Hallo Sebastian,
ich hätte bei dem Foto des unreifen Schleimis auch erst an Brefeldia maxima gedacht, aber dagegen spricht einiges.
Die Mikrobilder geben da etwas Aufschluß.
Brefeldia maxima hat im Capillitium typische blasenförmige Erweiterungen, außerdem ist es nur wenig vernetzt.
Das Capillitium Eures Fundes hat ein weitmaschiges, dreidimensionales Netz ohne solche Erweiterungen.
Brefeldia m. hat feinwarzige Sporen die 9-12 um sind.
Eure sind um 8,5 um und haben eine stachlig netzige Skulptur.
Schlußendlich findet man Brefeldia fast immer auf Totholz (meist Stubben), nicht direkt auf der Wiese. Die Fruchtkörper können riesig werden (ca. > 40cm im Durchmesser) sind somit die größten Schleimpilze. Euer Fund scheint aber kleiner zu sein, wenn man die danebenliegenden Blätter betrachtet.
Alles zusammen spricht deshalb für ein Symphytocarpus, nämlich S. amaurochaetoides. Die unreifen Fruchtkörper durchlaufen auch eine Entwicklung von weiß über rosa, rot bis braunschwarz. Deshalb kann man sie leicht mit Brefeldia maxima verwechseln. Erst das Mikroskop kann dann aufklären.
Gerade vor kurzem erhielt ich von Erwin (hier Erwin50 im Forum) aus Österreich die gleiche Art. Bei ihm wuchs sie auch auf Moos und nicht direkt auf Holz.
Hier ein Foto von seinem Beleg:

Symphytocarpus amaurochaetoides.
Der Fund von Euch ist sehr schön und bemerkenswert, lt. pilze-deutschland.de gibt es aus Eurem Bundesland noch keinen Fund! Den sollte man dann unbedingt melden!
LG Ulla