Hallo Martin,
die Gattung Stemonitis ist immer nicht ganz einfach, aber Deine Fotos zeigen schon die typischen Merkmale
Auf Deinem Foto Nr. 7 sieht man im Capillitium auch dornartige Auswüchse, die Du scheinbar nicht gesehen hast.
Da wichtigste ist aber, dass die Sporen netzig ornamentiert und nicht warzig (Foto 8) sind. Da kommen nur wenige Arten in Frage, vor allem Stemonitis foliicola und St. fusca. Die Sporengröße von >8um spricht gegen St. foliicola ebenso wie das Wachstum auf Moos über Holz. Die beiden anderen Arten St. inconspicua und virginiense, die in dem Artikel von Moreno auch genannt werden, würde ich wegen des Substrates (St. inconspicua auf Laub) bzw. der Sporengröße (St. virginiense, Sporen < 8um) sowie der Seltenheit beider ausschließen.
St. foliicola ist ein Laubbewohner. Das alles zusammen, bleibt nur St. fusca übrig. Ist übrigens die häufigste Art.
Zu Deiner Frage zur Begutachtung des Capillitiums: die Fruchtkörper müssen ganz reif und trocken sein, dann kann man die Sporen (z.B. unter Zuhilfe eines Strohhalmes) vorsichtig ausblasen ohne dass die Fruchtkörper wegfliegen.
LG Ulla