Beiträge von EmilS

    Hallo zusammen,


    die von Jörg verlinkten Verantwortungsarten sind die Arten, bei denen ein hoher Anteil der Population in Deutschland vorkommt, für deren Erhalt also Deutschland verantwortlich ist. Das können auch häufige Arten sein wie Lactarius subdulcis, der draufsteht, weil er mit Buchen assoziiert ist, die ebenfalls hauptsächlich in Deutschland vorkommen. Craterellus cinereus ist keine Verantwortungsart.


    Den Rote-Liste-Status von Arten in Deutschland kann man online über die Artensuchmaschine einsehen.
    Detailseite Craterellus cinereus


    Viele Grüße

    Emil

    Hallo,


    Russula olivacea sehe ich auch so. Den Zweiten bitte auch mit Megacollybia marginata vergleichen. Das ist ein Breitblattrübling mit dunklen Lamellenschneiden und bräunlicherem Hut.


    Viele Grüße

    Emil

    Hallo Max,

    bei Filzröhrlingen bitte immer ein vollständiges Schnittbild (längs durch den Fruchtkörper inklusive Stielbasis) zeigen. Die äußerlichen Merkmale sind oft variabler als die Fleischfarben und -verfärbungen.

    Viele Grüße, Emil

    Hallo Claudia,


    hier gibt es den König nicht, ich habe ihn noch nie gesehen. Hübscher Pilz!

    Der „Gemeine Rotfuß“ ist tatsächlich nicht gemein, sondern bereift. Das ist Xercomellus pruinatus.


    Viele Grüße

    Emil

    Hallo Harald,

    Danke für die Bilder. Tatsächlich weisen die ja so gut wie gar keine Gelbtöne auf. (Dass die Dateinamen deiner Bilder mit „p-pallescens“ gekennzeichnet sind, dem sollte ich nicht zu viel Bedeutung beimessen, oder? Vielleicht war das noch der Arbeitsname.)

    Viele Grüße

    Emil

    Hallo zusammen,


    das ist (abgesehen vom Bildbestimmungs-Unsicherheitsfaktor) mit absoluter Sicherheit C. squamosus (Schuppiger Porling). Ich würde alle meine 126 Chips darauf verwetten und bin, ehrlich gesagt, etwas verwundert, dass hier solche Uneinigkeit besteht. Ich habe allerdings beide Arten auch schon sehr oft gefunden, das ist sicherlich hilfreich.


    Der Sklerotien-Porling wird nie auch nur ansatzweise so groß. Allein das schließt den hier aus. Dazu kommen der kräftige Habitus und die typische, grobe Hutschuppung. Die Stielbasis wäre dunkel, die sieht man auf den Fotos allerdings nicht. Muss man auch nicht – ein eindeutiger Fall hier.


    Viele Grüße

    Emil


    Edit: Ups, ich wollte jetzt aber nicht deine Wette versauen. ==16 Vielleicht wettet ja noch jemand 10 Chips gegen dich. Dass wir zwei einer Meinung sind, wundert mich jetzt auch nicht.

    Hallo Martin,


    hier hätte ich keine Zweifel an C. micaceus. Wenn man dem Schlüssel folgt, dürfte der keine Pileozystiden haben. Bist du sicher, dass das Pileozystiden sind und keine Velumstrukturen, die du gesehen hast? Das kann ich selbst nicht so gut beurteilen, aber ansonsten passt alles.


    Viele Grüße

    Emil

    Hallo,

    die Bestimmung ist richtig. Einer der Voreilenden Ackerlinge (Agrocybe praecox s. l.), das ist ein Aggregat aus mehreren schwer unterscheidbaren Arten.

    Der Geruch lässt sich am besten folgendermaßen beschreiben: Unverletzt an den Lamellen kakaoartig, beim Quetschen nach ranzigem Mehl (/Salatgurke o. Ä.).

    Viele Grüße

    Emil

    Hallo,

    hier kann man die Fälblinge aufgrund der Velumstruktur sofort ausschließen. Die meisten Fälblinge haben kein ausgeprägtes Velum (höchstens als fädige Cortina ausgebildet). Mir fällt da als Ausnahme spontan nur der Marzipan-Fälbling ein, der viel größer und kräftiger ist und dessen Velum auch nicht so häutig und dünn ist wie hier.

    Das ist Agrocybe praecox agg. (Voreilender Ackerling), eine sehr häufige Art des Frühlings.

    Viele Grüße

    Emil

    Hallo, ob ich den ausschließen kann, spielt keine Rolle. Solltest du den Fund essen wollen, musst du ihn ausschließen können. Essfreigaben gibt es im Internet nicht, siehe dazu → hier.

    Viele Grüße

    Hallo zusammen,


    auch von mir Danke für die Diskussion und die wirklich guten Artikel.


    Dass der Artbegriff (generell die gesamte Taxonomie) ein menschengemachtes Interpretationsschema ist, ist klar. Wäre es nicht so, könnte es beispielsweise auch keine Evolution geben, bei der sich durch kleine Veränderungen über einen großen Zeitraum „Arten“ zu anderen entwickeln.

    Dennoch gibt es klarere (wie hier) und weniger klare Fälle. Und phylogenetische Analysen bilden durch die Erhebung von Wahrscheinlichkeiten der Ähnlichkeit eine valide Grundlage für die Interpretation der morphologischen Variabilität.

    Zitat von Vidar

    - Auch wenn man die vollständige DNS-Sequenz von zwei Individuen kennen würde, könnte man daraus nicht unmittelbar und eindeutig entscheiden, ob beide Individuen einer oder zwei Arten angehören. (Dazu bräuchtest du ein objektives Kriterium. Wie soll das aussehen? Und wer legt das fest? Wenn du weisst, dass sich zwei Sequenzen bei 10000 Basen an 50 Stellen unterscheiden, sind es dann zwei Arten, oder nur eine? )

    Man betrachtet ja nicht zwei Sequenzen, sondern eine (möglichst) große Stichprobe, bei der man die Übereinstimmung der genetischen mit der morphologischen Variabilität untersucht. Wenn Unterschiede der untersuchten DNS-Abschnitte keine Rückschlüsse auf die Zuordnung zu unterschiedlichen Taxa zulassen (die morphologischen Unterschiede und damit die Unterscheidung als zwei Taxa also nicht mit Unterschieden des untersuchten DNS-Abschnitts korrelieren), ist das nach meinem Verständnis ein deutlicher Hinweis darauf, dass die zur Unterscheidung herangezogenen morphologischen Merkmale nicht als Unterscheidungsmerkmale geeignet sind. So sollten möglichst alle Sequenzen, die einem Taxon zugeordnet werden, ein Monophylum bilden, das keine einem anderen Taxon zugeordneten Sequenzen beinhaltet. Die Identifikation der DNS-Abschnitte, die für die Unterscheidung relevant und nicht auf genetische Variabilität zurückzuführen sind, erfolgt durch verschiedene Maßnahmen, die die Zuverlässigkeit erhöhen, beispielsweise den Vergleich mit Unterschieden zu den DNS-Abschnitten weiterer, verwandter Arten.


    Es besteht ja schon ein großer Unterschied darin, ob sich genetisch zwei Gruppen identifizieren lassen, bei denen interpretiert werden muss, ob die Unterschiede zwischen den Gruppen groß genug sind, um eine Unterscheidung auf Artebene zu rechtfertigen, oder ob sich gar nicht erst zwei Gruppen identifizieren lassen.


    Wie bereits erwähnt, sind das nur meine Interpretationen und auch ich lasse mich gern korrigieren.


    Generell hat die Phylogenetik die Taxonomie (nicht nur der Pilze) revolutioniert. Durch umfassende genetische Untersuchungen gelingt es, mit hoher Wahrscheinlichkeit Verwandtschaftsbeziehungen von Individuen untereinander festzustellen und auch morphologische Unterschiede diesbezüglich zu interpretieren. Natürlich werden aber nach unserer aktuellen Artauffassung dennoch beide Aspekte benötigt.


    Viele Grüße

    Emil

    Hallo Michael,


    also ich bin auch kein Experte in Sachen Phylogenetik, aber die Studie ist da schon recht eindeutig. Im Kladogramm geht hervor, dass sich die Äste der D. confragosa zugeordneten Proben nicht von denen der D. tricolor zugeordneten Proben abgrenzen lassen.


    In diesem Fall liegen ja außerdem nicht nur DNA-Analysen vor, die darauf hinweisen, sondern (auch wenn ich mich wiederhole) es gibt auch jegliche Übergangsformen, sogar am selben Ast (!). Hier deuten sowohl Morphologie, als auch Phylogenetik darauf hin, dass die beiden Taxa nicht auf Artebene trennbar sind.


    Viele Grüße

    Emil

    die beiden Arten halte ich noch getrennt, solange durch die Genetik nicht bewiesen wird, dass es gleiche Arten sind. Sie wachsen manchmal zusammen auf dem gleichen Ast. Die morphologischen Unterschiede ergeben ja nicht zwangsläufig Abweichungen in der DNA, wie wir inzwischen bei den Täublingen gelernt haben.


    Hallo Frank,


    die von mir oben verlinkte Studie wäre doch ein solcher Beweis, oder sehe ich das falsch?


    D. confragosa und D. tricolor sind synonym. Das ist einerseits phylogenetisch (durch DNA-Tests) bestätigt (siehe dazu auch diese Studie), andererseits kommen auch morphologisch jegliche Übergangsformen vor, sogar am gleichen Substrat. Deshalb ist selbst der Varietätenstatus von var. tricolor zweifelhaft.

    Viele Grüße

    Emil

    Hallo Uwe,


    also schlägt hier die Hutfarbe die anderen Merkmale (Sporengröße/-quotient, wurzelndes Bodenwachstum)? Und man braucht F. fennae nur in Betracht zu ziehen, wenn man hell gefärbte Fruchtkörper findet? Oder ist der Q-Wert hier einfach im Übergangsbereich?

    F. fennae soll auch weniger ausgeprägte Ixohyphidien haben, was ich allerdings schwer beurteilen kann.


    Viele Grüße

    Emil