Hallo Kräutermädels,
ich gebe rasch noch meinen Kräuter-Senf dazu:
1. Buchenkeime erinnern geschmacklich an die adstringierenden Bucheckern. Für mich zu kräftig. Ahorn-Keimlinge sind milder, auch nicht meins. Ich muss ja nicht alles essen. Ich mag es nicht, wenn sich im Mund alles zusammenzieht, das betäubt meine Geschmacksnerven. Bei den Bäumen warte ich auf die Lindenblätter. Die sind richtig gut, besser als die meisten Blattsalate und vermutlich auch gesünder. Ich wundere mich, dass Lindenblätter nicht viel mehr verspeist werden. An bittere Kräuter hat sich meine Geschmack im Laufe der Jahre ganz gut gewöhnt. Thymian, Löwenzahn etc. esse ich gern und mit Appetit.
2. Im Moment ist Scharbockskraut mein Favorit. Es blüht hier noch nicht und ich finde es sogar besser als Feldsalat. Scharbockskraut, etwas Brunnenkresse, Wiesenschaumkraut (bitteres hatte ich noch nicht) , Löwenzahn, Sauerampfer und neuerdings ein wenig Giersch (Danke Maria, wegen Deiner Empfehlung nehme ich nur die ganz jungen lackglänzenden Blätter, die sind wirklich lecker.), Dressing dazu, das gibt einen guten Salat
Brauchbare Sauerampferfotos habe ich leider nicht.
3. Photoaktive Substanzen: Nach eigener schmerzhafter Erfahrung kann ich nur empfehlen, bei Sonnenschein einen Bogen um den Riesen-Bärenklau zu machen und unbedingt den Hautkontakt zu vermeiden. Das kann zu Rötungen bis hin zu Blasen und suppenden Wunden führen - also den klassischen Verbrennungssymptome von Verbrennungen zweiten Grades. Ähnliche, wenn auch nicht so extreme Erfahrungen habe ich mit Alant gemacht. Gibt es eigentlich eine Liste der "gefährlichen Pflanzen" an Sonnentagen? Da gibts ja noch einige populäre Gewächse, wie mein allerliebstes Johannis(Hexen)kraut. Ich denke, dass Allergiker und empfindliche Menschen auf der sicheren Seite sind, wenn sie solche Pflanzen nicht verkosten.
4. Aronstab im Bärlauch: Danke für die Warnung. Auf die Idee wäre ich gar nicht gekommen. Ich kenne Aronstab nur marmoriert. Ich war heute in Oberfranken auf Bärlauchpirsch. Auch da war alles trocken, glücklicherweise gab auch keinen Aronstab in der Nähe, Morcheln natürlich auch nicht.
5. Da wir gerade in der Kräuterdebatte sind, eine ganz andere Frage: Habt Ihr Erfahrungen mit der Anwendung von Flechten (Irisches Moos)? Ich habe sie bislang immer nur zum Basteln verwendet (Krippenlandschaften, toll für Kinder an langen Winterabenden). Eigentlich stecken da doch wertvolle Inhaltsstoffe drin, die danach rufen, medizinisch verwendet zu werden.
Liebe Grüße Claudia