Leucocoprinus cf cepistipes?

Es gibt 3 Antworten in diesem Thema, welches 255 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Pantherina.

  • Liebes Forum,

    folgenden Fund machte dieses Jahr Ende Juli auf einem Holzlagerplatz. Die Fruchtkörper wuchsen gesellig auf einem Berg auf Holzhäcksel, Erde und Rindenstücken.

    Bitte entschuldigt die schlechte Qualität der Freilandfotos, da es ein Zufallsfund war, als ich mit meinen Kindern unterwegs war, hatte ich nur meine miserable Handykamera und wenig Zeit zur Verfügung ;)



    Nun zu den "harten Fakten":

    Makroskopische Beschreibung

    • Hutdurchmesser bis 35 mm
    • Hut kegelig mit Buckel; junge Fruchtkörper "oval paukenschlegelartig"
    • Hüte weiß bis cremefarben, Hutmitte hell bräunlich (stärker ausgeprägt bei älteren Exemplaren)
    • Hut mit weißen, mehlig-körnigen und abwischbaren Velumflöckchen bedeckt; zum Rand hin weniger werdend
    • Hutrand bei älteren FK fein gerieft
    • Lamellen frei
    • Lamellen gedrängt stehend
    • Lamellen weiß bis cremefarben
    • Stiel lang, schlank, zylindrisch, Länge bis 100 mm, Durchmesser bis 6 mm
    • Stielweiß bis cremefarben, bei Reibung und auch nach längerem Liegen leicht rötend
    • Stiel mit einem häutigen, aufsteigenden Ring, OF leicht wattig und mit minimalen Brauntönen (Bino)
    • Stiel unterm Bino auf ganzer Länge fein bepudert wirkend; oberhalb des Ringes stärker ausgeprägt
    • junge Exemplare mit Guttationstropfen oberhalb der Ringzone
    • Stiel hohl
    • Stielfleisch im Längsschnitt rötend
    • Geruch leicht unangenehm (Müllcontainer; erinnert ein wenig an Tricholoma album), im Feld mit leichter Zitrusnote


    Mikroskopische Merkmale:

    • Sporen ovoid bis ellipsoid
    • viele Sporen mit einem großen Öltropfen
    • undeutlicher Keimporus?
    • Durchschnitt 9 x 6 µm
    • Basidien viersporig
    • Cheilozystiden extrem dicht an der Lamellenschneide
    • lageniform 70 x15 µm

    60 x 15 µm


    80 x 20 µm


    55 x 17,5 µm


    72,5 x 17,5 µm

    • keine Pleuros gefunden
    • Huthaut: mit sichtbaren Endzellen, auf jeden Fall kein Epithelium
    • keine Schnallen gefunden


    Auffällig war die extrem dicht mit lageniformen Cheilos besetzte Lamellenschneide.



    Huthaut



    Ich habe mit verschiedener Literatur geschlüsselt und lande mit dem Schlüssel der Funga Nordica bei der Gattung Leucocoprinus.

    Etwas richtig passendes finde ich nicht, am ehesten erscheint mir noch Leucocoprinus cepistipes passend, allerdings sind meine Cheilos deutlich länger als in der mir verfügbaren Literatur angegeben.

    Laut Krieglsteiner kommt diese Art ach gelegentlich im Freiland auf "Rindenschrothaufen im Wald" vor, was natürlich sehr gut zu meinem Fundort passen würde.


    Vielleicht hat sich ja jemand von euch näher mit der Gattung Leucocoprinus beschäftigt und kann mir hier weiterhelfen?


    Viele liebe Grüße

    Vroni

  • Liebe Vroni,


    eine wunderschöne Dokumentation! Ich wäre hier auch definitiv in der Gattung Leucocoprinus. Ich meine, die Riefung sehen zu können (ist zunächst unter den Velumflocken versteckt, dann müsste sie zum Vorschein kommen). In der Gattung bin ich allerdings nicht wirklich firm. Ich habe eine Doku von L. cepistipes im Netz gefunden: https://www.pilzfreun.de/wp-co…iger-Faltenschirmling.pdf

    Das ähnelt deiner Kollektion sehr. Makroskopisch sieht L. cretaceus natürlich genauso aus (L. cepistipes gilbt aber auf Druck ein Bisserl), die geschnäbelten Cheilozystiden sind aber tyoisch für L. cepistipes.


    Hier noch ein aktueller Schlüssel für GB von Kibby: https://pdf.sciencedirectasset…rr=9b2fd78b9a6e9764&cc=de


    Liebe Grüße und frohes Fest,

    Christoph

  • Lieber Christoph,

    danke für die Links (und auch das Lob ;) ), da werde ich reinlesen, sobald der Weihnachtstrubel rum ist.


    Lieber Harald,

    herzlichen Dank auch für deine Einschätzung!


    Viele Grüße!