Beiträge von boccaccio

    Hi Pablo,


    vielen Dank für die Rückmeldung zu meinen Funden. Die Daedalopsis confragosa war so ein Fall, wo ich im Feld gar keine Zweifel hatte. Da hatte ich mir aber auch eher die Oberseite angeschaut und die Unterseite beinahe blind fotografiert. So gab es dann erst zu Hause die Zweifel, ob das wirkliich paßt. Aber beruhigend zu wissen, daß es da offenbar seltsame Formen geben kann.


    Hier noch mal ein paar Bilder von dem mysteriösen Pilz auf Birke. Unten links sind einige Strukturen, die eventuell Zystiden sind - oder doch nur Basidiolen?


    Zur Amyloidität. Da fehlt mir die Erfahrung, aber sollten die Sporen dann nicht deutlich bläulich werden? Hier konnte ich in Melzer maximal einen Blauschimmer in der Zellwand wahrnehmen. Reicht das schon?


    Interessant ist, daß der Pilz auch auf der Rückseite des Rindenstücks wuchs und dort nicht so eine glatte Schicht bildete, sondern eher kleine Knubbel.


    Und wenn man die unters Mikroskop legt, sieht man vereinzelt dann Dinge, die schon nach Zystiden aussehen



    Björn

    Hallo zusammen,


    heute habe ich das schöne Wetter zu einem Ausflug auf den Fliegerberg bei Borken genutzt. Hierbei handelt es sich um einen ehemaligen Truppenübungsplatz, der mittlerweile in ein Naturschutzgebiet umgewandelt wurde (was die Hundebesitzer trotzdem nicht daran hindert ihre Tiere jeglicher Größe frei rumrennen zu lassen...). Neben sandiger Heidelandschaft gibt es dort Kiefernwälder und vereinzelt auch Eichen und Birken. Pilze gab es natürlich auch hier und da zu bestaunen:


    1. Stereum sanguinolentum



    2. Nectria cinnabarina


    3. Scytinostroma hemidichophyticum


    4. Daedalopsis confragosa?


    5. Tremella mesenterica


    6. Plicatura crispa


    7. Stereum gausapatum



    8. Phlebiopsis gigantea



    9. Auf Kiefer


    Sporen in Wasser

    Mit Kongorot

    In Melzer


    10. Auf Birke. Hier dachte ich zuerst an Botryobasidium, wie ich das ja schon die Tage hatte. Aber die Sporen wollen da so absolut nicht passen, wenn ich mal mit "The Corticiaceae of North Europe" vergleiche.

    In Wasser

    Sporen, nicht ganz glatt

    Mit Kongorot

    Mit Melzer


    11. Auf einem Salix-Blatt

    Mit Kongorot

    Schnallen teilweise vorhanden, teilweise abwesend

    Eine zweite Art von Hyphen mit dicker Inkrustation?

    Basidie

    Sporen waren leider keine zu finden.


    Björn

    Hallo Thorben,


    wieder mal sehr schöne und außergewöhnliche Funde, die du uns präsentierst. Ich hab meine Peltigera dann leider wegen Zeitmangel entsorgt, aber vielleicht nehme ich mir bei Gelegenheit doch noch mal was mit.


    Björn

    Hallo Pablo,


    ich hab heute auch noch mal in Ruhe mit Gröger und Funga Nordica geschlüsselt. Das Positive ist, daß ich bei beiden Schlüsseln schlußendlich bei einer Entscheidung zwischen H. grisea, H. atrocoerulea und H. mastrucata. Aber dann wird es schwierig. Wenn die Dicke des Kristallschopfes ein belastbares Merkmal ist, wäre es H. atrocoerulea. Aber da das meine erste Hoehenbuehelia überhaupt ist, fehlt da die Erfahrung um das beurteilen zu können.

    Ich denke, ich werde sie jetzt einfach mal als H. cf. atrocoerulea zu den Akten legen.


    Björn

    Hallo Pablo,


    freut mich, daß die Bilder gefallen. Und vielen Dank auch für die Bestimmung der pinken Rinde. Da wurde heute bei Facebook auch schon viel gerätselt - die ganzen Exodiopsis-Arten wollten mit Nadelholz als Substrat alle nicht so recht passen. Jetzt ist auch klar warum ;)


    Björn

    Hallo Pablo,


    mit frischen Fruchtkörper ist das so eine Sache... richtig frisch sind die nicht mehr und gefroren waren sie auch mal. Aber das Material, was zur Verfügung steht, hat eher eine dünne gelatinöse Schicht von weniger als einem Millimeter (0.7 mm Bleistift zum Vergleich). Björn Wergen hatte gerade auf Facebook noch H. myxotricha mit Frostschaden in den Topf geworfen.



    Was die Nummer 5 angeht, werde ich dann wohl morgen oder die Tage noch mal genauer nach den Sporen schauen.


    Björn


    Björn

    Da muß man aber immer einen Blick aufs Substrat werfen, weil es zwei recht ähnliche Arten gibt: T. mesenterica ernährt sich von Zystidenrindenpilzen, T. aurantia von Stereum hirsutum.


    Björn

    Hallo zusammen,


    heute war ein ruhiger Tag angesagt um auch mal mikroskopisch in meine Funde reinzuschauen.


    So gab es als Nr. 16 noch Puccinia glechomatis auf Glechoma hederacea


    Der Pilz auf Xanthoria parietina entpuppte sich als Xanthoriicola physciae


    Auch wenn Chromocyphella muscicola eher wie ein Ascomycet aussieht, ist es ein Basidiomycet, wie man hier schön sehen kann:



    Dann war Nr. 5 dran. Der ließ sich erstaunlich gut bearbeiten und lieferte schöne Bilder. Nicht, daß ich jetzt eine Ahnung hätte, worum es sich handelt, aber vielleicht können unsere Rindenpilzexpertan ja etwas dazu sagen.

    Zunächst in Wasser:

    Dann in Kongorot SDS

    Und auch noch in Melzer


    Und dann war da ja noch Nr. 14. Erster Schlüsselschritt bei Crepidotus: Schnallen oder keine Schnallen. Das war schnell beantwortet. Sporen hatte er auch... aber dann wurde es seltsam, die Zystiden paßten so gar nicht: Mit Kristallkrönchen versehen, die sogar in KOH überlebten. Hat da jemand eine neue Idee zu? Ich lasse ihn auch aktuell mal aussporen.

    Schnallen

    Sporen in Wasser

    Lamelle in Melzer

    Zystide in KOH

    Lamelle in Kongorot



    Björn

    Hallo zusammen,


    gestern ging es für mich auf eine kleine Tour ins NSG Loosenberge bei Drevenack, Hünxe. Hierbei handelt es sich um eine Wacholderheide, die sich auf Flugsand gebildet hat. Daneben gibt es in der näheren Umgebung auch noch Wälder mit Kiefern, Eichen und Birken. Und natürlich auch mit Pilzen!


    1. Phlebiopsis gigantea


    2. Stereum sanguinolentum


    3. Gefunden auf Kiefer. Ohne die rosa Farbe hätte ich den Pilz wohl ignoriert, aber so konnte ich nicht daran vorbei.

    Loosenberge-011.jpg

    Loosenberge-012.jpg

    In Wasser, aber vermutlich keine Sporen

    In Kongorot

    Die Basidien scheinen sehr charakteristisch zu sein.

    In Melzer

    IMG_8716.JPG

    Und noch mal in Kongorot mit etwas KOH dazu. Hier meine ich Schnallen zu erkennen, ansonsten waren der Pilz aber eher schnallenlos.


    4. Polyporus brumalis


    5. Tremella mesenterica, leuchtet momentan überall im Wald


    6. Hier würde ich zu Galerina marginata tendieren. Auf Birke.


    7. Punctelia sp.


    8. Flavoparmelia caperata


    9. Phlebia radiata


    10. Cladonia sp. Als ich auf dem Boden kniete um die Flechten zu fotografieren, kamen zwei ältere Frauen vorbei und fragten, was ich da fotografieren würde. Ich verwies auf die Flechten und war sehr erstaunt, als die beiden mir sagten, dafür würden sie sich auch interessieren. Sie hatten die rotfrüchtigen Cladonien aber nicht gefunden und waren ganz entzückt, als ich sie ihnen zeigen konnte.

    Loosenberge-036.jpg



    11. Flechte


    12. Cladonia sp.


    13. Cladonia cf. gracilis


    14. Cladonia sp.


    15. Cladonia sp.


    16. Daedalopsis confragosa


    17. Daedalopsis confragosa mit Plicatura crispa


    18. Clitocybe fragans


    19. Auriscalpium vulgare


    An dieser Stelle wollte ich dann eigentlich nach Hause, hatte aber noch eine knappe Stunde bis zum nächsten Bus. Also bin ich rein nach Drevenack gewandert. Dort hätte es noch einen anderen Bus via Dinslaken gegeben, aber irgendwie war ich der Meinung, ich könne auch noch eine kleine Runde drehen und dann den regulären Bus nehmen. Dumm nur, daß sich dann später an der Haltestelle rausstellte, daß der gewünschte Bus nur an Schultagen fährt. Das hätte bahn.de aber auch mal wissen können. Also mußte ich noch eine weitere Stunde in der Kälte ausharren und begab mich also zu Friedhof und Kirche, wo es dann wenigstens noch ein paar mehr Flechten und Pilze gab.


    20. Caloplaca sp.


    21. Caloplaca sp.


    22. Mycena pseudocorticola


    23. Evernia prunastri


    Björn

    Ah, ich glaube da gibt es gerade ein Mißverständnis. Du hattest "!4" geschrieben, was ich als 4 gelesen habe, aber wohl 14 heißen sollte. Bei 14 gehe ich mit, daß das kein Plicatura crispa ist. Gibt es aber Crepidotus mit so einem "Fell" auf der Oberseite?


    Björn

    Hallo Beli,


    danke für den Hinweis auf Phlebiopsis gigantea, das paßt wirklich sehr gut. Nummer 4 ist aber definitiv Plicatura crispa und kein Crepidotus. Crepidotusse hat es zwar auch viele gegeben dort, die habe ich aber alle gekonnt ignoriert.


    Björn

    Hallo zusammen,


    jetzt zwischen den Feiertagen habe ich mal die Zeit genutzt um mich auf die Spuren meiner Kindheit zu begeben. Dazu ging es nach Groß Reken, wo ich als Kind regelmäßig mit meinen Großeltern im Wald unterwegs war. Damals haben wir dort auch schon Pilze gesammelt. So gab es an einem Bauernhof eine Buche mit Steinpilzen, ansonsten jede Menge Maronen aber auch Speckpilze wurden damals noch gesammelt und gegessen. Auch heute zeigten sich einige Pilze, die ich hier vorstellen möchte.


    1. Xanthoria parietina mit Befall. Da werde ich die Tage noch mal mit dem Mikroskop reinschauen, vielleicht läßt der sich ja rauskriegen.


    2. Auf Kiefer. War dort sehr verbreitet zu finden, aber mitgenommen habe ich nichts. Das ist ja meistens sowieso sehr frustrierend.


    3. Liege ich mit Phyllotopsis nidulans richtig?


    4. Plicatura crispa


    5. Auf Birke


    6. Chromocyphella muscicola


    7. Stereum sanguinolentum


    8. Hygrophoropsis aurantiaca


    9. Tremella mesenterica

    Reken-0113.jpg


    10. Xylaria hypoxylon


    11. Bulgaria inquinans


    12. Phlebia radiata


    13. Auriscalpium vulgare


    14. Hier bin ich etwas ratlos. Gefunden an Laubholz. Was mich besonders irritiert, ist, daß diese Behaarung auf der Oberseite einen leichten Grünstich wie von Algen hat. Sowas kenne ich sonst nur von Trameten, die ja durchaus länger am Baum kleben als solche zarten Fruchtkörper hier.


    15. Sarcomyxa serotina


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich hatte ja an anderer Stelle von meiner Exkursion in die Borkenberge berichtet. Heute gab es auf meiner Kaninchenlosung von dort einen neuen Pilz, den ich hier separat vorstellen möchte:


    Sporen: 4-zellig, ca 90x14 µm, Keimspalte gerade

    Ascus nach unten sanft verjüngt.

    Jetzt muß man sich also zwischen S. longispora und S. longisporopsis entscheiden. Ich tendiere wegen der Lage der Sporen im Ascus zu letzterer. Bei S. longispora müßten sich vorne 4 Sporen direkt nebeneinander tummeln, während sich bei mir erst eine Spore zeigt und dann weiter unten die anderen Sporen nach und nach folgen.




    Björn

    Hallo zusammen,


    nachdem ich mich die Woche über in Schweden befand und somit leider nicht nach meiner Kacke gucken konnte, war ich sehr erfreut, daß sich der Pilobolus umbonatus dort sehr hartnäckg und reichlich hält. Da kriegt man fast das Gefühl, die Aliens beobachten einen :D



    Jetzt am Wochenende gab es dann Abends das hier zu sehen. Da habe ich erst lange gerätselt, was das sein mag, bis heute morgen noch mal eine frische Lieferung Pilobolus angeschaut habe und dabei auch einige unreife Frutchkörper entdeckt habe, die denen hier stark ähnlichen. Gehe ich daher Recht in der Annahme, daß das einfach noch unreife Pilobolusse sind?



    Ansonsten gab es noch Sordarias, die leider mit 30x17 µm genau zwischen S. superba und S. macrospora liegen.



    Björn

    Hallo zusammen,


    nobi_† Alles klar,dann weiß ich Bescheid.


    Ralf Da hatte ich schon drauf geachtet. Hatte im Landschaftspark auch einige schwarze Punkte auf Peltigera gefunden, die eventuell irgendwelche Pyrenomyceten sein könnten (vielleicht aber auch nur Pyknidien?). Hatte aber noch keine Zeit, da genauer reinzuschauen. Vielleicht dann über Weihnachten.


    Björn

    Hallo zusammen,


    ja die Flechten haben schon ihren Reiz. Besonders die rotfrüchtigen Cladonien haben es mir angetan, wie man der Fotostrecke vielleicht schon anmerken konnte. Wenn Flechten bloß nicht so schwer zu bestimmen wären bzw. wenn ich da wengistens lokal einen kompetenten Ansprechpartner für hätte...


    nobi_†

    Wie macht man das bei der Dungpilzkartierung mit dem Funddatum? Da gibt es ja einmal den Datum, an dem ich den Dung gefunden habe und dann das Datum, an dem der Pilz sprießt (und im Prinzip auch noch das Datum, an dem die Bebrütung angefangen hat).


    Björn

    Hallo zusammen,


    freut mich, daß Euch der Bericht so gefallen hat. Und was den Pilobolus angeht, war das ja diesmal eine erfreulich einfache Bestimmung. Was ist da eigentlich momentan der Status bzgl. P. umbonatus? Ist der aktuell eine eigene Art oder nur eine Var. von roridus? Bei pilze-deutschland gibt es ihn z.B. nicht.


    Björn

    Hallo zusammen,


    gestern habe ich mich mal ins NSG Borkenberge in Sythen begeben. Dabei handelt es sich um einen ehemaligen Truppenübungsplatz, der mittlerweile nicht mehr genutzt und in ein NSG umgewandelt wurde. Dort gibt es unter anderem Moorgebiete und Heideflächen auf mageren Böden. Das klingt natürlich auch pilztechnisch sehr interessant. Leider war das Gelände bis vor kurzem nur auf einem kleinem Wegstück zugänglich. Das hat sich seit Ende Oktober geändert und man kann jetzt eine gut 5 km lange Strecke auf einer asphaltierten Straße entlangwandern. Das Verlassen der Wege ist natürlich nicht gestattet, weil es einerseits ein NSG ist und andererseits wohl noch überall Munitionsreste rumliegen.

    Leider ist es auch hier in NRW ziemlich kalt geworden, so daß die meisten Pilze tiefgefroren waren. Aber einige nette Funde und Bilder sind trotzdem zusammengekommen:


    1. Haareis kann man offenbar auch finden, wenn man selbst gar keine Haare hat


    2. Peniophora quercina


    3. Vuilleminia comedens


    4. Pycnoporus cinnabarinus


    5. Cladonia sp. K-, C-, KC-, P+ rot-orange


    6. Caloplaca sp.


    7. Lecanora muralis


    8. Physcia caesia



    9. Rusavskia elegans


    10. Cladonia foliacea



    11. Cladonia rangiformis


    12. Peltigera sp. Eventuell Peltigera horizontalis


    13. Cladonia sp. K-, C-, KC-, P+ rot-orange


    14. Cladonia floerkeana



    15. Peltigera sp.


    16. Flechte




    17. Flechte


    18. Stereum sanguinolentum


    19. Xanthoria parietina



    20. Physcia tenella


    21. Hygrophorus hypothejus


    22. Cladonia sp.



    23. Flavoparmelia caperata


    24. Tremella mesenteria


    25. Flechte


    26. Schizophyllum commune


    27. Chondrostereum purpureum


    28. Inonotus obliquus Anamorphe


    29. Phlebia radiata


    30. Hypogymnia sp.


    31. Schleimpilz

    Das sind vermutlich die Überbleibsel der äußeren Hülle nachdem ich den Schleimpilz zerquetscht habe.

    Sporen sind feinwarzig



    32. Schleimpilz



    33. Hier würde ich auf Pilobolus umbonatus auf Kaninchen tippen. Sporenmaße (Mittelwert aus 5 Sporen, die halbwegs gut zu erkennen waren):4.8x3.0 µm


    Björn

    Hi Pablo,


    gut, dann werde ich den Fund mal unter T. argyraceum ablegen. Das mit der kinetischen Energe hielt sich hier tatsächlich in Grenzen, die Unschärfe kommt eher von der kinetischen Energie der Kamera - ich warte immer noch auf meinen T2-Adapter-Ring. Und wahrscheinlich hast du Recht, daß man das besser am Okular mißt, aber ich dokumentiere die Dinge halt gerne fotografisch und dachte, daß ich dann auch da gescheit messen kann - idealerweise automatisiert und mit großer Statistik. Aber das Mykologenleben ist offenbar kein Wunschkonzert ;)


    Björn