Blaufüßige Risspilze II: Inosperma praetermissum

Es gibt 2 Antworten in diesem Thema, welches 310 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Helmut.

  • Hier die zweite Art aus der Calamistratum-Gruppe, die nach Esteve-Raventos et al. 2024 offenbar klar zu bestimmen war: Inosperma pratermissum (P. Karst.) Esteve-Rav., E. Larss. Pancorbo 2024. "Leitmerkmale" waren hier alpines Habitat und ein Sporenquotient um 2,2. Die Hutstruktur ist faserig-schuppig, manchmal auch in der Mitte glatt und felderig aufbrechend ("mosaikartig"). Insgesamt drei meiner Kollektionen sind dieser Art zuzuordnen: Zwei aus dem Jahr 2018 aus den Nördlichen Kalkalpen (eine deutsche und eine österreichische) und eine aus 2015, gefunden im Stubai auf saurem Boden. Die Kollektion vom 16.08.2018 stelle ich hier vor.

    Inosperma praetermissum, Salzburger Nordalpen 2018, Standortfoto


    Inosperma praetermissum, Studioaufnahme der selben Kollektion


    Inosperma praetermissum: Cheilozystiden, Lamellenschneide nicht so dicht gepackt wie bei I. neohirsutum und mit Basidien und Basidiolen dazwischen, die leicht mal für Zystiden gehalten werden können


    Inosperma praetermissum mit sehr schlanken Sporen: (8,8) 9,0-14,0 x 4,8-6,0 (6,5) µm, Av. 11,8 x 5,4 µm, Q=(1,7) 1,9-2,6 (2,7), Av. 2,19. Eine Aufsammlung aus dem sauren Stubai hat sehr ähnliche Werte, eine weitere aus dem (kalkhaltigen) Karwendel ebenfalls, lediglich mit leicht abweichenden Durchschnittswerten (12,4 x 5,7 µm).

  • Hallo Helmut


    Schön, dass sich auch sonst jemand die blaufüssigen Risspilze anschaut! Alles in allem bin ich bei dir, und halte das auch für praetermissum.


    Man muss aber aufpassen. I. gracilentum kann auch fast so schlanke Sporen haben. Siehe hier : Risspilze...


    Da ist ziemlich weit unten eine Kollektion, die ich für praetermissum hielt. Die Sequenz ergab aber gracilentum.


    I. praetermissum ist immer etwas kräftiger im Habitus, hier zum Beispiel:

    Und die Sporen sind im Schnitt schmaler, der Q-Wert scheint hier weniger verlässlich zu sein.


    Lg Raphael

  • Danke Raphael für die Ausführungen, die eine schöne Überleitung sind zu "Teil III", da habe ich noch eine I. gracilentum im Angebot mit genau dieser Erkenntnis, dass die Sporenbreite hier der wichtigere Wert ist als der Quotient. Allerdings habe ich noch einige Kollektionen, die nirgends so richtig reinpassen, die kommen auch noch in den nächsten Tagen.

    Gruß Helmut