Hallo Claudi,
ich kann deinen Grimm bezüglich der Milchlingsgeschmäcker gut nachvollziehen. Eigentlich gehört das zum Milchlingsbestimmungsprogramm dazu (ähnlich wie bei den Täublingen), aber man will doch wissen, ob es neben der - oft blöden - Geschmacksprobe noch andere Vorgehensweisen gibt, mit denen man Bestimmungsoptionen einschränken kann.
Die Milchlingssektionen werden bei vielen Autoren nach der Farbe/Farbveränderung der Milch bzw. des Fleisches eingeteilt. Es gibt sofort rosa-orangefarbene, rosa-orange verfärbende, violett verfärbende, gelb verfärbende, graugrün verfärbende, weiße und wasserklare Milch. Also solltest du den Pilz über Nacht oder doch zumindest einige Stunden liegen lassen, um festzustellen, ob bzw. wie die ausgetretene Milch mitsamt dem umgebenden Fleisch die Farbe ändert. Dann bist du mit etwas Glück in der richtigen Sektion, und dann ist es nicht mehr so schwierig, leichter jedenfalls als bei den Täublingen.
Beim zweiten der von dir angefragten Pilze halte ich es für gut möglich, dass die Milch sich über Nacht graugrün verfärbt hätte - aber das ist bei dieser Datenlage Spekulation.
Weiter solltest du darauf achten, ob der Pilz am Hutrand bärtige Zotteln hat oder nicht, manchmal braucht man dazu eine Lupe. Am besten geht das bei Jungexemplaren. Denn andere Autoren bilden Sektionen danach, ob am Hutrand diese Zotteln vorhanden sind oder nicht. Und du solltest den Zustand der feuchten Huthaut beurteilen - rasch abtrocknend und dann trocken bis mattfilzig, feucht-glatt, lange schmierig oder gar schleimig. Auch das ist ein wichtiges Bestimmungsmerkmal, vor allem dann, wenn die Milch nicht verfärben sollte.
Edit: Peter hat zu recht auf die Geruchsprobe hingewiesen. Auch da kann man Glück haben, wenn man Kokosflocken, Blattwanzen, Heringslake oder so etwas riecht.
FG
Oehrling