Beiträge von Tomentella


    Hallo ihr beiden,


    die wenigen Merkmale reichen leider nicht, um annähernd was sagen zu können. Makroskopisch sieht der Fund auch überständig aus. Und wenn's kein Exsikkat mehr gibt, bleibt er unbestimmt.


    Beste Grüße
    Frank

    PS.: Mikros hast du nicht zufällig von dem? Das ist ja auch immer spannend bei solchen Pilzchen.


    LG, Pablo.


    Hallo Pablo,


    Ceriiporiopsis herbicola ist mikroskopisch Hapalopilus nidulans (rutilans) sehr ähnlich, was auch die Verwandtschaft bei der Sequenzierung verrät. Ich hänge mal ein Bäumchen von Josef Vlasak zu diesem Fund (10744apileeReynoutria) hier an.


    Beste Grüße
    Frank


    Hallo DIeter,


    Du kannst besser Kongo/NH3 verwenden, wenn Du in KOH gequollen hast.


    LG Karl


    Hallo Dieter und Karl,


    am Besten verträgt sich KOH mit Phloxin. Da flockt nichts aus und die Strukturen sind sehr gut zu sehen. Aber du mußt etwas vorsichtig sein, wenn es auf die Haut kommt. Es geht drei Tage lang nicht weg. :)


    Beste Grüße
    Frank

    Hallo Pablo,


    in der Arbeit. die Heterobasidion trennt, steht als Abstract:
    "For the fungal taxonomist, there is a chapter on the taxonomy of the genus Heterobasidion. Based on intersterility groupings, host specificity and morphology, two new species are erected: H. parviporum for the S intersterility group, which occurs primarily on spruce; and H. abietinum for the F group, which occurs primarily on fir. H. annosum is retained for the P group which occurs primarily on pine. While I do not disagree with the erection of the new species, this book is probably not the most appropriate vehicle for publication."


    Das ist ein 140 $ Buch mit wenigen Seiten zu Heterobasidion. Ich besitze es nicht. Das Buch enthält anscheinend keine Sequenzen und der letzte Satz im Abstract ist schon bemerkenswert.


    Beste Grüße
    Frank


    P.S. Dieter, kannst es ja mal mit der Bestimmung des Wirtes probieren.

    Hallo Dieter,


    bei den Heterobasidion-Arten bin ich auch keine große Hilfe. Ich habe mal versucht, deutliche Unterschiede bei Funden ohne Wirtsangabe zu finden, Fehlanzeige!
    Die Zuordnung zu Wirten klappt mit den ersten beiden Arten noch am Besten. Also Laubholz und Kiefer: höchstwahrscheinlich H. annosum!?
    Große Poren und an Tanne: höchstwahrscheinlich H. abietinum.
    An Picea? Hier kann H. annosum und H. parviporum vorkommen. Die Unterschiede sind marginal und nicht eindeutig nachzuvollziehen, auch wenn die Franzosen das mit ihren Schlüssel "vorgaugeln".



    Beste Grüße
    Frank

    Hallo Achim und Pablo,


    wie Pablo schon richtig schrieb, kannst du den Fund durchaus unter C. confluens ablegen. Die Frage ist nur, ob Sequenzierungen das mal als eigenständgie Art anerkennen oder nur als Varietät oder...
    Makroskopische Unterschiede sind auf jeden Fall da. Denkbar wäre auch, dass fakultativ Mykorrhiza-bildende Pilze makroskopische Abweichungen zu saprotroph lebenden Pilzen der gleichen Art haben. Das habe ich schon vereinzelt festgestellt, läßt sich aber ganz schwer beweisen. :)


    Beste Grüße
    Frank

    Hallo Achim,


    interessant, dass du auch Coltricia confluens, zumindest nach der Beschreibung von Frau Keizer, gefunden hast. An der Porengröße würde ich jetzt kein Problem sehen. Mein Fund ist schon ein paar Jahre her. Leider gibt es keine mikroskopischen Unterschiede zu C. perennis und genetische Vergleiche sind mir auch nicht bekannt. Das einzige Trennungsmerkmal soll die Ökologie sein. Während C. perennis Mykorrhiza bildet, kommt C. confluens an anthropogen beeinflussten Standorten vor und ist saprotroph. Ob das haltbar ist, weiß ich nicht. Ich habe damals den Fund in einen Garagenhof gemacht, wo keinerlei Pflanzen in der Nähe waren, geschweige denn Bäume. Dein Strandort paßt gut zur Beschreibung von Keizer.
    Meinen Fund habe ich an Leif Ryvarden geschickt, der zwar die Beschreibung von Frau Keizer akzeptiert, aber ebenfallls die Unterschiede kritisch sieht.


    Hier mal ein Foto meines Fundes (der Standort ist gestellt und nicht original, die Nadeln gehören nicht dazu!).



    Beste Grüße
    Frank

    Hallo Pablo,


    deiner letzten Dokumentationen nach ist der italienische Fund höchstwahrscheinlich Xylodon nespori und dein anderer Grandinoider doch Fibrodontia gossypina, mit wenigen Prozenten an Zweifeln. :)


    Wenn du wieder mal eine Sendung an mich zusammenstellst, können wir ja die restlichen Zweifel zerstreuen.


    Beste Grüße
    Frank

    Hallo Pablo,


    wenn es Fibrodontia gossypina ist, wäre das ein toller Fund. Ich habe sie erst dreimal gefunden. Xylodon nespori hingegen ist die häufigste Art der alten Gattung Hyphdontia! Sie hat ziemlich dickwandige Basalhyphen und viele große Kristalle an den Hyphen der Aculei.
    Du wirst die Microzeichnung von Fibrodontia gossypina (copyright John Eriksson, Nordic Corticiaceae) sicherlich kennen, aber ich möchte sie hier nochmal zeigen.


    Beste Grüße
    Frank

    Hallo Norbert,


    dein Exsikkat habe ich untersucht. Mit 1000 facher Vergrößerung und mit Immersionsöl habe ich keine Sporen gefunden, die länger als 4 µm und breiter als 2,5 µm waren. Im Sporenabwurf könntest du vielleicht einzelne Sporen gemessen haben, die dieses Maß leicht übersteigen, eventuell von zweisporigen Basidien gebildet, aber deine zu erst angegeben Maße kann ich nicht nachvollziehen. In Verbindung mit der elliptischen Form bleibt da doch nur S. ochraceum, auch wenn einige Steccherinum-Spezialisten deutlich pilate Formen von S. ochraceum für eine eigene Art halten. In dieser Gattung gibt es noch viele Ungereimtheiten und ich habe auch noch zwei Steccherinum spec. bei mir in der Kiste der unbeschrieben Arten.


    Beste Grüße
    Frank

    Hallo Pablo,


    deine Bestimmungen sind alle gut nachzuvollziehen. Da hast du dich ja schon ganz schön in die Krusten eingearbeitet!
    Allein an Fibrodontia gossypina will ich nicht so recht glauben. Sieht eher aus wie Xylodon (Hyphodontia) nespori!
    Fibrodontia gossypina ist eine eher seltene Art mit elliptischen Sporen 3,5-4 x 2,5-3 µm. X. nespori hat zylindrische Sporen (mit Tropfen) 4-5,5 x 2-2,5 µm.


    Beste Grüße
    Frank

    Hallo Norbert,


    in welchem Medium mikroskopierst du? Alle in der Literatur angegebenen Maße beziehen sich bei Rindenpilzen und Porlingen fast ausschließlich auf KOH (3%).


    Wenn deine Maße der Sporen nochmal schrumpfen, wird doch noch eine S. ochraceum draus. :D


    Beste Grüße
    Frank

    Hallo Norbert,


    bei der Sporenform ist es kaum eine S. bourdotii und bei der Sporenlänge wahrscheinlich auch keine S. ochraceum. Es gibt noch einige unbeschriebene Arten dieser Gattung und ich wäre an einem Exsikkat interessiert.


    Gut's Nächtle
    Frank

    Zitat


    Aber mal anders rum: Wenn die Sporen rundlich wären, wäre es dann S. bourdotii, auch bei Maßen bis maximal 4 µm?


    Hallo Pablo,


    die Sporen von S. bourdotii sind eiförmig bis rundlich, die von S. ochraceum schmal elliptisch. Wenn man beide Arten kennt, kann man sie auch ohne Sporenmessung an der Form der Sporen unterscheiden. Natürlich gibt es auch die
    makroskopischen Unterschiede:
    S. ochraceum- Stacheln bis 1mm lang, regelmäßig verteilt
    S. bourdotii- Stacheln bis 3 µm lang, unregelmäßig verteilt, meist intensiver gefärbt als bei S. ochraceum


    LG
    Frank

    Zitat


    @ Hallo Frank,




    was lässt dich an St. bourdotii zweifeln?


    Hallo Peter,


    eigentlich habe ich keine großen Zweifel. Aber bei Funden, die man nicht selbst in der Hand gehabt hat, kann man sich schnell mal täuschen. Wenn Norbert's Sporenmaße stimmen, kann es nicht S. ochraceum sein.


    LG
    Frank

    Hallo Norbert,


    Steccherinum ochraceum wächst normalerweise resupinat, kann aber auch kleine Hüte bilden.
    Die Sporenmaße dieser Art sind: 3,2 - 4 x 1,8 -2,5 µm


    Steccherinum bourdotii bildet pileate Fruchtkörper und hat Sporenmaße von 4-5 x 3-4 µm


    Deinen Sporenmessungen und der Wuchsform folgend würde hier durchaus Steccherinum bourdotii in Frage kommen.


    Beste Grüße
    Frank

    Hallo Holzspezialisten,


    die Verteilung meiner Funde von Radulomyces molaris sieht wie folgt aus:


    Acer (1), Aesculus (1), Alnus (1), Carpinus (2), Corylus (4), Fagus (2), Prunus (4),
    Quercus (44), Salix (1), Sorbus (2)


    Nadelholzfunde sind mir bis jetzt nicht bekannt, aber ökologische Ausreiser gibt es immer mal. Erfahrungsgemäß kommen einige typische Laubholzbewohner gern mal auf Tanne vor, diese Art aber noch nicht.


    Nun wettet mal schön. :)


    LG
    Frank

    Zitat


    @ Hallo Frank,


    diese Frage an dich sei mir erlaubt, du kommst bereits bei den ersten beiden Aufnahmen zu deiner Meinung?


    Hallo Peter,


    im ersten Beitrag ist die zonierte Oberfläche der Hauptgrund für meine Ansprache als Trametes versicolor.
    Vorausgesetzt Bernhard zeigt bei allen Fotos die gleiche Art. Nicht das mehrere Arten an diesen Standort gewachsen sind.



    @Pablo- Trametes cervina kann im Gegensatz zu ihren Namen auch fast reinweiß sein. Ein Beispielfoto von meinen tschechischen Porlingsfreund Josef Vlasak:



    Irpex lacteus ist auch sehr ähnlich, aber auch hier irritiert die gezonte Hutoberfläche beim Fund von Bernhard.


    Beste Grüße
    Frank

    Hallo Pablo,


    es gibt einen einzigen gesicherten Fund von Piptoporus betulinus an Populus tremula (Zitterpappel) in Bayern. Er wurde auch publiziert. Also nicht ausschließlich an Birke, auch wenn dieser ökologische Ausreißer was ganz Besonders ist.


    Beste Grüße
    Frank


    Hallo Ingo,


    leider gehöre ich zu denen die nicht nein sagen können. :) Ich hoffe allerdings, dass dieser Fund nicht, wie oft bei Winterfunden, steril ist.


    LG
    Frank

    Hallo ihr Wettsüchtigen,


    bei dieser samtigen und gezonten Hutoberfläche würde ich auch die Gattung Trametes favorisieren. Ob nun eine dem seltsamen Jahreswetterverlauf geschultete Trametes versicolor oder vielleicht doch Anna's Trametes cervina (da müßten allerdings die "Poren" größer sein) bleibt ohne Mikromerkmale offen.
    Makroskopisch ähnliche Arten wären auch noch Irpicodon pendulus (aber immer an Pinus) und Oxyporus ravidus, welcher aber einen grobstriegeligen und eher ungezonten Hut hat.


    Nun wettet mal schön weiter und hofft, dass diesen Fund am Ende jemand auch richtig bestimmt. ;)


    Beste Grüße
    Frank

    Hallo Forumsfreunde,


    erstmal für alle ein schönes und vorallem gesundes Neues Jahr.


    Trechsipora fastidiosa ist eine seltene, kalkholde Art, die durch ihr oft seltsames Wachstum (Debris, Ästchen und Blätter überwachsend, ähnlich der Sebacina incrustans) und einen unangenehmen Geruch gekennzeichnet. Das Hymenophor ist weiß bis beige und glatt bis feinwarzig.
    Mikroskopisch sind die relativ großen Sporen ( 5,5-6,5 (7,5) x 4-5 µm) und Basidien bis 35 µm Länge für diese Gattung auffällig. Die Hyphen sind inkrustiert und bis 6 µm breit.
    Die ähnliche Lindtneria leucobryophila (= L. flava, = L. panphiliensis, hier Teile ich die Auffassung von Gerard Trichies!) ist farbenfreudiger bis hin zu leuchtend orange. Die Oberfläche ist körnig bis unregelmäßig zähnig. Der Hauptunterschied zu T. fastidiosa sind die bis 45 µm langen mit cyanophilen (in Baumwollblau) Inhalt gefüllten Basidien und die bis 9,5 µm langen Sporen mit einen oft ausgezogenen Apikulus und cyanophilen Sporenwänden. Die Hyphen sind bis 10 µm breit.


    In Breitenbach/Kränzlin Band 2/ Nr. 113 ist höchstwahrscheinlich Lindtneria leucobryophila abgebildet.


    hans: Hattest du den Fund von Trechispora fastidiosa auf deiner Homepage mal zu mir zur Begutachtung geschickt?


    Beste Grüße


    Frank




    Lindtneria leucobryophila