Beiträge von lamproderma

    Hallo Eike,

    das ist sicher ein interessanter Fund.

    Badhamia kann ich aber zunächst nicht gleich bestätigen.

    Das einzige was passen könnte wären die Sporen (Größe und warzige Skulptur mit Warzengruppen)

    Was mir für Badhamia nicht gefällt ist das sehr zarte netzförmige Capillitium auf dem ersten Mikrofoto. Badhamia hat kräftige Kalksäulen als Capillitium aus grober Kalkgranulation.

    Auf den Makrofotos ist leider bei keinem Fruchtkörper die Sporenmasse ausgeblasen, damit man die Capillitiumstruktur sieht, denn die ist für Badhamia sehr speziell und leicht kenntlich.

    Es könnte auch ein ungestieltes Physarum sein, aber da kann ich mich ohne weitere Untersuchung nicht festlegen.

    Tut mir leid, aber wenn Du es mir schicken willst, melde Dich.

    LG Ulla

    Hallo,

    Dein "Judasohr" würde ich eher für den Großen Scheibling- Gyromitra ancilis halten, da auf Deinen Fotos Fichtenzweige zu sehen sind und der Pilz im Nadelwald auf Fichtenholz (Stubben oder auf morschem Holz, oft im Moos) wächst.

    Die von beli genannte Disciotis venosa, der Morchelbecherling, wächst im Laubwald und das Fleisch riecht nach Anbrechen der Fruchtschicht nach Chlor (Schwimmbadgeruch). Falls Du den Fruchtkörper mitgenommen hast, kannst Du das ja überprüfen.

    LG Ulla

    Hallo Norbert,

    Dein Pilz an der Kiefer könnte auch Trichaptum abietinum (Gemeiner Violettporling) sein.

    Zum Lerchensporn noch eine Ergänzung: Hohler Lerchensporn (weil die Knolle hohl ist, sonst gibts nämlich mehrere Arten) in Mitteldeutschland auch "Gaakgänschen" genannt (warum auch immer :))

    LG Ulla

    Hallo liebe Forianer,

    wie in den letzten Jahren findet am nächsten Samstag, 30.03.19 in Halle/Saale wieder eine mykologische Vortragstagung des Landsfachausschusses Mykologie Sachsen-Anhalts und des Landesverbandes der Pilzsachverständigen von Sachsen-Anhalt statt.

    Dazu sind natürlich auch Gäste hochwillkommen. Falls jemand von Euch dazu stoßen möchte, wir würden uns freuen.


    Nachfolgend das Programm:

    Tagungstermin: Sonnabend, 30.03.2019

    Beginn: 10.00 Uhr

    Tagungsort: Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie, Mothes-Saal

    Weinberg 3

    06120 Halle (Saale)

    Programm:

    10.00 – 10.20 Uhr H. Zimmermann

    Begrüßung, Organisatorisches und Terminierung 2019

    10.20 – 10.50 Uhr P. Rönsch

    Mykologische Eindrücke einer Schottlandreise

    10.50 – 11.00 Uhr N. Arnold

    Vitamin-D-Pilze im Supermarkt
    11.00 – 11.30 Uhr W. Huth

    Pilze in besonderen Biotopen – Teil II

    11.30 – 12.10 Uhr H. Dörfelt

    Die hyrkanischen Wälder und ihre Bedeutung für den Pilzschutz

    12.10 – 12.30 Uhr D. Penke

    Der Galgenberg im Zeichen der Eule

    12.30 – 13.30 Uhr

    Mittagspause

    Es gibt wie gewohnt Getränke (Kaffee, Tee und Mineralwasser), selbstgebackenen Kuchen, Schnittchen etc. :kaffee:

    13.30 – 14.00 Uhr H. Zimmermann

    Mykologische Eindrücke aus der „Kastanienallee“ bei Könnern

    14.00 – 14.30 Uhr

    Informationen und Kurzvorträge der Teilnehmer von allgemeinem Interesse

    (Alle Teilnehmer haben hier die Gelegenheit in einem Kurzvortrag (ca. 5 min) interessante Pilzfunde vorzustellen, Wir bitten um rege Nutzung dieser Möglichkeit)

    14.30 Uhr

    Bei Interesse besteht die Möglichkeit einer mykologischen Wanderung auf der Peißnitzinsel


    LG Ulla

    Hallo Mario,

    eigentlich gibt es zu Jan-Arnes Bemerkungen nichts dazuzufügen.

    Einem Plasmodium kann man auch Porlingsstückchen zum Fressen geben.

    Eine Feuchtkammer stelle ich immer wie folgt her: eine Schale mit nicht zu flachem Rand lege ich mit Küchenpapier aus und mache es feucht (überschüssiges Wasser abgießen). Danach das Substrat (Rindenstückchen, Erlenzapfen, Kräuterstängel u.ä.) einlegen. Möglichst schon in kleine Stücke teilen, die man dann bequem in Streichholzschachteln herbarisieren kann. Dann Deckel drauf (ich nehme möglichst immer durchsichtige Schalen z.B. Verpackungen für Lebensmittel) und nicht zu warm aber hell stellen. Es dauert ein paar Tage bis sich die ersten Schleimis zeigen oder man ein Plasmodium bemerkt. In regelmäßigen Abständen mit dem Bino kontrollieren.

    Viel Spaß beim Ausprobieren!

    LG Ulla

    Hallo Claudia,

    da hast Du bei Deiner Kultur mal einen Myxomyceten mit gezüchtet.

    Ich vermute, daß das Didymium difforme ist, die hat so runde warzige Sporen mit dunklen Graten. Sporengröße müßte so ca. > 10um sein.

    Die Art erscheint öfters mal auf Dung, sonst fruktifiziert sie auf pflanzlichen Abfällen, Kompost etc.

    LG Ulla

    Hallo Marco,

    da hast Du ja was Besonderes gefunden.

    Nach Deiner Beschreibung und Deinen Fotos sieht es wirklich nach Diderma subviridifuscum aus.

    Dafür spricht das Vorkommen an krautigen Pflanzen, das gesellige Wachstum, mikroskopisch: die Peridie die aus granuliertem Kalk besteht (obwohl ich zuerst den Eindruck hatte, daß eventuell auch Kalkkristalle dazwischen sind- dann wäre es eine Didymium, aber da bin ich unsicher), das dunkle Capillitium mit den granulierten Verdickungen, die bräunliche Columella und die gefärbte Innenseite der Peridie sowie die Sporengröße und die Skulptur (obwohl mir die Sporen etwas zu eckig sind und eventuell auch Grate haben). Deshalb für mich nicht 100%, aber sehr wahrscheinlich.

    Die Art ist sehr selten gefunden (in Pilze-Deutschland.de erst einmal in Thüringen). Sie kann verwechselt werden mit Diderma crustaceum und D. spumarioides, die allerdings meiner Erfahrung nach keine gefärbte Columella oder Peridieninnenseite haben. D. spumarioides hat auch kleinere Sporen.

    Hast Du davon einen Beleg gemacht? Bei Deinem Fund waren ja reichlich Fruchtkörper. Wenn ja würde ich mich freuen, wenn Du mir etwas davon abgeben könntest, denn ich habe die Art auch noch nicht gesehen und ich könnte sie nochmal untersuchen.

    Wäre schon ein toller Fund, der unbedingt in die Landesdatenbank Eures Bundeslandes reinmüßte. (ich weiß ja nicht wo Du herkommst).

    Es wäre schön wenn Du Dich dazu meldest.

    Danke und LG Ulla

    Hallo Felli,

    Dein Schleimpilzfund sieht ja interessant aus. Hast Du ihn durch Zufall gefunden oder ist er in einer Feuchtkammerkultur mit erschienen?

    Lepidoderma würde ich völlig ausschließen. Eventuell Physarum, die entwickelt unter ungünstigen Bedingungen manchmal keine Kalkauflage.

    Da Du nur 2 Fruchtkörper hast wirds natürlich schwierig. Einen hast Du schon "wegmikroskopiert", der 2. müßte dann auch dran glauben, wenn man nochmal schauen will.

    Die Sporen scheinen Warzengruppen zu haben, ist für Physarum allerdings etwas ungewöhnlich, kann auch eine Entwicklungstörung sein. Ja sehr mysteriös, hab also keinen wirklichen Vorschlag. Capillitium sieht man bei Deinen Fotos auch nicht.

    Wenn Du mir den 2. Fruchtkörper schicken willst, kann ich es versuchen was rauszukriegen aber ich kann nicht wirklich eine Lösung versprechen. Ist jetzt deine Entscheidung.

    LG Ulla

    Hallo,

    ja dass ist ganz sicher Craterocolle cerasi.

    Das der an Wildkirsche wächst ist für uns neu.

    Wir haben den bei uns immer nur in alten Streuobstwiesen an Süßkirschen (toten Stämmen oder Ästen) gefunden.

    Schöner Fund. Wird ja immer seltener.

    LG Ulla

    Hallo Stefan,

    Interessant deine Tulostoma. WEürde ich auch in Richtung T. fimbriatum vermuten.

    Ich habe auch schon mehrfach solche Tulostoma's an ähnlich eutrophiertern Stellen gefunden. Vielleicht lieben die das. Bei mir dann immer T. fimbriatum rausgekommen.

    Aber ohne Mikro geht sicher gar nichts.

    LG Ulla

    Hallo Mario,

    sieht jetzt auf jeden Fall mehr nach Trichia contorta aus, Trichia varia ist da raus.

    das es so aussieht als wäre es nach beiden Richtungen gewickelt, hängt damit zusammen, dass das Capillitium durchsichtig ist und Du bei der anderen Richtung die Rückseite durchscheinen siehst, da es mehrere Spiralleisten sind.

    LG Ulla

    Hallo Mario,

    diesmal kann ich Dir nur zustimmen - Trichia decipiens var. decipiens. Ist gut charakterisiert durch die lang zugespitzten Capillitiumfäden (Elateren), Auch die Sporen mit netzförmiger Skulptur sind charakteristisch.

    Dein letztes Foto zeigt die im Stiel vorhandenen sporenähnlichen Zysten (nicht für Bestimmung relevant, aber trotzdem interessant)

    LG Ulla

    Hallo Mario,

    ja Dein Schleim läßt sich nicht 100% ig einzuordnen, aber für Trichia varia halte ich das nicht sondern eher für Trichia contorta.

    Das Capillitium bei T. varia hat nur 2 Spiralleisten (ganz einfach gewickelt), während T. contorta 4-5 Spiralleisten hat, also viel enger gewickelt. Leider ist Dein Mikrofoto da nicht ganz eindeutig. Sporen beider Arten sind ähnlich und dadurch nicht wirklich bestimmungsrelevant.

    Wenn Du das Capillitium nochmal anschaust (am besten ohne Sporenpulver, d.h. ordentlich auspusten) dann kann man das sicher besser erkennen.

    LG Ulla

    Hallo Magellan,

    leider sind die Schleimpilze noch unreif. Deshalb kann ich bloß Vermutungen äußern.

    Es könnte eine Lamproderma werden oder auch eine Comatricha. Ich vermute eher dass es Lamproderma wird, da Comatricha eigentlich nicht so rasig wächst sondern mehr in kleineren Gruppen.

    Aber ohne reife Fruchtkörper und ohne Mikro ist da leider nicht mehr rauszuholen. Falls Du nochmal hinkommst, kannst Du ja nochmal danach schauen.

    LG Ulla

    Hallo Maria,

    da hast Du ja einen richtigen "Schleim"-Hotspot gefunden ==Pilz22

    Denn da sind sicher mehrere Arten durcheinander gewachsen.

    Auf dem 2. Foto sind Fruchtkörper zu sehen, die mehr einzeln wachsen und die auch gestielt sind. Die gehören zur Gattung Hemitrichia (möglicherweise H. calyculata). Die anderen sind meist sehr gesellig beieinander gewachsen und sind scheinbar ungestielt. Die gehören alle zur Gattung Trichia.

    Da gibt es aber mehrere Arten die man nur mikroskopisch auseinderhalten kann. Trichia favoginea hat keine kugeligen Fruchtkörper sondern mehr zylindrische. Das sehe ich allerdings nicht so richtig (kann man aber nicht ganz ausschließen). Eher möglich sind Trichia scabra und T. persimilis. Trichia varia ist auch nicht ausgeschlossen.

    Aber das ist eben ohne Mikro nicht genauer zu sagen. ==14

    LG Ulla

    Hallo Maria,

    ich würde Deinen Fund auch für Wiesenstäublinge halten, Hasenboviste sind viel größer und stabiler.

    Auf Deinen letzten beiden Fotos sieht man deutlich, daß der untere sterile Teil von dem oberen Teil worin sich die Fruchtschicht oder Gleba befindet getrennt ist.

    Die Trennschicht wird in dem Fall als Diaphragma bezeichnet. Das ist ganz typisch für den Wiesenstäubling. Die Stäublinge aus der Gattung Lycoperdon haben diese Schicht nicht, sondern da geht die Gleba allmählich in den sterilen Teil über und bei den Bovisten hat man meist keinen sterilen Teil, sondern die Gleba ist nur von der Außenhülle umschlossen.

    LG Ulla

    Hallo Jan-Arne,

    ja ich denke schon, daß Du recht hast mit Deiner Bestimmung. Ich kenne die Art leider nicht und kann deshalb auch nur die Literatur dazu befragen.

    Aber es paßt ja, rein makroskopisch sieht die Aufsammlung ja auch passend aus.

    Mit der Netzzeichnung ist eine Zeichnung auf der Innenseite der Peridie gemeint. Da weiß ich nicht ob man das sieht wenn man im Präparat die Außenseite oben liegen hat.

    Vielleicht müßte man da auch mit Immersion arbeiten.Im französischen Schleimbuch ist das abgebildet wie es aussehen soll (leider nur schematisch).

    Jedenfalls toller Fund, würde ich auch gern mal finden. An was hast Du die Aufsammlung gefunden? Ist das vielleicht eine Winterart? Andere Dianema-Arten kommen ja nivicol vor.

    LG Ulla

    Hallo Ralf,

    ja das sieht schon nach Comatricha alta aus. Die Sporen passen, das elastische Capillitium und das makroskopische Aussehen auch.

    Was mich allerdings stutzig macht ist das "gnubbelige" Ende der Columella. das ist eigentlich nicht so normal. Aber ich finde keine Alternative.

    Bei richtig reifen Fruchtkörpern ist außerdem typisch, daß sich das Capillitium auftrieselt und dann von der Columella abtrennt. Hast Du das so beobachtet? Die Fruchtkörper auf dem 1. Foto waren ja noch nicht richtig reif.

    LG Ulla

    Hallo Björn,

    zu Deinen Schleimern: der erste ist möglicherweise eine Didymium-Art. Da müßte man noch wissen, ob die Art gestielt ist und wie der Stiel aussieht (weiß-Kalkhaltig oder farbig ohne Kalk).

    Die 2. Art sieht aus wie eine Comatricha-Art. Allerdings ist bei beiden Arten ohne Mikroskop nichts genaueres zu machen. Deine Mikroskop-Fotos sind leider nicht so richtig aussagefähig. Falls Du einen Beleg hast und es genau wissen willst, kannst Du mir das Material mal schicken. Schick mir dann ne PN (Konversation).

    LG Ulla

    Hallo Maria,

    Du hast recht, es ist ein Schleimpilz.

    Deine Vermutung Metatrichia vesparium, das Wespennest, ist schon recht gut.

    Allerdings gibts bei Metatrichia 2 makroskopisch sehr ähnliche Arten.

    Aber ein Blick ins Mikroskop würde reichen um die beiden Arten auseinander zu halten.

    Metatrichia vesparium hat ein Capillitium (das sind die orangerötlichen Fäden) welches wie eine gedrehte Wäscheleine aussieht, aber darauf auch noch Stacheln hat. Die Enden der Fäden sind kurz zugespitzt.

    Die 2. Art: Metatrichia floriforme hat auf dem Capillitium keine Stacheln und die Enden sind lang zugespitzt.

    Makroskopisch sind die Arten zwar auch auseinander zu halten, aber dass geben Deine Fotos leider nicht so richtig her.

    Wenn Du nicht mikroskopieren kannst, Du hast ja meine Adresse. Im Briefumschlag einfach ein paar Fruchtkörper in etwas Papier einwickeln und los. das reicht für die Bestimmung.

    Wegen der Erdstern-Geschichte melde ich mich bald.

    LG und schönen Abend

    Ulla