Ich danke Euch allen, auch für den Humor ![]()
Immerhin habe ich schon einmal erkannt "Tintling" und das hätte ich vor einem Jahr noch nicht
.
Liebe Grüße
Maria
P.S.: In was sollte ich jetzt die "Überschrift" der Anfrage am Besten abändern?
Ich danke Euch allen, auch für den Humor ![]()
Immerhin habe ich schon einmal erkannt "Tintling" und das hätte ich vor einem Jahr noch nicht
.
Liebe Grüße
Maria
P.S.: In was sollte ich jetzt die "Überschrift" der Anfrage am Besten abändern?
Hallo Maria
Das sind ganz sicher keine Gesäten Tintlinge, sondern einer der Glimmertintlinge. Der gesäte Tintling hat nie braune Hutfarben und ist wesentlich kleiner.
LG Karl
Danke Karl,
richtig, auf die Größe der Hüte habe ich bei meiner Bestimmungssuche nicht geachtet - irgendwann lerne ich es schon noch
.
Beim Glimmertintling war ich bei meiner Suche auch, aber da las ich, das die Hüte jung glockenförmig seien, so wie hier denke ich, und die Lamellen jung weißlich wären, im Alter grau bis schwarz. Die Hüte der älteren Glimmer-Tintlinge sahen dann auf den Fotos wieder ganz anders aus als die Pilze auf meinen Fotos ...
Jetzt bin ich neugierig, was dies für Pilze sind.
Liebe Grüße
Maria
Ach so, hatte ich ganz vergessen - die Hutfarbe ging Richtung ocker-hell-bräunlich.
Hallo "ylquentin",
unabhängig von der Pilzbestimmung möchte ich Dich herzlich in diesem wunderbaren Forum mit sehr wohltuenden Umgangsformen wie Hallo, bitte, danke, usw. begrüßen.
Du hast Dir nicht nur ein Forum mit einer unglaublich hohen Fachkompetenz sehr vieler Mitglieder des Forums ausgesucht, sondern hier bekommt man die Auskünfte immer auch sofort, meistens binnen Minuten. Das für eine sichere Bestimmung oder für eine Eingrenzung der in Frage kommenden Pilze mehr Angaben von Nöten sind, wurde Dir ja bereits mitgeteilt.
Ich freue mich schon auf mehr Informationen zu diesen Pilzen und auch auf weitere Bestimmungs-Anfragen.
Liebe Grüße
Maria
Danke, Maria! Der Waldmeister gehört für mich einfach zum Frühling, auch wenn ich das Aroma im Übermaß eher grenzwertig finde und es mir durchaus zu viel werden kann.
Im letzten Jahr habe ich versucht, Waldmeistergetränke (Waldmeisterwein sowie mit Waldmeister aromatisierten Apfelsaft) ohne Lebensmittelfarbe grün zu färben. Geglückt ist es nach diversen Fehlversuchen schließlich mit Spirulina. Braucht man zwar nicht, aber ich find's hübsch und auch geschmacklich nicht beeinträchtigend.
LG, Craterelle
Hallo Craterelle,
gerne geschehen
.
Irgend ein berühmter Mensch des 19. oder 20. Jahrhunderts, müsste ich jetzt suchen wer dies war, hat einmal dazu folgendes gesagt: "Am Besten einfach aus einem grünen Glas trinken!" ![]()
Auf der anderen Seite, wenn ich mir so überlege ... wenn mein heiß geliebtes Waldmeistergelee auf meinem Frühstücksbrötchen grün wäre, ich glaube das würde mir nicht so gefallen ![]()
Liebe Grüße und Danke für den Tipp
Maria
Waldmeister (Galium odoratum)
Auf besonderen Wunsch versuche ich einmal den in vielerlei Hinsicht äußerst interessanten Waldmeister kurz und dennoch mit den verschiedenen Aspekten vorzustellen.
Eine meisterhafte, mütterliche Königin im Wechsel der Zeiten
Der Waldmeister ist eine uralte Heilpflanze die beinahe in Vergessenheit geraten wäre, wenn es da nicht die Waldmeisterbowle gäbe. Auch diese ist ein uraltes traditionelle Getränk das erstmalig im Jahre 854 von dem Benediktinermönch Wandalbertus genannt wird:
"Schüttle den perlenden Wein
auf das Waldmeisterlein".
Doch bereits die Germanen würzten ihr Bier mit Waldmeister, vor allem zu den Maifesten, und dies hat sich ebenfalls bis heute in der Berliner Weiße erhalten.
Die medizinische Nutzung geht noch viel weiter zurück. Ursprünglich hieß der Waldmeister "Waldmutterkraut". Irgendwann fand dann im deutschsprachigen Raum allerdings eine "Geschlechtsumwandlung" statt, in Frankreich heißt er dagegen noch immer "Reine de Bois", also Königin des Waldes. Jedenfalls gehört der Waldmeister zu den Pflanzen, die unter den Begriff "Maria Bettstroh" fallen, und diese Nutzung geht auf eine sehr alte vorchristliche Sitte zurück (lediglich der Name wurde in Maria Bettstroh "christianisiert").
Herzlichen Dank an "abeja" für die zur Verfügung Stellung dieses Fotos.
Herzkraut, Sternleberkraut - der Waldmeister und seine vergessenen Heilkräfte
Genutzt wurde der Waldmeister lange Zeit unter anderem bei der Geburt und im Wochenbett. Es hieß, dass der Waldmeister das Herz der Mutter und des Kindes stärke (daher auch der volkstümliche Name Herzkraut), und im Kissen gut für die Nerven wäre und für einen ruhigen Schlaf sorge.
In der Volksheilkunde wird der Waldmeister heute noch zur Beruhigung, Krampflösung und Herzstärkung eingesetzt. Über die Volksheilkunde hinaus bei bestimmten Leberproblemen (daher der volkstümliche Name Sternleberkraut), Gallestörungen, Darmstörungen und krampfartigen Zuständen und auch als Schlafmittel.
Immer wieder liest man auch, dass er gegen Migräne helfen soll. Hier gilt wahrscheinlich das tatsächlich immer wieder zutreffende Prinzip: Das was eine Pflanze auslöst (im Falle von übermäßigen Waldmeistergenuss eben Kopfschmerzen), das heilt sie auch.
Der Waldmeister ist jedenfalls ein vielseitig einsetzbares mildes Mittel, das gerne in Mischtees verwendet wird.
Vorsichtshalber: Der Waldmeister stand eine Zeitlang (60iger Jahre) im Verdacht krebserregend / leberschädigend zu sein. Auch hier fanden wieder einmal Tierversuche statt bei denen den Tieren isolierte Stoffe in hoher Konzentration zugeführt wurden, wodurch sie, welch Wunder, dann erkrankten. Weitere Untersuchungen habe diesen Verdacht allerdings und Gott sei Dank widerlegt!
Eine recht gute Übersicht nicht nur zu den medizinischen Anwendungen des Waldmeisters findet man z.B. hier.
Genutzt wurde der Waldmeister auch immer gegen Motten, als Duftsäckchen bei der Wäsche und auch als Zusatz zum Pfeifentabak.
Von Naturgeistern und Elfen
Der Waldmeister wurde und wird aber auch noch in ganz anderer Weise genutzt und dieses Thema gehört bei dieser Pflanze nun einfach dazu, zumal es im Internet ja doch so einiges darüber zu lesen gibt. Hauptwirkstoff des Waldmeisters ist das Cumarin, besser gesagt Cumaringlykoside. Und die haben es durchaus in sich, wie bereits unsere Vorfahren wussten. Ganz bewusst wurde insbesondere zu den Maifesten die weitere Wirkung des Waldmeisters genutzt. Heute gibt es immer noch (oder wieder?) Menschen die die psychoaktiven Wirkungen des Waldmeisters unbedingt
brauchen. Aber keine Sorge, wenn man den Waldmeister in den üblichen geringen Mengen und Zubereitungsarten verwendet, setzen diese psychoaktiven Wirkungen natürlich nicht ein. Und diejenigen, die jetzt meinen experimentieren zu müssen kann ich nur warnen: es ist mit starker Übelkeit und Kopfschmerzen bis zu drei Tagen zu rechnen, mindestens jedoch am nächsten Tag!!!
Vielfalt in der Küche
Kulinarisch ist der Waldmeister eine wunderbare Pflanze, nicht nur in der Bowle oder der Berliner Weiße. Einfach in Apfelsaft eingelegt oder wie es neuerdings heißt eingehängt, kurz ziehen lassen (1 bis 2 Stunden), einen Spritzer Zitrone und Wasser dazu - köstlich.
Oder den Waldmeister klein schneiden und mit etwas Honig (oder Zitrone ...) pürieren, sehr fein gehackt geht aber auch, und damit Eis, Sorbet, Pudding, Sahne, usw. herstellen (normale, geschmacklich passende, Rezepte und den vorbereiteten Waldmeister zugeben). Oder man legt ihn in Apfelsaft ein und verarbeitet dann den Apfelsaft weiter, z.B. zu einem fantastischen Gelee - mein absoluter Favorit beim Waldmeister. Oder man kocht den Waldmeister in Apfelsaft kurz auf und verarbeitet diesen nach Erkalten zum Beispiel zu Desserts weiter.
Oder man stellt einen Waldmeistersirup her oder einen Likör oder Waldmeisterzucker, oder ... Oder man gibt ihn einfach frisch und etwas zerkleinert über Erdbeeren mit Sahne.
Selbst für herzhafte Speisen kann man ihn verwenden, einfach einmal z.B. Forellen damit füllen.
Mengenmäßig braucht man nicht viel und sollte man wegen dem Cumaringehalt auch nicht viel nehmen. Einige wenige Stängel (auf einen Liter Flüssigkeit maximal 10 bis 13 Stängel) reichen vollkommen aus.
Vorsichtshalber: Der Waldmeister (Auszüge) ist farblos! Bei den gekauften Produkten die grün daher kommen handelt es sich um Lebensmittelfarbe! Auch wird in diesen Produkten kein echter Waldmeister mehr zur Herstellung verwendet, sondern der Geschmack wird künstlich hergestellt (die Verwendung von echtem Waldmeister ist in den 80-iger Jahren, als der Waldmeister unter Verdacht stand, in Deutschland in der Lebensmittelindustrie verboten worden und dieses Verbot wurde bis heute nicht aufgehoben obwohl seid damals auch feststeht, dass er eben nicht krebserregend ist).
Bestimmung und Ernte
Der Waldmeister gehört zu den Labkräuter und diese wiederum zur Familie der Rötegewächsen und ist somit, wenn auch weitläufig, mit dem Kaffee verwandt was z.B. beim Kletten-Labkraut aber durchaus ein Rolle spielt. Labkräuter haben immer quirlständige Blätter (4 - 12) und sind daran gut zu erkennen. Der Waldmeister hat 6-8 quirlständige Blätter direkt am vierkantigen, aufrechten Stiel. Der typische Waldmeistergeruch entwickelt sich häufig erst, wenn die Pflanze welkt. Wenn man sich unsicher ist, einfach einen Stängel nehmen und in der warmen Hand einige Zeit etwas drücken. Nach nur wenigen Minuten entwickelt sich dann der intensive Geruch (und wenn nicht, dann ist es kein Waldmeister sondern vielleicht das Wald-Labkraut).
Den Waldmeister sollte man nur sehr behutsam oder mit einer Schere ernten da es die Pflanze anscheinend nicht mag wenn die Wurzel allzu sehr bewegt wird.
Immer wieder ist zu lesen, dass man den Waldmeister nur vor der Blüte ernten solle, genauso viele Autoren nennen als Sammelzeitpunkt vor und während der Blüte. Wenn man genauer nachforscht, dann findet sich keine Erklärung dafür warum man ihn nicht auch während der Blüte ernten sollte. Ich persönlich ernte den Waldmeister immer auch während der Blüte. Nach der Blüte werden die Blätter immer härter, dann ernte ich ihn nicht mehr.
Und jetzt könnte ich noch etwas zu der interessanten Fortpflanzungsstrategie oder z.B. zum Anbau im Garten oder auf der Fensterbank schreiben, aber ich glaube, es reicht jetzt erst einmal.
Liebe Grüße
Maria
Es versteht sich von selbst, dass man Pflanzen, genau wie Pilze auch, nur dann sammelt und verwendet, wenn man sich mit der Bestimmung dieser Pflanzen zu hundert Prozent sicher ist!
Hallo Stefan,
der Pilz kam unter dem Eichenast hervor - es kann gut sein, dass darunter ein Ast einer Buche war. Nachgesehen und damit den Pilz evtl. beschädigt habe ich nicht (es war der einzige Pilz weit und breit und diesen einen wollte ich einfach stehen lassen).
Hallo Steffen,
also eigentlich muss ich dies jetzt bei den Eckenscheibchen nicht so ganz genau wissen. Aber vielen Dank für Dein Angebot.
Liebe Grüße
Maria
Hallo Maria,
der mehlig-gurkige Geruch, den du sicher von deinen mittelfränkischen Ritterlingen her kennst, ist das beste Abgrenzungsmerkmal zum geruchlosen Sklerotienporling (P. tuberaster). Da du gerne Pilze kulinarisch verwertest, ist für dich vielleicht die Information interessant, dass P. squamosus in diesem Altersstadium ausgezeichnet schmeckt.
Liebe Grüße
Oehrling
Habe gerade etwas zu meinem ersten Kochversuch gepostet - der war so richtig, richtig lecker!!!
Danke Oehrling!
Liebe Grüße
Maria
Hallo Maria,
der mehlig-gurkige Geruch, den du sicher von deinen mittelfränkischen Ritterlingen her kennst, ist das beste Abgrenzungsmerkmal zum geruchlosen Sklerotienporling (P. tuberaster). Da du gerne Pilze kulinarisch verwertest, ist für dich vielleicht die Information interessant, dass P. squamosus in diesem Altersstadium ausgezeichnet schmeckt.
Liebe Grüße
Oehrling
Habe gerade etwas zu meinem ersten Kochversuch gepostet - der war so richtig, richtig lecker!!!
Danke Oehrling!
Liebe Grüße
Maria
Hallo,
gestern hatte ich einen kleinen Schuppigen Porling gefunden und diesen heute, in Scheiben geschnitten, lediglich in Butter gebraten und leicht gesalzen. Und da das Telefon just im Moment des Bratens läutete wurden die Pilzscheiben ziemlich knusprig, waren aber immer noch goldbraun. Ich sage Euch - richtig, richtig lecker!
Liebe Grüße
Maria
Hallo,
obwohl es sich hier um den Buchen-Schleimrübling handelt und man drumherum hauptsächlich Buchenblätter und -cupulen erkennt, scheint das Substrat hier ausnahmsweise Eiche zu sein. Das mache ich zum einen an der Rinde, aber auch an dem Pyrenomyceten fest. Da scheint es sich nicht um Diatrype disciformis, sondern um Diatrypella quercina zu handeln (der in diesem Fall schönere Pilz :P). Man sieht außerdem noch ein paar Blätter der Hainbuche und Fichtennadeln. An letzteren befindet sich offenbar noch ein Lophodermium oder so.
Viele Grüße
Steffen
Hallo Steffen,
da habe ich also noch zwei weitere Pilze mit aufgenommen, den einen an den Fichtennadeln hätte ich nie gesehen, den anderen sehe ich hier häufiger. Um welche Eckenscheibchen es sich dabei jeweils handelt kann gerade ich natürlich nicht sagen, ich habe mir weder diese Pilze bisher näher betrachtet, noch habe ich wirklich auf die Bäume geachtet. Ich meine aber, dass ich diese Eckenscheibchen auch noch an weiteren Eichen(-Überbleibseln) gesehen habe. Aber wie schon gesagt, auf diese Pilze habe ich nie wirklich geachtet.
Falls es für Dich interessant wäre (viel findet man im Internet über die Eichen-Eckenscheibchen ja nicht), kann ich gerne noch einmal dort hingehen. Du müsstest mir in diesem Falle nur sagen was Du brauchst.
Liebe Grüße
Maria
Hallo Maria,
wie gross war denn der Schuppige zum Zeitpunkt der Aufnahme?
LG aus Berlin. Heinz
Hallo Heinz,
5 und 3 cm, insgesamt ca. 8 cm breit, es dürfte ein ziemlich junges Exemplar sein, wenn ich dies richtig beurteile. Warum fragst Du?
Liebe Grüße
Maria
Alles anzeigen
Hallo Maria,
Bilder vom Waldmeister (Blüte) habe ich von 2015, bei mir fängt er jetzt auch an zu blühen, habe aber keine aktuellen Fotos gemacht.
Möchtest du die Fotos per e-mail?
Hallo Claudia,
Von der kulinarischen Verwendung von Flechten auch noch keine Ahnung (würde mich jetzt aber auch nicht so reizen ...)
Danke abeja,
ich schicke Dir eine PN.
[hr]
Hallo Claudia,
einige Flechten, vor allem das Isländisch Moos, werden traditionell und mit Erfolg medizinisch eingesetzt.
Es gibt so weit ich weiß im Internet Listen mit phototoxischen Pflanzen. Allerdings gibt es verschiedene Ursachen und hier sollte man unterscheiden (gute Veröffentlichungen machen dies auch). Es gibt Pflanzen die durch einen Hautkontakt zu Reaktionen führen können die aber bei Genuss dieser Pflanze keine Reaktionen zeigen - ich glaube bei der Weinraute ist dies so. Es gibt aber auch Pflanzen, die erst beim und nach dem Genuss der Pflanze in Verbindung mit Sonneneinstrahlung allergische Reaktionen hervorbringen können und hierzu zählt z.B. das Johanniskraut.
Und ja, vor einem Hautkontakt mit dem Riesenbärenklau kann man wirklich nur warnen!!! Mit dem ist nicht zu Spaßen und wenn man ihn entfernen will, dann wirklich nur mit sehr wirksamer Schutzbekleidung!!!
Liebe Grüße
Maria
Danke Ihr Zwei ![]()
Ja, der Fruchtkörper war nicht mehr taufrisch und hat auch schon kräftig ausgesport. (Auf dem ersten Foto sieht man dies sogar)
Ist ja unglaublich - zwischen Anfang April und Juli ist schon eine Zeitspanne!
Liebe Grüße
Maria
Hallo Maria!
Ich fühle mich da auch mal angesprochen... ich schaue mal nach ob ich was finde. Ansonsten in ein paar Tagen blüht der in meinem Garten bestimmt, es sei denn, es wird zu kalt.
Super Tuppie,
Alle anderen Fotos habe ich, nur keine von der Blüte. Die Blüte steht übrigens an geschützten Stellen kurz bevor, in dieser Woche noch denke ich. Eine Vorstellung des Waldmeisters wäre allerdings vor der Blüte gut ![]()
Liebe Grüße
Maria
Hallo Ihr Lieben,
heute war ich endlich wieder einmal im Wald und klar, wieder Pilze die ich noch nie gefunden habe. Die nachfolgenden Fotos müssten doch der Schuppige Porling sein. Der Geruch ist irgendwie leicht gurkenartig und er wuchs an einem Laubholzstumpf.
Vielen Dank schon einmal für Eure Mühe.
Liebe Grüße
Maria
Hallo abeja,
ich war jetzt doch neugierig was den Wiesenbärenklau angeht und habe einmal nachgeschlagen - da steht ja wirklich mitlerweile überall dieser oder ein ähnlicher Text - so ganz pauschal werden da, anscheinend vorsichtshalber, alle Wiesenbärenklau-Arten in einen Topf geworfen - ich fasse es nicht!
Beim Wiesenbärenklau (Heracleum sphondylium) gibt es mehrere Unterarten. Alle Wiesenbärenklauarten sind leicht giftig und zwar hauptsächlich in den unreifen Früchten und in den Wurzeln. Die meisten der Unterarten, aber um die geht es hier ja gar nicht, haben eine Phototoxische Wirkung auch durch die weiteren Pflanzenteile. Bei Berührung der Pflanzenteile und gleichzeitiger Sonneneinstrahlung auf diese Hautteile kann es eher selten und bei empfindlichen Menschen zu Hautreizungen kommen, in der Regel sind dies eher leichte Rötungen und Schwellung der Haut.
Eine Ausnahme bilden hier die Blätter des Gewöhnlichen Wiesenbärenklaues (Heracleum sphondylium L. subsp. sphondylium) und das ist der, der in der Wildkräuterküche verwendet wird. Seine Blätter, insbesondere die jungen Blätter die man in der Küche verwendet, zeigen keine Phototoxizität.
(Quelle: Giftpflanzen - Pflanzengifte, Roth, Daunderer, Kormann, Nikol Verlag)
Ganz ehrlich, manchmal bin ich wirklich erstaunt. Wenn man sich die traditionelle und Jahrtausende lange Verwendung des Gemeinen Wiesenbärenklaues ansieht, dann wird man keine Rezepte zu Wurzeln oder gar unreifen Samen finden (also zumindest ich habe da noch nie etwas darüber gelesen). Für die Stiele wird man Rezepte wie "Kompott", "blanchiert und überbacken" usw. finden, ich kann mich aber nicht daran erinnern jemals ein Rezept mit rohen Stielen gelesen zu haben. Was soll das Ganze also? Verstehe ich wirklich nicht!
Liebe Grüße
Maria
Apropos Foto: Hast Du vielleicht zufällig ein Foto des blühenden Waldmeisters?
Ich habe mir nämlich überlegt, den vielleicht die Tage im Wildkräuter-Thread zu bringen.
Hallo,
nur vorsichtshalber zur vielleicht etwas übersichtlicheren Darstellung ![]()
Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae)
Gattung: Schaumkräuter (Cardamine), Zahnwurze (Cardamine / Dentaria)
Art: z. B. Wiesenschaumkraut (Cardamine pratensis)
Unterart: z.B. Cardamine pratensis subsp. atlantica, Cardamine pratensis subsp. genuina , .....
Die Schaumkräuter (Cardamine) sind eine Pflanzengattung mit ich glaube an die 200 Arten weltweit. Zur Gattung Cardamine wurde irgendwann auch noch eine weitere, früher eigenständige Gattung, zugeordnet, die Zahnwurze (Dentaria). Nachfolgend schreibe ich aber nur von den ursprünglichen Cardamine-Arten, den Schaumkräutern.
Die verschiedenen Schaumkraut-Arten wachsen an unterschiedlichen Standorten, sehen zum Teil gut erkennbar unterschiedlich aus, zum Teil ähneln sie sich vom Aussehen her. Die Inhaltsstoffe ähneln sich bei den Hauptkomponenten sehr, sind aber bei den verschiedenen Arten in Höhe und Zusammensetzung unterschiedlich, was sich natürlich auf den Geschmack niederschlägt.
Das Wiesenschaumkraut (Cardamine pratensis) wächst, wie der Name schon sagt, überwiegend auf Wiesen, wenn möglich nährstoffreichen und frischen/feuchten Wiesen und es sollte hell sein. Natürlich kann es auch im Wald vorkommen, nämlich dort, wo es ähnliche Standorte findet wie auf einer Wiese eben. Und natürlich kann es auch auf nicht ganz so nährstoffreichen und feuchten Wiesen vorkommen, am Ackerrain, am Rand von Gebüschen, im Gartenrasen, und es kann z. B. in lichten Auwäldern vorkommen, an Bachläufen etc..
Das Waldschaumkraut (Cardamine flexuosa) als Vergleich dazu, wächst gerne im Mischwald, Buchenwälder mag es auch sehr gerne. Auch hier werden nährstoffreiche und feuchte Böden bevorzugt. Gelegentlich sieht es dem Wiesenschaumkraut durchaus ähnlich, auf den ersten Blick zumindest.
Das Bittere Schaumkraut (Cardamine amara) wiederum bevorzugt nasse Füße und Halbschatten. Nur sehr selten kommt es daher auf Nasswiesen vor.
Tja, bisher war es ja noch schön übersichtlich, nun aber werden einige der Cardamine-Arten noch in Unterarten, zum Teil recht umfangreiche, aufgegliedert. Ich denke aber, dass wir "normale" Kräutersammler diese weiteren Unterarten getrost vergessen können.
[hr]
abeja
Ich habe Wiesenschaumkraut von den verschiedensten Standorten (alle Wiesen-ähnlich, vom Ackerrain, aus meinem Garten, neben Hecken/Gebüsch) gegessen, lediglich direkt aus dem (Au-)Wald nicht. Einen geschmacklichen Unterschied konnte ich nie feststellen.
Ehrlich gesagt vermute ich eher, dass Du verschiedene Arten probiert hast. Und da gibt es eben geschmackliche Unterschiede.
Liebe Grüße
Maria
Untypisch geformte und ungetupfte Blätter (bei mir wächst der Aronstab an manchen Stellen in gemischten Horsten mit Bärlauch, für ungeübte Sammler brandgefährlich...)
Ja - durchaus brandgefährlich! Ihr ahnt gar nicht in wie vielen Körben, Plastiktüten, Handtaschen, Rucksäcken und Co. ich genau solche Blätter schon entdeckt habe!!!
Bärlauch scheint bei einigen Menschen wirklich auch die Sinne zu vernebeln ![]()
Liebe Grüße
Maria
Hallo abeja.
ganz, ganz tolle Bilder
Und ich bin sehr versucht Dich zu fragen ob ich einige der Pflanzenbilder verwenden dürfte ![]()
Zum Bild 47: Der Wiesenbärenklau löst, zumindest soweit ich weiß, keine allergischen Reaktionen aus. Er wird nur gerne verwechselt mit dem Riesen-Bärenklau und der löst sehr wohl sehr heftige Reaktionen aus, ist ziemlich gefährlich. Und hier kommt dann noch die "juristische Seite" dazu, die viele Sachbuchautoren dazu zwingt sich nach allen Seiten abzusichern. Und diese Autoren wiederum werden dann zitiert von weiteren Autoren ....
Das glaube ich Dir gerne, dass Du den Wiesenbärenklau als schmackhaft empfunden hast, denn er ist auch für mich, richtig zubereitet, außerordentlich schmackhaft - ich mag ihn (die jungen Blätter und die Knospen) sehr gerne.
Und zur Gundelrebe (Bild 48) schreibe ich irgendwann einmal noch etwas - die ist etwas heikel, aber gezielt angewendet wirklich eine Abrundung vieler Gerichte - meiner Meinung nach zumindest und Deiner Meinung nach nun wohl auch ![]()
Zu den diversen Baumblättern fällt mir persönlich eigentlich immer nur ein Spruch ein den ich in meiner Familie beim Experimentieren mit dem Ackerschachtelhalm eingeführt hatte: "Gut zu wissen für schlechte Zeiten"
und auch da scheinen wir wohl in Bezug der genannten Baumblätter einer Meinung zu sein. ![]()
Liebe Grüße
Maria
Hallo abeja,
da hatte ich Dich wirklich missverstanden (Wenn ich Deinen Text jetzt lese - das nächste Mal frühstücke ich erst und dann antworte ich
)
Es ist gut möglich, dass es bei den unterschiedlichen Standorten auch geschmackliche Unterschiede gibt. Ich selbst habe das Wiesenschaumkraut schon alleine aufgrund der Masse bisher nur auf Wiesen gesammelt.
Ich danke Dir übrigens für Deine Wertungen! Warum?
Bei so vielen Wildpflanzen liest man in beinahe allen Veröffentlichungen immer den gleichen Text (Die schreiben anscheinend alle voneinander ab
). Beim Wiesenschaumkraut z. B. immer "Salat" / "Frischpflanzenpresssaft". Es mag sein, dass dies außerordentlich gesund ist, es mag sein, dass es natürlich Menschen gibt, denen genau dies sehr gut schmeckt, Du hast mir aber die Bestätigung gegeben, dass ich mit meiner persönlichen Meinung nicht alleine stehe - als Beikraut zu Salat, Quark, Frischkäse, etc., die Blätter zusammen mit Butter UND Blüten ... dann ist das Wiesenschaumkraut wirklich köstlich.
Liebe Grüße
Maria
Hallo abeja,
ja die Bitterstoffe ...
Viele Wildpflanzen haben die von uns Menschen so "bitter" benötigten Bitterstoffe, ganz im Gegensatz zu den herkömmlichen Lebensmitteln aus denen die Bitterstoffe weitgehend herausgezüchtet wurden. Ich gestehe, hier im Wildpflanzen-Thread habe ich an die Plastikschälchen mit der degenerierten Kresse aus dem Supermarkt überhaupt nicht gedacht - das glaube ich gerne, dass man da einen enormen Unterschied feststellt.
Meintest Du mit dem "dicken Buch" vielleicht die Enzyklopädie der essbaren Wildpflanzen von Steffen Guido Fleischhauer oder ein anderes der zahlreichen "dicken Bücher"?
Liebe Grüße
Maria
[hr]
Hallo an Alle,
es gibt weltweit und auch bei uns relativ viele Cardamine-Arten und die meisten (in Mitteleuropa alle) sind essbar. Nicht alle sind aber überall zu finden, nicht alle sind leicht zu erkennen/zu bestimmen, einige stehen so weit ich weiß auch unter Schutz. Beinahe überall und massenhaft zu finden UND durch die Blüte leicht zu erkennen und eigentlich nicht zu verwechseln ist das Wiesenschaumkraut - daher habe ich nur dieses hier im Forum genannt.
Viele Wildpflanzen sind leicht bis ziemlich bitter und dies ist auch gut so. Wir Menschen brauchen Bitterstoffe und nachdem diese Bitterstoffe in den meistens der herkömmlichen Lebensmitteln zwischenzeitlich weitgehend weggezüchtet wurden dringender denn je. Zwischenzeitlich scheint es aber auch so zu sein, dass viele Menschen durch das überwiegende Essen der von den Bitterstoffen "befreiten" Lebensmitteln überhaupt keine Bitterstoffe mehr mögen - dies nimmt nach Untersuchungen mittlerweile bedenkliche Formen an.
Soweit mir bekannt sind alle Cardamine bitter mit Unterschieden bei der Bitterkeit. Und bei allen Cardaminen sind die Blätter vor der Blüte weniger bitter wie nach der Blüte.
Die Frage ist einfach nur wie man die Pflanzenteile zubereitet. Ganz bewusst habe ich daher beim Wiesenschaumkraut zwei Fotos eingestellt auf denen man erkennen kann, in welchem Mengenverhältnis man eine wirklich schmackhafte Speise zubereiten kann ohne dass das Essen bitter oder "scharf" schmeckt. Bei den Blütenbroten z.B. kann man wirklich reichlich die feinen Fiederblättchen auflegen - die leichte Bitterkeit und Schärfe wird durch die ebenfalls dick aufgelegten Blüten kompensiert und es ergibt sich ein harmonisches Geschmackserlebnis.
(Selbst die Kinder der 1. Klassen die diese Blütenbrote auf der Wiese selbst zubereiten und essen sind begeistert davon und dies wären sie auf keinen Fall, wenn die Brote zu bitter oder zu scharf wären
).
Liebe Grüße
Maria
Hallo Nobi,
ich bin platt - wo bitte bekommt man denn Straußen-Herzen? Das würde ich ja sofort probieren ![]()
Liebe Grüße
Maria
