Beiträge von lamproderma

    Hallo Mausmann,

    Enteridium lycoperdon besteht im reifen Zustand aus einem einzelnen Aethalium mit einer silbrig glänzenden Peridie, während Tubifera ein Pseudoaethalium aus dichtgepackten zylindrischen Einzel-Sporocarpien bildet.

    Was Du auf Deinen Fotos zeigst, sind noch unreife Fruchtkörper in dem Stadium wo sich das Plasmodium gerade erst zusammenballt um dann den Fruchtkörper auszubilden. Das sieht natürlich ein wenig so aus als wären es mehrere Fruchtkörper, aber das täuscht.

    LG Ulla

    Hallo Nobi,

    Dein Fischeier-Schleimpilz stimmt schon so :daumen:, der Stäublingsschleimpilz hat eine glatte Oberfläche und ist nicht aus vielen Fruchtkörpern zusammengesetzt wie Tubifera. Das Vorkommen auf unberindetem Holz ist auch nicht ungewöhnlich.

    Dein Schleimi auf dem Moos ist nicht Didymium melanospermum. Der sieht zwar sehr ähnlich aus und besiedelt das gleiche Substrat, aber man sieht auf Deinem 2. Foto der Art, dass sich im Innern weiße Kalkknoten befinden. Das schließt Didymium aus, der hat keinen Kalk im Innern, nur auf der Peridie Kalkkristalle. Außerdem müßten die Fruchtkörper schwarz gestielt sein. In Deinem Fall sind sie es nicht.

    Es ist ein ungestieltes Physarum, aller Wahrscheinlichkeit Physarum cinereum. Die Art ist dieses Jahr sehr häufig und ich hatte sie in den letzten 2 Wochen öfters an gleichen Substraten.

    Ansonsten mein "Beineid" ==Pilz22==21 für die vielen Arten die bei Euch noch so wachsen (auch wenns nichts besonderes ist). Bei uns ist in punkto Großpilze absolute Ebbe =Null.

    Aber die Schleimis vertragen die diesjährige Witterung besser und so hatte ich bei den letzten Exkursionen in etwas feuchtere Bachtäler wenigstens da einige Erfolge.

    LG Ulla

    Hallo Leo,

    Ja, Schleimpilz ist richtig, aber zumindest auf Deinem Foto ist der Schleimi noch unreif. Ob er noch ausreift ist fraglich, denn er sieht schon etwas trockengeschädigt aus.

    Er gehört auf jeden Fall wie Matthias schon bemerkte zu den Stemonitidaceae (Fadenstäubchen im weiteren Sinn). Allerdings sich in dem Zustand auf eine Art festzulegen ist vermessen, da nicht mal die Gattung völlig klar ist. Es könnte eine Stemonitis sein aber auch z.B. Symphytocarpus käme noch in Frage. Die Gruppe ist schwer bestimmbar.

    Falls Du den Schleim weiter beobachten kannst: er müßte dann trocken werden und dunkelbraunes oder schwarzes pulveriges Sporenpulver ausbilden. Dann kann man ihn "ernten" und versuchen durch Mikroskopieren die Gattung bzw. Art rauszubekommen. Es ist aber auch möglich, daß er nicht mehr ausreift, dann bleibt er so wie auf dem Foto und trocknet nur ein. Dann ist er nicht bestimmbar, da die entscheidenden Merkmale: reife Sporen, Capillitium (Fadengeflecht um die Stiele) nicht mehr artgerecht ausreifen.

    Wenn Du möchtest, könnte ich ihn untersuchen wenn er noch ausreift, um noch was rauszubekommen, denn das wäre doch recht interessant. Melde Dich dann per Konversation oder mail. Ich schicke Dir dann meine Adresse und ein paar Hinweise.

    LG Ulla

    Hallo Mischa,

    Noch ein paar Bemerkungen: die Angabe in 1.2.3.Pilze zum rosa Sporenpulver bezieht sich auf noch unreife Fruchtkörper.

    Dann kommt die Art nicht nur auf Totholz vor sondern auch gern in Wundstellen lebender Stämme. Das würde bei Deinem Fund voll zutreffen.

    Also kannst Du ihn so abhaken. Falls Du zufällig aus Sachsen-Anhalt bist, wäre ich an den Fundangaben für unsere Landesdatenbank interessiert. Dann melde Dich bitte.


    LG Ulla

    Hallo Mischa,

    meine Vorrednern muß ich leider widersprechen.

    Das ist kein Stäublingschleimpilz (Enteridium lycoperdon) sondern eine Blutmilchpilzart: Lycogala flavofuscum (Großer Laubholz-Milchstäubling).

    Der Stäublingsschleimpilz hat dunkelbraunes Sporenpulver, Dein Fund hat graues. Auch das Capillitium hätte braun sein müssen. Dein Fund hat graues. Das paßt also.

    Wenn Du den Fund mikroskopieren könntest, hätte das Capillitium auch eine ganz andere Struktur und die Sporen sind kleiner als beim Stäublingschleimpilz.

    Dein Fund ist aber viel besser als der Stäublingschleimpilz, denn die Art ist viel seltener. Sie ist eine Sommer-Art, kommt an verschiedenen Laubhölzern vor.

    Tolle Sache und sehr schöne Dokumentation!

    LG Ulla

    Hallo ochsenzunge,

    toller Fund!

    Der Rote Gitterling ist im nördlichen Sachsen-Anhalt schon wenige Male gefunden worden. Aber jeder Neufund ist wichtig.

    Würdest Du mir die genauen Funddaten (Datum, Ort, Ortslage, Finder) verraten, damit der Fund in die Landesdatenbank eingegeben werden kann? Ich bin Landeskoordinatorin für Sachsen-Anhalt und verantwortlich für die Erfassung der Funde unseres Bundeslandes. Das ist für die Verbreitung der Art wichtig, dass man die einzelnen Funde notiert. Der Fund kann dann später in pilze-deutschland.de eingesehen werden. Schreib mir ne PN oder mail. Das wäre schön und vielen Dank.

    LG Ulla

    Liebe Tuppie,

    auch von mir die allerherzlichsten Glückwünsche zu Deinem Ehrentag!

    Laß es Dir gut gehen und bleib gesund! Hoffentlich lernen wir uns mal kennen, würde mich sehr freuen.

    Im Forum bist Du einer der Farbtupfer, ohne den es viel langweiliger wäre.

    Liebe Grüße

    Ulla

    Hallo,

    ich würde das auch wie Pablo eventuell für einen Flämmling halten, vielleicht Gymnopilus penetrans. Aber das müßte mikroskopisch abgesichert werden.

    Tricholomopsis decora ist eine Gebirgsart und hat immer eine gelbe Hutoberfläche (also insgesamt gelbe Fruchtkörper).

    Aber schön, dass bei Euch überhaupt noch was wächst. Bei uns ist absolute Pilzwüste.

    LG Ulla

    Hallo,

    das ist einer aus der Gattung Raustielröhrlinge (Leccinum). Mehr läßt sich dazu nicht sagen, da Du keine weiteren Angaben zum Biotop (welche Bäume standen in der Umgebung) gemacht hast und die Art dadurch nicht bestimmbar ist.

    Zur Essbarkeit wirst Du im Forum keine Antwort bekommen, dazu müßtest Du schon einen Pilzsachverständigen aufsuchen, der den vorgelegten Pilz begutachten kann.

    Viele Grüße

    lamproderma

    Wow! DIE kannte ich noch gar nicht! Wunderschön! Gibt es dazu auch einen Trivialnamen?

    Und gibt es auch eine kleinblütige Orlaya? Sowas ähnliches, nur mit winzigen Blüten, haben wir neulich bei der Schwanheimer Düne gefunden.


    Edit: es sieht zwar ein bißchen ähnlich aus, aber meinen Fund würde ich eher irgendwo in die Verwandtschaft der Schleifenblumen (Iberis) stellen. Also nicht Doldenblütler wie die Orlaya, sondern Kreuzblütler. Weiß jemand, was das sein könnte? Leider sind mir die Fotos nicht scharf geworden.

    Hallo Grüni,

    ich denke Deine Pflanze ist die Graukresse, Berteroa incana, ein Kreuzblütler. Blüht bei uns z.Z. massenhaft.

    LG Ulla

    Hallo,

    auch ich kann eine kleine Story beitragen.

    Ist auch schon lange her, in den Anfängen meiner Pilzlaufbahn.

    Bei einem Fahrradausflug fand ich an der Landstraße schöne, saftige Porlinge an mehreren Bäumen. Die waren ganz frisch, rotorange mit schönen Guttationstropfen.

    Das mußten Leberpilze sein, dachte ich. Darauf, daß die Bäume Eschen waren und keine Eichen, habe ich damals nicht geachtet.

    Meine Eltern waren etwas skeptisch, aber ich habe dann einen in Scheiben geschnitten in der Pfanne zubereitet, gekostet und als merkwürdig säuerlich schmeckend dann doch entsorgt. Durch Nachlesen in der leider damals noch spärlichen Literatur, kam ich dann auf den Trichter, daß es der Zottige Schillerporling (Inonotus hispidus) gewesen sein mußte. Die Pilze wuchsen auch später noch oft an dieser Allee, aber da war ich schlauer.

    LG Ulla

    Hallo Stefan,

    Deine vergessene Pflanze ist das Immenblatt/Melissenblatt (Melittis melissophyllum).

    Das Zittergras und die Orchideen wachsen auch bei uns in Sachsen-Anhalt. da wäre der Weg nicht so weit!

    Aber das Altmühltal steht auch auf meiner Wunschliste!

    LG Ulla

    Hallo Claudia,

    Dein Schleimi an dem Moos könnte Physarum cinereum sein. Den hatte ich am Wochenende im Harz auch reichlich. Er müßte ungestielte Fruchtkörper und im Innern des Köpfchens ein Capillitium mit kleinen Kalkknoten haben. Der Kalk auf der Oberfläche ist granuliert und nicht kristallin. Im herbst wächst an ähnlichen Stellen dann oft Didymium melanospermum. Sieht ähnlich aus, ist aber gestielt, hat keine Kalkknoten im Capillitium und der Kalk auf der Außenperidie ist kristallin.

    LG Ulla

    Hallo Felli,

    ja für uns in Sachsen-Anhalt ist 1400-1500m schon Hochgebirge. Bei uns ist nämlich bei 1141m auf dem Brocken Schluß. In Sachsen gehts bis über 1200m und in Thüringen ist auch schon unter 1000m Ende Fahnenstange.

    Aber die nivicolen Schleimpilze können in "guten" Jahren mit optimaler Schneebedeckung über mehrere Wochen auch bis in Höhen (ober besser Tiefen) von ca. 500m wachsen. Das hat dieses Jahr leider nicht gepasst.

    LG Ulla

    Hallo felli,

    schöner Fund!

    Im Hochgebirge geht da jetzt noch was. Bei uns Flachlandtirolern oder Mittelgebirglern gabs dieses Jahr gar nichts.

    Jan-Arne hat recht, dass es nicht Diderma alpinum sein kann schon vom Erscheinungsbild.

    Physarum vernum hat Kalkknoten im Capillitium. Leider sieht man bei Deinen Fotos das Capillitium gar nicht, dazu müßte man die Sporen aus einem reifen Fruchtkörper ausblasen. Aber die Knoten müßte man eigentlich schon sehen.

    So kommt Diderma niveum ins Spiel. Da hat es aber in den letzten Jahren Veränderungen in der Nomenklatur gegeben. Deshalb ist D. niveum nur im weiteren Sinne richtig.

    Im Band von Neubert et al. unterscheidet man Diderma niveum var. niveum und D. niveum var. ferrugineum. Die var. niveum wurde jetzt in Diderma meyerae umbenannt und die var. ferrugineum ist jetzt nur noch D. niveum (ohne Varietät). Die beiden Arten unterscheiden sich makroskopisch äußerlich kaum, aber die Farbe der Columella (ist der Gnubbel am Grund des Fruchtkörpers im Inneren) ist unterschiedlich. D. meyerae hat eine helle Columella, während D. niveum eine rötlich gefärbte Columella hat (deshalb früher var. ferrugineum). Die Sporen von D.niveum sind auch etwas größer (13-14um), D. meyerae bis 12um.Für mich ist auch das Biotop wichtig. D. meyerae habe ich meist auf krautigen Teilen von abgestorbenen oder lebenden Pflanzen/Gräsern gefunden, während D. niveum mehr an holzigen Teilen, u.a. auch an Heidelbeerzweigen wächst.

    Ich vermute, dass Dein Fund Diderma meyerae ist, denn auf Deinem letzten Foto sieht man die helle Columella, die Sporengröße, Sp.-Skulptur und das Vorkommen auf krautigen Teilen passt.

    LG Ulla

    Hallo Stefan,

    da muß ich Herrn Nowotny recht geben. Das Foto der Diderma alpinum war eine Verwechslung, die hat nämlich keine Kalkknoten im Innern wie auf dem einen Foto zu sehen ist. Das ist Physarum vernum. Beide Arten sehen sich äußerlich aber sehr ähnlich, deshalb mein fauxpas. Diderma alpinum haben wir zwar dort auch gefunden aber kein Makrofoto gemacht, da das eine der häufigeren Arten ist.

    Diese Jahr haben wir im Harz ja kein Glück gehabt mit den nivicolen Schleimpilzen. Hoffen wir auf nächstes Jahr.


    LG Ulla

    Hallo Jan-Arne,

    da freue ich mich für Euch! Gewußt wo und wann, dann paßt's schon. Schöne Dokumentation!

    Wir haben dieses Jahr nicht danach gesucht, da wir im letzten Jahr noch einige Fundstellen mehr gefunden hatten.

    Auch nivicoler Schleim war dieses Jahr im Harz nicht zu finden, da es witterungsmäßig nicht passte.

    Hoffen wir auf bessere Zeiten. Aber die Klimaerwärmung wird den nivicolen Myxomyceten im Harz bald den Garaus machen, da die lange Schneebedeckung fehlen wird.

    Ich habe sie jetzt für Sachsen-Anhalt in der neuen Roten Liste (soll Ende 2019 erscheinen) alle als gefährdet eingestuft.

    LG Ulla

    Hallo Rotfüßchen, würde ich auch so sehen.

    Nadelholz ist ein beliebtes Substrat für diese Art. Kommt aber auch seltener auf Laubholz( bevorzugt Birke) vor.

    Verfärbt sich dann bei Reife ins Braune (Sporen).

    LG Ulla

    Hallo Angela,

    dein Fund zwischen den Anemonen-Blättern würde ich für den Buchenwasserfuß - Hydropus subalpinus halten und die Pilze auf den letzten 6 Foto wie beli für einen Rötling.

    Da könnte nur das Mikro helfen.

    LG Ulla