Beiträge von lamproderma

    Hallo beinander,
    nochmal zum Thema Fuligo oder Mucilago. Makroskopisch geht da nun scheinbar gar nichts mehr. Also doch bitte mal unters Mikroskop quetschen. ;)
    Wenn es eine Form der Fuligo septica ist, dann müßten die Sporen unter 10 um sein. Mucilago hat größere Sporen >10um. Auch ist die Sporenskulptur eine andere. Fuligo hat feinwarzige und M. groberwarzige bis fast netzige Sporen. Als letztes Unterscheidungsmerkmal käme noch die Struktur der kalkigen Peridie in Frage. Fuligo hat eine granulierten Kalkauflage und Mucilago eine kristalline. Also das müßte doch zu machen sein! Wenn nicht, Stefan kannst Du's mir immer noch schicken.
    LG Ulla

    Hallo Stefan,
    Deinen Schleimi würde ich eher für Mucilago spongiosa (M. crustacea) halten. Fuligo septica var. candida wächst eigentlich nicht so an Stängelchen hoch sondern eher flächig auf dem Substrat (meist auf Holz mit Moos).
    Aber wie schon immer ohne mikroskopsche Untersuchung ist das nicht 100%-ig. Wenn Du einen Beleg hast, kannst Du ihn mir gern zusenden. Ich versuche dann mein Glück ihn zu bestimmen
    LG Ulla

    Hallo,
    leider muß ich meinen Vorrednern recht geben. Der Schleim ist in diesem Zustand nicht bestimmbar, deshalb ist die Bezeichnung als Stemonitis splendens sehr weit aus dem Fenster gelehnt.
    Es könnte wie gesagt auch ein Schleim aus einer ganz anderen Gattung sein. Die unreifen Fruchtkörper vieler Arten sind weiß und sehen ähnlich aus. Falls Du nochmal an die Stelle kommst und vielleicht reifere Fruchtkörper entdeckst, wäre schön.
    Aber bei Schleimpilzen ist es eben meist so, daß nur die ausgereiften Fruchtkörper bestimmt werden können. falls Du da Bedarf hast, bin ich jederzeit bereit Bestimmungshilfe zu leisten. Dann melde Dich.
    LG Ulla

    Hallo Matthias,
    schöne Aufnahmen!
    Stemonitis ist ja klar, aber da beginnen wirklich die Probleme.
    Das mit dem Ausblasen der Sporen klappt meist nur bei ganz reifen Fruchtkörpern. Deine Aufsammlung besteht wie im Foto zu sehen ist meist aus noch nicht völlig reifen Fruchtkörpern. Da klumpt meist alles miteinander zusammen und dadurch wird es wirklich schwierig.
    Ich versuche immer wieder mich mit Stemonitis zu beschäftigen, aber leider nur mit mäßigem Erfolg. Aber wenn Du willst kannst Du mir ja mal ein Stück vom Beleg schicken.
    Und ich versuche damit mein Glück. Die Richtung die Du denkst würde ich auch einschlagen. Für S. pallida, die makroskopisch auch ähnlich aussieht scheinen mir die Sporen zu stark warzig zu sein.
    Also melde Dich.
    LG Ulla

    Hallo Dieter, schöne Vorstellung Eurer Funde! :D
    Allerdings würde ich Euer Breitblatt anzweifeln. Dafür sind mir die Lamellen zu dicklich und zu engstehend und auch die Farbe scheint mir zu dunkel. (auf dem letzten Fotos sieht es nicht nach einem Weißsporer aus). Erst habe ich an Dachpilz gedacht, aber da stimmt der Lamellenansatz nicht. Könnte das nicht eher ein Rötling sein? Habt Ihr mal mikroskopiert, da wäre es bei Entoloma leicht erkennbar.
    LG Ulla

    Hallo Magellan,
    Deine Nr. 1 könnte auch in Richtung Würziger Tellerling (Rhodocybe gemina) gehen. Aber ohne genauere Untersuchung ist da nichts besseres rauszuholen.
    LG Ulla


    Hallo Chris,
    ich denke schon, daß Du recht hast und Trichia decipiens gefunden hast. Das makroskopische Aussehen stimmt, die Sporengröße und Ornamentation auch.
    Die "wie geflochten wirkende Stränge" sind das Capillitium, ein Fadengeflecht welches die Schleimpilze oft haben ähnlich den Bauchpilzen, zu denen die Myxomyceten lange gezählt wurden. Das "geflochtene" sind sogenannte "Spiralleisten". Das Capillitium ist meist auch wichtig zu untersuchen, da es oft artspezifisch ist. Bei Trichia decipiens wäre das auch so. Leider hast Du die Enden der Capillitiumfäden nicht mit auf den Mikrofotos. Die müßten bei dieser Art lang ausgezogene Spitzen haben. Deshalb ist es keine hundertprozentige Bestimmung.
    Ähnlich wäre noch Hemitrichia clavata, allerdings stimmt da die Sporengröße nicht. Das Capillitium wäre ähnlich, aber hätte keine lang ausgezogenen Spitzen.
    LG Ulla

    Hallo Wiltrud,
    kann Jan-Arne nur recht geben.
    Die roten deformierten Kugeln sind in ihrer Reifung gestörte Blutmilchpilze - Lycogala epidendrum. Die Gattung Tubifera ist auszuschließen, da würde das Gebilde aus mehreren Fruchtkörpern bestehen. Das würde man auch sehen wenn der Schleimi unreif oder nicht fertig ausgebildet ist.
    Die rotbraunen kleineren Gebilde mit den wolligen Puscheln sind wie schon gesagt, das Wespennest- Metatrichia vesparium. Man sieht recht gut die wespennestartig zusammengewachsenen Kelche.
    LG ulla

    Hallo abeja,
    ja Dein rotes "Dingelchen" könnte schon eine Arcyria sein. Es sieht sogar aus als wäre das Capillitium nur am Kelchbecher angeheftet. Da kommen allerdings immer noch ein paar Arten in Frage. Ohne Beleg und Untersuchung desselben kann man deshalb die Art nicht genau benennen. Falls Du den Beleg noch hast, meine Adresse kennst Du ja.
    Kannst jederzeit was schicken.
    LG Ulla

    Hallo Ingo,
    Schleimpilze sind normalerweise nicht substratspezifisch.
    Es gibt nur ganz wenige die wirklich nur auf einem Substrat wachsen. So z.B. Didymium tussilaginis, das nur an Pestwurz-Blättern fruktifiziert (habe ich im letzten Jahr auch im Forum vorgestellt).
    Sonst benutzen Schleimpilze das Substrat nur als Unterlage, da sie vorwiegend von Bakterien leben. Aber es gibt Vorlieben: manche bevorzugen Laub- ode Nadelholz, manche dagegen fruktifizieren gern besonders an ganz morschem Holz, aber andere lieben mehr die harten Schnittflächen an Stämmen. Es gibt laubliebende Arten oder welche die an Moosen oder Kräuterstängeln wachsen.
    Eine andere Besonderheit gibt es bei den nivicolen Myxomyceten, das sind Arten die im Vorfrühling am Rande des schmelzenden Schnee wachsen (an Kräutern, Gras oder auch an Sträuchern, die unterm Schnee lagen.
    Man muß eben bei der Bestimmung der Schleimis alles im Zusammenhang mit der genauen Untersuchung der Fruchtkörper sehen.
    LG Ulla

    Hallo ihr Lieben,
    schön, daß Ihr meinem Lieblingsschleimi so toll dargestellt habt! :D :D :D
    Ich freue mich immer wieder wenn ich ihn finde. Er ist ja nicht so selten, aber immer wieder faszinierend! Allerdings habe ich ihn bisher noch nie an dünnen Zweigen oder Krautstengeln gefunden, sondern nur an morschen liegenden Stämmen.
    LG Ulla

    Hallo Ingo,
    Arcyria ist schon mal eine Nummer.
    Stemonitopsis ist auszuschließen, da im reiferen Zustand mehr braunschwarz, Sporenpulver entsprechend.
    Bei den roten Arcyria-Arten muß man die reifen Fruchtkörper betrachten, ob sich das Capillitium leicht vom Stielbecher ablöst oder nur schlecht.
    Leider ist Deine Aufsammlung scheinbar noch unreif, da sieht man das nicht. Arcyria denudata wäre deshalb nur bedingt möglich. Deshalb ist eine genaue Bestimmung nur an reifen Fruchtkörpern möglich.
    Falls Du die weiter beobachtet und ev. mitgenommen hast, kannst Du sie mir gern zur genaueren Bestimmung schicken, melde Dich wenn Bedarf.
    LG Ulla

    Hallo Björn,
    tolle Fotos von Eurem Trip.


    Zu Eurem "Schleimpilz" kann ich nur sagen, daß es kein Myxomyzet ist. Sowas habe ich zwar noch nicht gesehen, aber ich bin sicher daß das kein "Schleimer" ist. Leider habe ich keine Idee was das sonst sein kann, eventuell ein Schimmelpilz?
    LG Ulla

    Hallo Norbert,
    gratuliere Dir zu dem schönen Fund und auch zu den tollen Makro- und Mikroaufnahmen.
    Du liegst mit Deiner Bestimmung ganz richtig: Comatricha nigra.
    Die bildet meist so kugelige Köpfchen auf schwarzem Stiel aus. Das Köpfchen wird aus dm dicht netzförmigen Capillitium gebildet welches von der Columella, d.h. dem Stiel ausgeht. Sporengröße und Skulptur stimmen auch. Alles bestens.
    Die Art wächst gern im Winterhalbjahr, oft an der Unterseite meist entrindeter Bäume oder auch an den Schnittflächen liegender Stämme.
    Das Problem mit der Sehfähigkeit kenne ich auch zur Genüge. :shy: :cool:
    Ich sage nichts mehr ohne meine Gleitsichtbrille und wie unten.
    LG Ulla


    Ansonsten gilt immer das alte Sprichwort bei moosbewachsenen Gipfeln: "Moos das war sein letzter Griff, bevor er in die Tiefe pfiff." :evil:


    Hallo Stefan,
    ich kannte bisher nur den Spruch:
    "Schnaps das war sein letztes Wort, dann trugen ihn die Englein fort!"
    Aber Deiner paßt natürlich auf Euch "Stein"-Freaks viel besser! :D :D :D
    ich wünsche Dir immer wenig Moos unter den Füßen (beim Klettern)!
    Beim Pilzesuchen ist es natürlich nicht so bedenklich und vielleicht auch förderlich (z.B. beim Suchen von Moosbewohnern)
    LG Ulla.

    Hallo Nando,
    will versuchen Dir ein paar Namen zu nennen.
    Nr. 1 sehe ich auch so, Physarum nutans schon recht abgewittert, aber man erkennt noch die nickenden Köpfchen.
    Nr. 3 würde ich für eine unreife Comatricha halten. Das läßt sich sicher nicht mehr überprüfen, da Du sicher keinen Beleg von den reifen Fruchtkörpern hast. Aber der schwarze Stiel und das glasig-weiße Köpfchen sieht sehr danach aus (ev. Comatricha nigra, da kugeliges Köpfchen).
    Nr.4: das ist keine Trichia, denn das gestielte pokalartige Gebilde mit der angedeuteten "Deckelzone" spricht eher für eine Craterium, eventuell Craterium minutum, da der Deckel richtig abgezeichnet ist.
    Aber bei Nr. 3+4 ist das ohne weitere mikroskopische Untersuchung nur ein Arbeitsname.
    LG Ulla

    Hallo,
    ich könnte mir auch vorstellen daß das die Schwarzweiße Becherlorchel - Helvella leucomelaena ist. Stehen da Kiefern in der Nähe? Dann würde es passen.
    Morchelbecherling würde ich denfinitiv ausschließen, auch nach Peziza sieht es mir nicht aus.
    LG Ulla

    Hallo Stefan,
    Gratulation für den Erst-Pfifferlingsfund im Jahr!
    Wir sind vor einigen Jahren in Italien auf folgenden "Hexenring" von Steinpilzen gestoßen.
    Da ich leider nicht schwindelfrei bin, blieb uns nur die Bewunderung von zu ebener Erde.



    Aber auch andere sind dort schon vorbei gekommen und haben die Pilze für sich reserviert und sie kurzerhand eingezäunt.




    LG Ulla

    Hallo Jörg,
    danke für die Ankündigung. Bin ja Abonnent von der 1. Nummer der Zeitschrift an.
    Aber vielleicht bekommt hier im Forum jemand Lust mal in die immer sehr interessante Zeitschrift reinzuschauen oder sie sogar zu abonnieren!
    Wäre ja schön. Kann ich nur empfehlen!
    LG Ulla

    Hallo Stefan,
    Sepp hat recht, daß ist Pflanzensaft, der austritt wenn man die Bäume absägt. dann siedeln sich irgendwelche Mikroben/Bakterien oder Hefen an, die dann diesen Saft ver"gären" oder auch so verfärben. Man findet das vor allem im Frühjahr, wenn der Saftstrom in den Bäumen am größten ist.
    Da wird sich also kein Schleimi draus entwickeln.
    LG Ulla

    Hallo Helge,
    Dein Lycogala-Fund ist leider noch unreif und ich finde es etwas vermessen ohne weitere Untersuchungen zu behaupten, daß es sich um Lycogala terrestre handelt.
    Man kann die beiden Arten Lycogala epidendrum und L. terrestre nicht makroskopisch auseinanderhalten. Auch wenn das häufig behauptet wird. Die Farbe und Größe der Fruchtkörper und auch die Sporenfarbe variiert bei beden Arten. Deshalb beobachte den Fund noch bis er reif ist, sammle einen Beleg ein für weitere mikroskopische Untersuchungen.
    LG Ulla

    Hallo Magellan,
    Deine Bestimmung mit Enteridium (Reticularia) lycoperdon ist richtig. :D
    An Kiefer habe ich den zwar noch nicht gefunden, aber er scheint nicht so wählerisch mit dem Substrat zu sein und ist auch eine Art die schon im Frühjahr erscheint. Deine Bilddokumentation ist sehr schön, man sieht die unreifen (noch weichen schleimigen) aber auch die richtig reifen Fruktifikationen mit dem braunen Sporenpulver! :thumbup:
    LG Ulla

    Hallo Dieter,
    Trompetenschnitzlinge würde ich auch ausschließen.
    Wie ein Glockenschüppling Pholiotina sieht es mir aber auch nicht aus.
    Ich würde mal Pholiota oedipus den Pappelblattschüppling ins Rennen werfen. Erscheint so früh im Jahr und hat ein doch so "rißpilzartiges"Aussehen und auch einen Ring.
    Bin aber auch nicht sicher, Aufschluß sicher erst nach mikroskopischer Untersuchung.
    LG Ulla

    Hallo,
    also in Ermangelung eines Exsikkates (oder gibt es eins?) und der Möglichkeit das mikroskopisch zu untersuchen (dann wäre es eindeutig, denn die Sporen von Reticularia lycoperdon und die Konidiensporen von Oligoporus unterscheiden sich) würde ich auf die Konidienform vom Polsterpilz tippen. Da bin ich auch mal drauf reingefallen. Aber wie gesagt, die mikroskopische Untersuchung gäbe auf jeden Fall die richtige Antwort.
    LG Ulla