Meine Cortinarien 2027

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  • Liebe Pilzmenschen


    Ja, es ist noch etwas früh für einen Saisonrückblick über die Cortinarien. Aber ich habe jetzt grad Lust zurückzuschauen und meine Funde etwas zu sortieren. Ich bin nur makroskopisch unterwegs und habe mich dieses Jahr trotzdem mal etwas an die Cortinarien gewagt. Es bleiben deswegen einige nicht abschliessend bestimmt, auch wenn über viele Bilder bereits von Expertenseite drüber geschaut wurde. Danke diesbezüglich insbesondere Cortinarius ! Mein Ziel war es, die Pilze zunehmend selbständig den Untergruppen zuzuordnen. Das gelingt mir mittlerweile einigermassen regelmässig... Ab und an stosse ich mit KOH und Büchern tatsächlich zur richtigen Art vor! Hast du gewichtige Einwände oder neue Vorschläge zu einer Art, so melde dich gern mit einer Antwort. Ich kann gerne Näheres berichten oder weitere Bilder hochladen.


    Das Cortinarienjahr ist bei uns in der Schweiz ziemlich schlecht aufgrund der langen Dürre und eines noch immer viel zu tiefen Grundwasserspiegels. Ich habe das Glück, dass es ganz in meiner Nähe ein tolles Auenwaldgebiet gibt, welches nicht unter Naturschutz steht und auf engstem Raum auch unter den erwähnten Bedingungen tolle Funde ermöglicht. Die allermeisten hier gezeigten Pilze stammen aus dem dortigen Laub-/Mischwald und wurden zwischen Ende September und Ende Oktober meist nur wenige Meter vom Wasser entfernt gefunden.


    Und ja, die Fotos: Ich gebe mir grosse Mühe, aber sie entstehen mit einer mittelmässigen Smartphone-Kamera...


    Zuerst zu den Myxacien/Schleimfüssen:

    Über mehrere Wochen ist mir an einigen Stellen der Safranblaue Schleimfuss, Cortinarius croceocoeruleus begegnet. Ein prächtiges, kleines Pilzchen mit bitterster Huthaut!


    Sehr auffällig fand ich den elfenbeinfarbenen und ebenso bitteren Glasigen Schleimfuss, Cortinarius barbatus:


    Weiter gehts mit den Phlegmacien:

    Weitaus am häufigsten bin ich Fuchsigbraunen Schleimkopf, Cortinarius vulpinus über den Weg gelaufen. An mindestens sechs Stellen trat dieser über die ganze Dauer verteilt in jeweils grosser Zahl auf:


    Natürlich erblickte ich auch immer wieder den Ziegelgelben Schleimkopf, Cortinarius varius, welcher ein gutes Jahr gehabt haben soll:


    Das da sollte der Blaufleischige Klumpfuss, Cortinarius caerulescens sein:


    Der folgende Pilz hört möglicherweise auf den Namen Duftender Klumpfuss, Cortinarius suaveolens, und duftet süsslich:


    Den verfärbenden Schleimkopf, Cortinarius largus, habe ich mehrfach angetroffen:


    Seinen Verwechslungspartner, den Erdigriechenden Schleimkopf, Cortinarius variicolor, fand ich in grosser Zahl in einem sumpfigen Fichtenwäldchen in den Voralpen:


    Am gleichen Ort zeigte sich ein nicht ganz bestimmbarer Schleimkopf. Es könnte sich um den Braungefleckten Schleimkopf, Cortinarius patibilis, oder um den Feinfilzigen Schleimkopf, Cortinarius balteatoalbus, handeln:


    Zurück in den Auen-Laubwald: Ein echtes Highlight war der Buntstielige Klumpfuss, Cortinarius luhmannii. Offenbar ist der richtig selten. Er hat grosse, ockergelbe Velumfetzen auf dem Hut und schillert irgendwie in allen Farben:


    Ein absolut grossartiger Anblick, direkt am Wegrand, war dies:

    Zehn wundervolle Kleinsporige Prachtklumpfüsse, Cortinarius bergeronii, oder Prächtige Klumpfüsse, Cortinarius elegantissimus.


    Schon letztes Jahr gabs an der Stelle diese Spiegeleier im Buchenlaub:-)


    Der folgende Pilz dürfte der Leoparden-Schönklumpfuss, Cortinarius alcalinophilus, sein:

    Mit blutroter KOH-Reaktion auf der Huthaut und purpur im Fleisch der Knolle und gelbem Baselmyzel:


    Ebenfalls zu finden war der Grünlings-Schönklumpfuss, Cortinarius citrinus.


    Der Amethyst-Schönklumpfuss, Cortinarius callochrous, zeigte sich zuweilen mit ausgewachsenen Bonsai-Fruchtkörpern. Der linke auf dem Bild hatte kaum 2 cm Hutdurchmesser!


    Der Ockergelbe Klumpfuss, Cortinarius saporatus, mit seinen weissen Velumfetzen wusste ebenfalls zu gefallen:


    Als letztes Phlegmacium soll noch der alltäglichere Düstere Schleimkopf, Cortinarius infractus, Erwähnung finden:


    Weiter gehts mit den Rauköpfen/Leprocybe:

    Da habe ich ausschliesslich den Grünen Raukopf, Cortinarius venetus, vorzuweisen:


    Hautköpfe/Dermocybe habe ich gar keine selbst gefunden - wohl weil ich kaum in Nadelnwäldern unterwegs war.


    Telamonien (Gürtelfüsse, Wasserköpfe und Seidenköpfe) habe ich viele gesehen. Sie sind für mich jedoch oft nur schwer zu bestimmen.

    Sehr gefreut habe ich mich an den Zinnoberroten Wasserköpfen, Cortinarius cinnabarinus! Diese Prachtspilzchen waren früher als Zinnoberroter Hautkopf bekannt.


    Ebenfall ein hübscher Anblick bietet Cortinarius trivialis, der Natternstieliger Schleimfuss:


    Hier glaube ich an Cortinarius turgidus, den Tonweissen Dickfuss:


    Bei den folgenden Pilzen sollte es sich um solche aus dem Sordescentes-Aggregat handeln, möglicherweise um Cortinarius aprinus:


    Nun lasse ich noch einige nette, unbestimmte Pilze aus dieser Untergattung folgen:


    Ich hoffe, meine Rückschau über die letzten sechs Wochen hat euch gefallen. Danke, dass ihr bis hierher gefolgt seid:-)


    Liebe Grüsse

    Andreas