Hallo felli,
schöner Fund!
Im Hochgebirge geht da jetzt noch was. Bei uns Flachlandtirolern oder Mittelgebirglern gabs dieses Jahr gar nichts.
Jan-Arne hat recht, dass es nicht Diderma alpinum sein kann schon vom Erscheinungsbild.
Physarum vernum hat Kalkknoten im Capillitium. Leider sieht man bei Deinen Fotos das Capillitium gar nicht, dazu müßte man die Sporen aus einem reifen Fruchtkörper ausblasen. Aber die Knoten müßte man eigentlich schon sehen.
So kommt Diderma niveum ins Spiel. Da hat es aber in den letzten Jahren Veränderungen in der Nomenklatur gegeben. Deshalb ist D. niveum nur im weiteren Sinne richtig.
Im Band von Neubert et al. unterscheidet man Diderma niveum var. niveum und D. niveum var. ferrugineum. Die var. niveum wurde jetzt in Diderma meyerae umbenannt und die var. ferrugineum ist jetzt nur noch D. niveum (ohne Varietät). Die beiden Arten unterscheiden sich makroskopisch äußerlich kaum, aber die Farbe der Columella (ist der Gnubbel am Grund des Fruchtkörpers im Inneren) ist unterschiedlich. D. meyerae hat eine helle Columella, während D. niveum eine rötlich gefärbte Columella hat (deshalb früher var. ferrugineum). Die Sporen von D.niveum sind auch etwas größer (13-14um), D. meyerae bis 12um.Für mich ist auch das Biotop wichtig. D. meyerae habe ich meist auf krautigen Teilen von abgestorbenen oder lebenden Pflanzen/Gräsern gefunden, während D. niveum mehr an holzigen Teilen, u.a. auch an Heidelbeerzweigen wächst.
Ich vermute, dass Dein Fund Diderma meyerae ist, denn auf Deinem letzten Foto sieht man die helle Columella, die Sporengröße, Sp.-Skulptur und das Vorkommen auf krautigen Teilen passt.
LG Ulla