Stereocaulon aber welche ?

Es gibt 6 Antworten in diesem Thema, welches 400 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von KaMaMa.

  • Hallo,

    gefunden auf 670 mNN im Thür. Schiefergebirge ,auf bemmosten Bereich eines Granitblocks an einen Staudamm, locker befestigt, Aufschüttung wasserseitig ca 2 m über Wasserspiegel,

    Ausrichtung nach Süden und damit Extremstandort ( UV Einstrahlung durch Reflexion verstärkt,ungeschützt gegenüber Wind und Wetter, hohe Luftfeuchtigkeit).


    Lager ca 10 x 4 cm, knapp über 1 cm hoch, weißgrau.flachpolstrig,zwischen den Steinen

    Podetien an der Basis geschwärzt,unterer Abschnitt leicht rosa,ohne auffälliges Tomentum,

    Podetien oben verzweigt mit warzigen Phyllocladien, zu Clustern gehäuft mit vielen Kleinen Cephalodien ( mit Stigonema ),einige große zu Clustern gehäuft,dunkelgrün-schwarz,im Herbar

    braun ( letztes Bild).

    Teilweise Tomentum im oberen Bereich .

    Basales Lager warzig -körnig, mit Pseudopodetienbildung schwindend,

    Chemie siehe Bild 7.


    Wer bin ich ?


    Danke für Eure Antworten.

    LG

    Ernst









  • Hallo Ernst,


    ich kann nichts dazu beitragen - bin aber gespannt, was dabei herauskommt.


    Aber du weißt natürlich, wohin ich mit deinen Angaben schlüssle.

    Da die erschlüsselte Art als extrem selten gilt und ich sie überhaupt nicht kenne, halte ich mich lieber vornehm zurück.

    Ob die rosa Färbung vorkommen darf?

    Könnte die Färbung durch einen Befall herrühren?


    LG, Martin

  • Hallo Martin,

    danke für Deine Anntwort.

    Ich glaube dass hier auch die TLC keine eindeutige Aussage treffen kann.


    Ich bin aufgrund des Fundortes ,Pseudopodetien unten schwarz,, mittig rosa Schimmer, der Form der Phyllocladien und der deutlichen doch großen (gestielten) clusterförmigen Cephalodien

    eher bei Stereocaulon paschale gegenüber S.evolutum/saxatile.



    LG

    Ernst

  • Hallo Ihr, Hallo Martin,


    habe am 12/02/26 nochmals eine Probe von der Stereocaulon entnommen.


    Die Aufschüttung wasserseitig ( Bild von 1955 ) besteht schon seit über 70 Jahren,

    sie ist genau nach Süden geneigt.

    In der Mitte wächst die noch offene Stereocaulon Art ( max. 2 cm hohe dichte graue Polster bildend).



    Diesmal gezielte Suche nach:

    —Apothecien (mit hellen Rand )

    — ursprüngliches Lager, welches mit Podetienbildung schwindet ( im Randbereich zu finden).

    — In Form abweichende Phyllocladien ( nur 1 x im Oberen Bereich von Podetien gefunden )


    Chemie diesmal alles auf Acetonextraktbasis ( = unverändert zu 1. Probe ).



    LG

    Ernst









  • Hallo Ernst,


    bei Stereocaulon bin ich nicht sehr firm, da diese Gattung in meiner Gegend nicht vorkommt.

    Ferner habe ich Probleme mit der Beschreibung der Ergebnisse der Tüpfelreaktionen:

    1) Ich zitiere einen bekannten Lichenologen, als er einen meiner Stereocaulon-Funde beim Kartieren korrigierte:

    "Die P-Reaktion ist bei Stereocaulon-Arten leider nicht sehr verlässlich. Falls P+ deutlich gelb, in Wirth et al. bei P+ orange weitergehen."
    Soll soviel heißen wie: wenn P+ deutlich gelb, dann schlüssle im Wirth mit P+ orange weiter! Die Reaktion bei deinem Fund würde ich als intensiv gelb bezteichnen => à la Wirth "orange".

    2) Die K-Reaktion würde ich mich im Normalfall nie als K+ gelb zu bezeichnen trauen.

    Allerdings ist das Papier tatsächlich gelblich.

    Falls hier ähnliches wie bei der P-Reaktion gilt, dann würde hier u.U: K+ gelb gelten. Die K-Reaktion wird aber nicht benötigt beim Schlüsseln.

    3) Die KC-Reaktion auf dem Filterpapier wirkt auf mich links braun und rechts gelb bis braun. Violett sehe ich nicht.

    Das Ergebnis war im ersten Post (20.1.26) u.U. deutlicher rosa.

    Die Farbe ist allerdings die gleiche, die die Podetien selbst besitzen.

    Kannst du ausschließen, dass hier einfach die Färbung der Podetien ausgewaschen wurde?

    Und warum ist das Ergebnis nun braun?

    4) Die UV-Floureszenz auf Papier zu testen, halte ich für verwegen:

    Du weißt ja, dass Papier intensiv flouresziert.

    Was durch den Papieruntergrund für Mischfarben entstehen kann ich nicht beurteilen.

    Tatsächlich floureszieren getüpfelte Stellen häufig intensiv.

    Die Floureszensfarbe ist aber nicht (unbedingt) die gleiche, wie unter normaler Beleuchtung.

    (Vorsicht gilt hier insbesondere bei P walten zu lassen: alleine die Flüssigkeit flouresziert schon intensiv violett.)


    Vielleicht läuft es ("kein Tomentum", Phylocladien nicht gefingert) dann doch auf die relativ häufige S. vesuvianum hinaus.

    Sie darf auch mit kleinen, warzigen Phyllocladien vorkommen.

    Die feinen, soralartigen Granulen an manchen der Podetienenden wären kein Widerspruch.

    Diese Art kommt im Gebiet häufig vor.

    Vielleicht findest du ja noch Phyllocladien mit dunklerer Mitte?


    LG, Martin

  • Hallo Martin,

    danke für Deine Hinweise.


    Bei allen chem.Proben ist parallel zur gesuchten Stereocaulon 1 auch ein Acetonextrakt

    einer S. vesuvianum 2 mitgelaufen.Beide waren, wie Du schon bemerktest, in der K Reaktion

    sehr schwach ( Jahreszeit bedingt ?).

    Die P Reaktion war bei beiden Proben etwa gleich, wobei 1 schon mehr Gelb aus dem Extrakt

    mitbrachte.

    Unterschiede gab es bei der KC Reaktion welche bei 1 deutlich anschlug aber auch sehr flüchtig

    war und schnell von rosa über violett in mehr oder weniger braun endete.

    Der UV Test diente nicht als Fluoreszenz Test sondern sollte zeigen,daß durch die Zugabe von C

    bei 1 eine Reaktion abgelaufen war.

    Bei 2 fand eine derartige KC Reaktion nicht statt, im UV Licht war ebenfalls nichts sichtbar.

    Inwieweit diese UV Sache bestimmungsrelevant anwendbar ist bleibt offen.

    Für mich war es der Anlass auf der P+ / KC+ gelben Seite zu schlüsseln ,

    zumal ich auch aufgrund bestimmungsrelevanter Merkmale. bei P + orange Arten keine

    vertretbare Übereinstimmungen fand.


    Danke. Bilder weiter unten!

    LG

    Ernst


    1.



    #####################

    2.


    8

  • Hallo Ernst,


    die ersten 3 Fotos des letzten Beitrags sind nicht zu sehen.

    Die folgenden Bilder hätte ich spontan auch S. vesuvianum zugeordnet. Die dunklen Zentren der Phyllocladien sind auf deinen Fotos gut erkennbar.

    Es gilt ja P+ orange bei dieser Art laut Wirth;

    auch hier könnte man sich trefflich streiten, ob die Farbreaktion nicht nur ein dunkleres Gelb ist.

    Naja...


    Auf jeden Fall immer ein schöner Fund!


    LG, Martin