Hallo,
noch von meiner Seite einmal: ihr habt wirklich ganz tolle Bilder eingestellt. 
Mein Rätselpilz ist natürlich Tricholoma psammopus, der Lärchenritterling. Abeja und Craterelle haben den erkannt, obwohl ich nicht recht verstand, was Craterelle meinte, dass es "ihr Pilz" wäre.
Von mir kommt auch noch eine kleine Ergänzung. 
Sonntag gings auch noch mal raus zu einer kleinen Kurzexkursion von 3 Stunden. Oehrling hat sich etwas abgesetzt, um gezielt Täublinge zu suchen. Der Rest der Gruppe ist zusammengeblieben. Für mich war dieser Tag wesentlich interessanter, denn dort gab es für mich außerhalb der Phytos endlich mal spannende Funde mit Hut-Stielpilzen. 
Einen davon hat Oehrling mir zu vertrauensvollen Händen gegeben. Einen Risspilz; den ersten frischen Risspilz, den ich dieses Jahr in den Händen halte.
Danke, dass du den mir überlassen hast. Sah interessant aus; und war auch noch relativ groß; so mit 6-7 cm Hutdurchmesser.
maculata.jpg
Ich konnte ihn zu Hause ohne Probleme als Inocybe maculata - Gefleckter Risspilz bestimmen. Betriebsblind, wie ich war, habe ich die Velumreste auf dem Hut erst zu Hause gesehen. 
2. Inocybenkollektion: ich hatte meine Zweifel, ob ich die noch rausbekomme, denn die waren schon ziemlich oll. Mikroskopisch war die Sache aber glasklar.
Inocybe curvipes; im Nachhinein muss ich sagen, dass die Kollektion makroskopisch ziemlich untypisch aussah. Na ja, schieben wir das mal aufs Alter. Die typischen Zystiden und Sporen waren zu sehen und das ist das wichtigste. 

Das war auch die Situation, wo Malone auf einen von denen versehentlich getreten ist. Ich bin ja ein ziemlich friedfertiger Mensch, aber wenn jemand auf Inocyben tritt, werde ich schon mal laut... :shy: Na ja Schwamm drüber. So schlimm war im Nachhinein dann auch nicht. 
Weiterhin gabs einen interessanten Schirmling. Lepiota ignivolvata, den Pablo vor Ort schon als solchen Ansprach.

Ich durfte ihn zur mikroskopischen Absicherung mitnehmen. Pablo hatte recht.
Für mich wars schön, denn die Art kannte ich noch so gar nicht und es hat sich wieder mal gezeigt, dass der Lepiota-Schlüssel in der Funga Nordica super ist. 
Dann hatte ich noch eine Pflanze mit einem Mehltau dran gefunden. Ihr KräuterhexerInnen: Was meint ihr dazu? Ich habe die Pflanze einer guten Freundin von mir geziegt, die meinte, dass das entweder eine Brassicaceae (Kreuzblütengewächs) oder eine Papaveraceae (Mohngewächs) ist. Könnz ihr was damit anfangen. Ich bin ratos. 





Auch ein interessanter Fund, von Jan-Arne war das glaube ich. Hypoxylon petriniae (schon die 3. Art von den rötlichen, flächigen Kohlebeeren, die ich in der Hand halten darf, nachdme ich unlängst mit Hypoxylon macrocarpum einen sächsischen Erstnachweis gemacht habe) sehr markant ist die dunkle Randlinie. Diese Art bevorzugt Fraxinus als Substrat. Toffel hat den Beleg als kleines Mitbringsel von mir bekommen. Eigentlich hat er sich das ja nicht verdient, weil er ja nicht mitkommen wollte, aber ihm die Art vorenthalten konnte ich ihm auch wieder nicht. 

Verabschieden möchte ich mich mit dem Bereiften Laubwaldpfifferling subpruinosus, den ich bis dato noch gar nicht kannte; geschweige denn jemals von dem was gehört hätte.

Auf alle Fälle ein spannender Pilz.
subpruinosus.jpg
Nur noch einen Nachtrag. Ich habe an dem Tag auch an einem Gras Puccinia coronata gefunden. Der Rostpilz befällt alles was Süßgras heißt, ist nix dolles; den hatte ich gefühlt schon 20 mal. Das Gras aber ist schon was richtig gutes. Eine Arbeitskollegin hat das mit einigen Mühen als Hordelymus europaeus - Waldgerste bestimmt. Das ist auf alle Fälle, zumindest für Sachsen, sehr seltenes Gras. Zudem ist der Befall mit P. coronata auch im Klenke/Scholler als selten für dieses Gras angegeben.
Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr mir wegen der unbekannten Pflanze Tipps geben könntet.
An dieser Stelle möchte ich mich bei Verena und Familie für die super tolle Gastfreundschaft bedanken. Bei Pablo, Jan-Arne und Peter dafür, dass ihr einfach ganz großartige Freunde seid
, bei Grüni, Norbert, Matthias und Zuehli, dass ich euch kennenlernen durfte,
ich habe die Unterhaltungen und teilweise lustigen Dialoge sehr genossen und ich freue mich sehr auf ein Wiedersehen. Auch habe ich mich sehr über das Wiedersehen mit Florian sehr gefreut. Ich hoffe bald mal wieder. Und bei Robin für den tollen Gedankenaustausch, das Wiedersehen und überhaupt. Vielleicht klappt es ja nochmal mit einem Treffen irgendwo dieses Jahr. 
Genug geschleimt. 
l.g.
Stefan
P.S. Danke Peter für die umfangreiche Enthüllungsakte. 