Beiträge von mollisia

    Hallo,


    wenn er nicht riecht, also C. russocoriaceus ausgeschlossen ist, dann würde ich das als Cuphophyllus virgineus var. ochraceopallidus bezeichnen, wenn man dies als eigenständiges Taxon akzeptiert.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    Mollisia lividofusca ist ein erstaunliches Chamälen, nicht nur was die Farben betrifft und die Nicht-Konstanz des braunen Subhymenium, sondern auch ökologisch. Dass sie auf allem möglichen Holz von Laub- und Nadelbäumen wächst, inklusive Zapfen, war mir bekannt. Mittlerweile habe ich aber auch molekular verifizierte Kollektionen selbst von Gräserstängeln, z.B. von Carex aus Kroatien. Auch Funde mit und ohne braunem Subhymenium habe ich aus Äthiopien und aus Nordamerika.

    Vielleicht die häufigste Mollisia-Art weltweit gesehen, insbesondere auf relativ hartem Holz an eher trockeneren Stellen.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    der von Gube berichtete Fund aus Jena war ähnlich üppig wie der den Karl oben vorstellt. Dutzende von Pferdeäppelhaufen waren dicht mit Poronia besetzt! Im Jenaer Fall ein Bio-Reiterhof mit "ganz normalen" Pferden.


    Ich glaube dass in allen Reitställen/Pferdehöfen mit Heu zugefüttert wird. Und das Heu wird mit Fungiziden behandelt damit es nicht schimmelt. Daher gibt es auch kaum Pilze auf diesen Pferdeäppeln. Nur wenn sich Pferde längere Zeit OHNE Zufütterung auf der Weide ernähren steigt die Zahl der coprophilen Arten. Und Poronia scheint da vielleicht besonders empfindlich zu sein, oder eine entsprechend lange Zeit zur Entwicklung zu benötigen. Letzteres würde dann auch bedingen, dass die Biotopbedingungen entsprechend sind, also eine nicht komplett kurzgegraste Weide um ein gewisses Mikroklima zu erhalten.


    Ich habe gerade ein Gutachten über eine beweidete Magerrasen-/Wachholderheidefläche auf der Schwäbischen Alb angefertigt. Es war sehr krass zu sehen, dass auf Pferdedung nur eine einzige Pilzart zu finden war (Parasola misera), während auf derselben Fläche auf dem Schafdung 10 verschiedene Arten gefunden wurden, u.a. mit Psathyrella romagniana romagnesii ein Erstfund für Baden-Württemberg. Die Pferde werden vom angrenzenden Pferdehof immer für ein paar Tage auf die Fläche gebracht und dann wieder für einige Zeit runtergenommen, um Überweidung zu verhindern. Dadurch bekommen sie immer wieder fungizibehandeltes Stallfutter und damit gibts auch keine Pilze auf Dung. Meine Hypothese jedenfalls.


    Anbei noch ein Bild der Koniks, die z.B. auch die Stützerbacher Saftlingswiese beweiden (zusammen mit RIndern).


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo beli,


    man kann die beiden Arten schon auseinanderhalten makroskopisch, wenn sie typisch sind. Sind sie aber leider nicht immer, oder das Substrat spielt keine Rolle, ich weiß es nicht. Deshalb möchte ich das ja mal molekular sehen.


    Typischer resinosum macht oft langgezogene Fruchtkörper, bei denen die Porenschicht weit auf dem Substrat entlangzieht. Die Fruchtkörper können einen Meter lang und mehr werden. Sie riechen in einem bestimmten Entwicklungsalter (nicht zu jung und noch nicht alt und hart) auffallend nach Anis-Keksen. Kenne ich nur von Laubholz

    Typischer benzoinum macht nur einzelne pileate Fruchtkörper. Die können zwar auch mal eng übereinander stehen, aber die Porenschicht zieht nicht über das Holz. Immer geruchlos. Kenne ich nur von Nadelholz.

    Das Problem sind insbesondere Fruchtkörper, die auf der Schnittfläche von liegenden Stämmen wachsen, weil die fast immer Einzelfruchtkörper machen, egal ob resinosum oder benzoinum.


    Aber wie gesagt, ob diese Merkmale konstant sind und vor allem mit einem molekularen Ergebnis übereinstimmen, das muss erst noch verifiziert werden.


    Die Bilder von Ischnoderma benzoinum stammen von Artur Rysch.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo beli,


    die beiden Funde von Dir sehen schon unterschiedlich aus. Aber das sind einfach nur verschiedene Altersstadien. Dein Fund vom Anfang war noch frischer, optimal im Zustand sozusagen, schön glatt und filzig auf dem Hut, und die Zonierung ist wunderschön ausgebildet. Die Vergleichsbilder vom früheren Fund zeigen alte Fruchtkörper, mit fast einfarbigem Hut, fast kahl und ohne erkennbare Zonierung. Das ist aber die natürliche Variation zwischen mittelalten und ganz alten Fruchtkörpern. Wenn Du jetzt noch ganz junge Fruchtkörper nimmst, die sehen nochmals anders aus, ganz polsterförmig, fast ohne Zonierung, ganz saftig-weich und mit vielen Tropfen besetzt .... (Bild von Achim Bollmann)


    Dein Thread erinnert mich wieder daran, dass ich einmal Funde dieser Art(en) von verschiedenen Substraten sequenzieren lassen will um zu sehen, wieviel Arten denn da wirklich vorhanden sind in diesem Komplex ....


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo beli,


    ich habe ja nicht behauptet, es sei I. resinosum. Ich wollte nur gerne wissen, warum Du Deinen Fund als I. benzoinum bezeichnest, obwohl er an Laubholz wächst.

    Dass I. benzoinum auch an Laubholz wachsen kann - nun, dafür gibt es meiner Ansicht nach bisher keine sicheren Beweise. Dazu müsste man mal etliche Funde aus verschiedenen Gegenden molekular untersuchen.


    Aber Du bezeichnest Deinen Fund als I. benzoinum, und ich hätte einfach nur gerne gewusst, wie Du diese beiden Arten denn unterscheidest. Mit dem Link kann ich nicht viel anfangen, da kann ich nichts erkennen was für oder gegen die Bestimmung Deines Fundes spricht.

    Mit gelingt die Unterscheidung anhand von EInzelfruchtkörper nämlich meist nicht, wenn ich das Substrat nicht mit berücksichtige, die gesamte FUndsituation sehe und auch dran riechen kann. Substrat ist aber vielleicht ja gar kein sicheres Merkmal. Ansonsten ist makroskopisch wenig an Unterschieden zu finden zwischen den beiden Arten, wenn es denn überhaupt zwei Arten sind (was ich glaube).

    Hallo Thiemo,


    die 3 MP Kamera von Windaus gibt es nicht mehr im Programm.

    Ich vertreibe die 5.1 MP Kamera, mit der ich auch selbst arbeite. Reicht für meine Zwecke völlig aus. Bei 357,00 Euro natürlich kein High-End-Gerät, aber wenn man gute Präparate macht dann bekommt man auch damit wirklich gute Bilder. Einzige Schwäche finde ich recht flaue Bilder bei bestimmte Blau-Tönen, wie z.B. das rosa und blau bei einer Brilliantkresylblau-Färbung (Metachromasie), aber das ist durch das Baumwollblau halt auch einfach zu wenig Kontrast im Präparat.

    Welche Kamera auch immer du DIr aussuchst, achte auf jeden Fall auf einen USB 3.0 Anschluss (nicht nur 2.0!), dann hast Du auch bei hoher Pixelzahl ein ruckelfreies Bild am Bildschirm.


    beste Grüße,

    Andreas

    Der genannte Händler bietet u.a. 3,1 und 5,1 MP Kameras an.

    (inkl. Ausgleichsoptik 0,4x, 0,5x Optik-Adapter auf 23,2 mm Tuben, mehrsprachiger Software mit Mess-Funktion, Metall-Apdapterhülsen 30,0 und 30,5 mm, Objektmikrometer 10 mm in 0,01 mm Teilen)

    Hallo Stefan,


    ich habe schon Dutzende von diesen Becherlingen auf Stämmen mikroskopiert, weil ich halt bei den Projekten lieber mal sichergehen will - es ist nie etwas anderes als die Peziza mit den relativ kleinen, glatten Sporen. Mal mit etwas stärker ausgeprägter mittlerer intricata mal mit etwas undeutlicher.

    Welche Art soll denn Deiner Meinung nach noch in Frage kommen auf Holz?


    Dass varia nicht von allen als eigenständig anerkennt wird, schrieb ich ja bereits. Meiner Meinung nach ist varia terricol und ohne (deutlich) stielartig zusammengezogene Basis.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    das hast Du natürlich recht, Christoph. Ich hatte keine Namen dahinterschreiben sollen, sondern nur schreiben, dass es Farbspielarten gibt. Und da es die gibt, ist eine Bestimmung ohne Sequenzierung kaum möglich.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    ich halte diese Farbspielarten für einfach albinotische Formen, wie sie es bei vielen Pilzen gibt. Hier ist eben das rote und braune Pigment ausgefallen (= pseudosulphureus) oder nur das rote (= xanthopus). Man findet aber immer mal auch Fruchtkörper die noch an manchen Stellen Reste dieser Pigment aufweisen. Diese Formen gibt es auch bei Suillellus queletii und luridus, bei letzterem aber recht selten. Selbst bei Rubroboletus satanas kommt Fehlen des roten Pigments (selten) vor.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    sehe ich auch so, das ist die Grünspitzige Koralle.

    Selbst wenn die Spitzen ausgeblasst und dann nicht mehr grün sind, kann man sie an den fleischfarben getönten Ästen mit hellerer Spitze, dem Vorkommen an Nadelholz und dem grazileren Wuchs noch von anderen kleinen Ramarien und R. stricta unterscheiden.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    die KK-Reaktion lässt sich nur mikroskopisch testen, nicht makroskopisch.

    Einige Hyphensepten aus der Trama am Hut-Stiel-Übergang zeigen eine schwach bläuliche Verfärbung, die ein klein wenig von der Septe weg in die Zelle reicht.

    Ich tu mir da ziemlich schwer mit, zumal es ja auch immer nur ein gewisser Prozentsatz der Septen sein soll der reagiert.


    Zwei Bilder vom Fliegenpilz, bei dem das relativ deutlich sichtbar sein soll.


    Das Merkmal wird als wichtig angesehen und viel genutzt neuerdings unter den Amanitologen, aber wie gesagt ich habe etwas Schwierigkeiten damit bisweilen ....


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    so kann man sich täuschen. Ich hätte drauf gewettet dass die Spore links von der 7 warzig wäre.


    Ja, dann ist es Clitopilus. Du kannst ihn hobsonii nennen, oder vielleicht noch korrekter hobsonii agg. (Aggregat) oder s.l. (sensu lato, im weiteren Sinne). Du kannst ihn natürlich auch rhodophyllus nennen, aufgrund von recht intensiv rosa Lamellen und großen Fruchtkörpern. ABer man findet oft große und kleine Fruchtkörper auf dem sleben SUbstratstück, deshalb halte ich nicht viel davon, den abzutrennen. Die Sequenzierung des Typus hat nicht funktioniert, weil der Typusbeleg ziemlich verschimmelt ist. Morphologisch waren keine Unterschiede für mich feststellbar. Funde unter dem Namen rhodophyllus die wir sequenziert haben sind alle im hobsonii-clade gelandet, bis auf einen der im daamsii-clade ist.

    Und ja, nach meinem Dafürhalten kann man hobsonii/rhodophyllus von daamsii nur molekular trennen.


    Es ist eine Monographie am entstehen von CONSIGLIO & SETTI, die wohl nächstes Jahr herauskommen soll. Was ich bisher so gehört habe haben die auch einen Epitypus zu hobsonii definiert, und so wie ich läuten hören ahbe dummerweise eine Kollektion die mit daamsii zusammenfällt. Sollte dem so sein, dann müsste unser allgegenwärtiger hobsonii/rhodophyllus einen neuen Namen bekommen. Und ich bin schon sehr neugierig, wie sie diese Arten auseinanderhalten wollen.

    Gleiches Problem besteht übrigens auch bei passeckerianus vs. fasciculatus, wo ebenfalls die Sequenzen der Typen zwei Arten ergeben, aber die derzeitigen Trennmerkmale nicht .... Und dazuhin gibt es da drei oder vier clades.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    Der ursprünglich gezeigte Pilz in diesem Thread muss eine Mischkollektion sein.

    Die Aufnahme der Sporen in Wasser zeigen die typischen elliptisch-spindeligen, farblosen Sporen von Clitopilus, während im Sporenbild in Baumwollblau klar warzige, gefärbte Sporen zu sehen sind.

    Welche der beiden verschiedenen Sporenaufnahmen dem Makro-Bild zuzuordnen ist kann ich nicht beurteilen, makroskopisch käme beides in Betracht.



    Zu Clitopilus generell:

    ich habe mich intensiv mit den muschelförmigen Clitopilus-Arten beschäftigt, inklusive Typen.


    Folgendes trägt sicherlich zur Klärung bei:


    1.) Die Sporen sind nicht wirklich "gestreift" sondern haben ca. 5-8 Längsrippen, die aber auch (fast) nicht erhaben sein können. In Aufsicht sind sie oft schlecht oder auch gar nicht zu sehen. Man beurteilt sie am besten an hochkant im Präparat stehenden Sporen, da man dann den Querschnitt sieht, der wie ein Imbusschlüssel aussieht. Auf dem Bild von C. prunulus gut zu sehen.


    2.) Die Sporen von Clitopilus sind NICHT dextrinoid! Ausnahmslos nie. Wenn das im LUDWIG steht, dann ist es ein Fehler.


    3.) Es gibt keinen Unterschied zwischen C. hobsonii und C. rhodophyllus. Weder Fruchtkörpergröße noch Intensität der rosa Lamellenfarbe sind korreliert. Auch Clitopilus daamsii lässt sich mit den Schlüsselmerkmalen nicht trennen (Sporengröße, Substrat). Allerdings ist der Typus von daamsii und die vielen Kollektionen von hobsonii/rhodophyllus in verschiedenen clades - die beiden Arten gibt es also, aber sie lassen sich nicht über die Sporengröße trennen. Über was dann konnten wir nicht herausbekommen bisher.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo beli,


    Limacella grisea ist ein Synonym von Limacella subfurnacea, bzw. es ist ein ungeklärter Name.

    Der Typus von Limacella grisea - von SINGER in Spanien gesammelt - scheint nicht (mehr) zu existieren. Man kann also nicht mehr genau klären, was mit Limacella grisea wirklich gemeint war. Alles was bisher unter diesem Namen aber publiziert wurde, ist nicht von Limacella subfurnacea verschieden.


    Es ist also sehr unwahrscheinlich, dass Du zwei verschiedene graue mediterrane Limacella-Arten gefunden hast. Wenn die aber tatsächlich verschieden erscheinen, dann wäre ich an einem Exsikkat (auch) zwecks Sequenzierung sehr interessiert.

    Anbei meine Arbeit über die trockenstieligen Limacellen, zwar schon mittlerweile 26 Jahre her, aber dennoch noch relativ auf dem aktuellen Stand.


    beste Grüße,

    Andreas