Hallo zusammen,
Oxyporus corticola cf, ist mein Arbeitsergebnis bei diesem Porling, das jedoch einige Fragen offen lässt.
An Arten von Physisporinus und Rigidoporus (nach Ryv. +Melo / Fungiflora 37) denke ich eher nicht, u.a. wegen der Sporenform.
Das Umfeld Oxyporus ist für mich neu, sodass vielleicht noch eine andere Gattung infrage kommen könnte.
Beschreibung:
Anfang Februar, resupinat, frisch weich, auf einem liegenden Pappelast neben einem Bachlauf. Kleinporig ca.3-5 /mm, jung weiß, später creme-ocker. Der Randbereich besteht aus einem grauen, später weiß-wattigen, baumwollartigen Filz.
Die jung rundlich bis unrunden, dünnwandigen Poren reißen z.T. lateral deutlich geschlitzt und länglich auf (> Foto 1+2).
Eine Porenschicht überwuchs seitlich eine ältere Porenschicht. Ob man dies als mehrjährig deuten soll oder der Ast nur durch Veränderung der Lage neu überwachsen wurde, kann ich nicht beurteilen.
Foto1 und 2:
Mikro
Sp: 4,5-5,5(6) x 2-3,5 (4) µm, J-, elliptisch bis breitelliptisch oft mit einem großen Wassertropfen.
Basidien breitkeulig ca, 10-17 x 4-µm
Hyphen und Zystiden
Hyphen ohne Schnallen, dünn- bis dickwandig (2)2,5-4µm. Subikularhyphen 2,5-4µm (!) dünn-u. dickwandig.
Auffallend die vielen großen und kleinen Kristalle, die u.a. auf und an dünn- bis dickwandigen Zystiden (Hyphenenden?) angedockt sind. Diese stark inkrustierten Elemente ließen sich kaum freistellen bzw. sauber abbilden. Meistens waren nur die Kristallkappen oder Kristallgerippe zu erkennen, ohne die dazugehörigen Zystidenstruktur (Foto 4/5/6). Die wenigen freien inkrustierten Elemente sahen aus wie ein dünner Stiel mit Kristallkappe. So richtig konnte ich den Ursprung dieser Zystiden nicht verfolgen, weil sie stark mit den Hyphen verklebt waren.
Foto 4/5/6
Aufschlüsselung
Mit dem Oxiporus Schlüssel von Frank Dämmrich in tomentella.de kommt man zu Punkt 5, wo zwischen a) Zystiden auffallend dickwandig bis 2,5µm und b) dünnwandig mit elliptischen Sporen aufgetrennt wird.
a) Stark inkrustiert ja, z.T. auch dickwandig, aber eher nicht auffallend dickwandig, was für O. corticola sprechen würde.
Ob die Abbildung in Foto 5 eine Gloeozystiden ist, bin ich mir nicht sicher (sollen laut Frank Dämmrich rel. schwierig zu finden sein ).
O. latemarginatus mit bis 8µm breiten Subikularhyphen entfällt (Foto 6).
b) O. obducens wäre die Alternative mit etwas kleineren Sporen (bis subglobose nach Ryv. +Melo) und oft mit Konidien (keine gesehen).
Bei den Sporen liege ich im Überschneidungsbereich von O. corticola und den O. oducens, wobei die Sporen im Durchschnitt mit 5x3µm und einige bis 5,5(6)µm für O. corticola sprechen würden (nach Ryv. + Melo). Elliptisch bis breitelliptisch sind die Sporen, aber eher nicht subglobose wie beschrieben bei O,obducens.
Zum Thema dickwandige Zystiden hat mich die Abhandlung von Petre Pampola in Ceska Mykologie 46 (3-4) 1992 (https://czechmycology.org/cm/CM46307.pdf) etwas irritiert, wo überwiegend dünnwandig inkrustierte Zystiden zu O. obducens gezeigt werden, mit ähnlichen Kristallen, wie bei meinem Fund.
Liege ich richtig mit Oxyporus corticola und dünnwandigen Zystiden oder doch mit dickwandigen Zyst. als O. obducens mit etwas zu großen Sporen richtig.
Kommt evtl. noch was anderes in Frage?
Gruß Armin
