Beiträge von Craterelle

    Pssst, Sarah, ich bin doch Cratie!


    Der Röhrling stand etwas weiter unten am Hang, soweit ich mich entsinne. Tom hat ihn geärgert und ebenfalls dokumentiert, er könnte weitere/bessere Bilder haben.

    Auch aus dem Eichenwald: ein hübscher Röhrling, der unter dem Verdacht stand, Boletus (bzw. aktuell Lanmaoa) fragrans, der starkriechende Röhrling zu sein. Riecht nicht außergewöhnlich, das ist aber wohl trotz des Namens normal. Unklar ist allerdings, ob der so schnell und stark blauen darf.



    Malone und ich hatten ähnliche Funde unter Kermeseichen auf Kefalonia übrigens für schwarzblauende gehalten.

    Erstmal nur nach Beschreibungen und Bildvergleichen würde ich den weißbraunen (T. albobrunneum) und den getropften (T. pessundatum) mit in die engere Wahl nehmen. Ich werde als nächstes mal ausprobieren, wie ich mit dem Schlüssel von Kibby zurechtkomme. Bitte noch nicht vorsagen...

    Wie schade! Ich würde den Tellerling doch zu gern mal kennenlernen. Manchmal braucht's einen kräftigen Schubs, um von einer falschen Fährte herunterzukommen, aber lehrreich ist es immer.


    Mal schauen, ob ich - evtl. mit Hilfe von Ingosixecho oder Pablo - noch ein Stückchen über Tricholoma spec. hinauskomme.

    Hallo ins Forum,


    gestern glaubte ich - hocherfreut - würzige Tellerlinge gefunden zu haben.


    Auffällig große Hüte (bis 10 cm), fast büschelig in kleinen Trupps in der Laubstreu am Wegrand im Mischwald gewachsen. Passt soweit einigermaßen, auch wenn eins meiner Bücher angibt "einzeln oder in Reihen und Ringen".


    Huthaut hellbraun, mit anhaftender Erde und entgegen der Literaturangaben recht gut abziehbar.


    Lamellen jung blass cremefarben, im älter etwas bräunlicher, mit deutlichem "Burggraben" ausgebuchtet angewachsen, teilweise rostfleckig.


    Stielbasis mit weißen Myzelfäden, Geruch würzig-fruchtig mit mehliger Komponente.


    Nachhaltig verwirrt hat mich allerdings die Sporenpulverfarbe. Nachdem die Lamellen im Alter deutlich bräunlicher werden, hätte ich zumindest einen leichten Braunton erwartet und habe deshalb auf weißem Papier aussporen lassen. Das Sporenpulver ist jedoch nahezu reinweiß. Ich versuche gerade, den Sporenabdruck noch einmal auf einem Objektträger zu wiederholen.


    Habt ihr Ideen dazu?


    Danke im Voraus,

    Craterelle

    Ich habe noch ein Bild eines intakten Erbsenstreulings gefunden. Den haben wir sogar in drei verschiedenen Biotopen angetroffen, im Eichenwald in mittlerer Höhenlage, im Pinien-/Kiefernwald an der Küste und noch an einer dritten Stelle, war das im montanen Tannenwald bei der letzten Exkursion mit der kompletten Truppe?


    Und dann gab es noch den vermeintlichen Satan, der keiner war, sondern soweit ich mich erinnere der rosahütige Purpurröhrling.


    Mehr Kaiserlinge hätte ich auch noch, wenn jemand mag? :grotwerd:


    LG, Craterelle

    Ich selbst habe die Kaiserlinge nur ein mal gesehen, und zwar in Italien wo sie vom Transporter am Strassenrand verkauft wurden. Leider hatten weder wir die Möglichkeit sie vor Ort zu kochen, noch hätten die Pilze bis zum Rückkehr nach Deutschland überlebt, deshalb gar nichts gekauft. Und etwas teuer waren sie auch.

    Hallo Alex,


    ich glaube, ich hätte aus Neugier unter den beschriebenen Voraussetzungen zumindest eine Miniportion gekauft und einfach mal reingebissen. Malone hat die gern so weggeknabbert. Mir sind sie mit ein bisschen Salz und Öl lieber, aber eine Vorstellung von Geschmack und Konsistenz erhält man auch pur.


    LG, Cratie

    Bis zur Bräunung angebraten habe ich Lepista nuda (die einzige Art, bei der mir der wissenschaftliche Name zuerst einfällt) auch schon. An die Sorte des Öls erinnere ich mich nicht, aber Hühnerstall war nicht dabei, da bin ich ziemlich sicher.

    Hallo Bärbel,


    das sind soweit ich mich erinnere ungarische Eichen. Außerdem gab's noch stachelige Kermeseichen und Valonen-Eiche mit ganz besonders witzigen Früchten, die dir bestimmt gefallen hätten. Eine hatte ich mitgenommen, wenn ich sie wiederfinde, mache ich ein Bild davon.


    LG, Craterelle

    Zeigt mal lieber ein paar Pilze! ==Gnolm7


    Ok, ich spendierte mal einen, auch wenn's nur ein Handyfoto ist.

    Der Erbsenstreuling, hier als beeindruckend große Sporenstaub-Ruine quasi unübersehbar. Die jungen küchentauglichen lassen sich viel schwerer entdecken, aber ein paar haben wir doch gefunden, mjam.

    Optisch erinnern die mich an südliche Ackerlinge, zur Pappel würde das auch passen. Was nicht recht zu passen scheint, ist der Anisgeruch. Du kannst ja mal selbst vergleichen.


    Von wo ungefähr stammt denn der Fund? Norddeutschland (da wäre diese Art eher selten), Süddeutschland, anderswo?

    Während der Pilzwoche in Griechenland sprachen wir darüber, dass es eigentlich kein Sinn macht, Kaiserlinge zu trocknen. Die Konsistenz, die ja einer der Pluspunkte ist, geht verloren, und ob vom zarten Aroma genug erhalten bleibt, ist auch fraglich. Und dann bleibt noch die Frage, wie getrocknete Kaiserling am besten zu verwenden sind. Eingeweicht und gebraten kann ich sie mir gar nicht vorstellen, als Pilzpulver in Saucen vielleicht.


    Mir kam die Idee mit der Pilzbutter, aber andere waren skeptisch, ob sich die Kaiserlinge gegen den Buttergeschmack durchsetzen könnten.


    Ich habe sie also reichlich dosiert und nicht gemahlen, sondern fein gehackt (wegen der Optik) und in weiche Butter eingerührt.

    Beim ersten Probieren dachte ich: sieht toll aus und schmeckt nach... Butter. Ich habe schon überlegt, Perlpilze zur Unterstützung dazugegeben (die hätte ich dann natürlich nach Safrans Methode gemacht, also Pilzpulver-Babybrei gut durchgekocht). Der Geschmack intensiviert sich aber deutlich, wenn man dem Ganzen etwas Zeit gibt und die Butter mindestens ein paar Stunden oder besser über Nacht durchziehen lässt. Für mich riecht sie erstaunlich streng, je länger sie durchzieht, und hat einem Hauch Bitterkeit im Nachgeschmack. Ein bis zwei Tropfen Zitronensaft vielleicht noch dazu? Und evtl. mache ich das mit den Perlpilzen tatsächlich noch, oder separat zum Vergleich.


    Fazit: Kaiserling unbedingt frisch essen, wenn sich die Gelegenheit bietet. Für getrocknete aber durchaus eine passable Verwendung, ganz OK zumindest.

    Oh, da wäre ich auch gern dabei. Ihr beiden werdet euch gut verstehen, vermute ich einfach mal so. Und Jan: wenn der so standorttreu ist, dürfte ich ihn vielleicht nächstes Jahr besichtigen? Steht schon so lange auf meinem Wunschzettel...


    LG, Craterelle

    Hallo in die Küche,


    wir hatten ja den Auftrag, dem Geschmack der Kaiserlinge nachzuspüren, und haben dies während der Pilzwoche in Griechenland ausgiebig getan, denn die Myzele meinten es gut mit uns und haben genau zur richtigen Zeit fruktifiziert.


    Die beiden Favoriten waren eindeutig rohe Kaiserlinge als Carpaccio sowie im Ofen gebackene, während die gebratenen gar nicht gut wegkamen. Zimtsternchen meinte allerdings, die hätten auch eine zweite Chance verdient, weil sie vielleicht zu scharf gebraten wurden oder ähnliches. Deshalb habe ich die Gerichte mit unseren nach Deutschland exportierten Funden vom letzten Urlaubstag noch einmal nachgekocht.


    Im Uhrzeigersinn von rechts unten: Carpaccio, im Ofen gebacken, gebraten


    Die Rezepte:

    1)

    Fürs Carpaccio junge Pilze dünn aufschneiden, sparsam mit Olivenöl beträufeln und leicht salzen. Geht immer und ist auch optisch ein Highlight, weil die tolle Farbe erhalten bleibt.


    2)

    Die gebackenen Pilze sehen bei weitem nicht so appetitlich aus wie das Carpaccio (mein Ofen hat leider keine Grillfunktion, sonst wären sie noch etwas stärker gebräunt - die schöne Farbe der Huthaut geht aber bei dieser Zubereitung verloren), ich finde sie aber noch etwas leckerer. Die Meinungen dazu waren kontrovers, andere bevorzugten das Carpaccio. Backen geht auch mit ganzen Hüten bereits aufgeschirmter Pilze sehr gut. Die Pilzhüte oder -stücke kommen mit etwas Öl und Salz in einer flachen Form in den möglichst schon heißem Ofen und werden gebacken, bis sie anfangen zu bräunen.


    3)

    In Griechenland hatten wir die gebratenen Kaiserlinge meiner Erinnerung nach in Öl scharf angebraten, und richtig begeistert war davon niemand, glaube ich. Diesmal habe ich etwas Butter aufschäumen lassen, die Pilzstücke darin geschwenkt, leicht gesalzen und bei geschlossenem Deckel und kleiner Hitze kurz (ca. 5 min) ziehen lassen. Da es wenige waren, haben sie kaum Wasser gezogen und trotz des geschlossenen Deckels eher sanft gebrutzelt als gedünstet. So hat es mir sehr gut geschmeckt, den beiden anderen Zubereitungen durchaus ebenbürtig.


    Gern gekostet hätte ich sie auch auf Holzkohle gegrillt, aber an unserem Grillabend hatten wir leider keine. Mit etwas Glück könnte dies gestern noch von den verbliebenen Griechenlandreisenden ausprobiert worden sein, ich meine, da war nochmals Grillen eingeplant.


    LG, Craterelle

    Καλημέρα!


    Grieeee-chischer Weeeiiin ...


    Costas wird sich auch umstellen müssen. Hoffentlich findest du noch genug Futter für ihn, Malone. Hier bei mir ist das Weinlaub schon gelb geworden. Kriegen wir von ihm nochmal ein Foto in seiner ganzen Schönheit oder muss erst erraten werden, was für ein Fisch Wesen er ist?


    Es war ein umwerfendes Treffen! Ich bin gedanklich noch nicht wieder ganz zurück und vom Sichten meiner (wenigen) Bilder noch weit entfernt.

    Ich habe das nochmal mündlich mit Zimtsternchen diskutiert. Ihre Vorstellung war, dass jeder Pilz unter Verzicht auf aromatisch dominante Zutaten (also pur oder mit etwas Salz und/oder Fett, aber ohne weitere Gewürze) auf bestmögliche Weise zubereitet werden sollte, ob das nun bei einer Art scharf gebraten wäre und bei einer anderen roh oder gedünstet.


    Mir gefällt dieser Ansatz eigentlich besser und ich werde meine Bewertungen wohl entsprechend anpassen. Natürlich sollte die Zubereitungsart dann in den Kommentaren vermerkt werden.