Gloeoplere, Thromboplere und Oleifere

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  • Guten Tag,


    Heinz Clémençon verwendet in "Großpilze im Mikroskop" (https://www.zobodat.at/pdf/Z-M…_BH_12_2012_0001-0176.pdf) häufig den Begriff "Thromboplere", ohne ihn zu definieren. Ich hab diesen Begriff vor allem in seinen Publikationen gefunden.


    Er unterscheidet Thromboplere von Gloeopleren. Auf Seite 46 schreibt er: "Oleiferen ist eine alte, irreführende Bezeichnung für Thrombopleren." Aus Wikipedia meine ich zu ersehen, daß Gloeoplere kleine lichtbrechende Tröpfchen enthalten (https://de.wikipedia.org/wiki/Gloeopleres_Element). Heißt das, daß Thrombopleren homogen gefüllt aussehen?


    Die Verwirrung wird für mich komplett, wenn es in Wikipedia heißt, daß gloeoplere Hyphen der Milchlinge und Täublinge als Oleiferen bezeichnet werden (https://de.wikipedia.org/wiki/Oleifere). Was denn nun? Das ist doch die alte Bezeichnung für die Thrombopleren! :D


    Mein Eindruck ist, daß diese Begriffe teilweise unterschiedlich verwandt wurden. Was ist denn die kanonische Definition, so es eine solche gibt?


    Vielen Dank.


    Grüße,

    Benjamin

  • Hallo Benjamin,


    die ganzen Begriffe werden (leider) nicht einheitlich gebraucht. Sowas kommt in der Mykologie immer wieder vor.

    Man muss sich einfach bewusst sein, dass es so ist und letztendlich selbst immer dazu schreiben, was man damit meint.

    Persönlich vertraue ich dem Altmeister Clemencon mehr als irgendeiner Wikipedia. Vielleicht hilft dir das hier ein wenig weiter:


    Aus Clemencon "Anatomie der Hymenomyceten" S. 72

    Übersicht:

    1. lnhalt der Sekrethyphe flüssig und klar (alle Sekrete gelôst), bei Verletzung ausfliessend. Verletzte Pilze einen wâsserigen Saft entlassend: Klasse der HYDROPLEREN (s. 7g)
    1* lnhalt anders: opaleszierend, milchig, tropfig, sandig, kristallin oder gallertig fest.
    2. lnhalt flüssig, opaleszierend, milchig, tropfig, sandig oder kristallin und dann nur Zellsaft flüssig: Klasse der HETEROPLEREN (S 75)
    3. Hyphen turgeszent und Deuteroplasma dünnflüssig, deshalb bei Verletzung reichlich ausfliessend; verletzte Pilze meist milchend: Kategorie der Laticiferen
    3* Deuteroplasma nicht oder nur mikroskopisch ausf liessend, verletzte Pilze nicht milchend: Kategorie der Gloeopleren
    2* lnhalt (Deuteroplasma) gallertig{est, homogen oder heterogen: Klasse der THROMBOPLEREN (S. 85)


    Freundliche Grüße

    Peter


    PS1: Leider ist es mir nicht möglich, den Text gescheit zu formatieren.

    PS: Das Buch gab (gibt?) es zum Herunterladen irgendwo gratis.