Nachdem die DGfM diesen Weg zerschlagen hat, bauen wir halt selbst etwas auf. Im Moment sind wir noch zu klein, um (allein) etwas zu erreichen. Wenn wir genügend Pilzberater haben, können wir besser in die Offensive gehen. Würde die DGfM wollen(!), dann könnte man natürlich einen neuen Versuch auf breiterer Ebene starten. Ich denke aber realistisch, geht das nur auf Bundeslandebene - und wenn das klappt, dann vielleicht auf Bundesebene. Oder ganz ohne DGfM mit dem NaBu - der ist größer und kann vielleicht mehr reißen.
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Und der Staat ist natürlich nur ein abstraktes Gebilde. Die Entscheider sitzen in den Parlamenten und reagieren ziemlich zuverlässig auf Medienberichte.
Aber nur dann, wenn eine Mitgliederstarke Lobby dahinter steckt. Man kann auch fachlichen Input hinbekommen. Ich war schon im Landtag, ich war auch Redner bei Podiumsdiskussionen (einmal auch im Landtag) - aber eben auf der Ebene des Naturschutzes. Im Gesundheitsbereich ist kaum was zu machen. Da helfen auch die Zeitungsartikel wenig, die es übrigens gibt und gab. Es ist ja nicht so, als hätte noch niemand was versucht.
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Wenn das Timing stimmt, und die Experten sich genau dann zu Wort melden, wenn sich wieder einmal jemand vergiftet hat, nimmt die Presse das dankbar auf. Es spielt auch keine Rolle, dass Pilzvergiftungen nicht die häufigsten Vergiftungen sind.
Doch, weil es ums Geld geht. Will man etwas, was Geld kostet wird es schwierig.
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Bei der Haltung gefährlicher Tiere hat das auch so in vielen Bundesländern genau so funktioniert.
Das kostet den Staat aber nichts. Denk an die Listen für Hunderassen. Die bringen dem Staat mehr Einnahmen, da die Hundesteuer für Listenzhunde teils um den Faktor 10 erhöht wurde.
Die Vereine müssten jedes Mal zeitnah auf Berichte von Pilzvergiftungen reagieren und aufzeigen, wie man das verhindern kann. Nicht nur einmal, aber glaub mir, so kann das funktionieren.
Das reicht halt nicht als kleiner Spartenverein. Dazu zähle ich auch die DGfM. Sie ist viel zu klein, um auf Bundesebene was zu reißen.
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Und natürlich fine ich es besser, eine Landesregierung zu haben als gar keine. Aber alle zusammen wäre halt besser. Ist so wie Steinpilz - Filzer - oder gar kein Pilz
Meiner Meinung nach ist der beste Weg, möglichst viele Pilzberater auszubilden, deren Tätigkeiten nachzuweisen und pekuniär gegenzurechnen (wie viele Vergiftungen konnten vermutlich vermieden werden...), dann auch Sachverständige mit entsprechender Qualität auszubilden - die dann immer mit den Krankenhäusern abrechnen - dann wird es ein Haushaltsposten. Und dann kann man wieder die Wichtigkeit dieser Ausbildung aufzeigen und wieder versuchen, auch an staatlichen Stellen / an Behörden auszubilden. Und dann ist der Weg zur Anerkennung nicht weit. Wir waren ja hier wie gesagt mal ziemlich weit damit, bevor es zerschossen wurde.
Ich kann aber andere Vereine nicht zwingen, auf Ausbildungsstandards zu achten. Oder zwingen, auch Sachverständige im engen Sinn auszubilden. Vereine sind demokratisch. Will die Mitgliederversammlung das nicht, dann wird es nicht gemacht. Und das ist legitim.
Ein letztes Beispiel:
Der Giftnotruf München hat eine Fortbildungsveranstaltung angeboten - für Pilzsachverständige kostenlos(!) und für Ärzte / Toxikologen anerkannt. Die Inhalte sind und waren für Pilzberater wirklich essentiell. Bei der ersten solchen Veranstaltung hatte ich die DGfM überzeugen können, die als Fortbildung für PSV anzuerkennen. Seltsamerweise war das sehr zäh, aber es klappte.
Was aber das Grundthema angeht, sollten die Ziele über persönlichen Dingen stehen. Deshalb verstehe ich nicht, warum keine gemeinsamen Listen möglich sind. Aber wie gesagt, ich muss ja nicht alles verstehen...
Falls du selber auch Pilzberaterin werden willst - ich kann dir sowohl die Kurse, die Andreas, Lothar & Co. anbieten (mit Prüfung zum PSV DGfM) als auch natürlich unsere Kurse empfehlen. Wenn dich das Thema so umtreibt, wäre es ja sinnvoll, wenn du richtig einsteigst. Und da dir der Frust der letzten Jahr(zehnte) in Sachen Anerkennung von PSV fehlt, kannst du vielleicht frisch durchstarten. Vielleicht hast du ja wirklich recht und könntest was bewegen (das ist alles weder zynisch noch sarkastisch gemeint).
LG
Christoph