Hallo Thorsten,
ich finde deinen Eifer lobenswert, allerdings sehe ich das ganze etwas kritisch. Wie du vielleicht weißt, habe ich von der Thematik Toxikolige schon etwas Ahnung; von der Analytik solcher Stoffe aber wesentlich mehr!
Deine Fragestellungen sind sehr interessant, allerdings bedarf es da eher eines Chemikers und Toxikologen als eines Mykologen um die Fragen zu klären. Wenn die Giftstoffe noch unbekannt sind, dann ist die Chance groß, dass diese Stoffe auch noch nicht in den Fruchtkörpern nachgewiesen wurden.
Es gibt da nämlich 2 Möglichkeiten:
1. Der Giftstoff ist als Inhaltsstoff in den Fruchtkörpern bekannt, "nur" die toxikologischen Daten fehlen.
2. Der Giftstoff und dessen Struktur ist noch nicht in den Fruchtkörpern nachgewiesen worden.
Was das heißt, kannst du dir ja vorstellen. Es müssten von sämtlichen Reinstoffen, anhand von lebenden Säugerzellen und Tierversuchen die toxiklogischen Daten ermittelt werden.
Wenn der Stoff noch unbekannt ist, dann müssten sehr aufwendige chem. Verfahren zum Einsatz kommen, erstmal die Reinsubstanz zu isolieren und von dieser dann die Struktur zu bestimmen (so was läuft im Regelfall mit LC/MS-MS oder GC/MS und NMR ab). So eine Analyse ist ebenfalls sehr aufwendig und kostet richtig viel. Auch die Versuche für die toxikologischen Daten kosten auch sehr viel. Das kann dann mal schnell in die Hunderttausende gehen.
Nun meine Frage dazu. Wer soll das bezahlen? Hast du auch schon mal daran gedacht, dass die Vergiftungssymptome auf Mischintoxikationen zurückzuführen sind? Dann hat man kaum noch eine Chance, das rauszukriegen.
Als "Normalbürger" hast du nur die Möglichkeit die einschlägigen Fachzeitschriften zu studieren und dann ggf. einzelne Artikel per Fernleihe zu bestellen. Ich bin der Meinung, dass dir im Forum da niemand groß helfen kann.
l.g.
Stefan