Beiträge von Tomentella

    Hallo Neujahrsrätselfreunde:),


    makroskopisch könnte ich mir hier noch Trametes ochracea (T. multicolor) vorstellen. Sie kommt vereinzelt auch an Fichte vor.
    Es gibt noch Tyromyces wakefieldiae, die so ähnlich aussieht (siehe unten), aber da müßte es auf jeden Fall Laubholz sein.


    Beste Grüße


    Hallo Sven,


    Cylindrobasidium evolvens ist synonym zu Cylindrobasidium laeve.
    Das Basionym Corticium laeve Pers. (1794) ist älter als Thelephora evolvens Fr. (1815).
    Leider stimmt Index fungorum und Mycobank nicht immer überein und es werden auch manchmal unterschiedliche Prioritäten gesetzt. Aber bei solchen riesigen Datenbänken ist das fast normal.


    Allen Teilnehmern des Forums noch alles Gute für das Neue Jahr, vor allem Gesundheit
    Frank

    Hallo Heidi, Pablo, Ingo und Enrico,


    als Bewohner der ehemaligen Ostzone möchte ich beim lustigen Porlingsraten beim ersten Pilz noch die spitzwarzige Tramete, Antrodiella hoehnelii, ins Spiel bringen, aber das ist nur so sicher, wie es auch den Weihnachtsmann gibt.


    Allen ein schönes Weihnachtsfest und alle Gute für das kommende Jahr
    Frank

    Hallo,


    Ganoderma pfeifferi würde ich bei Nr. 2 und 3 ausschließen wollen.
    Es gibt immer wieder Falschmeldungen von dieser sehr seltenen Art, die hauptsächlich an Buche gebunden ist. G. pfeifferi hat deutlich dunkelbraunes Fruchtfleisch im Vergleich zum hellbraunen Fruchtfleisch von resinaceum und lucidum.
    Nr. 4 ist höchstwahrscheinlich der mediterran häufige Fuscoporia torulosa (Phellinus torulosus).


    Beste Grüße
    Frank

    Hallo abeja,


    dein Gloeophyllum ist angekommen. Es ist eindeutig G. trabeum. Bei der Trennung nach Lamellenanzahl muß ich meine Erfahrung nun etwas nach unten korrigieren, da ich keine Funde von G. sepiarum über 15 L/cm messen konnte und G. trabeum doch schon knapp über 20 L/cm beginnt.
    Dein Stereum ist St. insignitum, den man mikroskopisch gut an seinen Acanthozystiden erkennen kann.


    LG
    Frank

    Hallo abeja und Pablo,


    von oben sehen deine Porlinge schon eher wie G. trabeum aus.
    G. sepiarum hat viel freudigere Farben, mit dem gelben Rand und ist normalerweise striegelig behaart und G. trabeum kahl. Außerdem wächst G. sepiarum seltener an Laubholz (z. B. Quercus). Mir waren nur die Poren auf den ersten Blick etwas zu groß.
    Bei meinen Exsikkaten von sepiarum komme ich allerdings nur auf ca. 15 Lamellen pro cm, bei meinen trabeum geht's bei 25 los.
    Ich werde schon eure Auffassungen von der Gattung Gloeophyllum nicht zerstören. :) Probleme gibt's normalerweise nur bei überständigen Funden, ansonsten erkennt man den Unterschied beider Arten schon im Feld.
    Natürlich sehe ich mir den Gloeophyllum gern mal an.


    Beste Grüße
    Frank

    Hallo,


    Stereum insignitum =Stereum ostrea ss. auct. europ. gilbt bei Versetzung nicht. Makroskopisch ist das ein kleiner (?) Unterschied zu Stereum subtomentosum. In der Ökologie sind beide Arten aber auch gut zu unterscheiden. Stereum subtomentosum kommt meist an Ufern von Gewässern vor und der Hauptwirt ist Alnus (Erle). Er liebt also kühleres feuchtes Klima und im Gegensatz dazu ist Stereum insignitum wärmeliebend und wächst in eher trockenen Wäldern an Fagus (Buche). Bis jetzt ist S. insignitum nur in Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland aufgetreten. In den ostdeutschen Bundesländern gibt es beispielsweise noch keine gesicherten Funde. Fundmeldungen die nicht zur Ökologie dieser beiden Arten passen, sind ohne Belege kritisch zu bewerten.


    LG
    Frank

    Hallo Pablo,


    wenn ich mit Rätseln soll, kommt auch nicht viel mehr raus. Für Perenniporia fraxinea zu dunkel und für G. applanatum bzw. G. adspersum zu hell. Ganoderma resinaceum ist ja wohl auch durch Brutzeltest ausgeschlossen worden.
    Rote Töne können bei Perenniporia fraxinea schon vorkommen.
    Ryvarden schreibt zumindest "often with reddish spots".
    Wenn es ein älterer Fruchtkörper wäre, sollten mehrere Fruchtschichten zu sehen sein. Also???


    Eine Minute durchs Mikroskop geschaut könnte alles klären.:)


    LG
    Frank

    Hallo Pablo,


    wenn ich dein letztes Posting mir genau betrachte, sind das wohl doch Fruchtkörper von Phellodon confluens. Phellodon niger ist wie in deinem Vergleichsexsikkat deutlich schwarz im Stiel.
    Nach Peter Otto (Dissertation über Stachelpilze) gibt es eine dunkle Form von Phellodon confluens und die wird es hier wohl sein. Das einige Stachelpilzgattungen allgemein auf KOH reagieren ist ja normal, es sind halt auch Thelephoraceen.


    LG
    Frank

    Hallo Oehrling,


    geht man von der Ökologie aus, würde eher Phellodon confluens in Frage kommen, den ich bis jetzt nur unter Laubbäumen gefunden habe (Fagus, Carpinus, Betula, Quercus). Phellodon niger wird bei Pinaceae und Fagaceae angegeben, obwohl ich ihn bis jetzt nur unter Picea (Fichte) und Pinus (Kiefer) gefunden habe. Bei Phellodon connatus sind Funde unter Laubbäumen fraglich! Er ist wahrscheinlich doch nur ein Mykorrhizapilz von Nadelbäumen, genau so wie Phellodon tomentosus.


    LG
    Frank

    Hallo Pablo,


    ca. 10 % KOH sind angegeben. Bei Exsikkaten geht das auch noch. Du hast diese Reaktion ja auch schon mit 3 % KOH beobachtet! Sie ist tatsächlich so schnell vergänglich.
    Da die Fruchtkörper stark durchwässert waren, sind die Farben vielleicht etwas irritierend.
    Phellodon niger könnte nach deinen Beschreibungen schon in Frage kommen, obwohl die typisch schwarze Farbe im normalerweise harten Stielkern fehlt. Ist denn das Stieläußere schwammig?
    Seit Jahrzehnten bestehen diese Bestimmungsprobleme bei Stachelpilzen und eine Lösung scheint nicht in Sicht.


    LG
    Frank

    Hallo Pablo,


    Zitat


    Wie beschreibt man die Unterschiede zwischen zB. Skeletocutis und Antrodiella?
    Das ist echt nicht so einfach, und darum verweisen ja viele Autoren auf die leichter und eindeutiger nachvollziehbaren Mikromerkmale.


    Hermann Jahn schrieb einmal zur Gattung Antrodiella, dass man diese Fruchtkörper zwar durchbeißen aber nicht abbeißen kann! Versuch's mal, dass stimmt tatsächlich. Innerhalb der Gattung Antrodiella wird's dann schwer und ohne Mikroskop geht gar nichts. Wichtig sind dann auch noch die Pilze auf denen oder neben die Antrodiella wächst, wenn überhaupt vorhanden.
    Skeletocutis nivea ist zum Glück bei uns die einzige pileate Art dieser Gattung auf Laubholz. Sie ist nicht so zäh wie Antrodiella und deshalb ganz einfach zu "zerreißen".


    Wichtig ist immer die Kombination aus makroskopischen und mikroskopischen Merkmalen. Natürlich sollte man die Art dann auch mal in der Hand halten, da allein aus Bildern und Beschreibungen oft noch keine Artbestimmung möglich ist. Auch ich bin bei Fotos oft unsicher. Wenn ich den Fund dann vor mir liegen habe macht's "klick" und ist "ganz einfach". :)


    LG
    Frank

    Hallo Anna,


    um auf deine Frage noch konkret zu antworten:


    Zitat


    Nur so aus Interesse, als immer-noch-Porlingsanfängerin mal dahergefragt - kann das Hymenophor von Wurzelschwamm nicht auch daedaloid sein?


    Ja, das Hymenophor kann bei Heterobasidion auch mal daedaloid sein.
    Die Porengröße wäre aber bei diesem Fund extrem für Heterobasidion.
    Aber vielleicht findet Jürgen doch noch Schnallen oder auch keine.:)


    LG
    Frank

    Entschuldigung Pablo,
    da hab ich wohl die Klobrille aufgehabt.:(


    Anna: Die Porengröße spricht dann auch noch gegen Heterobasidion und Trametes gibbosa wird noch wahrscheinlicher.


    LG
    Frank

    Hallo Anna,


    Jürgen gibt leider die Porengröße nicht an. Auf seinen Bildern erscheinen sie mir relativ groß. Ohne mikroskopische Merkmale ist meine Einschätzung auch nur eine Vermutung, sodass ein untypischer Heterobasidion annosum nicht absolut auszuschließen ist. Das könnte allerdings Jürgen klären, da diese Gattung schnallenlose generative Hyphen hat, die er auch ohne Sporen finden sollte.:)


    LG
    Frank