolor hinauslief.


    3. Auf Kiefer wuchs diese Coniophora mit Sporen von 11.7+-0.6 x 6.8+-0.5 µm , Q=1.7+-0.1, bzw 10.6-12.7 x 6.0-7.7 µm, Q=1.5-2.0. Auch wenn es auf den Fotos anders aussieht, war nur ein Teil der Sporen dextrinoid, womit ich dann bei C. puteana lande.


    4. Eine Entoloma unter Kiefern. Sporen messen 9.4-11.3 x 7.0-8.3, Q=1.3-1.4, 10.5 x 7.7, Q=1.4, die Huthaut hat intrazelluläres Pigment, Schnallen sind keine vorhanden und die Basidien sind meistens 2-sporig (es gibt auch einen Anteil 3-sporiger Basidien, 4-sporige tauchen aber nicht auf). Zystiden sind keine vorhanden, damit lande ich dann bei E. cetratum


    5. Hypomyces rosellus


    6. Eine Conocybe, bei der Karl im Feld schon meinte, daß es sich bei den Hutfarben der jungen Exemplare um C. pubescens handeln muß. Das hat sich dann auch mikroskopisch bestätigt. Sporen messen 15.7+-0.4 x 8.6+-0.3, Q=1.8+-0.1, 14.9-16.2 x 7.7-9.1, Q=1.7-2.0


    7. Byssonectria fusispora


    8. Protostropharia semiglobata. Sporen messen 18.5+-0.6 x 10.3+-0.3, Q=1.8+-0.1, 17.0-19.5 x 9.7-10.9, Q=1.7-1.9. Chrysocaulozystiden sind vorhanden

    Stiel

    Lamelle


    9. Poronia punctata


    10. Von Jan-Arne als Gloeophyllum trabeum bestimmter Porling an Kiefer


    11. Lachnellula occidentalis. Sporen messen 16-19 x 7-8 µm. Ein Iodreaktion der Asci war nicht zu beobachten, aber das darf wohl gelegentlich auch vorkommen.


    12. Panaeolus acuminatus


    13. Trimmatostroma betulinum an Salix


    14. Neottiella rutilans.... quasi mit Ansage, weil ich immer nur netzsporige Exemplare erwische


    15. An einem Brombeerzweig, der über den Zaun hin, wollte ich eigentlich Pyrenomyceten suchen. Dabei fiel mir ein weiß-gelber Belag auf, den ich dann als Aleurodiscus aurantius bestimmen konnte. Zum Glück hatte Hans den letztens als Pilz der Woche, da war es dann einfach.


    16. Einen Pyrenomyceten gab es an der Brombeere aber auch: Vaginatispora fuckelii


    Björn

    Hallo Nobi,


    wie immer vielen Dank für deine Rückmeldungen zu meinen Funden. Die mutmaßliche Podospora excentrica hat sich leider in der Zwischenzeit nicht wieder gezeigt, entsprechend ließen sich die Caudae auch nicht näher untersuchen. Schizothecium miniglutinans und ich werden glaube ich keine Freunde mehr in diesem Leben :D


    Bei I.10 gab es jetzt weitere Fruchtkörper, zum Teil auch schön reif. Die Gelhülle um die Sporen ließ sich lange Zeit gar nicht erkennen, geschweige denn ablichten, aber gestern war sie dann zumindest optisch schon halbwegs sichtbar. Also tatsächlich Arnium macrotheca :) Da wäre ich ohne die fehlenden Anhängsel an beiden Seiten nie im Leben auf Arnium gekommen, wobei ich mittlerweile aber auch nachgelesen habe, daß die Art zum Teil in eine eigene Gattung gestellt wird.


    I.11 Eine Cercophora gab es auch noch. Natürlich nicht reif und die Wahrscheinlichkeit, daß da noch etwas nachwächst und reif wird ist wohl leider gering. Aber sehr auffällig: Das Perithecium ist violett. Wenn ich es richtig sehe, gibt es in der ganzen Gattung nur zwei Arten mit dieser Eigenschaft. C. caerulea als tropische Art mit Perithecien, die in ein blaues Gewebe eingebettet sind (bei meinem Fund nicht vorhanden) und C. septentrionalis als Art der gemäßigten Breiten mit Vorliebe für Pferd und ohne dieses Gewebe. Bleibt die Frage: Reichen die Indizien um letztere Art einzuloggen oder muß man noch auf reife Sporen hoffen?


    Björn

    Hallo zusammen,


    anbei ein kurzer Bericht von einer kleinen Tour durch den Stadtwald an der Grenze zwischen Mülheim und Duisburg. Viele Fotos gibt es diesmal nicht, da ich in erster Linie Pyrenomyceten aufsammeln wollte.... die sich dann alle aus den zwei Kategorien (i) Konidien und (ii) Kaputt stammend entpuppten.


    An einer Stelle gibt es im Stadtwald eine größere Stelle mit Fichten. Die sind jetzt endgültig alle abgestorben, werden aber interessanterweise nicht einfach gefällt und entfernt sondern bleiben zunächst man so stehen wie sie sind...das ganze gibt dann bei dem grauen Wetter ein durchaus apokalyptisches Ambiente

    Bis sie dann umfallen und von Fomitopsis pinicola gefressen werden


    Aber auch andere Pflanzen werden von Pilzen gefressen: Milesina kriegeriana an Dryopteris sp.


    Björn

    Hallo zusammen,


    es wird mal wieder Zeit für einen weiteren Pyrenomyceten. Heute auf dem Weg zum Bahnhof habe ich mir einen Clematis-Zweig gegriffen und konnte darauf Pleospora herbarum entdecken. Die Sporen messen 27-30 µm x 13-15 µm und sind damit zu groß für P. vitalbae:



    Björn

    Hallo zusammen,


    hier noch ein paar weitere Funde vom Pferd:


    I.8 Eine Podospora mit leicht asymmetrischen Sporen und lange Haare am Hals. Die Sporen messen 33-38 x 17-22 µm, Pedicel 15 x 7 µm. Damit komme ich dann zu P. excentrica. Paßt das?


    I.9 Das würde ich für ein Schizothecium halten. Leider nur ein Fruchtkörper, keine Informationen zum Perithecium und auch die Anhängsel waren nicht klar sichtbar. Sporen messen 22-25 x 14-16 µm, Pedicel 8 x 2 µm. Läßt sich da mit Erfahrung trotzdem noch was Näheres zu sagen?


    I.10 Hier habe ich nicht mal eine plausible Idee für die richtige Gattung. Die Sporen (noch nicht ganz reif) messen 46-49 µm x 28-32 µm, Q=1.5-1.7, die Perithecien sind oben mit Haaren ausgestattet, die scheinbar gerne in Bündeln wachsen. Asci sind weder amyloid noch kongophil.


    Björn

    Hallo zusammen,


    letzten Samstag war ich eine Runde in Haltern-Holtwick unterwegs. Es hatte zwar die Nacht über Bodenfrost gegeben, aber Kleinkram findet man ja immer. Und so ging es dann eben bei Temperaturen um die null Grad und grauen Himmel in den Wald. Da es aber absolut windstill war, kam es einem gar nicht so kalt vor. Und wenn man dann erstmal die ersten Pilze in der Hand hat, wird einem eh warm ums Herz:


    1. Lophodermium juniperinum ex Juniperus communis


    2. Cyclaneusma minus ex Pinus sylvestris


    3. Dendrostoma leiphaemia mit Sporen von 17-20.5 x 5-5.5 µm und kongophilem Apikalapparat an Eiche.


    4. Lophodermium pinastri an Pinus sylvestris. Auch wenn die Lippen nicht rotbraun sind, lassen die Sporenlängen von ~100 µm und die Demarkationslinien hier nichts anderes zu.

    IMG_2255.JPG


    5. Lophiostoma fuckelii an Rubus fruticosus agg. Sporen 16.5-20 µm x 5-5.5 µm


    6. An der Dendrostoma gab es mit Tremella globispora auch einen Parasiten


    7. Mycena pseudocorticola


    8. Quaternaria quaternata an Fagus sylvatica


    Björn

    Hallo Gernot,


    ok, ich verstehe, da hatte ich das auf den Bildern falsch interpretiert. Grundsätzlich wird Einweichen in Wasser aber nie schaden. Damit kriegt man die Fruchtschicht im Normalfall immer deutlich einfacher raus.


    Björn

    Hallo zusammen,


    nach Graphis scripta sieht das irgendwie nicht aus, da sind die Lirellenränder meiner Erfahrung nach anders ausgeprägt. Was du aber versuchen kannst um an die Sporen zu kommen: Einfach ein Stück Flechte für eine Weile in Wasser legen. Bei meinen Graphis scripta Funden haben sich die Lirellen dann etwas geöffnet und ich konnte mit einer Nadel aus der sich bildenden Öffnung ein paar Asci und Paraphysen extrahieren (so wie man das auch bei Spaltlippen macht).


    Björn

    Hallo zusammen,


    endlich mal wie bereits vor einiger Zeit angekündigt ein paar weitere Funde vom Pferd.


    I.4 Als dieser Art zum ersten Mal auftauchte, konnte ich Sporen von 50-55 x 31-33 µm, Pedicel 25 x 10 µm messen. Seinerzeit waren die Caudae nicht gut zu beurteilen, mittlerweile wächst der Pilz aber kiloweise auf dem Dung und man sieht sehr schön die darm-förmigen Caudae. Also lande ich bei Podospora intestinacea


    I.5 Asci mit 32 Sporen und ein Perithecium, das nur Schuppen hat, bringen mich zu Schizothecium dakotense.


    I.6 Noch mal Podospora bifida


    I.7 Eine Coniochaete, deren Sporen 16.5-18.7 x 11.5-13.7 µm messen. Damit komme ich dann bei C. vagans aus.

    Hallo zusammen,


    in den letzten beiden Tagen gab es zwar keine neuen Arten, aber die alten Bekannten sind mir jetzt auch an anderer Stelle über den Weg gelaufen.


    1. Pseudomassaria chondrospora an Tilia sp. Interessant, daß die Sporen hier z.T. deutlich schmaler als in der früheren Aufsammlung waren.


    2. Hapalocystis kickxii an Platanus sp.


    3. Splanchonema platani an Platanus sp.


    Björn

    Hallo Nobi,


    da hast du die beiden Arten aber sehr schön bei den Doppelpilzen vorgestellt. Splanchospora ampullacea fehlt mir bis jetzt noch, aber es kommen ja noch einige Wintertage, an denen man Stöckchen mit nach Hause nehmen kann.


    Björn

    Hallo zusammen,


    gestern habe ich auf dem alten Friedhof ein paar Linden-Ästchen mitgenommen, auf denen ich auch wieder einen Pyrenomyeten (und einen Hyphomyceten) einsacken konnte:


    1. Pseudomassaria chondrospora


    2. Helminthosporium oligosporium


    Björn

    Hallo Karl,

    Sehr schöne Funde hast Du dabei, aber wie bestimmt man denn Daldina consentrica in diesem Zustand?

    Mit dem Sequenzierer ;) Du hast natürlich vollkommen Recht, daß die Fruchtkörper noch nicht sporenreif sind (wobei aber schon Asci vorhanden waren) und man den Fund deshalb eigentlich nicht bestimmen kann. Jetzt war ich aber ja schon einige Male in der Rheinaue und hatte dort an Fraxinus bis dato immer D. concentrica, so daß ich hier auch mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit von D. concentrica ausgehe.


    Björn

    Hallo zusammen,


    am letzten Samstag war ich mal wieder in der Rheinaue-Walsum zum Pilzkartieren unterwegs. Dabei gab es unter anderem die folgenden Schönheiten zu bestaunen:


    1. Hier liegt die Schönheit wohl eher im Inneren verboren: Auricularia mesenterica


    2. Hier tritt sie dann auch außen zu Tage: Rhodotus palmatus


    3. Tulostoma brumale


    4. Phyllachora graminis ex Phalaris arundinacea


    5. Daldinia concentrica


    6. Hier hatten wir im Feld erst an eine Ascocoryne gedacht, das paßt aber mikroskopisch nicht. Dank Ingos und Dirks Hilfe bei FB kam dann schnell die Erkenntnis, daß das eine schnöde Rustroemia firma ist.


    7. Eutypella quaternata mit Sporen von 13.5-19.4 x 2.6-3.4, Q=4.3-6.1, bzw. im Mittel 16.1 x 3.1, Q=5.2


    Björn