Sporormiella octomera

Es gibt 2 Antworten in diesem Thema, welches 262 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Matthaeus.

  • Grüß Euch Alle,


    Ich brauche eine zweite Meinung zu einer Sporormiella octomera, die hier im Forum schon öfter vorgestellt wurde. Für mich ist es ein Erstfund auf Hasenlosung.

    Ich habe nach der Tabelle und dem Schlüssel von Nobi bestimmt, und bin bei Sporormiella octomera stehen geblieben. Die Sporen waren über 50 µm lang und die Asci eigentlich länger als für

    Sporormiella octomera angegeben wird. Ich habe dann auch bei Doveri nachgeschlagen und habe dann zu schwanken begonnen zwischen S. octomera und S. corynespora.


    Der Fund war für mich überraschend und so habe ich nur wenig notiert, in der Meinung, daß ich sowieso noch genug Fruchtkörper finden würde. Es ist dann aber nur bei dem einen geblieben.


    Die 8-sporigen Asci 170-220 x 18-23 µm groß, zur Basis langsam verschmälernd.

    Die Paraphysen aus kurzgliedrigen Zellen, die an den Septen verengt sind.

    Sporen 8-zellig, die dritte Zelle von oben ist die breiteste.

    Sporengröße 51-54 x 6-9 µm. Die Keimspalte an den Endzellen mehr oder weniger parallel, in den übrigen Zellen diagonal geschwungen.


    Mehr habe ich nicht notiert. Wenn ich bei Doveri nicht nachgelesen hätte, wäre ich aufgrund der schmäleren Sporen unter 10 µm und der diagonalen und schrägen Keimspalten bei Sporormiella octomera geblieben.

    Bei Sporormiella corynespora hat laut Literatur die breiteste Sporenzelle einen Wert von mindestens 10 µm und die Keimspalten wären bei dieser Art ausschließlich diagonal.

    Für S. corynespora sprechen meines Erachtens die längeren Asci, die längeren Sporen und die Paraphysen aus kurzgliedrigen Segmenten.


    Persönlich wäre ich mit S. corynespora zufriedener.


    Liebe Grüße

    Matevž

  • Servus Matevž,

    Ich hab mit diesen 8-zelligen fast keine Erfahrung.

    In der Beschreibung von S. corynespora bei Ahmed & Caine werden die Sporenzellen als "cells not separable" beschrieben, zusammen mit den nicht so breiten Sporen würde ich eher zu S. octomera tendieren.

    Diese soll auch leicht trennbare Segmente besitzen - was man schön in deinem Asci-Überblicksbild ( nr.2) gut erkennen kann.

    Leider sind die Sporen etwas zu kurz, vielleicht eine Entwicklungsstörung ? - wer weiß


    Grüße

    Felli

  • Servus Felli,


    Danke für Deinen Kommentar! Ich lege diese Sporormiella als Sporormiella octomera ab.


    Nach dem Schlüssel von Ahmed und Cain komme ich bei Punkt 47 aufgrund der Sporenlänge über 50 µm zu Sporormiella schadospora. Diese kann ich wegen der

    abrupt kurzstieligen Asci aber ausschließen.

    Ausschlaggebend für mich als Amateur ist, daß sowohl Ahmed & Cain wie auch später Heine & Welt (Zmykol 73/2) die Sporenbreite von mindestens 10 µm oder mehr

    als diagnostischen Wert ansehen und an diesem Punkt Sporormiella corynespora von S. octomera und S. schadospora abtrennen.

    Ich meine aus den Artikeln von den zitierten Autoren auch herauslesen zu können, daß eine abrupt kurzstielige oder eine lange, verschmälerte Ascusbasis ebenfalls

    ein diagnostisches Merkmal darstellen. Ahmed & Cain haben dieses Merkmal aber nicht oder nicht zur Gänze in ihren Schlüssel hineingenommen.

    Die Merkmale Sporenzellen leicht trennbar oder nicht trennbar und Keimspalte nur diagonal oder diagonal, quer oder parallel sind anscheinend weniger konstant.

    Doveri zeichnet bei S. corynespora wie auch bei S. octomera ungefähr gleich verlaufende Keimspalten. Was mich bei Doveri zum Nachdenken gebracht hat, waren die

    unterschiedlichen Pseudoparaphysen bei den in Frage kommenden Arten. Da war ich auf der Seite von S. corynespora und habe dann eben Asci und Ascosporen vermessen.

    Selbst die Zeichnungen von Ahmed & Cain (S. 466) zeigen bei S. corynespora längere Asci und längere Sporen. Pseudoparaphysen werden von Ahmed & Cain nicht gezeichnet.


    Irgendwo muss ich eine Trennlinie ziehen und diese ist für mich bei der Sporenbreite von 10 µm, weil ich nach der zitierten Literatur bestimme.


    Viele Grüße

    Matevž