Beiträge von Suillus B.

    Hmm. Tut mir leid, dass du wohl noch nicht so richtig erfolgreich Morcheln gefunden hast. Hoffe das wird noch...


    Getrocknete Steinpilze sind bei mir leider noch ausreichend vorhanden, bis es bald wieder die ersten schmackhaften Röhrlinge gibt. Knackige und makellose getrocknete Steinis würde ich nämlich durchaus 1:1 gegen getrocknete Spitzmorcheln tauschen.


    Hoffe du wirst demnächst in Morchelmassen für deine Geduld belohnt!


    Suillus

    Hallo!


    Also ich denke Speisemorcheln erscheinen etwa, wenn die Frühjahrslorcheln bereits langsam vergehen. So wurde es mir "überliefert" und so habe ich das nach meinem 1.-6.-Fund der Gyromitra esculenta in diesem Jahr auch beobachten können. Die sind gerade am Vergehen und die ersten Morchella esculenta des Jahres habe ich am Wochenende gefunden. Spitzmorcheln (M. conica), würde ich behaupten, treten nur einen Tick später auf als Frühjahrslorcheln. 1-2 Wochen vllt.? Bei Kiefern sollte man Spitz- und Speisemorchel schon finden können. Allerdings sind erstere in freier Wildbahn m.E. sehr selten und letztere bilden wohl lieber mit Gemeinen Eschen Mykorrhiza.


    Mein Fazit: Deine G. esculenta sieht so frisch aus, dass du wohl mit der intensiven umd erfolgsorientierten Suche noch min. 1-2 Wochen warten solltest. Kann mich aber natürlich irren.


    Grüße

    hallo nobi!


    dass es die frühjahrslorcheln bereits im durchschnitt hinter sich haben, kann ich aus osthessen bestätigen. hier waren sie auch massenhaft und vergehen jetzt deutlich. habe leider nicht drauf geachtet, ob die linden so schön blühen wie du sagst. bleibt daher bisweilen eine bauernweisheit ;)


    schöne grüße

    Salü!


    Ich hatte ein grandios pilziges Wochenende, an dem ich euch gerne teilhaben lassen möchte. Nachdem ich es am Samstag Vormittag zuerst mit einem Auenwäldchen, dann mit einem kalkigen Mischwald inkl. Eschen versucht habe, fand ich schließlich die ersten drei Speisemorcheln dieses Jahres (M. esculenta) unter Schlehenhecken:



    Der Tag bot anschließend noch über 400g Spitzmorcheln (M. conica), die allermeisten davon vom Rindenmulch eines nahen Holzplatzes:



    Dort wäre ich auch um ein Haar auf diese Blindschleiche getreten oO:



    Sonntag dann aber noch viel aufregender, denn zwei lang ersehnte persönliche Erstfunde....


    1. Adriger Morchelbecherling (Disciotis venosa)





    2. (Runzelige) Fingerhutverpel (Verpa conica)





    Diese standen ungezählt ebenfalls in den Schlehenhecken. Ich habe sogar überlegt, diese einmal gustatorisch zu testen, da sie so zahlreich sind und sehr verführerisch mild-morchelig rochen. Mal sehen, evtl. hole ich das nach...


    Im Ergebnis habe ich mir an diesem Wochenende einen kleinen aber feinen Morchelvorrat erlaufen und tolle Erstfunde verzeichnet. So kann das Jahr dann gerne weitergehen:


    Fang Tag 1 vorbereitet zur Trocknung:



    Fang Tag 2:




    Vielen Dank fürs Mitkommen!


    Der Suillus

    die g. esculenta würde ich mich nicht trauen, zu verzehren. auch wenns eine übezeugte tintling-autorin gibt, die sie wohl für einen der besten speisepilze hält...


    heute war ich allerdings auf m. esculenta/gigas pirsch im hessischen kegelspiel (ausläufer der rhön) in einem netten wald mit muschelkalk und ca. 10% eschen. endlich habe ich sie zweifelsfrwi identifizieren können an den noch hängenden vertrockneten fruchtbüscheln und schwärzlich vergangenem laub auf dem boden. die natur ist da leider noch etwa zwei wochen hinter rhein-main zurück. daher wenig pilziges. auch leider kein gemörch...


    grüße und meld dich mal für eine tour!


    suillus

    naja. sporen sind da natürlich unendlich viele drauf, die einfach nicht auskeimen, weil das holz zu trocken ist. wenn du denen feuchtigkeit gibst, werden sich da natürlich konkurrenzkeime ausbreiten. andererseits wenn man es sterilisiert sollte es unbedingt funktionieren, wenn auch viel viel langsamer bewachsen werden, als etwa spähne.


    fazit: kann man machen, wenn man viel zeit, einen entsprechenden hochvolumigen autoklaven hat und bereit ist für substrat, das schlechter handhabbar ist und langsamer besiedelt wird, mehr geld auszugeben, als für spähne.


    grüße

    das sind schon spitzmorcheln (morchella conica). glückwunsch!


    verzehrfreigaben gibt es hier im forum allerdings nicht, sondern nur beim pilzsachverständigen vor ort.


    bei morcheln (auch wenn diese erstmal einen guten ersten eindruck machen), kommt es entscheidend auf die frische an, ob sie genießbar sind.


    beste grüße

    Ahoi!


    Vor wenigen Tagen erst hatte ich meinen Erstfund mit den Frühjahrslorcheln. Seitdem verfolgen sie mich. Habe sie noch an drei anderen Standorten angetroffen und heute fast 50 Stück in einem einzigen Mulchbeet! Ich weiss nicht wie gewöhnlich das ist. Aber ich finds irre!


    Zwei Bilder anbei, die das Ausmaß leider gar nicht wiedergeben können:

    Bilder

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    hilmgridd: du hast gute chancen ein paar rimumos zu finden, wenn du zwei stündchen in einer gegend mit vielen einfamilienhäusern um den block ziehst und dir die mulchbeete anschaust. die meisten wissen nicht, was da für schätzchen in ihrem garten stehen und erlauben einem das absammeln, wenn man lieb fragt, ob man "die pilze aus ihrem garten" haben kann. auf einem betriebsgelände, wo ich nicht fragte, wurde ich heute aber schroff des platzes verwiesen, obwohl die dame nicht wusste, worum es sich handelte. ich hielt ihr sogar eine morchel entgegen, erklärte ihr, sie müsse doch froh sein, dass ich die stinkmorcheln da entferne, woraufhin sie angewidert zurückwich. sammeln durfte ich sie aber nicht mehr. besser überall nett fragen. das passt dann meistens schon...

    Hallo craterelle!


    das erste problem wäre hier wohl, dass die meisten pilze (die seitlinge/pleurotus spec. ganz besonders), roh giftig sind. man müsste also schon bei ordentlich temperatur lange genug räuchern. wenn du das hinbekommst, freue ich mich auf einen bericht von deinem experiment. so richtig vorstellen kann ichs mir noch nicht aber probieren geht ja über studieren ;)


    lg

    http://m.aerzteblatt.de/print/169363.htm


    also wenn ich das als fachfremder richtig verstanden habe, ist diese "urtinktur" erwiesenermaßen mindestens unwirksam.


    an amatoxinen in der krebstherapie wird allerdings tatsächlich geforscht. sie seien aber nur dann therapeutisch wirksam, wenn sie biochemisch an proteine gebunden werden, nicht wenn man sie als pilzsaft aus den fruchtkörpern presst.


    die verdünnungen d2-d3 unterliegen wohl der rezeptpflicht. als heilpraktiker sind sie damit ohnehin nicht zur anwendung berechtigt.



    grüße
    [hr]
    by the way komme ich aus dem gruseln darüber nicht heraus dass ein heilpraktiker überhaupt in erwägung zieht, amatoxine zu verabreichen.


    kann man das thema nicht schließen? mir scheint das hier so verantwortungsvoll, wie einem druffi skkk zu bestimmen, der sie zur selbsttherapie seiner psychosen einsetzen möchte...

    Hallo!


    Tut mir leid für die Wortwahl, aber für mich klingt das sogar völlig idiotisch. Einen nachgewiesenen Nutzen gibt es wie für die gesamte Homöopathie nicht. Solange harmlose Zuckerkügelchen begleitend zur wirksamen medizinischen Behandlung und niemals alternativ oder gegen Zipperlein verabreicht werden, ist das zumindest nicht kriminell. Eine Verabreichung von potentiell tödlichen und in jeder Dosis bereits Leberschädigenden Amatoxinen ist in jedem Fall Körperverletzung oder auch ein Tötungsdelikt. Zumal die Verdünnung D2 für homöopathische Verhältnisse nichtmal sonderlich stark verdünnt ist.


    Absolutes No-Go!


    Etwas aufgewühlt...


    Suillus
    [hr]
    Es mag Patienten geben, bei deren Behandlung medizinische Möglichkeiten bereits vollständig ausgeschöpft sind und die sich daher an alle unmöglichen Verfahren und Alternativmethoden aus dem Kosmos des Web klammern. Oder Patienten, die nach erreichbaren Optionen zur Sterbehilfe suchen. Als Homöopath sollten Sie auch letzteres in Betracht ziehen, wenn es um Amatoxine geht und in jedem Fall eine klare Grenze für sich ziehen, alleine schon aus juristischen Erwägungen.

    Danke!


    Mir geht es ohnehin hauptsächlich um die Gattung, da ich mich so langsam darin einfinde, meine Funde ordentlich nach Gattungsmerkmalen zu schlüsseln. Von daher ist es schonmal super, dass ihr mir die Gattung so bestätigen konntet. :alright:


    Momentan möchte ich vllt. bei den meisten Pilzen, die kulinarisch uninteressant sind, noch gar nicht viel weiter gehen, sondern erstmal das ordentlich auf die Reihe kriegen und werde die Artennamen dazu vermutlich ohnehin wieder vergessen. Die Psathyrella spec. sitzt aber jetzt schon besser.


    Grüße

    Oh ja. Mit Psathyrella spadiceogrisea kann ich mich anfreunden. Dann passt der auch eher in die Jahreszeit. Einzig die Farbe des Hutfleisches (weiß lt. 123pilze) finde ich recht verwirrend. Der Hut scheint nämlich bloß aus Huthaut und Lamellen zu bestehen, so dünnfleischig ist der. Das mag aber auch so wirken, weil die Hüte ja recht aufgeweicht sind...

    Salü allerseits!


    Eine mir bekannte Morchelstelle vor Ort (Rhein-Main) habe ich nicht wirklich. Mir ist schon klar, wo man hier suchen sollte. Wunderbare Auen gibt es etwas südlich richtung Messel. Man munkelt in der Nähe von Langen und Dietzenbach seien wunderbare Mochelhabitate für Speisemorcheln. Da komme ich aber nicht mal eben so gegen Feierabend hin. Entsprechend habe ich mir ganz in meiner Nähe bereits ein paar Plätzchen ausgeguckt, die mich sehr Hoffnungsvoll stimmen. Die Habitate, die ich schonmal ablaufe, haben kalkige Böden (vieleviele Schnecken und Kalkgruben in der Nähe), Mischwald mit wunderbar breit durchmischtem Baumbestand, viel Totholz, sind feucht und windgeschützt. Stellenweise wachsen Sumpfdotterblumen und Bärlauch in Massen, Brombeersträucher sind recht häufig. Für Speisemorcheln mag es immernoch ein bisschen früh erscheinen, aber gucken darf man ja schon mal....


    Naja leider noch ohne konkreten Erfolg. Finden lässt sich dennoch schon einiges. Wir stecken endlich deutlich im Vegetationsbeginn!


    Für mich ein persönlicher Erstfund, diese Frühjahrslorcheln (Gyromitra esculenta). Das freut natürlich ganz besonders!




    Grünblättrige Schwefelköpfe gibt es auch schon:



    Immernoch finde ich massenweise Judasohren (Auricularia auricula) an den unterschiedlichsten Laubhölzern, hier an Rotbuche und hübsch vergesellschaftet mit einer ganz frischen Schmetterlingstramete (Trametes versicolor):



    Das Sammeln der Judasohren habe ich dieses Frühjahr irgendwann eingestellt, als ich bereits über ein Kilo Trockengewicht dieses Speisepilzes ohne besondere Eigenschaften zu Hause hatte. Die meisten davon habe ich in einem recht begrenzten Holunderhain gefunden, der m.E. von den Judasohren regelrecht aufgefressen wird. Gesunde Holunder waren da praktisch keine mehr zu finden. Dort fruktifizierten die Ohren auch auf allen möglichen anderen Laubhölzern, sogar an einem Obstbaum, ich vermute stark Apfelbaum. Geht das? Die Pilze waren dann deutlich dunkler gefärbt. Kann dazu jemand etwas sagen? Leider habe ich wohl kein Bild gemacht...


    Ebenso habe ich im Laubwald mit fast ausschließlich Eichen und Buchen ziemlich große Becher gefunden, die ich am Ehesten für Judasohren erklären würde, die von Bäumen abgefallen sein müssten. Kann das sein? Sie lagen jedenfalls falschherum auf dem Laub. Ich habe schlicht keine andere Erklärung:




    Schließlich konnte ich m.E. heute noch Büschelige Faserlinge (Psytharella multipedata) finden. Könnt ihr mir die so bestätigen? Sollten die nicht eigentlich erst später auftreten?


    Ich kann dazu nur sagen, dass ich die Beschreibung mit den folgenden Merkmalen völlig nachvollziehen kann:


    hygrophan, Sporenpulverfarbe ziemlich dunkel, Lamellen untermischt und angeheftet, Stiel glatt, hohl und längsfaserig, leicht brüchig, dünnfleischig, wurzelnd. Der Geruch ist unaufdinglich pilzig aber keinesfalls unangenehm.




    Zum Schluss noch eine Sache, bei der ich mir ganz unschlüssig bin. Handelt es sich um einen Pilz? Hat ein Schleimer einen Muschelseitling überfallen? Hat ein Riesenvogel da hingeschissen? Habe sowas noch nie gesehen. Jedenfalls war das so eine brüchige, zweifarbige, geruchlose Masse. Man könnte fast sagen schaumig, aber doch etwas fester und ohne Lufteinschlüsse. Wie angetrockneter Frischkäse. Ich habe keine Ahnung wie ich das beschreiben soll. Naja, vllt hat ja wer eine Ahnung:



    Vielen Dank fürs Mitkommen und schonmal jetzt für eure Mühe!


    Suillus

    Die Pilzzucht ist leider nichts für Ungeduldige. Zeit ist hier häufig der wichtigste Faktor. Die Herstellung einer ausreichenden Menge Brut wird dich noch einige Wochen Beschäftigen, wenns denn klappt. Danach kann es recht schnell gehen. Wenn man ausreichend Brut im Substrat gut verteilt, kann es sich innerhalb von wenigen Wochen über das ganze Substrat ausgebreitet haben.


    Aber warte jetzt erstmal ne Woche ab, danach wird es schon ganz anders ausschauen. Vielleicht ist deine Pappe dann schon komplett überwachsen und du kanns beginnen, mit Brutsubstrat zu füttern. Wie gesagt: Bzgl. Körnerbrut bin ich skeptisch. Aber versuchen kannst du es ja mal. Vielleicht nicht bei allen Gläsern. Da du ja bis dahin noch Zeit hast, könntest du mal über Tyndalisation des Korns nachdenken. Ob das wirklich zu guten Ergebnissen führt, kann ich aus der Praxis leider nicht sagen. Oder fragst mal in der Nachbarschaft rum, ob dir nicht jemand einen Dampfkochtopf leihen mag. Andernfalls würde ich eben ohne Gewähr abgekochte Buchhenholzspähne als Brut empfehlen.


    An Geduld geht aber kein Weg vorbei. Pilzzucht ist eine Geduldsprobe.


    Grüße

    Danke KiHo et al!


    Du scheinst ne menge Ahnung von der Materie zu haben. Wirklich tolle Antworten! Du solltest in Erwägung ziehen, in der Redaktion der Sendung mit der Maus anzuheuern, falls du da nicht schon arbeitest ;)


    zu der Esoterik nochmal: Demeter vergräbt nicht nur Kuhhörner mit Kacke, die ja anschließend nicht etwa effektiv dosiert ausgebracht werden. Man muss sich hier vorstellen, dass dort die Jauche aus einem Kuhhorn dann wirklich auf mehrere Hektoliter Wasser gegeben und vernebelt wird. Wie in der Homöopathie geht es nicht um eine effektive Dosierung von Wirkstoffen, sondern die Wassermoleküle an sich, deren "Energiepotentiale" dadurch verändert würden. Wenn etwas an sich schon völlig widersinnig klingt, bekommt es meist noch das Attribut "kosmisch". Also geht es vermutlich um "kosmische Energiepotentiale", auch gerne "Schwingungen", mysteriöse "Kräfte" und "Energien". Alles auch wahlweise "kosmisch".
    Es gibt unzählige Beispiele für schlicht unsinnige Methoden: Ich mache keinen Witz, wenn ich von Eurythmie vor Pflanzen spreche. Das macht man auch tatsächlich. Oder man beschallt abhängende Würste mit klassischer Musik durch ein echtes Streichquartett. (http://www.faz.net/aktuell/rhe…ischer-musik-1698987.html)
    Felder werden nach astrologischen Regeln bestellt, für Erntezeitpunkte ist nicht etwa das Wetter ausschlaggebend, sondern allem voran die Mondphase.


    Und ich meine eben, dass das mit tatsächlicher Nachhaltigkeit eben nichts zu tun hat. Ob ein Landwirt Mineraldünger, Pestizide und Fungizide aus der Petrochemie in großen Mengen über seinen Feldern ausbringt, ist keine Frage kosmischer Kräfte. Mir ists jedenfalls lieber, wenn man sich in Fragen der Nachhaltigkeit heutzutage auf wissenschaftliche Erkenntnisse, statt auf esoterisches Erfahrungswissen beruft.
    Leider ist dem Verbraucher (vielen/manchen Verbrauchern) wichtiger, ein nachhaltiges Image zu erwerben. Das haftet eben eher dem Nostalgischen an, dem Kleinbauern, der noch eigenhändig Kuhhörner mit Kacke befüllt und vergräbt, als dem hochtechnisierten ökologischen Großbetrieb, dem nicht Engel und kosmische Kräfte bei der Hestellung zur Hand gehen, sondern mächtige Maschinen. Ich bin überzeugt, dass sich das ändern muss, wenn wir in Zukunft größere Teile unserer Nahrung nach Erkenntnissen der Nachhaltigkeit herstellen möchten.


    Grüße

    Salü!


    Also die Haufen auf meinen Fotos stehen übrigens nicht auf irgendeinem so scheints magischen, gewachsenen Boden. Sie dampfen ja trotzdem.


    Tschuldige, aber dieser Steiner ist doch ein fürchterlicher Esoteriker, Rassist und Antisemit. Himmler soll von seiner Lehre begeistert gewesen sein. Ich empfehle zu Rudolf Steiner unbedingt den psiram-Artikel. Dass sich diese sog. "biologisch-dynamischen Methoden" in der Landwirtschaft wieder zunehmender Beliebtheit erfreuen, obwohl wir doch heute wissen sollten, dass weder Mondphasen, noch Sternkonstellationen, noch Eurythmie oder andere Hokuspokus-Rituale auf Pflanzen, Pilze und Gewürm irgendeinen nachhaltigen Effekt ausüben, finde ich haarsträubend.


    Hier mal so ein Beispiel für diese Methoden des nach Steinerscher Lehre biologisch-dynamischen Erzeugerverbands demeter:
    "Kuhhorn, das –“ mit Kuhdung gefüllt –“ im Frühherbst vergraben wird. Dieses Hornmist-Präparat wird im Frühjahr aus dem Horn geschabt und in einem bestimmten Verhältnis mit Wasser verrührt. Dynamisieren nennt Demeter das.
    Denn auf diese Weise lassen sich die gesammelten kosmischen Kräfte des Präparats unmittelbar auf das Wasser übertragen. Und das bringen die Bauern als feinen Sprühregen auf die Nutzflächen aus. Es wirkt dann wie in der Homöopathie energetisch auf Boden und Pflanzen.
    Das Ergebnis ist wissenschaftlich erforscht: Durch die Biologisch-Dynamischen Präparate wird der Boden immer lebendiger. Seine Humusschicht wächst, die Pflanzen wachsen harmonischer und werden kräftiger."
    (http://www.demeter.de/presse/i…dem-hornmistpr%C3%A4parat)


    Es hat doch auch mit ökologischer Nachhaltigkeit nicht im Geringsten etwas zu tun, ein Kuhhorn voller Kacke zu vergraben, um es nach dem Winter wieder auszubuddeln und homöopathisch verdünnt über die Felder zu sprühen. Man kann auch auf oder zumindest neben bestellten Feldern rumtanzen wie man will, eurythmisch oder meinetwegen Samba. Aber diese Behauptungen, "wissenschaftlich erforscht" zu haben, dass dieser ganze Mumpitz die Natur irgendwie harmonisiere et al. und viel tollere, "harmonischere", natürlich gesündere Lebensmittel hervorbringe und nachhaltiger als nachhaltig sei, sind doch inakzeptabel. Wenn wir nur ansatzweise vernünftig wären, würden wir diese Ressourcen wirklich in nachhaltige Projekte investieren.


    Naja. Sorry. Genug über Steiner und den ganzen esoterischen Komplex...


    Nochmal was zu dieser Rotte: Mir ist jetzt zumindest klar, dass dieses Holz kompostiert wird, warum man das machen sollte allerdings gar nicht. Ist das nicht besser als Brennstoff verwendbar? Oder auch in einer Biogasanlage? Oder eben als (unverrotteter) Mulch?


    Grüße

    Salü!


    Danke für die aufschlussreichen Antworten!


    Mir stellt sich jetzt nur noch die Frage, warum man diese Holzhäcksel so - also es klingt ja als sei das intendiert und sieht auch so aus - verrotten lassen sollte. Als Energieträger sind sie doch anschließend vermutlich weniger brauchbar. Oder macht man das eher für den Gartenbereich, damit sich dort dann keine ungewollten Organismen wie Pilze mehr ansiedeln können?


    Grüße