Hallo,
die Art wird auch in manchen Gegenden als "Brotpilz" bezeichnet, vielleicht wegen der Farbe des Hutes die an frisch gebackenes Brot erinnert.
Lg Ulla
Beiträge von lamproderma
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Hallo Tuppie,
schön, daß sich in Deinem Waldterrarium wieder was Schleimiges tut.
Die Wegspuren sind Reste vom Plasmodium. Wenn man ein aktives Plasmodium hat kann man in diesen Kriechspuren sogar Bewegung sehen, wie sich das Plasma langsam vorwärtsbewegt. Da kann man verstehen, daß Schleimis auch ein tierisches Entwicklungsstadium haben.
Du hast ja die Entwickluingsstadien gut dokumentiert.

Natürlich kann man in diesem Stadium noch nichts genaues sagen aber ich könnte mir vorstellen, daß es eventuell eine Craterium-Art wird.
Aber Du bleibst ja sicher dran und zeigst uns was draus wird! Spannend!
LG Ulla -
Hallo Chris,
Hans hat recht, daß da meist ohne Mikroskop nicht wirklich eine genaue Bestimmung möglich ist. Aber auch eine genauere makroskopische Betrachtung ist wichtig.
Trichia scabra schließe ich aber definitiv aus, die ist immer völlig ungestielt.
Bei Deiner gestielten Aufsammlung könnte es Trichia botrytis oder Trichia decipiens sein. Der stämmige Wuchs spricht eher für die erstere T. botrytis.
Da wäre es wichtig zu wissen wie die Peridie des Fruchtkörpers aufreißt. T. botrytis hat fast immer solche "Sollbruchstellen" an denen die Peridie aufreißt (sieht wie eine Felderung aus wo das gelbe Capillitium durchscheint). T. decipiens reißt unregelmäßig auf. Auch ist der Übergang zum Stiel unterschiedlich. T.botrytis hat einen abgesetzten Stiel, bei T. decipiens geht der Stiel allmählich in den Kopfteil über.
Mikroskopisch sind sich beide Arten ähnlich, da das Capillitium bei beiden Arten eine lang ausgezogene Spitze hat. Auch die Sporen sind ähnlich.
LG Ulla -
Hallo Chris,
ja leider sind Deine Schleimis noch unreif.
Da ist die Bestimmung ein wenig Spekulation,
Die ersten beiden würde ich als Physarum ansprechen, eventuell Physarum nutans (wegen der nickenden Köpfchen auf Bild 2). Ph. leucophaeum wäre auch möglich.
Beim 3. Foto kann das ebenfalls eine Physarum sein (ev. Ph. leucophaeum) aber auch Didymium sp. wäre nicht unmöglich. Das könnte aber nur am reifen Fruchtkörper mikroskopisch geklärt werden.
LG Ulla -
Hallo Wanderer,
zu Deiner Nr. 3 habe ich leider auch keine wirkliche Idee. Hab so was noch nicht gesehen. :shy:
Wenn es ein Schleimpilz ist, dann ist er noch unreif und man sollte nochmal hinschauen ob er sich weiterentwickelt hat.
Deine Nr. 1 sehe ich auch als Typhula contorta und Nr. 2 ist sicher der Schleimpilz Ceratiomyxa fruticulosa.
LG Ulla -
Hallo Nobi,
danke Dir für beide Artikel. Ist schon sehr interessant für mich, da mir bisher eben nur wenige Schleimis auf Dung begegnet sind.
Ich sollte vielleicht mehr Feuchtkammerkulturen mit Dung machen?
LG Ulla -
Hallo Konrad!
Sieht nach Lycoperdon lividum aus.
Das ist eine Art die in trockenrasenartigen Biotopen vorkommt. Die Gattung Lycoperdon unterscheidet sich von den Bovisten vor allem, daß sie eine sterile Fruchtkörperbasis (ohne Capillitium und Sporen) haben.
LG Ulla -
Nobi schrieb:
Es wurden übrigens schon viele Myxos an Dung festgestellt.
Hallo Nobi!Mich würde schon mal interessieren welche Myxos auf Dung festgestellt wurden, wenn Du schreibst es gibt viele.
Mir sind nur wenige bekannt, z.B. Didymium difforme oder Didymium dubium.
LG Ulla -
Hallo Chris,
das ist definitiv keine Trichia decipiens, da würde der Stiel mehr allmählich in das Köpfchen übergehen und und der Fruchtkörper würde sich nicht so gefeldert öffnen, wie man schon an den leider noch unreifen Fruchtkörpern sehen kann. Auch die Farbe der Fruchtkörper wäre dann mehr olivgelb.
Das spricht eher für Trichia botrytis. Mikroskopisch ähneln sich beide Arten allerdings, da sie beide Capilliitum mit lang ausgezogenen Enden besitzen. Auch die Sporen sind ähnlich.
Aber der Habitus ist eben völlig anders.
LG Ulla -
Hallo Chris,
sieht mir ganz nach Arcyria denudata aus. Auf jeden Fall gehört die Art zu den roten Arcyria-Arten bei denen da Capillitium fest am Stielbecher angewachsen ist.
LG Ulla -
Hallo Stephan,
vielleicht meinst Du das Buch von Ewald Kajan: Pilzkundliches Lexikon, erschienen 1988 im Einhorn-Verlag.
Weiterhin gibt es noch von Heinrich Dörfelt et al. ein "Lexikon der Mykologie" auch von 1988.
LG Ulla -
Hans muß ich leider widersprechen.
Es handelt sich bei Deinem Fund doch um Leocarpus fragilis, das Löwenfrüchtchen, wie ich schon vermutete.
Das Löwenfrüchtchen hat wie auf Deinem Foto gut zu sehen, eine braune glatte eierschalenartige Peridie, während Physarum virescens im reifen Zustand immer gelblichgrüne kalkbesetzte Fruchtkörper ausbildet wie im Link von Hans auch eigentlich gut zu sehen ist.
Anbei noch ein Foto von Physarum virescens von uns.LG Ulla
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Hallo Rainer,
ja leider sind Deine Schleimpilze noch unreif. Physarum virescens wäre natürlich eine Option, wächst im Nadelwald auf Moos oder Nadeln. Die Art hat bei Reife eine grünlichgelbe kalkbesetzte Peridie.
Als 2.Art wäre aber auch das Löwenfrüchtchen - Leocarpus fragilis möglich, da Du schriebst bei Reife verfärben sich die Fruchtkörper nach braun und haben eine glatte Peridie.
Vielleicht kannst Du noch ein Foto von den reiferen Fruchtkörpern reinstellen.
Beide Arten sind im reifen Zustand makroskopisch eigentlich leicht zu unterscheiden.
Deine Fotos sind aber auch von den unreifen Fruchtkörpern toll.
LG Ulla -
Hallo Rainer,
ja Jan-Arne hat recht, das ist Didymium melanospermum, eine Art die typischerweise meist an Moosen fruktifiziert.
Falls Du mikroskopieren kannst: typisch für die Art ist: die Peridie hat große braune Flecken, wie ein Giraffenfell.
Auch findet man Kalkristalle auf der Peridie, die typisch für die Gattung Didymium ist.
LG Ulla -
Hallo Abeja,
ich würde sagen, ja das ist Sclerotinia trifoliorum. Das ist eine Art die meist erst im Spätherbst erscheint.
LG Ulla -
Hallo beisammen,
Euer Treffen war beneidenswert schön, tolle Gemeinschaft, viele interessante Pilze und natürlich auch sehr schöne Dokumentation hier in Forum, dass die anderen Forianer daran indirekt teilnehmen konnten!

Auf Anfrage von Pablo noch ein paar Bemerkungen zu den Schleimlingen die Ihr gefunden habt:
der "braune": Hemitrichia calyculata, gut zu erkennen an dem vernetzten Capillitium mit Spiralbändern und auch rein makroskopisch, gestielte braune Fruchtkörper, die im reifen Zustand oben aufreißen und das gelbe Capillitium entlassen (zur Unterscheidung: Hemitrichia clavata hat m.E. nach mehr unvernetzte Capillitium und kürzere Stiele die nur allmählich in den Kelch übergehen.)
der "schwarze": Metatrichia floriformis. Von Metatrichia vesparium gut zu unterscheiden durch das stachellose Capillitium mit lang zugespitzten Enden (M.vesparium hat demzufolge stachliges Capillitium mit kurzen Enden)
Zu Physarum psittacinum: hat immer diese rotorangenen Stiele, wächst mehr einzeln nicht büschlig. Die Peridie des Köpfchen irisiert so schön golden glänzend, kann auf der Oberfläcche kalkfrei sein oder hat orange Kalkschüppchen (vielleicht waren Eure Frk. noch nicht ganz reif, dann sieht man die Kalkschüppchen noch nicht so deutlich)
Das Capillitium im Innern der Köpfchen hat orange Kalkknoten. Die Art ist eigentlich im Freiland immer gut anzusprechen. Ist der schönste Fund bei Euch gewesen!
Schön aber daß Ihr auch die Schleimlinge nicht überseht und mit einpackt.
Leider interessieren sich zu wenige für die wunderbare Welt dieser winzigen Lebewesen!
LG Ulla -
Hallo Frank, auch Deine Fotos können sich sehen lassen!!
Ihr habt ja toll was gefunden, da könnte man richtig neidisch werden, denn bei uns in Sachsen-Anhalt ist immer noch nichts oder nichts mehr los.
Aber bei den Außentemperaturen geben wir natürlich die Hoffnung nicht auf!
Dein Schleimi auf der Nr. 23??? ist auch was Nettes: Physarum psittacinum (einen deutschen Namen kann ich dazu allerdings nicht liefern).
Jan-Arnes Namen für Comatricha nigra - Wollkugelschleimpilz - finde ich ja niedlich
. Hatte ich vorher noch nicht gehört.
LG Ulla -
Hallo Mentor, schöne Aufnahmen!!
Zu Deinen kleinen Pilzchen auf Heide: das ist ein Schleimpilz, möglicherweise aus der Gattung Didymium. mehr kann ich ohne Mikroskop nicht sagen.
Bei Deiner Poronia punctata ist mir aufgefallen, daß die Fruchtkörper wie gestielt aussehen und außerdem sieht man keine Peritezien auf der Oberseite.
Hast Du vielleicht ein besseres Makro wo man das besser sieht?
Poronia punctata ist ja nach wie vor ein bemerkenswerter Pilz, den man auf jeden Fall kartieren sollte. Da ist jede Aufsammlung wichtig!
LG Ulla -
Hallo Tom,
ja es gibt den Orangegelben Lärchenschneckling, Hygrophorus speciosus. Der ist mir leider noch nicht untergekommen. Im "Gerhardt" steht aber auch daß er eigentlich nur im montanen Bereich, vor allem den Alpen vorkommt. Auch andere Literatur gibt nur Vorkommen im Bergland an. Das würde sicher bei Deinem Fundort bei den "DDR-Bunkeranlagen" eher nicht zutreffen und würde rein standortsmäßig mehr für die orange Varietät des Frostschnecklings sprechen. Wir haben den jedenfalls in ähnlichem Biotop hier im Norden von Sachsen-Anhalt gefunden. Mikroskopisch soll H. speciosus etwas größere Sporen haben.
Möglicherweise bleibt das trotzdem ungeklärt ohne weitergehende Untersuchung.
LG Ulla -
Hallo Alina,
Deine drei letzten Fotos mit der Herbstfärbung sind traumhaft schön, Danke fürs Zeigen!!
Den Helmling mit den "grünen" Stielen würde ich für den Überhäuteten Helmling - Mycena epipterygia halten.
LG Ulla -
Hallo Tom,
ich will ja Deinen Finderstolz nicht schmälern,
aber ich könnte mir vorstellen, daß Deine "Lärchenschnecklinge" keine sind (trotz Lärchen in der Umgebung) sondern die orange Form des Frostschnecklings - Hygrophorus hypothejus var. aureus. Das wäre trotzdem ein schöner Fund, denn diese Varietät ist auch nicht häufig.
Der Lärchenschneckling ist immer richtig gelb und nie so orangegelb. Peter hat ja davon schöne Fotos eingestellt.
Anbei ein Foto von unserem Fund der Varietät vom Frostschneckling.LG Ulla
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Hallo magellan,
bei Deiner Nr. 4 würde ich es mal mit einem Schneckling versuchen. Im Nadelwald vielleicht der Genatterte Schneckling, Hygrophorus olivaceoalbus. Auf den Fotos könnte man eine Natterung am Stiel erahnen. Aber das sind nur Ahnungen bei den doch nicht so besonderen Fotos.
LG Ulla -
Hallo Karl,
gratuliere Dir zu dem schönen und diesmal reichlichen Fund!
Wie ist es immer, ungewöhnliche Witterungsumstände bringen immer wieder seltene Pilze hervor.
LG Ulla -
Hallo Hella,
dieses Mal sage auch was ohne Mikroskop. Löwenfrüchtchen für Deine Nr. 11 ist schon richtig.
Tolle Fotos für deinen Spaziergang auf Fanö.
Bei der kleinen Cordyceps fällt mir noch Cordyceps gracilis - die Raupenkernkeule - ein. Könnte das vielleicht eine Option sein?
LG Ulla -
Hallo Jan-Arne, wirklich schöner Fund!
Kannst Du vielleicht etwas zum Biotop sagen? Friedhof, aber wie und wo dort?
Wir hatten diesen Pilz jetzt zur Cortinarien-Tagung in Urbino in einem Kiefernwald auf Kalk an einer etwas eutrophierten Stelle.
LG Ulla
