Beiträge von lamproderma

    Hallo,

    ja, das sind Schleimpilze.

    Du hast ja gut den Entwicklungsprozess vom unreifen zum reifen Fruchtkörper fotografiert.

    Ich denke, das es sich um einen Myxomyceten aus der Gattung Physarum handelt, eventuerll um Physarum cinereum. Man sieht gut die kleinen weißen Kalkknoten im Innern der Fruchtkörper, welche typisch für die Gattung sind. Auf der äußeren Hülle sind auch (weiße) Kalkkristalle zu sehen, welche die Gattung haben muß.

    Die Art besiedelt gern krautige Teile von toten oder auch lebenden Pflanzen.

    Wie Du auch bemerkt hast schaden sie Deiner Hortensie nicht sondern benutzt sie nur als Unterlage.

    LG Ulla

    Hallo Erwin,

    wie ich schon mehrmals bemerkt habe, die roten Arcyrien sind nicht leicht.

    Ich stoße da auch öfters auf Probleme.

    Bei Deinen Fotos von den unreifen Fruchtkörpern hätte ich spontan auf Arcyria stipata getippt.

    Aber die Farbe des reifen Fruchtkörpers paßt nicht so recht und das Capillitium erst recht nicht.

    Bei dem sieht man ja deutlich das das stachelig ist. Da kommen eigentlich nur von den bekannteren Arten A. oerstedtioides und A. oerstedtii in Frage.

    Die Größe der Fruchtkörper ist nicht entscheidend, es gibt auch mal Mickerformen.

    Von den beiden genannten Arten würde ich eher zu A. oerstedtii tendieren, da die Stacheln bis 5um lang sind wie Du schriebst. Die Sporengröße und -skulptur würde auch passen.

    Vergleich noch mal damit.

    LG Ulla

    Hallo Erwin,

    hast Du die Fruchtkörper noch näher untersucht?

    Typisch bei A. ferruginea ist ja, das man das Capillitium immer leicht und vollständig vom Becher (der flach sein soll) trennen kann wie ein Wattebausch.

    Dann die Sporen über 9um und das Capillitium mit Ringen/Halbringen.

    Die Becher auf Deinem Foto scheinen mit zu tief für A. ferruginea zu sein.

    Schaus Dir doch noch mal unterm Mikro an.

    LG Ulla

    Hallo Erwin, ja die roten Arcyrien mit leicht abzulösendem Capillitium sind nicht immer leicht.

    Auch ich habe da manchmal meine Probleme

    A. stipata hast Du ja schon ausgeschlossen.

    Dann kommt noch A. affinis oder aber auch A. major in Frage mit dieser Struktur des Capillitiums.

    A.affinis hat meist einen relativ tiefen Becher. Das sieht bei Deinem Fund nicht so richtig danach aus. Die Capillitium-Fäden müssten relativ dick zw. 3-9um und stärker ornamentiert sein. Auf Deinem Foto sind sie ca. 4 um. Das alles würde eher für A. major sprechen.

    LG Ulla

    Hallo Erwin,

    Gelbbraune Cribrarien sind nicht einfach zu bestimmen.

    In Deinem Fall müßte man zwischen 2 Arten entscheiden: Cribraria persoonii oder Cribraria vulgaris. Die anderen gelbbraunen Arten fallen wegen fehlendem Becher oder anderer Netzstruktur raus.

    Beide Arten haben so einen abgegrenzten Becher wie Dein Fund.

    C. persoonii hat verdickte Netzknoten während C. vulgaris nur flache Knoten hat. Die Sporengröße ist ähnlich und dadurch nicht entscheidend. C. vulgaris hat eine etwas netzige Ornamentation. Das sieht man auf Deinen Fotos nicht. Auch soll bei C. vulgaris der Becherrand etwas unregelmäßig sein. Er sieht bei Deinem Fund eher regelmäßig aus wie für C. persoonii beschrieben. Ich würde deshalb zu C. persoonii tendieren. Aber eine Restunsicherheit bleibt. Die beiden Arten sind immer schwer auseinander zu halten.


    LG Ulla

    Hallo,

    die Tintlinge sind nicht genießbar.

    Vielleicht hast Du sie mit der Blumenerde mit eingeschleppt.

    Aber vielleicht brauchen die Austernseitlinge etwas mehr Zeit zum fruktifizieren.

    Warte doch noch ab was weiter passiert.

    Leider habe ich aber auch keine Ahnung von Pilzzucht und kann Dir keine weiteren Tipps geben.

    LG Ulla

    Hallo Christine,

    Deine Fragen kann ich nur spekulativ beantworten.

    Die bräunlichen Stellen an der Fuligo könnten eventuell davon stammen, dass das Plasmodium irgendwelchen Schmutz aufgenommen hat den es wieder abgelagert hat.

    Die Tropfen könnten davon stammen, das der Fruchtkörper überschüssiges Wasser bei der Reifung bzw. Trocknung der Fruchtkörper abgegebn hat.

    Aber wie gesagt ich weiß es nicht wirklich.

    LG Ulla

    Hallo Erwin,

    leider sind deine Fruchtkörper noch unreif. Von der Farbe her gibt es einige Cribraria-Arten die unreif so graulich aussehen.

    Da mußt Du schon warten bis sie reif sind um dann erst die Farbe dieser reifen Sporocarpien zu sehen.

    Dann muß man nach den Sporen schauen und die Struktur des Peridialnetzes und deren Netzknoten ansehen.

    Die Fruchtkörper haben ja jetzt schon einen gut ausgebildeten Becher, aber da kommen mehrere Arten in Frage. Dazu muß man noch die Granulation des Bechers untersuchen.

    Cribraria cancellata ist eben dagegen eine gut kenntliche Art durch das einzigartige Peridialnetz.

    Deine heute leider nicht.

    LG Ulla

    Es ist immer wieder faszinierend was die Natur so zustande bringt!

    Cribraria cancellata gehört auch zu einem meiner Lieblingsmyxos.

    Schade dass sich nur wenige Leute für diese Organismengruppe begeistern. Wäre schön wenn es mehr wären.

    LG Ulla

    Hallo Nobi,

    auch von mir alles Gute zu Deinem Ehrentag.

    Bleib gesund und mögen auch in Zukunft viele neue von Deinen Lieblingen auf den Hinterlassenschaften verschiedener Lebewesen Dich erfreuen.

    Laß uns davon im Forum immer teilhaben!

    Von mir heute ein kleiner Sommergruß!

    Liebe Grüße

    Ulla

    Hallo Wastl,

    dein erster Pilz sieht mir nicht nach einem Polsterpilz aus, eher wie ein abgefressener Saftporling.

    Der zweite ist eine Lohblüte, vermutlich Fuligo rufa (früher eine Varietät von Fuligo septica, der gelben Lohblüte.)

    LG Ulla

    Hallo Christina,

    Erwin hat recht, das ist Enerthenema papillatum.

    Die Art ist leicht zu erkennen wenn man am oberen Rand des Köpfchens die glänzende Scheibe erkennt (auf Deinen Fotos auch gut zu sehen bei einem Fruchtkörper im linken oberen Bereich des Fotos). Die Scheibe sitzt am oberen Ende des Stiels (der Columella) und daran sind die Capillitiumfäden angeheftet.

    Ich finde die sehr hübsch und freue mich immer wenn man sie mal sieht, denn so häufig ist sie nicht.

    LG Ulla

    Hallo Christine,

    ja das sieht nach Ceratiomyxa fruticulosa - dem Geweihförmiger Schleimpilz aus.

    Bei dieser Gattung bei der im Gegensatz zu den übrigen Myxomyceten die Sporen außen am Fruchtkörper gebildet werden.

    Ceratiomyxa wächst im Sommerhalbjahr und erscheint meist als erste nach Regenfällen.

    Du hattest in Deinem anderen Beitrag ja schon die porenförmige Ceratiomyxa fruticulosa var. porioides gezeigt.

    LG Ulla

    Hallo Christina,

    wie ich schon vermutet hatte ist aus Deinen Kügelchen eine Lamproderma geworden. Es handelt sich mit großer Wahrscheinlichkeit um die schon genannte Lamproderma (Collaria) arcyrionema. Man sieht auf Deinen Fotos auch gut die silbrige Peridie, die meist bei Reife abblättert.Die kugelige Form wird durch das Capillitium gebildet. Wenn man die Sporen auspustet kann man sich die Struktur des Capillitiums ansehen. Das Capillitium hat auch noch verschiedene Merkmale die für die entsprechende Art wichtig sind.

    Lamproderma arcyrionema ist aber eine Art die im Sommer wächst und recht häufig ist. Deshalb kannst Du die Art als solche speichern. Die meisten anderen Lamproderma-Arten sind nivicol wachsende Myxos, also sie wachsen im zeitigen Frühjahr am Rand des schmelzenden Schnees im Gebirge.

    LG Ulla

    Hallo Christine,

    sehr schöne Aufnahmen!!

    Ja das ist Arcyria cinerea. In diesem Zustand ist die Art auich kaum zu verwechseln, da es keine andere graue Arcyria gibt.

    Manchmal sind die Fruchtkörper aber etwas gelblich gefärbt, dann muß man schon genauer nachschauen und eventuell mikroskopieren.

    LG Ulla

    Hallo Erwin,

    schöne Funddoku!

    Physarum virescens ist ja wirklich nur im unreifen Zustand gut auszumachen, da die reifen Fruchtkörper dann kaum noch auffallen.

    Im Sommer findet man die Art oft im Nadelwald.

    LG Ulla

    Hallo Christine,

    mit Ceratiomyxa fruticulosa var. porioides (oder einfach C. porioides) hast Du natürlich recht.

    Die braunen Kügelchen sind aber leider noch unreif und dadurch schlecht einordenbar.

    Aber es ist defintiv keine Trichia decipiens oder andere Trichia.

    Auf dem 2. Foto vom Schorsch sieht man dass diese Art sich mit hellen Stielen entwickelt, während Deine Kugeln einen dunklen (schwarzen) Stiel haben, der sich wie man auf Deinen Fotos gut sehen kann bis in die Schleimmasse des Köpfchens verlängert.

    Dein Schleim gehört auf jeden Fall zu den Stemonitales (Fadenstäubchen im weiteren Sinn). Da kommen mehrere Gattungen in Frage die solche kugelförmigen Köpfchen habe: z.B Comatricha und Lamproderma. Der Stiel wird bei diesen Gattungen zuerst gebildet und die Schleimmasse des Plasmodiums kriecht an ihm hoch um das Köpfchen auszubilden. Meist sind die Fruchtkörper erst weiß und färben sich über rosa zu braun um.

    Comatricha ist eher eine Gattung die im kühleren Halbjahr fruktifiziert. Ich tippe eher auf Lamproderma. Da gibt es z.B. Lamproderma (Collaria) arcyrionema. Die wächst jetzt im Sommerhalbjahr in Scharen auf morschem Holz. Die könnte es sein, aber um das festzumachen müßtest Du abwarten bis sie reif sind und sich wirklich bestimmen lassen.

    Warum wachsen die beiden Arten so dicht beieinander? Schleimpilze wachsen oft gesellig und mehrere Arten durcheinander, da die Plasmodien die Fähigkeit haben sich gegeneinander zu ignorieren. Sie können übereinander krabbeln ohne sich zu vermischen und dann auch ganz normal fruktifizieren.


    LG Ulla

    Hallo Kleinpilzfreunde,


    gerade druckfrisch ist der erste Teil von der "Phytoparasitischen Kleinpilzflora" unter Autorschaft von Horst Jage erschienen.

    Es behandelt die Falschen Mehltaupilze, die Rost- und Brandpilze.

    Es ist ein Mammutwerk und man kann Horst Jage nicht genug für die umfangreiche Arbeit danken!

    Ich denke das ist ein Muß für jeden Phytoparasitenfreund.




    Pilzflora von Sachsen-Anhalt – Phytoparasitische Kleinpilze

    Horst Jage unter Mitarbeit von Dieter Frank, Dorothea Hanelt, Heidrun Richter, Udo Richter, Horst Zimmermann


    730 Seiten, Hardcover, 17x24 cm, vollfarbig, Fotos, Verbreitungskarten

    bestellbar beim Verlag : Natur+Text 2020

    ISBN: 978-3-942062-46--6

    39,90 € inkl. MwSt.

    versandkostenfrei innerhalb Deutschlands, lieferbar innerhalb von 2-3 Tagen


    Mit der „Pilzflora von Sachsen-Anhalt. Phytoparasitische Kleinpilze, Teil 1: Falsche Mehltaue, Rostpilze, Brandpilze“, im Weiteren kurz „Kleinpilzflora von ST, Teil 1“ genannt, wird die Reihe der Übersichtswerke über die Vorkommen pilzlicher Organismengruppen in Sachsen-Anhalt fortgesetzt. Bereits 2009 wurde die Übersichtsarbeit zu den „Großpilzen“, die „Pilzflora von Sachsen-Anhalt. Ascomyceten, Basidiomyceten, Aquatische Hyphomyceten“ (Täglich 2009a) veröffentlicht.

    Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, eine detaillierte Übersicht über das Vorkommen phytoparasitischer Kleinpilze in Sachsen-Anhalt zu geben. Zu jeder Pilz-Wirtskombination wurden Verbreitungkarten erstellt. In diesen Karten ist auch die Verbreitung des Wirtes erkennbar. Zu ausgewählten Arten wurden Abbildungen eingefügt.

    Allein für die in diesem ersten Band behandelten Artengruppen Falsche Mehltaue, Rostpilze, Brandpilze wurden im Bundesland 789 Arten festgestellt, die in unterschiedlicher Konstellation auf 1.085 Wirtsarten parasitieren.

    Dazu wurde die einschlägige Literatur durchgesehen (> 300 Literaturstellen) sowie Belege seltener oder bestimmungskritischer Arten in Herbarien mit einer Vielzahl von phytoparasitischen Kleinpilzen aus Sachsen-Anhalt überprüft.

    In der textlichen Darstellung der Angaben zu den einzelnen Pilz-Wirt-Kombinationen im Speziellen Teil sind die Funddaten der sehr seltenen und seltenen Arten textlich zusammengestellt. Die die regionale Verbreitung der mäßig häufig bis sehr häufig vorkommenden Arten ist in Rasterkarten dargestellt.


    Schönen Abend

    Ulla

    Hallo Matthias,

    Dein Schleimpilz ist leider noch nicht reif, deshalb ist die Bestimmung etwas schwierig.

    Der Fischeierschleimpilz -Tubifera ferruginosa sieht im unreifen Zustand erst weiß, dann lachsfarbig und zum Schluß im reifen Zustand braun aus.

    Den würde ich ausschließen.

    Physarum virescens besiedelt Moose, Nadeln oder dünne Ästchen und nicht Schnittflächen von Bäumen. Auch ist die Farbe der unreifen Fruchtkörper richtig gelb, nach dem Reifen hat die Art eine schmutziggelbe kalkhaltige Peride (Außenhülle). Würde ich hier eher nicht sehen.

    Ich denke eher, dass das eine unreife Lohblüte (Fuligo) ist, die genaue Art ist aber nicht zu sagen, da sie noch unreif ist.

    Vielleicht hast Du Gelegenheit die Fruchtkörper nochmal aufzusuchen und sie im reifen Zustand zu fotografieren. Dann wird es eventuell einfacher.

    LG Ulla

    Hallo Witon,


    (welcome)


    schön wieder einen Sachsen-Anhalter neu begrüßen zu können!

    Ich wohne ja auch nicht weit weg von Bad Kösen und vom LVPS müßten wir uns ja eigentlich kennen!?


    Also wir sind gespannt auf deine Beiträge!


    Viele Grüße aus Merseburg

    Ulla