Beiträge von mollisia

    Hallo,


    ja, an Psathyrella hatte ich beim Stiel auch gedacht - nur gibt es da keine bereiftstieligen Arten meines Wissens.
    Heudüngerling bei 4 cm Hutdurchmesser fällt auch flach ....


    beste Grüße,
    Andreas


    Hallo Romana,


    ich denke du wirst an allen Stellen fündig werden wo folgende Faktoren zusammenkommen:
    - nährstoffarmes Wasser (Bach fließt durch saures Gestein)
    - fließend
    - Laubholz kann sich im Bach verkeilen


    Viel Spaß beim suchen - und wo EINE Art vorkommt findet man in der Regel noch weitere Vibrisseen, Mollisien, Graddonia, Hymenoscyphus ....


    Bzgl. der Ergebnisse des Projekts ist geplant, diese als eine Doktorarbeit zu vergeben. Kann also sein, dass die Publikation nicht so einfach zugänglich sein wird. Sie wird sowieso ganz überwiegend auf den moekularen Ergebnissen basieren, die durch Sequenzierung des geschredderten Laubs gewonnen werden. Unsere Suche nach Teleomorphen ist erst mal nur Beiwerk. je nachdem, wie die Ergebnisse insgesamt ausfallen, wird es vielleicht ein Folgeprojekt geben, dass sich dann mehr mit dem Lifecycle dieser Arten beschäftigt, wo wir also erforschen wollen, wie sich diese Arten überhaupt an der Zersetzung der Biomasse im bach beteiligen und wie ihre Lebensumstände sind (endophytisch vielleicht?).


    In der Österreichischen Zeitschrift für Pilzkunde gibt es übrigens zwei Artikel zu den aquatischen Hyphomyceten!


    beste Grüße,
    Andreas

    Hallo Romana,


    diese submersen (unter Wasser wachsenden) Pilze gibt es in Österreich nicht nur an zwei Standorten - vielmehr haben wohl nur zwei Funddaten den Weg in die Kartierung gefunden, warum auch immer. Da muss ich mich selbst auch an der Nase packen, ich habe die Art in Österreich auch schon mehrfach gefunden. Sie sollte in allen Bergbächen die durch urgestein fließen und Laubbäume am Ufer aufweisen vorhanden sein.


    Nächste Woche fahre ich für drei Tage in den Nationalpark Bayerischer Wald zum Kartieren dieser Arten, im Zuge eines größeren Projektes über die Biodiversität in Fließgewässern, entlang von Höhengradienten an Bergbächen. Dazu haben wir mehrere Bäche ausgewählt und Dauerbeobachtungsflächen eingerichtet auf jeweils vollen hundert Höhenmetern (also bei 700 m NN, 800 m NN, 900 m NN, ...)
    Dabei sollen dann auch (molekular) die ganzen anamorph lebenden Arten, also die aquatischen Hyphomyceten, erfasst werden.
    Sehr spannend!!


    beste Grüße,
    Andreas

    Hallo André,


    sehr wahrscheinlich ein Ackerling, aber ich glaube nicht dass man genaueres sagen können wird.
    Interessant ist der bereifte Stiel, also vielleicht Agrocybe putaminum .....


    beste Grüße,
    Andreas

    Hallo,


    also Entoloma ctratum oder Verwandschaft erkenne ich in diesem Pilz nicht, das kann ich mir schlecht vorstellen.
    Einen Vorschlag habe ich aber auch nicht ....


    beste Grüße,
    Andreas

    Hallo,


    ich lehne mich mal etwas weiter aus dem Fenster und würde die Wahrscheinlichkeit, dass dies Entoloma araneosum ist, mit 95% einschätzen - wenn man E. araneosum weiter fasst. Die angedeutet rosaliche Verfärbung des Basalfilzes, was man im Schnitt des Fruchtkörper in der untersten Stielbasis im Fleisch sogar noch besser sieht, ist typisch für das was man auch Entoloma fulvostrigosum nennt und was allgemein für synonym zu oder eine Forma von araneosum betrachtet wird.
    Bei anderen Arten des Subg. Pouzarella habe ich das nie beobactet (hirtum, dysthales, dysthaloides, ...)


    beste Grüße,
    Andreas

    Hallo Andreas,


    C. bivelus hat keine Blautöne. vor allem nicht in den Lamellen, uund die entfernten, dick wirkenden Lamellen passen auch nicht.


    kann nicht sagen was es ist, aber kein bivelus. Vielleicht lucorum oder was aus der Ecke, hab aber nicht die Sporen verglichen jetzt ....


    beste Grüße,
    Andreas

    Hallo,


    da muss ich Pablo mal widersprechen: Die Becherlinge sind Becherlinge (Peziza) und keine Öhrlinge! Ich wette ne ganze Menge drauf, dass sie beim Anschneiden an der Apothezienbasis violettes Fleisch zeigen. Ich bin reichlich sicher, dass das Peziza phyllogena ist. Eine typische Frühjahrsart besserer Laubwälder auf eher basenreicheren Böden, und momentan grad "überall" in entsprechenden Biotopen zu finden.


    Der wässrige Pilz ist ein Faserling.


    Pilz 05 sollte Gymnopus hariolorum sein. Müsste eine etwas filzige Stielbasis haben und beim Reiben deutlich nach faulem Kohl riechen.


    Der letzte Pilz ist mir nicht klar, am ehesten würde ich an junge Flämmlinge, Gymnopilus penetrans, denken.


    beste Grüße,
    Andreas

    Hallo,


    ich wäre auch für Stadt-Egerling ....


    Und die Käppchenmorcheln würde ich alle drei im einen Bild gezeigten vermutlich bei Vorlage noch freigeben (das ist jetzt hier aber KEINE Freigabe!!!), gegebenenfalls unter Entfernung von Stiel(-teilen). Schmecken tun die Stiele sowieso nicht, auch nicht bei den anderen Morcheln, ich verwende grundsätzlich nur die Hüte.


    beste Grüße,
    Andreas

    Hallo Pablo,


    ich bin mir 100% sicher, dass die Standortbilder C. variicolor ("nemorensis") darstellen, und die Laborbilder aus Fulda C. largus!
    C. largus ist graublau und die Verfärbung gelbbraungrau (kartoffelfarben) - variicolor ist violettblau und die Verfärbung rötlichbraun.


    Die Farbe von balteatocumatilis ist lebhafter, fast "greller" als variicolor, die Hutoberfläche glatter, und die Lamellen sind heller. Das von den Bildern her zu unterscheiden ist sicherlich nicht 100% sicher. Aber trotzdem denke ich, dass die gezeigten Bilder besser zu balteatocumatilis passen insgesamt. Auch der klumpigere Wuchs, der so deutlich eingerollte Hutrand ....


    beste Grüße,
    Andreas


    Hallo Andreas,


    danke für deine Info. Also hälst du die Pilze Für E. s. trotz negativer Reaktion?


    Hallo,


    leider habe ich noch keine Gelegenheit gehabt, die Guajak-reaktion selbst bei diesen drei Arten auszuprobieren.
    In der Literatur wird von einer Reaktion "innerhalb von 10 Minuten" gesprochen - das hilft uns nicht weiter, denn wenn die Reaktion wirklich erst nach 10 Minuten eintritt dann ist diese als negativ zu betrachten.


    Das ganze geht auf Kühner & Romagnesi zurück (Flore analytique 1953), und wurde u.a. aufgegriffen von Noordeloos (1981, aber nicht mehr in den Bänden Fungi Europaei vol. 5 und 5A!), Eckstein & Gröger (MyMi 1991/2) und Ludwig (Pilzkompendium Band 2)


    Eckstein & Gröger schreiben schon dass die Guajak-Reaktion nicht so eindeutig ist (negativ bis schwach bei clypeatum, schwach bis deutlich bei sepium - jeweils nach 10 Minuten).
    Sie führen aber an, dass die Anilin-Reaktion viel deutlicher und eindeutiger sei - vielleicht sollte das mal weiterverfolgt werden ....


    beste Grüße,
    Andreas

    Hallo,


    Pablos Pilze sehen aber hygrophan aus - mein Fund von luteobasis auf der Stützerbacher Saftlingswiese war definitiv nicht hygrophan und hatte auch keine glasigen Stellen oder wassertropfenartigen Vertiefungen.
    Die Bereifung auf dem hut war allerdings auffallend ähnlich.


    beste Grüße,
    Andreas

    Hallo,


    zur Guajak-Reaktion: Alles was länger als 2-3 Minuten braucht zum verfärben ist als negativ zu betrachten!


    Schlagartiges intensives Umfärben (< 5 Sekunden): stark positiv (+++)
    langsames, immer intensiver werdendes Umfärben: 10-30 Sekunden: positiv (++)
    Umfärbung noch langsamer: bis ca. 1 Minute dauernd: schwach positiv (+)


    Testpilze für Guajak:
    stark positiv: Russula delica, Russula ochroleuca
    negativ: Russula fellea, Russula emetica ss. str., Clitopilus prunulus


    beste Grüße,
    Andreas


    P.S.: Ich halte das für E. sepium

    Hi,


    das beruhigt mich, denn der kam mir auch in den Sinn beim Betrachten der Bilder. :) Sag mal was meinst du mit "ehemalige Sektion". Sind die inzwischen verändert und wo kann ich das nachlesen?


    Hallo Stefan,


    die Umgrenzung der Sektion ist schon soweit geblieben, aber ich glaube die heißen zukünftig nicht mehr Sektion Variecolores - aber da kann ich mich auch irren. Stehen tut das noch nirgendwo jedenfalls.


    beste Grüße,
    Andreas

    Hallo Dieter,


    nochmal ich ...


    Also dieses manuelle korrigieren deiner Sequenz auf eine Zielsequenz hin, das kommt mir schon sehr dubios vor, muss ich gestehen.
    Dass schlechte Sequenzen manuel überarbeitet werden müssen, das ist schon klar, insbesondere wenn du Doppelpeaks hast. Allerdings habe ich gelernt, dass man dabei seeehr zurückhaltend sein soll, und im Zweifelsfall lieber lassen soll oder mal auf Y, M, K etc. korrigiert, also auf die Doppel- oder Triple-Codes. Ferner habe ich beigebracht bekommen, dass man die Bereinigung vorher macht, bevor man aligniert. Gerade eben um sich nicht beeinflussen zu lassen.


    Bei deinem oben gezeigten Beispiel 2, beim Chromatogramm, zeigst Du dass Du manuel die Base von A (grüne Bande) auf G (schwarze Bande) änderst. Warum tust Du das - die grüne Bande ist die stärkere, und wenn du schon änderst, dann doch am ehesten in einen Doppelpeak R (R bedeutet A oder G). Und wenn Du diesen Peak an der Stelle von A auf G abänderst, warum änderst Du dann nicht den Peak davor von A auf C? Und noch mal ein paar Peaks davor ist dieselbe Doppelspitze wie deine korrigierte - warum korrigierst Du da nicht?


    Ich glaube dass diese starke Korrektur mit bereits vorgefasster Meinung nicht statthaft ist, gefühlsmäßig. Aber wie gesagt kenne ich mich nicht wirklich damit aus.
    ___


    Die gekniete und spitz auslaufende Stielbasis, der steife weiße Stiel ohne sichtbare Velumreste - das sind ganz eindeutige Kennzeichen der Sektion Duracini nach traditioneller Umgrenzung (Moser z. B.). In Funga Nordica wurden einige Arten der bisherigen Duracini zu den Acetosi gestellt, und in der Tat sind da die Übergänge zumindest morphologisch nicht immer klar. Aber dein Pilz ist auf jeden Fall unter denen zu finden, die in Moser in der Sektion Duracini aufgeführt sind oder ein naher Verwandter dieser Arten.


    beste Grüße,
    Andreas

    Hallo Dieter,


    sehr interessante Darstellung und zeigt auch, wie aufwendig molekulares Bestimmen ist (sein kann).


    Leider muss ich aber sagen, dass das Ergebnis nicht richtig sein kann. Pablo hat das ja auch schon richtig erkannt.
    Bei deinem Fund handelt es sich meiner Meinung nach völlig unzweifelhaft um eine Art aus den Duracini, während C. incisus als zu den Acuti/Obtusi gehörend gedeutet wird.


    Ich vermute, dass das am Herummanipulieren an der Sequenz liegt (du gleichst sie ja manuel an Sequenzen von Arten der Sektion Acuti an), kenne mich da aber viel zu wenig aus.


    Du darfst übrigens auch die Benennung der Sequenzen aus GenBank oder anderen Datenbank nie ungeprüft für bare Münze nehmen! Es sind sooooo viele falsch bestimmte oder vorläufig benannte und nie korrigierte Sequenzen in den Datenbanken, da musst Du sehr genau auswählen, welche Sequenzen überhaupt genügend sicher bestimmt sind dass du sie verwenden kannst. Bei Mollisia z.B. macht blasten überhaupt keinen Sinn, da ist nur Mist im Umlauf.
    Aus deinem Baum zu schließen, das Cortinarius acutus aus mehreren Taxa besteht, ist eine vermutlich falsche Schlussfolgerung. Die Sichtweise, dass verschiedene Arten fälschlich als C. acutus bestimmt wurden und deren Sequenzen dann unter eben diesem (falschen) Namen Eingang in die Datenbanken gefunden habe, dürfte mehr der Wahrheit nahe kommen.


    beste Grüße,
    Andreas


    Hallo Ralf,
    nicht das ich wirklich Ahnung von Trichterlingen hätte, aber wir hatten gestern mit Michael in Hilchenbach eine Mikroskopielektion mit einem Trichterling der sich wegen der Öltropfen in den Sporen (ich meine auf deinen Bildern welche zu sehen) als Clitocybe obsoleta herausstellte. Die anderen Merkmale haben wir nicht bearbeitet. :( Ohne Öltropfen würde er makroskopisch gut zu einem Fund von Heute passen: Fragans mit kältereduziertem Geruch (Urteil durch eine Menge Sachkompetenz in der Begleitung abgesichert).
    LG
    Wolfgang


    Hallo,


    deinem Posting entnehme ich, dass sich Clitocybe fragrans und obsoleta durch fehlende bzw. vorhandene Tropfen in den Sporen unterscheiden lassen würden?
    Davon habe ich bisher noch nie gehört, kannst Du mir sagen wo das steht? Es erscheint mir sehr unwahrscheinlich, daher würde ich gerne die Originalquelle einsehen.


    beste Grüße,
    Andreas

    Hallo,


    aller Wahrscheinlichkeit nach ist es Cortinarius balteatocumatilis.
    Jedenfalls sicher eine Art der früheren Sektion Variecolores.


    beste Grüße,
    Andreas

    Liebe Pilzfreunde,


    soeben erhalte ich die Nachricht von Svampetryk, dass der Band über Hygrocybe von Boertman (Fungi of Northern Europe vol. 1) in Kürze wieder zur Verfügung steht. Der Nachdruck ist wohl unverändert, der Preis ist derselbe geblieben.


    beste Grüße,
    Andreas

    Hallo,


    ich binmal davon ausgegangen dass das Habitat stimmt für einen der Frühjahrsrötlinge. Von daher sind E. clypeatum und E. sepium eigentlich nicht mit anderen Rötlingen der Sektion Entoloma zu verwechseln, wenn es sich nicht um Mischhabitate handelt, wie z.B. Eiche in Schlehenhecke oder sowas.


    Was ganz typisch ist für clypeatum ist dieser graue Hut mit der geschwungenen Form. Eben genau wie ein Römerschild mit dem Buckel in der Mitte. Das hat sepium so nicht. Der ist typischerweise heller, mit etwas braun oder beige mit grau, und der Buckel fehlt oder ist nicht so "schön". Ganz wichtig aber: Bei sepium werden Fraßstellen und Madengänge zumindest im Stielfleisch etwas gelblich-rostig verfärbt. Das kommt bei clypeatum nie vor.
    Entoloma aprile ist ein anderer Pilz, mit einer schlankeren Statur, relativ zerbrechlich, und dadurch viel eher mal für E. vernum zu halten als Schildrötlinge. E. aprile wächst aber ebenso wie E. saundersii bei Ulmen, also eher in Waldbiotopen. Da kann es dann schon zu Verwechslungen mit anderen Rötlingen Anlass geben.
    E. saundersii sieht anders aus, viel unregelmäßiger, kurzstieliger, etwas an Russula delica erinnernd. Und wächst bei Ulme. Diese Art ist sehr selten, auch Verantwortungsart für Deutschland.


    beste Grüße,
    Andreas

    Hallo.


    auch ohne Geruch wäre ich mir bei so typischen Exemplaren sicher, dass es sich um Schild-Rötlinge (Entoloma clypeatum) handelt.


    herzliche Grüße,
    Andreas

    Hallo,


    also auch in meinen Bäumen liegt die Mollisia lividofusca AG06 etwas entfernt von Mo39 und Mo02.
    Dass eure lividofuscas allerdings mit der AG06 zusammenfallen, aber nicht mit Mo02, das ist etwas befremdlich für mich,wie aus den Daten sicherlich gleich klarer wird:


    AG06 (= ETH009) - Mollisia cf. lividofusca - Ethiopia, Kafa, Bonga, Komba Forest, 12.12.2014, mountain cloud forest, indet. Laubholz, 1800 m NN.
    Mo02 - Mollisia lividofusca - Germany, Thuringia, Bad Klosterlausnitz, NSG "Ziegenböcke", 18.05.2010, feuchter, bodensaurer Fichten-Kiefern-Birken-Mischforst, 450 m NN.
    Mo039 - Mollisia cf. lividofusca - France, Auvers, 25.04.2011, hängender Ast von Salix spec.


    ob und wie ausführliche Aufzeichnungen ich zu den Funden jeweils habe müsste ich mal nachsuchen bei Gelegenheit ....


    beste Grüße,
    Andreas