Liebes Forum,
folgenden Fund machte dieses Jahr Ende Juli auf einem Holzlagerplatz. Die Fruchtkörper wuchsen gesellig auf einem Berg auf Holzhäcksel, Erde und Rindenstücken.
Bitte entschuldigt die schlechte Qualität der Freilandfotos, da es ein Zufallsfund war, als ich mit meinen Kindern unterwegs war, hatte ich nur meine miserable Handykamera und wenig Zeit zur Verfügung ![]()
Nun zu den "harten Fakten":
Makroskopische Beschreibung
- Hutdurchmesser bis 35 mm
- Hut kegelig mit Buckel; junge Fruchtkörper "oval paukenschlegelartig"
- Hüte weiß bis cremefarben, Hutmitte hell bräunlich (stärker ausgeprägt bei älteren Exemplaren)
- Hut mit weißen, mehlig-körnigen und abwischbaren Velumflöckchen bedeckt; zum Rand hin weniger werdend
- Hutrand bei älteren FK fein gerieft
- Lamellen frei
- Lamellen gedrängt stehend
- Lamellen weiß bis cremefarben
- Stiel lang, schlank, zylindrisch, Länge bis 100 mm, Durchmesser bis 6 mm
- Stielweiß bis cremefarben, bei Reibung und auch nach längerem Liegen leicht rötend
- Stiel mit einem häutigen, aufsteigenden Ring, OF leicht wattig und mit minimalen Brauntönen (Bino)
- Stiel unterm Bino auf ganzer Länge fein bepudert wirkend; oberhalb des Ringes stärker ausgeprägt
- junge Exemplare mit Guttationstropfen oberhalb der Ringzone
- Stiel hohl
- Stielfleisch im Längsschnitt rötend
- Geruch leicht unangenehm (Müllcontainer; erinnert ein wenig an Tricholoma album), im Feld mit leichter Zitrusnote
Mikroskopische Merkmale:
- Sporen ovoid bis ellipsoid
- viele Sporen mit einem großen Öltropfen
- undeutlicher Keimporus?
- Durchschnitt 9 x 6 µm
- Basidien viersporig
- Cheilozystiden extrem dicht an der Lamellenschneide
- lageniform 70 x15 µm
60 x 15 µm
80 x 20 µm
55 x 17,5 µm
72,5 x 17,5 µm
- keine Pleuros gefunden
- Huthaut: mit sichtbaren Endzellen, auf jeden Fall kein Epithelium
- keine Schnallen gefunden
Auffällig war die extrem dicht mit lageniformen Cheilos besetzte Lamellenschneide.
Huthaut
Ich habe mit verschiedener Literatur geschlüsselt und lande mit dem Schlüssel der Funga Nordica bei der Gattung Leucocoprinus.
Etwas richtig passendes finde ich nicht, am ehesten erscheint mir noch Leucocoprinus cepistipes passend, allerdings sind meine Cheilos deutlich länger als in der mir verfügbaren Literatur angegeben.
Laut Krieglsteiner kommt diese Art ach gelegentlich im Freiland auf "Rindenschrothaufen im Wald" vor, was natürlich sehr gut zu meinem Fundort passen würde.
Vielleicht hat sich ja jemand von euch näher mit der Gattung Leucocoprinus beschäftigt und kann mir hier weiterhelfen?
Viele liebe Grüße
Vroni
