Beiträge von Karl W

    Hallo Norbert


    Ohne Mikroskopie geht bei den Dingern meistens nicht. Zumindest Pigment in der Huthaut intrazellulär, inkrustiert oder gemischt, Sporengröße möglichst mit Quotient und Schnallenverhältnisse sollten bekannt sein. Auf jeden Fall eine Art aus der Untergattung Entoloma.


    LG Karl

    Hallo Anna, hallo Pablo


    Wenn auch verspätet habe ich den schönen Bericht zum Glück noch gesehen. Da schwankt man wirklich, ob einem de Pilze oder die Landschaft besser gefällt.


    LG Karl


    Ich denke daher, dass E. papillatum eigentlich ganz gut passen sollte.


    Hallo Alexander


    Der Meinung bin ich inzwischen auch. E. favrei ist mehr oder weniger geruchlos und bei sorgfältiger Suche findet man immer echte, kopfige Kaulos.


    Die Hutfarbe ist für mich allerdings kein Kriterium. Die Variabilität von E. favrei ist viel größer als in der Literatur angegeben. Ich wollte darüber immer schon einen kleinen Artikel schreiben, was aber aus Zeitgründen nie erfolgt ist. Ich glaube, dass die Art oft übersehen oder fehlbestimmt wird, weil kaum jemand bei Entoloma auf Kaulozystiden achtet. Als Anhang noch einige meiner Kollektionen von mikroskopierten Funden, die alle geruchlos waren und deutliche Kaulos hatten. Als ich die Art noch nicht so gut kannte, habe ich schon 3 Kollektionen am gleichen Tag fotografiert und eingesammelt, die ich bis zur mikroskopischen Überprüfung für verschiedene Arten hielt.

    LG Karl


    PS. Schön, dass sich jemand so intensiv mit der Gattung beschäftigt wie Du :thumbup:


    Zu cf. papillatum: Der Geruch war schwer zu beurteilen. Kein Mehl, eher ranzig und gerieben stark pilzig. Der "ranzige" Geruch führte mich nach G zu E. papillatum. Jedoch habe ich die Präsenz der Kaulozystiden "unterinterpretiert", was du zu Recht anmerkst. Somit passt E. favrei wirklich gut. Nur würde ich die Kaulozystiden eigentlich nicht kopfig nennen, zumindest seit ich die eine oder andere Galerina angeschaut habe ;) Darf E. favrei so dunkel sein?


    Hallo Alexander


    E. papillatum riecht nach meiner Erfahrung sehr stark mehlig/ranzig wie E. sericeum (laut FE5 ist der Geruch aber nicht immer so deutlich). E. favrei riecht allenfalls schwach und unauffällig, was eher für E. papillatum spricht.
    Ich habe mir nochmal meine Aufzeichnungen angesehen. Bei E. papillatum keine echten Kaulos allenfalls etwas abstehende Hyphenenden.


    Ich kenne E. favrei seit Jahren von etlichen Stellen im NSG Brachter Wald. Die Kollektionen wurden auch schon von Gattungsspezialisten als solche bestimmt, sadass ich der folgenden Einschätzung sehr sicher bin. Die Beschreibung in FE5 kann ich zumindest in Bezug auf die Größe (1 Extremfall mit 42 mm, im Schnitt ca. 20mm) ergänzen. Die Farbe junger, feuchter Frk. kann dunkelbraun sein, jedoch blassen die Hüte sehr rasch aus. Die Kaulozystiden sind sehr variabel und durchaus nicht alle kopfig. Die beiden Mikroaufnahmen sind vom gleichen Fruchtkörper aus einem Präparat.


    Der Anteil von Kaulos mit über 100 m µ Länge ist sehr gering.


    LG Karl


    Vielen Dank schon mal ☺. Werde morgen versuchen, Fotos in der natürlichen Umgebung zu schiessen..
    Grüße von Heike


    Hallo Heike


    Spar Dir die Mühe. Eine farbechte Studioaufnahme kann ausagekräftiger sein als eine Standortaufnahme ;) . Das sind junge Exemplare vom Fleischfarbenen Hallimasch (Armillaria gallica = lutea).


    LG Karl

    Hallo Bjoern


    Deine Aufnahmen sind ein Augenweide, aber zu den Benennungen habe ich einige Anmerkungen.


    Espenrotkappe: Mit rotbraunen Stielschüppchen wohl eher die früher als Eichenrotkappe bezeichenete Art, die man besser Laubwaldrotkappe nennen sollte.


    Habichtspilz: Sicher der Kiefern-Habichtspilz und das nicht nur wegen der Nadeln :)


    Schwarzschuppiger Schirmling: Kenne ich mit deutlicher abgesetzter, dunklerer Hutmitte. Ohne den gesamten Stiel zu sehen oder dran zu riechen kann man den so gerade noch durchgehen lassen ;)


    LG Karl

    Hallo Alexander


    Sehr schön dokumentierte Funde stellst Du hier vor.


    Entoloma dysthales sollte passen.


    Entoloma lampropus sollte passen, auch wenn in FE5 die Art nur mit intrazellulärem Pigment beschrieben wird. Ludwig zitiert Noordeloos mit dem Hinweis, dass es sich möglicherweise um eine Sammelart handelt. Es wurden neben Kollektionen mit ausschließlich intrzellulärem Pigment auch solche mit verstreuten Cheilozystiden gefunden.


    Entoloma exile passt auch. Die blaue Stielfarbe ist nur bei sehr jungen und frischen Exemplaren zu sehen aber bei dem liegenden Exemplar in der Bildmitte ja noch zu erahnen. Sehr typisch ist die auch bei älteren Exemplaren dunkel abgesetzte Hutmitte.


    Entoloma caesiocinctum ist auch ok. Die jüngeren Exemplare wären bei E. serrulatum einheitlich schwarz. Das Bild von Meusers in FE5a ist übrigens viel zu dunkel reproduziert. So trifft man E. caesiocinctum nie an.


    Zu E. papillatum: Die Abgrenzung von E. clandestinum haben bereits mehrere Autoren in Frage gestellt, aber bisher hat keiner eine Konsequenz daraus gezogen.
    Kaulozystiden habe ich bei meinen Kollektionen nicht gefunden. Rochen Deine Funde denn deutlich mehlartig? Sonst würde ich mal mit E. favrei vergleichen.


    Zu Deinen weiteren Funden hast Du ja sorgfältig recherchiert. Mehr kann wahrscheinlich nur Machiel Noordeloos dazu sagen, falls neuere Erkenntnisse vorliegen.


    LG Karl

    Hallo Mentor


    Das Gebiet ist perfekt. Der kleine Braune wahrscheinlich A. obscurata, der Orange möglicherweise Neottiella. Da kommt bestimmt noch mehr :)


    LG Karl

    Hallo Sarah


    Das war ja ein sehr lohnender Aufenthalt :thumbup:


    Bei Nr. 19 kleine Helmlinge (?) im Gras, hast Du zu Recht ein Fragezeichen gesetzt. Ich denke eher an Conocybe.
    Die Nummer 23. halte ich für den Holz-Nabeling (Arrhenia epichysium)


    LG Karl

    Hallo Melanie,


    freut mich, dass es bei Dir jetzt auch los geht. Hier mache ich ähnliche Beobachtungen bezüglich des Artenspektrums. Im Depot kam die erste Leptonie des Jahres die erste Erdzunge und ein gelbes Keulchen. Wenn es keinen frühen Frosteinbruch gibt, kann das noch was werden.


    LG Karl


    Das ist keine Bestimmungsanfrage, sondern es soll nur zeigen, wie untypisch Pilze wachsen können. Der Pilz selbst ist eindeutig Hallimasch.


    Hallo Uwe


    Durch den von Lichtreflexen überstrahlten Hut in Verbindung mit einer gewissen Unschärfe ist Dir Dein Vorhaben einen völlig untypischen Hallimasch zu zeigen perfekt gelungen. ;)


    LG Karl


    in gewisser Weise ja. Laut Dittes Vortrag ist alles, was bei den Inocyben unter 97% Übereinstimmung fällt bisher immer eine neue Art gewesen. Ihr Vortrag war sehr spannend und hat einen Einblick in Ihre Arbeittsweise gegeben.


    Hallo Stefan,
    das hört sich doch ziemlich seriös an, aber die Grenzen werden tatsächlich sehr unterschiedlich gehandhabt.


    In der letzten ZfM 82(2) wird mit Entoloma milthaleri M. Kamke & Lüderitz eine Art neu beschrieben, die mit 98% Ähnlichkeit zu E. conferendum und 99% Ähnlichkeit zu E. luteofuscum K. N. A. Raj & Manim steht. Der Name E. luteofuscum taucht in der Artendiskussion überhaupt nicht auf.


    Die in der ZfM 77(2) neu beschriebene Entoloma venustum Wölfel & F. Hampe wurde 2014 wegen "nur" 1,8% Abweichung von E. callichroum E. Horak & Noordel. zur Varietät E. callichroum var. venustum (Wölfel & F. Hampe) O.V. Morozova, Noordel. & Vila zurückgestuft.


    LG Karl


    @ Hans: ich weiß ja wie viele Erstfunde Du gemacht hast, so wirst Du es sicher verschmerzen, dass die Art bereits einmal in Pilze Deutschlands steht.


    Borgsum (TK 1216/334)


    Ort: Amrum
    Ortslage: NSG Nordspitze Wattseite
    28.07.1989
    leg: Schmidt, Anke
    det: Jahn, Erich
    Erfasser: Lebold, Inken



    @ Nobi: Ich bin entzückt, Dir eine Information über Coprophile Pilze geben zu können :D


    LG Karl


    wie sieht den mit Naucoria macrospora aus? Hast du eine vernünftige Beschreibung davon? Ich kann in Netz nichts finden außer ein paar Bilder die meine Pilze sehr Ähnlich aussehen.


    Hier zum Beispiel oder hier


    Hallo Mario


    Hier gilt das Gleiche, wie bei N. salicis wozu N. macrospora wohl synonym ist.


    LG Karl

    Hallo Mario


    Die Huthaut besteht aus dünnen inkrustierten Hyphen und darunter aus breiten kurzseptierten Hyphen die oft an den Septen eingeschnürt sind. Möglicherweise sind auch Pileozystiden dazwischen. Bleiben wir mal bei der Gattung Naucoria. N. bohemica hat in der FN, bei Ludwig und PdS kleinere Sporen, die auch nicht so lang ausgezogen sind. Die Sporengröße würde zu N. salicis passen, aber die Art hat nur rundliche Zellen in der Huthaut (mit Pileozystiden).
    Bisher habe ich noch keine Naucoria gefunden, die zusätzlich dünne inkrustierte Hyphen hat. Es gibt aber natürlich noch etliche Arten, die in der FN und bei Ludwig nicht behandelt werden. In einem alten Schlüssel von Orton sind unter Naucoria noch Arten aufgeschlüsselt, die inzwischen in Galerina (da gibt es welche mit inkrustierten Hyphen in der HDS) oder Simocybe stehen, keine mit so großen Sporen.


    Momentan komme ich nicht weiter.


    LG Karl

    Hallo Chris


    Ich denke schon das Du S. sumptuosa gefunden hast. Neben den bereits festgestellten Merkmalen soll die Art laut Ludwig durch oft nierenförmige Sporen festgelegt sein.


    LG Karl