Corticioider Pilz – ggf. Hyphoderma?

Es gibt 2 Antworten in diesem Thema, welches 101 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Vitus Schäfftlein.

  • Hallo zusammen,


    gestern fand ich einen corticioiden Pilz auf altem, entrindetem und relativ stark zersetztem Laubholz, wahrscheinlich Rotbuche:



    Hier das Schnittbild (wie alle weiteren Bilder in Phloxin):



    Das Hymenium besteht hauptsächlich aus Basidien, allerdings kommen ab und zu auch Zystiden vor, die diese leicht überragen:


    Auch verhältnismäßig selten sind – ich hoffe, ich liege hier richtig – Hyphidien:



    Die Zystiden sind auffällig groß und überragen mit Leichtigkeit die 100 µm:



    Ob sie Schnallen haben oder nicht, konnte ich bei bestem Willen nicht feststellen. Die Hyphidien haben jedoch Schnallen:




    Die Basidien haben vier Sterigmen, eine Basalschnalle und neigen zum Wurzeln:




    Die inamyloiden Sporen sind zylindrisch-ellipsoid:



    Sporenmaße: 10,4 ± 0,8 µm × 4,5 ± 0,4 µm, Q̄ = 2,3 ± 0,3

    Reichweite: 9,1–12,2 µm × 3,9–5,2 µm, Q = 1,8–2,8

    n = 22


    Mit dem Schlüssel von Corticioid Fungi of Europe bin ich bei Hyphoderma gelandet, allerdings weiß ich weder, ob ich hier richtig bin, noch um welche Art es sich handeln könnte, sollte es sich um diese Gattung handeln. Habt ihr eine Idee, womit ich vergleichen sollte?


    Herzliche Grüße,

    Vitus

  • Hallo Vitus,

    erinnert mich an eine Hyphoderma roseocremeum, die ich hier im Forum, wegen der bei Bernicchia etwas zu schmal angegebenen Sporen falsch eingeschätzt habe. Vergleiche mal mit aphyllo.net. Elia Martini gibt dort auch Dendrohyphydia von 1,5-2,5 ym an.

    Gruß Armin

  • Hallo Armin,


    danke dir für deine Antwort! An Hyphoderma roseocremeum bin ich eben auch kleben geblieben, habe sie aber aufgrund der zu kleinen Sporenmaße und der fehlenden Hyphidien in den Zeichnungen von Fungi Europaei und The Corticiaceae of North Europe verworfen. Und dabei hatte ich doch extra zusätzlich in Fungi of Temperate Europe nachgeschaut; da sind die Sporenmaße meiner Erfahrung nach recht zuverlässig. Aber Pustekuchen: Auch dort 3–4 µm in der Breite. Die großen Tropfen in Basidien und Sporen passen perfekt, die Beschreibung auf aphyllo.net und deine Mikros sind kurz davor, dass ich dem Kind einen Namen gebe. Was die Makroskopie betrifft: Der Rosaton wird zwar als häufig angegeben, aber nicht als zwingend. Bei dir war er ja auch praktisch nicht vorhanden, richtig? Ich weiß nicht, ob ich jetzt anfange, zu halluzinieren, doch jetzt, wo alles andere passt, meine ich, solche Töne auch erahnen zu können:



    Vielleicht brauche ich aber auch einfach eine neue Brille?


    Herzliche Grüße,

    Vitus