Beiträge von lamproderma

    Hallo Ingo,
    Schleimpilze sind normalerweise nicht substratspezifisch.
    Es gibt nur ganz wenige die wirklich nur auf einem Substrat wachsen. So z.B. Didymium tussilaginis, das nur an Pestwurz-Blättern fruktifiziert (habe ich im letzten Jahr auch im Forum vorgestellt).
    Sonst benutzen Schleimpilze das Substrat nur als Unterlage, da sie vorwiegend von Bakterien leben. Aber es gibt Vorlieben: manche bevorzugen Laub- ode Nadelholz, manche dagegen fruktifizieren gern besonders an ganz morschem Holz, aber andere lieben mehr die harten Schnittflächen an Stämmen. Es gibt laubliebende Arten oder welche die an Moosen oder Kräuterstängeln wachsen.
    Eine andere Besonderheit gibt es bei den nivicolen Myxomyceten, das sind Arten die im Vorfrühling am Rande des schmelzenden Schnee wachsen (an Kräutern, Gras oder auch an Sträuchern, die unterm Schnee lagen.
    Man muß eben bei der Bestimmung der Schleimis alles im Zusammenhang mit der genauen Untersuchung der Fruchtkörper sehen.
    LG Ulla

    Hallo ihr Lieben,
    schön, daß Ihr meinem Lieblingsschleimi so toll dargestellt habt! :D :D :D
    Ich freue mich immer wieder wenn ich ihn finde. Er ist ja nicht so selten, aber immer wieder faszinierend! Allerdings habe ich ihn bisher noch nie an dünnen Zweigen oder Krautstengeln gefunden, sondern nur an morschen liegenden Stämmen.
    LG Ulla

    Hallo Ingo,
    Arcyria ist schon mal eine Nummer.
    Stemonitopsis ist auszuschließen, da im reiferen Zustand mehr braunschwarz, Sporenpulver entsprechend.
    Bei den roten Arcyria-Arten muß man die reifen Fruchtkörper betrachten, ob sich das Capillitium leicht vom Stielbecher ablöst oder nur schlecht.
    Leider ist Deine Aufsammlung scheinbar noch unreif, da sieht man das nicht. Arcyria denudata wäre deshalb nur bedingt möglich. Deshalb ist eine genaue Bestimmung nur an reifen Fruchtkörpern möglich.
    Falls Du die weiter beobachtet und ev. mitgenommen hast, kannst Du sie mir gern zur genaueren Bestimmung schicken, melde Dich wenn Bedarf.
    LG Ulla

    Hallo Björn,
    tolle Fotos von Eurem Trip.


    Zu Eurem "Schleimpilz" kann ich nur sagen, daß es kein Myxomyzet ist. Sowas habe ich zwar noch nicht gesehen, aber ich bin sicher daß das kein "Schleimer" ist. Leider habe ich keine Idee was das sonst sein kann, eventuell ein Schimmelpilz?
    LG Ulla

    Hallo Norbert,
    gratuliere Dir zu dem schönen Fund und auch zu den tollen Makro- und Mikroaufnahmen.
    Du liegst mit Deiner Bestimmung ganz richtig: Comatricha nigra.
    Die bildet meist so kugelige Köpfchen auf schwarzem Stiel aus. Das Köpfchen wird aus dm dicht netzförmigen Capillitium gebildet welches von der Columella, d.h. dem Stiel ausgeht. Sporengröße und Skulptur stimmen auch. Alles bestens.
    Die Art wächst gern im Winterhalbjahr, oft an der Unterseite meist entrindeter Bäume oder auch an den Schnittflächen liegender Stämme.
    Das Problem mit der Sehfähigkeit kenne ich auch zur Genüge. :shy: :cool:
    Ich sage nichts mehr ohne meine Gleitsichtbrille und wie unten.
    LG Ulla


    Ansonsten gilt immer das alte Sprichwort bei moosbewachsenen Gipfeln: "Moos das war sein letzter Griff, bevor er in die Tiefe pfiff." :evil:


    Hallo Stefan,
    ich kannte bisher nur den Spruch:
    "Schnaps das war sein letztes Wort, dann trugen ihn die Englein fort!"
    Aber Deiner paßt natürlich auf Euch "Stein"-Freaks viel besser! :D :D :D
    ich wünsche Dir immer wenig Moos unter den Füßen (beim Klettern)!
    Beim Pilzesuchen ist es natürlich nicht so bedenklich und vielleicht auch förderlich (z.B. beim Suchen von Moosbewohnern)
    LG Ulla.

    Hallo Nando,
    will versuchen Dir ein paar Namen zu nennen.
    Nr. 1 sehe ich auch so, Physarum nutans schon recht abgewittert, aber man erkennt noch die nickenden Köpfchen.
    Nr. 3 würde ich für eine unreife Comatricha halten. Das läßt sich sicher nicht mehr überprüfen, da Du sicher keinen Beleg von den reifen Fruchtkörpern hast. Aber der schwarze Stiel und das glasig-weiße Köpfchen sieht sehr danach aus (ev. Comatricha nigra, da kugeliges Köpfchen).
    Nr.4: das ist keine Trichia, denn das gestielte pokalartige Gebilde mit der angedeuteten "Deckelzone" spricht eher für eine Craterium, eventuell Craterium minutum, da der Deckel richtig abgezeichnet ist.
    Aber bei Nr. 3+4 ist das ohne weitere mikroskopische Untersuchung nur ein Arbeitsname.
    LG Ulla

    Hallo,
    ich könnte mir auch vorstellen daß das die Schwarzweiße Becherlorchel - Helvella leucomelaena ist. Stehen da Kiefern in der Nähe? Dann würde es passen.
    Morchelbecherling würde ich denfinitiv ausschließen, auch nach Peziza sieht es mir nicht aus.
    LG Ulla

    Hallo Stefan,
    Gratulation für den Erst-Pfifferlingsfund im Jahr!
    Wir sind vor einigen Jahren in Italien auf folgenden "Hexenring" von Steinpilzen gestoßen.
    Da ich leider nicht schwindelfrei bin, blieb uns nur die Bewunderung von zu ebener Erde.



    Aber auch andere sind dort schon vorbei gekommen und haben die Pilze für sich reserviert und sie kurzerhand eingezäunt.




    LG Ulla

    Hallo Jörg,
    danke für die Ankündigung. Bin ja Abonnent von der 1. Nummer der Zeitschrift an.
    Aber vielleicht bekommt hier im Forum jemand Lust mal in die immer sehr interessante Zeitschrift reinzuschauen oder sie sogar zu abonnieren!
    Wäre ja schön. Kann ich nur empfehlen!
    LG Ulla

    Hallo Stefan,
    Sepp hat recht, daß ist Pflanzensaft, der austritt wenn man die Bäume absägt. dann siedeln sich irgendwelche Mikroben/Bakterien oder Hefen an, die dann diesen Saft ver"gären" oder auch so verfärben. Man findet das vor allem im Frühjahr, wenn der Saftstrom in den Bäumen am größten ist.
    Da wird sich also kein Schleimi draus entwickeln.
    LG Ulla

    Hallo Helge,
    Dein Lycogala-Fund ist leider noch unreif und ich finde es etwas vermessen ohne weitere Untersuchungen zu behaupten, daß es sich um Lycogala terrestre handelt.
    Man kann die beiden Arten Lycogala epidendrum und L. terrestre nicht makroskopisch auseinanderhalten. Auch wenn das häufig behauptet wird. Die Farbe und Größe der Fruchtkörper und auch die Sporenfarbe variiert bei beden Arten. Deshalb beobachte den Fund noch bis er reif ist, sammle einen Beleg ein für weitere mikroskopische Untersuchungen.
    LG Ulla

    Hallo Magellan,
    Deine Bestimmung mit Enteridium (Reticularia) lycoperdon ist richtig. :D
    An Kiefer habe ich den zwar noch nicht gefunden, aber er scheint nicht so wählerisch mit dem Substrat zu sein und ist auch eine Art die schon im Frühjahr erscheint. Deine Bilddokumentation ist sehr schön, man sieht die unreifen (noch weichen schleimigen) aber auch die richtig reifen Fruktifikationen mit dem braunen Sporenpulver! :thumbup:
    LG Ulla

    Hallo Dieter,
    Trompetenschnitzlinge würde ich auch ausschließen.
    Wie ein Glockenschüppling Pholiotina sieht es mir aber auch nicht aus.
    Ich würde mal Pholiota oedipus den Pappelblattschüppling ins Rennen werfen. Erscheint so früh im Jahr und hat ein doch so "rißpilzartiges"Aussehen und auch einen Ring.
    Bin aber auch nicht sicher, Aufschluß sicher erst nach mikroskopischer Untersuchung.
    LG Ulla

    Hallo,
    also in Ermangelung eines Exsikkates (oder gibt es eins?) und der Möglichkeit das mikroskopisch zu untersuchen (dann wäre es eindeutig, denn die Sporen von Reticularia lycoperdon und die Konidiensporen von Oligoporus unterscheiden sich) würde ich auf die Konidienform vom Polsterpilz tippen. Da bin ich auch mal drauf reingefallen. Aber wie gesagt, die mikroskopische Untersuchung gäbe auf jeden Fall die richtige Antwort.
    LG Ulla

    Hallo Fungi-troll,
    das mit dem Morchelwasser finde ich interessant. Ich habe auch schon öfters meine Pilzreste an entsprechenden Stellen ausgebracht, hat allerdings nie was gebracht. War sicher das falsche Biotop.
    Allerdings meine ich bei Deiner Spitzmorchel eher eine Böhmische Verpel oder eventuell eine Halbfreie Morchel zu sehen. Aber das mußte sich ja aufklären wenn der Pilz einen Stiel ausbildet. Spitzmorcheln sind meiner Erfahrung nach auch jung nicht so gelblich-bräunlich sondern mehr dunkel bis schwärzlich.
    Wie bist du auf die Trüffel gekommen, war das Zufall?
    LG Ulla

    Hallo ,
    Nobi hat ja schon einige Eindrücke des Treffens im Bild gepostet.
    Es war wirklich alles stimmig, :thumbup:
    tolles Wetter, nette Leute, interessante Funde, alle waren zufrieden.




    Objekt der Begierde: im Kreis - Runzelverpel - Verpa bohemica



    Zipfelorchel - Gyromitra fastigiata





    Ganz großes Lob an Nando als Organisator! :D :D :D


    Wir kommen jederzeit gern wieder!
    danke!
    Ulla und Gunnar

    Hallo Christian,
    willkommen im Forum!
    Bei Deinem ersten "Pilz" der eigentlich keiner ist schließe ich mich meinen Vorrednern an: Bovistartiger Schleimpilz. Der kann schon so groß werden, hat im Innern unter der "Hülle" braunes Sporenpulver. Hast Du ihn jetzt gefunden? Ist ganz schön zeitig, obwohl es eine Frühjahrsart ist.
    LG Ulla

    Hallo Helge,
    tolle Fotos!! :D :D
    Ich denke auch, daß es sich um Hemitrichia calyculata handelt. Falls Du ein Mikroskop hast einfach mal das Capillitium unters Mikro quetschen. H. calyculata hat ein stark vernetztes Capillitium während H. clavata meist lange fast unvernetzte Capillitiumfäden hat.
    LG Ulla

    Hallo Christian,
    ich würde Deinen Erdstern-Fund für einen alten Kleinen Nesterdstern - Geastrum quadrifidum- halten.
    Leider fehlt aber das "Nest". Der äußere Teil der Hülle des Erdsterns (der Exoperidie) bleibt bei dieser Art normalerweise als nestförmiger Rückstand am Boden, während der innere Teil der Exoperidie sternförmig aufreißt und sich nach oben wölbt um der inneren Hülle (Endoperidie) - das ist die Kugel mit den Sporen und dem Capillitium - Gelegenheit zu geben die Sporen besser zu verteilen. Die Enden der sternförmigen Spitzen bleiben eigentlich am Nest haften, können aber auch leicht abreißen so wie in Deinem Fall.
    Man sieht, daß die Endoperidie ein gewimpertes Peristom (Öffnung) hat die auch einen Hof drumherum hat. Die Endoperidie ist gestielt. Das würde alles für den Kleinen Nesterdstern stimmen. Das Biotop - Fichtenwald stimmt ebenfalls.
    LG Ulla

    Hallo Cleoluka,
    Schöne Frühjahrseindrücke! Dein Blümchen Nr. 21 ist das Hungerblümchen, welches typisch im Frühjahr wächst.
    Du bist auch aus Sachsen-Anhalt. Falls Du Lust hast hier an Veranstaltungen oder Exkursionen teilzunehmen, melde Dich. Ich kann Dir dazu Infos schicken.
    LG Ulla

    Hallo Matthias,
    ich beglückwünsche Dich zu Deiner ersten nivicolen Lamproderma!! :thumbup: Sogar eine der nicht so häufigen!
    Du liegst meiner Meinung nach mit Deiner Bestimmung (Lamproderma pulchellum) richtig. Es kämen zwar noch ungestielte Formen von Lamproderma splendens in Frage, aber das glaube ich eher nicht.
    Ungewöhnlich ist allerdings das Substrat mit moosigem Fichtenast. Aber nichts ist unmöglich.
    Die Art wird meist auf Vaccinium-Ästchen gefunden. Ich habe sie bei uns erst einmal nachweisen können.
    Wir waren am Wochenende auch schon mal auf Suche nach nivicolem Schleim im Harz. Leider sieht es dieses Jahr schlecht aus, zuwenig Schnee und dann im Moment zu kalt.
    Mal sehen wie es Mitte April dann aussieht. Da haben wir in den letzten Jahren immer was gefunden. Ende April fahren wir dann zu den französischen und italienischen Schleimpilzfreunden. Die veranstalten jedes Jahr abwechselnd in Frankreich oder Italien eine Sammelwoche der nivicolen Schleimpilze in den Alpen. Dieses Jahr geht es wieder nach Italien. Bin schon sehr gespannt darauf. Es macht immer viel Spaß und die Veranstaltung ist immer sehr familiär.
    LG Ulla