Hallo zusammen,
am vergangenen Samstag bin ich ohne Gedanken an irgend welche Pilze im Gelände über zwei Klebrige Hörnlinge Calocera viscosa gestolpert:
Bild 1: Klebriger Hörnling
Diese für die jetzige pilzlose Trockenzeit unvermutete Begegnung mit etwas pilzigem löste sogleich meinen Jagdinstinkt aus.
Den Blick unablässig auf den Erdboden gerichtet steh-pirschte ich langsam zu meinem eigentlichen Zielort. Leider konnte ich keinerlei weitere Pilze entdecken.
Dann setzte ich mich für längere Zeit in eine ebenerdige überdachte Ansitzeinrichtung um Vögel zu knipsen.
Ich hatte Glück und ein größerer Trupp von Kleinvögeln hielt sich geschäftig nahrungsuchend in meiner Umgebung auf.
So konnte ich einige schöne Fotos schießen:
Bild 2: Weidenmeise
Bild 3: Kohlmeise
Bild 4: Blaumeise
Bild 5: Mönchsgrasmücke
Mönchsgrasmücke und Weidenmeise sind sich im Aussehen durch die schwarze Kopfhaube sehr ähnlich. Die Weidenmeise hat jedoch einen schwarzen Kehlfleck, den die Mönchsgrasmücke nicht hat.
Bild 6: Junges Rotkehlchen, wie ich vermute
Die ganze Zeit gestaltete sich sehr unterhaltsam und ich konnte eine große Anzahl von guten Fotos machen.
Auf dem Rückweg zum Auto war mein Blick wieder suchend dem Erdboden zugewandt.
An einer Stelle entdeckte ich auf dem Moos winzige weiße Flecken, wohl Schleimpilze
Bild 7: Schleimpilze? Vielleicht Zusammenfließendes Fadenkeulchen Stemonitis splendens in frühem Stadium
Tatsächlich konnte ich mitten auf dem Weg zwischen den Fahrspuren in einer Reihe vier Kartoffelboviste Scleroderma vulgare edit.: citrinum entdecken.
Zwar nichts Besonderes aber für diese Zeit immerhin erfreulich.
Bild 8 und 9: Kartoffelboviste
Auf dem weiteren Weg standen am Wegesrand einige kleine Gruppen von lbm, kleinen braunen Pilzen mit Hut.
Die Bestimmung ist für mich schwierig. Ich stelle nachstehend einige Fotos ein:
Bild 10: Voll aufgeschirmte Pilze, zum Rand hin hygrophan ausgebleicht
Bild 11: Eine andere Gruppe. Zum Größenvergleich: Auf dem Hut im Vordergrund liegen Birkensamen
Bild 12: Die Stielspitze mit angedeuteter Ringzone und freiliegende weiße Lamellen, zum Stiel hin dunkler werdend
Bild 13: Die Stielbasis, leicht knollig verdickt
Bild 14: Ein Schnittbild durch den Pilz zeigt weißes Hutfleisch und einen leicht bräunlichen, hohlen Stiel
Ich habe den Pilz aussporen lassen und kann sagen, dass das Sporenpulver weiß ist.
Wie gesagt, dem Pilz kann ich keinen Namen zuordnen. Ich tendiere mal zum Büscheligen Blassporrübling Connopus acervatus (Gymnopus a).
Für andere Vorschläge oder Bestätigung von Fachleuten wäre ich dankbar.
Auf der weiteren Suche kamen mir noch winzige schneeweiße Seitlinge an Laubholzzweigen zu Gesicht.
Bild 15: Zeigt leider völlig unscharf von der Seite aufgenommen glockenförmige Fruchtkörper
Bild 16: Die weißen Seitlinge von unten betrachtet. Man erkennt filzige Ränder
Bild 17: Zum Größenvergleich mit 1-Cent-Stück
Hier könnte es sich meines Erachtens um den Schneeweißen Zwergseitling Pleurotellus chioneus handeln.(edit.: könnte sich lt. Björn auch um einen Crepidotus handeln).
Aber auch hier bin ich unsicher und bitte um Bestimmungshilfe.
Am Ende des Reviergangs fand ich auf den Blättern einer jungen Eichenpflanze etwas, das auch ins pilzliche gehen könnte:
Bild 18: Keine Ahnung. Vielleicht ein Fall für Björn boccaccio (edit.: Björn hält das für tierischen Ursprungs)
Auf den Heimfahrt hielt ich noch ganz kurz an einem seit Monaten bekannten schönen Lackporling um ein Foto zu machen.
Der wächst am Straßenrand an den Wurzelausläufern einer Amerikanischen Eiche und ist m. E. ein Flacher Lackporling Ganoderma applanatum. (edit.: Björn meint, das könnte auch Harziger Lackporling G. resinaceum) sein:)
Von dem berichte ich sicherlich noch mal gesondert.
Bild 19: Flacher Lackporling (edit.: evtl. Harziger Lackporling)
Ein interessanter Nachmittag ging zu Ende und ich hoffe, euch gefällt mein Bericht, auch wenn nichts Besonderes anzuschauen ist.
Da es bei uns in der letzten Zeit doch immer wieder etwas Regen gab, hoffe ich auf weitere Pilzfunde im Revier.
Herzliche Grüße
Reinhard
