Beiträge von Karl W


    Noch eine kleine Anmerkung meinerseits. R. fellea ist nicht bitter sondern scharf; laut Literatur und nach gefühlt 100 Selbstversuchen keine Spur von Bitterkeit. :cool: :D Weiß der Satan(sröhrling) warum der auf deutsch Gallenröhrling heißt. :)


    Eine Frage dann noch: Wenn enein Täubling mit starkem Marzipangeruch fand, war es für mich immer R. grata, dass es da noch einen 2. gibt, wusste ich nicht. 8| 8| 8| Worin unterscheidet sich R. fragrantissima von R. grata? Allein an der fehlenden Hutrandriefung?


    R. luteotacta kannte ich bis zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht. Es ist aber gut zu wissen, dass es da noch was gibt, da kann ich das bei zukünftigen Speitäublingsfunden mal checken.


    Hallo Stefan


    Mit R. fellea hast Du sicher recht :thumbup: Kenne ich ja selbst als sauscharf, siehe auch unten Antwort auf Anmerkung von Oehrling.


    Die fehlende Hutrandriefung ist zunächst nur ein Hinweis, dass es lohnt das Teil genauer unter die Lupe zu nehmen. Der Geruch ist so intensiv, dass ich ihn schon als unangenehm empfinde und bleibt selbst im Exsikkat noch erhalten. Das Sporenpulver ist minimal dunkler, was man aber fast nur im direkten Vergleich sieht. Ich hatte R. grata 2 Tage vorher und das SPP-Präparat lag noch auf dem Tisch. Die Sporen von R. fragrantissima hatten neben langen Graten, die nicht ganz so gewaltig wirken wie bei R. grata, deutliche Querverbindungen und dadurch einige Maschen. Die Zeichnungen bei Romagnesi und Sarnari geben das sehr gut wieder.


    LG Karl
    [hr]


    Hallo Oehrling


    Danke für Deine Aufmerksamkeit :thumbup:


    Die Gruppe von "R. fellea" stand so schön zusammen, dass sich nur kurz drauf gehalten habe ohne was mitzunehmen oder zu prüfen :shy: . Dann riefen meine Begleiter schon wieder was sie tolles gefunden haben. Wird korrigiert.


    Die Angabe der Sporenpulverfarbe von R. rubra ist ein Flüchtigkeitsfehler den ich ebenfalls korrigiere.



    LG Karl

    [font="Arial"]Hallo zusammen
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    [font="Arial"]Nach den Röhrlingen https://www.pilzforum.eu/board…r-und-rada-in-der-eifel-i sind jetzt die Sprödblättler an der Reihe. Zu den ausgesprochen häufigen Arten zählte eine in Deutschland als gefährdet eingestufte Art. Dieser auffällig gezonte Milchling mit scharfer, unveränderlicher Milch, der gerne 15 cmm Durchmesser erreichen kann, stand in Gruppen, Reihen und Ringen massenhaft in jedem Buchenwald.[/font]



    [font="Arial"]Blasser Zonenmilchling (Lactarius zonarius)

    [/font]


    [font="Arial"]Extrem häufig traf man auf die Gruppe der Milchlinge, deren Milch sich rosarot verfärbt. Mit Ausnahme von Lactarius acris geschieht dies jedoch nur in Verbindung mit dem Fleisch und dauert einige Zeit.
    Dunkler Korallen-Milchling oder auch Schwarzbraune Milchling (Lactarius romagnesii)

    [/font]


    [font="Arial"]Gelegentlich traf man Pfeffermilchlinge an, die sich erst nach Stunden zu erkennen geben, da bei einer Art die Milch beim Eintrocknen graugrün wird.
    Grünender Pfeffer-Milchling (Lactarius glaucescens)

    [/font]


    [font="Arial"]Hier nach 24 Stunden

    [/font]


    [font="Arial"]Erfreulicherweise gab es auch schon vereinzelt den Milchbrätling (Lactarius volemus)[/font]
    [font="Arial"]
    [/font]


    [font="Arial"]Unübersehbar waren auch Massen von Täublingen, wobei auch hier die Anzahl der Arten noch überschaubar war. Einigen Arten begenete man dafür auf Schritt und Tritt in ungewöhnlich großer Zahl. Ein sehr scharfer Täubling mit im Alter gilbendem Fleisch und gilbenden Lamellen ist der
    Gelbfleckende Speitäubling (Russula luteotacta)
    [/font]



    [font="Arial"]Ein weiterer scharfer, roter Täubling ist trocken an seinem matt bereiften Hut zu erkennen. Diese Exemplare konnte ich erst zu Hause mikroskopisch und durch ihr @ edit (danke an Oehrling) cremefarbenes ockerfarbenes Sporenpulver erkennen.
    Scharfer Zinnober-Täubling (Russula rubra)

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    [font="Arial"]Leicht zu erkennen ist in typischer Ausprägung ein weiterer roter Täubling, wobei mich eine Kollektion kurz ins grübeln gebracht hat.[/font]
    [font="Arial"]Gold-Täubling (Russula aurea)

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    [font="Arial"]Eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Ockertäubling hat der extrem @ edit (danke an Stefan und Oehrling) bittere scharfe Gallentäubling. Im Alter ist die Unterscheidung leicht, da sich Stiel und Lamellen ocker verfärben.Gallentäubling (Russula fellea)


    Das Bild zeigt den Hainschneckling (Hygrophorus nemoreus) Danke an Oehrling[/font]
    [font="Arial"]
    [/font]

    [font="Arial"]Die nächste Art gehört zu den kräftigsten Täublingen mit oft rot überlaufenem Stiel sowie olivlichen und weinrötlichen Hutfarben die oft gemischt auftreten. Die abgebildeten Exemplare erkannte ich erst sicher nach Überprüfung zu Hause.[/font]
    [font="Arial"]Rotstieliger Leder-Täubling oder Wechselfarbige Leder-Täubling (Russula olivacea) [/font]
    [font="Arial"][/font]



    [font="Arial"]Die nächste Kollektion bereitete mir etwas Mühe. Scharfer Geschmack, der aber nicht so brennend ist wie beiden Speitäublingen, Sporenpulverfarbe creme und Mirkomerkmale wiesen klar in Richtung Violaceine. Trotz seines Auffälligen Geruchs benenne ich die Art nur unter Vorbehalt. Den Ausschlag für die Benennung gab letztlich der auffällige Geruch.[/font]
    [font="Arial"]Pelargonientäubling (Russula pelargonia)[/font]
    [font="Arial"][/font]



    [font="Arial"]Mein Fund des Tages. Besonders wenn weitere Arten aus der Gruppe wie der Stinktäubling (Russula foetens), der Morsetäubling (Russula illota) oder der Mandeltäubling (Russula grata) im Gebiet vertreten sind, kann man achtlos daran vorbei gehen. Die Farbe passte mir nicht so recht für foetens und der ungeriefte Rand war ebenfalls ungewöhnlich. Überraschend war dann ein unglaublich starker Geruch, der an eine Mischung aus Anis und Marzipan erinnert und von der Intensität schon fast unangenehm ist. Mein letzter Fund dieser Art liegt beinah 20 Jahre zurück.[/font]


    [font="Arial"]Anistäubling, Starkduftende Stink-Täubling (Russula fragrantissima)[/font]
    [font="Arial"][/font]



    [font="Arial"]Wenn ich es schaffe gibtes noch einen Betrag mit sonstigen Funden.
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    [font="Arial"]LG Karl
    [/font]

    Hallo zusammen


    Dei schier endlose Pilzflaute bei uns hat ein Ende. Wenige Tage zuvor hatte Rainer erste Pilze entdeckt und wir machten uns am Dienstag auf den Weg.
    Um 5:40 noch eine letzte telefonischen Absprache wegen der bescheidenen Wetterprognose. Rainer meinte das Hauptregengebiet geht knapp an unseren Exkursionszielen vorbei und sollte Recht behalten. Einzelne Regenschauer können uns nicht schrecken und ich war froh, dass ich mich entschloss dabei zu sein, denn es röhrte in Kalklaubwäldern schon ganz gewaltig. Ich habe mich bemüht, mal die neueste Nomenklatur zu gebrachen. Wer ungewöhnliche Gattungsnamen findet darf sei behalten :D


    Zunächst noch ein Kiefernbegleiter der in erstaunlicher Zahl auftrat Körnchen-Röhrling oder Schmerling (Suillus granulatus)


    An mehreren Stellen erschien der Gelbporige oder auch Schwärzende Rauhfuss (Leccinellum crocipodium)


    Ebenfall recht häufig zeigte sich der Goldporige Röhrling (Aureoboletus gentlis)


    An einem Wegrand fanden sich schöne Exemplare des Düsteren- oder auch Porphyrröhrlings (Porphyrellus porphyrosporus)


    Auch Somersteinpilze (Boletus aestivalis) gaben sich die Ehre


    Nach einigen alten Schlappen fanden sich zwei Topexemplare der Laubwald-Rotkappe (Leccinum aurantiacum) Syn.: L. quercinum


    Neben einigen überständigen Exemplaren gab es auch zwei Prachtstücke des Silberröhrlings (Butyriboletus fechtneri)


    Bisher waren wir von Regen weitgehend verschont geblieben, doch unerwartet zeigte sich sogar kurz die Sonne. Wie auf ein Stichwort tauchten zahlreiche Exemplare für die Speisepilzfraktion auf ;)


    Kurz darauf begegnete uns der Weinrote Purpur-Röhling (Rubroboletus rubrosanguineus)


    Auch der Anhängselröhrling (Butyriboletus appendiculatus) war schon mehrfach vertreten.


    In einem Übergangsbereich zu eher saurem Boden gab es den Schönfuß-Röhrling (Caloboletus calopus)


    In einem 2014 entdeckten Bereich mit sechs Myzelien wurden wir gleich dreimal fündig. Sehr junge Exemplare dieses prächtigen Röhrlings ziegen sich in deutlichen Rottönen und haben wenig mit dem deutschen Namen gemeinsam Gebhütiger Purpur-Röhrling (Imperator luteocupreus)


    Erst um 21:15 erreichte ich wieder meinen Wohnort doch auch nach 16 Stunden war an Schlaf nciht zu denken. Täublinge zum Aussporen auslegen und einige Bestimmungen absichern war angesagt, doch die folgen in einem späteren Bericht.


    LG Karl

    Hallo Verena


    Das kann sich schon sehen lassen :) . Bei uns hat es gestern endlich mal ergiebig geregnet, aber das Ergebnis werde ich wohl nicht mitbekommen. Hoffentlich ist nach meiner Bergtour noch was übrig.


    LG Karl

    Eine kleine Ergänzung


    Der Rote Gitterling breitet sich in den letzten Jahren in Deutschland weiter aus, wurde inzwischen auch im nördlichsten Bundesland Schleswig-Holstein angetroffen und der höchste Fundort liegt oberhalb von 500 Metern. In http://www.pilze-deutschland.d…-p-micheli-ex-pers-1801-1 sind inzwischen mehr als 100 Fundmeldungen erfasst. Der erste dokumentierte Fund des Roten Gitterling in NRW stammt aus dem Jahr 2007 und es dauerte immerhin 3 Jahre bis 2010 eine weitere Fundmeldung erfasst wurde. Bis zum heutigen Tag liegen in NRW bereits 13 Fundmeldungen vor und vom letzten bekannten Standort hier noch einige Bilder.


    LG Karl


    Hallo Dieter


    Eine lateinische Diagnose ist seit einigen Jahren nicht mehr erforderlich es reicht englisch. Soweit mir bekannt ist solltest Du eine IF oder Mykobank-Nr. beantragen. Zwingend ist ein Herbarbeleg und der Ort, wo dieser hinterlegt ist. Eine ausführliche makro- und mikroskopische Beschreibung sollte obligatorisch sein. Ein aussagekräftige Farbbild und Mikrozeichnungen gehören in meinen Augen ebenfalls dazu. Eine seriöse Neubeschreibung muss m. E. eine ausführliche Artendiskussion und die Abgrenzung zu Nachbararten enthalten, wozu ein Abgleich mit allen weltweit beschriebenen Arten gehört. In der heutigen Zeit würde ich ohne DNA-Sequenz keine Erstbeschreibung mehr verfassen, obwohl das (noch) keine Begingung ist.
    Eine Neubeschreibung nur aufgrund von etwas unterschiedlichen Sequenzen halte ich für unseriös und der Vergelich mir meist nicht nachprüfbaren Sequenzen aus den gängigen Datenbanken allein ist in meinen Augen eine inzwischen verbreitete Unart. Eine Diskussion, ab wievie % Abweichung ich überhaut eine neue Art habe, würde hier zu weit führen.


    LG Karl

    Hallo zusammen,


    über den Speisewert kann ich leider nichts sagen. Die Finderin teilte mir zwar heute mit, dass weitere 10 Hexeneier aufgetreten sind, aber vor meinem Urlaub schaffe ich es leider, oder vielleicht auch zum Glück ;) nicht , die zu Testzwecken zu holen. Dafür kann ich aber von einer erfolgreichen weiteren Kultivierung berichten. Gestern Abend war noch nicht zu erahnen, das ein weiterer Fruchtkörper aus den Ei schlüpft und heute morgen gab es dieses erfreuliche Bild.



    LG Karl

    Hallo abeja


    Die KOH-Reaktion habe ich noch nie getestet, werde es aber sicher in Zukunft mal ausprobieren. Die graugrüne Verfärbung der Milch bei L. glaucescens kommt extrem verzögert, aber nach meiner Erfahrung bei frischen, reichlich milchenden Exemplaren zuverlässig und sehr deutlich. Man muss sich aber schon über Nacht gedulden.


    LG Karl

    Sehr schöne Eindrücke Nobi:thumbup:


    Bei mir sieht es noch nicht annähernd so gut aus, wenn ich mal von meinen gezüchteten Gitterlingen absehe. Vier Pilzbilder in 4 Wochen ist Negativ-Rekord.


    LG Karl

    Liebe Pilzfreunde


    Nachdem etwas der erste Bericht http://www.pilzforum.eu/board/thema-ich-habe-schoene-eier für etwas Schmunzeln gesorgt hat, habe ich diesmal einen seriösen Titel gewahlt ;)
    Die Zucht von Fruchtkörpern aus Hexeneiern funktioniert problemlos. Beim Entfernen des ersten Fruchtkörpers konnte ich sogar feststellen, dass das Myzel sich in der feuchten Erde deutlich weiter entwickelt hat. Nach einem halben Tag sah es schon wieder vielversprechend aus.


    07.07.17 20:00 Diesmal könnte es eine schöne Gitterkugel werden


    07.07.17 22:00 Beim letzten Tageslicht sah es noch vielversprechend aus


    Am nächsten Morgen um 6:00 Uhr ein erster Blick, leise Enttäuschung und keine Lust zu fotografieren.
    08.07.17 8:00 Na ja, zumindest im Prinzip hat das Züchten ja funktioniert aber wieder keine Gitterkugel.


    Bleibt mir ja immer noch ein weitere Versuch solange ich noch Eier habe :D


    LG Karl

    Hallo Björn


    Wenn ich sehe, was auf der anderen Rheinseite an Pilzen zu finden ist, bist du fast zu beneiden. Bei den Täublingen solltest Du Dir angewöhnen die Spornpulverfarbe zu ermitteln, da sie zu den wichtigsten Bestimmungsmerkmalen gehört. Ich versuche trotzdem mal Dir einige Vergleichsmöglichkeiten zu nennen, da ich die häufigeren Arten in unserer Gegend recht gut kenne.


    20. Russula velutipes sieht zumindest sehr ähnlich aus.


    22, auch wenn vom Abbildungsmaßstab gegenüber den anderen Kandidaten recht groß, kann ich mir gut vorstellen. dass der Pilz eher klein und vor Allem sehr gebrechlich war.
    Russula risigallina / chamaleontina dürfte hinkommen.


    23. Sicher einer der Kammtäublinge und wenn er nicht scharf war bleiben fast nur R. pectinatoides und R. insignis


    24. Wenn die Lamelen speckig waren grüne Form des Frauentäublings R. cyanxantha.


    25. Erinnert sehr an R. ionochlora


    LG Karl


    ich habe kürzlich in Bulgarien auch welche gefunden, und mich gefragt, ob er wie der Tintenfischpilz auch eingeschleppt ist, konnte aber im Internet nichts finden!? Irgendwie kann ich mir die Art aber nicht als heimisch vorstellen, hat jemand vielleicht eine Erklärung für mich?


    Hallo Chris


    https://de.wikipedia.org/wiki/Roter_Gitterling lies mal uter Verbreitung nach.


    Hier gibt es bereits mehr als 100 Fundmeldungen http://www.pilze-deutschland.d…-p-micheli-ex-pers-1801-1 aber heimisch ist der Pilz natürlich bei uns nicht.


    LG Karl

    oder besser noch das, was sich daraus entwickelt ;)


    Gestern wurde mir in einem Garten auf Rindenmulch eine am Niederrhein immer noch sehr seltene Art gezeigt. Der Rote Gitterling (Clathrus ruber) entwickelt sich wie Stinkmorchel, Tintenfischpilz und Hundsruten aus einem sogenannten Hexenei. Das größte Exemplar war leider schon eingetrocknet.



    Jetzt beobachte ich die Entwicklung und hoffe, dass sich weitere Fruchtkörper "züchten" lassen.


    05.07.17 21:00


    06.07.17 7:00 über Nacht hat sich ein wenig getan


    06.07.17 10:00 leider wird keine perfekte Gitterkugel gebildet, aber es geht voran.


    06.07.17 15:00 In Ermangelung einer Glucke leistete ein "Brutkasten" gute Dienste :)


    06.07.17 17:30 Die Entwicklung ist wohl abgeschlossen.



    Mal abwarten ob ich noch weitere Eier ausbrüten kann :)


    LG Karl

    Hallo Jan-Arne


    In der bei uns immer noch pilzarmen Zeit muss man an den richtigen Standorten suchen und das hast Du perfekt gemacht. Super, das wir mit Ralf einen so erfahrenen Ansprechpartner haben. Da lohnt sich die Mühe gleich doppelt.


    LG Karl


    Und wenn C. crocophyllus das kann mit den blassen Farben...
    Karl hatte den immerhin schon in der Hand (ich nicht),


    Hallo Pablo


    Ich hatte ältere ausgeblasste C. brunneoroseus in der Hand ;) und habe daraus geschlossen, das ältere C. crocophyllus sich ähnlich verhalten. Inzwischen kann ich das mit einem Bild aus Consiglio e Setti bestätigen und deine absolut berechtigten Bedenken wohl zerstreuen.


    Hallo Pablo



    Hier erfolgt die Trennung schon zu Beginn über die Haare



    DIE GATTUNG ANTHRACOBIA Boud.
    (PEZIZALES, PYRONEMATACEAE)
     
    Schlüssel von H.H.Hohmeyer u. H.Schnackertz
    aus "AMO III" (1987)



    1a) Haare lang, hyphoid, schlank, mehrfach septiert, mittel- bis dunkelbraun. ................................... 2



    1b) Haare kurz, zylindrisch bis keulenförmig, breit, mit 0-2 Septen, hell- bis mittelbraun. ................. 5



    2a) Hymenium orangegelb, orangeocker bis gelbbraun ...................................................................... 3



    2b) Hymenium dunkelbraun, schwarzbraun bis meist schwarz. Fruchtkörper bis 4 mm, manchmal bis 15 mm breit gefunden, becherlingsartig bis abgeflacht und wellig verbogen, breit sitzend. Außenseite etwas heller und bis zum Rand mit verklebten Haarbüscheln. Haare hyphoid, bis 100 µm lang, schlank, mehrfach septiert, zu Büscheln verklebt. Paraphysen fädig, oben braun gefärbt, an der Spitze breit keulig bis fast kopfig erweitert und mit einer Haube aus amorphem, braunem, gelatinösem Material versehen, daneben auch lanzettliche Paraphysenspitzen. Sporen (17-)19-21(-22) x 9-11 µm. Auf Brandstellen:


    ANTHRACOBIA SUBATRA



    3a) Auf Brandstellen, auf verkohltem Holz usw. ................................................................................ 4



    3b) Auf Mist. Fruchtkörper bis 2 mm Durchmesser, becherlingsartig, dann verflachend, kissenförmig. Hymenium orange. Außen punktiert von braunen Pusteln der büschelig verklebten Haare. Haare hyphoid, schlank, mit zwei bis drei Septen, hauptsächlich büschelig verklebt, aber auch einzeln vorkommend. Paraphysen fädig, an den Enden zur wenig erweitert. Sporen 13-16,5 x 7,5-9 µm:


    Larsens "taxonomic species B"



    4a) Paraphysen oben gerade. Fruchtkörper bis 5 mm Durchmesser, becherlingsartig bis abgeflacht. Hymenium sehr variabel: orange, orangerot, ockerorange, gelbbraun, rostbraun bis rotbraun. Außenseite mit Pusteln oder breiten Streifen von braunen, angedrückten Haarbüscheln, die insbesondere am Rand, spärlicher aber auch gegen die Basis vorkommen. Haare hyphoid und schlank, mehrfach septiert, bis zu 100 µm lang, meist zu Büscheln verklebt. Paraphysen fädig, oben etwas keulig erweitert. Sporen (15-)17-20(-22) x 7-10(-11) µm:


    ANTHRACOBIA MELALOMA



    4b) Paraphysen oben stark krückstockartig gekrümmt. Apothecien bis 5 mm im Durchmesser, flach becherlingsartig bis abgeflacht. Hymenium orange bis rotbraun. Außenseite glatt erscheinend, aber am Rand mit braunen, keulenförmigen, schlanken, mehrfach septierten Haaren, die ihn etwas punktiert oder gesprenkelt erscheinen lassen. Sporen 10-12 x 5-6 µm. Auf Brandstellen:


    ANTHRACOBIA UNCINATA



    5a) Sporen im Mittel bis 21 µm lang, normal oder breit elliptisch, wenn schmal elliptisch, dann an den Polen nicht zugespitzt. ................................................................................................................. 6



    5b) Sporen (19-)25-29(-34,5) x (6,5-)9-11(-12) µm, spindelig mit zugespitzten Polen. Fruchtkörper bis 5 mm breit, flach becherlingsartig. Hymenium ockerbraun, hellbraun bis braun, außen heller, mit Büscheln und Streifen von braunen, verklebten Haaren. Haare 35-75 x 10-15 µm, mit 1-2 Septen, an der Spitze etwas keulig. Paraphysen fädig und oben nur leicht erweitert. Brandstellen.- Persoonia 12:331; Pilzfl.NWOFr.23/74:


    ANTHRACOBIA REHMII



    6a) Haare hellbraun (und dann ziemlich unauffällig) bis mittelbraun, bis 50 µm lang. ....................... 7



    6b) Haare mittelbraun, auffällig, ziemlich dick und lang, 45-80 x 10-20 µm. Fruchtkörper bis 3 mm, flach becherartig bis abgeflacht. Hymenium orange bis gelborange. Außen versehen mit Pusteln von braunen, zu Büscheln verklebten Haaren. Paraphysen fädig, oben auffällig keulig, im unteren Drittel verzweigt. Sporen 16-19 x (6-)7-9 µm. Brandstellen.-PDS I/96:


    ANTHRACOBIA NITIDA



    7a) Sporen normal bis schmal elliptisch, über 16 µm lang ................................................................. 8



    7b) Sporen 13-16 x 7-9 µm, breit bis normal elliptisch. Fruchtkörper bis 3 mm breit, becherlingsartig, verflachend bis kissenförmig. Hymenium gelborange, außen gleichfarbig oder leicht dunkler, glatt bis spärlich kleiig (insbesondere gegen den Rand) durch Pusteln aus angedrückten Haarbüscheln. Haare 20-45(-60) x 7-10(-15) µm, zylindrisch, mit 0-1 Septen. Brandstellen:


    Larsens "taxonomic species A"



    8a) Haare ziemlich hell und sehr unauffällig (am Fruchtkörper aufzusuchen). Fruchtkörper bis 4 mm breit, erst tiefer, dann abgeflacht becherlingsartig. Hymenium gelborange bis orange. Außen blasser, glatt bis sehr unauffällig granuliert erscheinend. Haare 15-45(-60) x 4-8 µm, mit 0-2 Septen, stumpf zylindrisch bis keulenförmig. Paraphysen fädig, oben keulig erweitert, unverzweigt. Sporen (16-)17-20(-23) x 7,5-10 µm, normal bis schmal elliptisch. Brandstellen.- Boud.388;


    Dennis IX O; PDS I/94:


    ANTHRACOBIA MACROCYSTIS



    8b) Haare mittelbraun, zu Büscheln verklebt, auffälliger. Fruchtkörper bis 4 mm breit, becherlingsartig bis abgeflacht. Hymenium orangegelb bis ockerlich orangebraun. Außen mit Haarbüscheln breit gestreift oder vertikal gerippt. Haare 20-40(-60) x 7,5-15(-18) µm, mit 0-2 Septen, zylindrisch. Paraphysen fädig, oben keulig erweitert, unverzweigt oder (seltener) verzweigt. Sporen 15,5-18(-21) x 7-9 µm, schmal elliptisch bis fast zylindrisch, d.h. mit breit abgerundeten Polen. Brandstellen:


    ANTHRACOBIA TRISTIS



    Hallo Holger


    Ich kann mir nicht vorstellen, dass etwas Anderes als C. crocophyllus dabei herauskommt. Makroskopisch hat Pablo natürlich recht, wenn man junge Fruchtkörper und die Lamellenfarbe bedenkt. In der Europäischen Monographie von Consiglio e Setti wird noch C. nephrodes mit blasseren Lamellen erwähnt. Phylogenetisch gibt es aber wohl keinen Unterschied. Vielleicht entdeckst Du ja noch einige Winzlinge von Deinem Fund, die makroskopisch den Abbildungen in der Literatur näher kommen.


    Makroskopisch ähnlich mit anderen Sporen ist wie Du ja selber schreibst C. brunneoroseus. http://bender-coprinus.de/pilz…idotus_brunneoroseus.html
    Ich war wenige Tage nach Entstehen der Bilder am Standort und die Fruchtkörper waren deutlich heller und kahler, woraus ich die Vermutung ableite, dass es bei Deinen Funden ebenso ist.


    LG Karl