Haarbecherling Lachnella spec?

Es gibt 3 Antworten in diesem Thema, welches 241 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Felli.

  • Moin,


    und kaum will man sich mal an einen ersten kleinen Becherling wagen und endlich mal Schläuche sehen, klappt auch das nicht (auch w

    enn die Basidie schon etwas versteckt war...)


    Habitat: andere städtische Parkanlage (ca 70m üNN), Rasen, diverses Buschwerk, sehr verschiedene Bäume (Laub-/Nadel), Fund direkt

    neben dem gepflasterten Weg unter einem Busch (den ich mir leider nicht so genau angeschaut habe, aber vielleicht hilft das Holzfo

    to? Querschnitt bei 40x an Luft). Heute einige Stunden Dauerregen und die Becherchen auf einem kleinen offen liegenden Stück Totholz (ca. 1cm Durchmesser, ca

    15cm lang).



    Fruchtkörper gesellig. Direkt vor Ort waren die weißen Haare am Rand noch sehr viel weiter offen, die schließen sich wohl beim Aus

    trocknen. Ich hab die nach dem Mikroskopieren von einem der Becher noch mal in ein Marmeladenglas mit Wasser gestellt, mal sehen,

    ob ich dann auch noch ein paar mehr Sporen zu sehen bekomme. Die Apothecien waren insgesamt ziemlich dunkel, ich würde das als irg

    endwas in Richtung stahlgrau bezeichnen.



    Das Licht ist sehr merkwürdig, da mein Mikroskop eigentlich kein Auflicht hat und ich etwas basteln musste, deshalb ist das eine a

    uch etwas sehr grün geraten, aber man sieht zumindest mal einen Becher auch von der Seite.



    Präparation: direkt auf dem Holz belassend mit einem Paar Rasierklingen 2 Schnitte gemacht, damit hatte ich dann jeweils ein klein

    es Stückchen Pilz fertig auf dem Objektträger. Ordentlich dolle quetschen hat dann auch noch sehr geholfen, mehr zu sehen. Deshalb

    weiß ich auch nicht so riichtig, wo eigentlich oben auf dem Becher war. Gibt es da Tricks oder muss man sich das einfach merken/s

    ieht man das irgendwie?

    Die ersten Bilder sind in Wasser.


    Apropos Sporen. Ist das hier eine Spore von dem oder irgendwas Fremdes?


    Ansonsten weiß ich auch nicht so wirklich, was ich auf den Bildern eigentlich sehe.

    Die Basidie hier ist noch ziemlich klar. Aber sonst? Hyphen...

    Einfach mal ein paar mehr Bilder.



    Dann hab ich noch probiert, ob Melzer irgendwas tut und ob das mit dem Durchziehen irgendwie funktioniert. Die einzelne Spore an d

    er Basidie hab ch dabei leider auch nicht mehr wiedergefunden. Auch da wieder ein bisschen: was sehe ich da eigentlich?




    Da mir vor kurzem schon mal ein Artikel iin diese Richtung begegnet ist, würde ich vermuten, dass es ggf Lachnella alboviolascens

    sein könnte, auch wenn ich mit den meisten Angaben im entsprechenden Schlüssel [1] noch nahezu nichts anfangen kann.


    Habt ihr da vielleicht noch ein paar Tipps, was die Präparation angeht, damit ich zumindest ein bisschen mehr von den möglichen Me

    rkmalen sehen kann?


    Beste Grüße

    Carolin


    [1] https://www.zobodat.at/pdf/Mit…Muenchen_19_0163-0334.pdf

  • Servus Carolin

    Wenn du dich mit den kleinen Becherchen beschäftigen möchtest, solltest du bei genügend Material ein Becherchen vom Holz entfernen.

    Wenn du nur nach Sporen schauen möchtest legst du das Becherchen verkehrt herum auf ein Objektträger und wartest einen halben Tag, wenn der Becher reif war hast du genügend Sporen auf dem Glas.

    Ansonsten halbierst du das Pilzchen und versuchst von der Hälfte einen dünnen Schitt abzutrennen so dass du das Hymenium und den Rand/Haare im Mikroskop begutachten kannst.

    Ordentlich dolle quetschen hat dann auch noch sehr geholfen, mehr zu sehen. Deshalb

    weiß ich auch nicht so riichtig, wo eigentlich oben auf dem Becher war. Gibt es da Tricks oder muss man sich das einfach merken/s

    Das ist nach dem quetschen oft so, deshalb erst einen dünnen Schnitt, Deckglas drauf und erst mal ohne quetschen schauen wo was ist.

    Apropos Sporen. Ist das hier eine Spore von dem oder irgendwas Fremdes?

    Das braune 3xseptierte Teil dürfte eine Fremdspore eines Pyrenomyceten sein


    Beim ersten Melzers Bild siehst du die Haare. Wenn ich es recht sehe gibt es eine Rötliche Färbung was bei Lachnella auch so sein sollte. Beim zweiten Bild könnten es Basidiolen sein,- sich bin ich mir da nicht.


    Die Bilder sind auch zu klein, das ist nur 400 fach vergrössert oder? Um das alles besser beurteilen zu können solltest du bei 1000 fach fotografieren.


    Ob das nun L. alboviolascens ist oder ein anderer cyphelloider Pilz kann ich dir so nicht sagen.


    Grüße

    Felli

  • Moin,

    danke für die hilfreich klingende Antwort. Ich werd mal in den nächsten Tagen schauen, dass ich die Becher wieder unters Mikroskop kriege, sind jedenfalls im nassen Holz wieder offen :)

    Müssen die Becher zum Aussporen dann auch weiter feucht liegen, wahrscheinlich allein schon, damit sie nicht zugehen?

    In der Mitte schneiden hört sich auch schlau an, probier ich mal aus, es sind gerade auf jeden Fall noch genug Pilze da. Und vielleicht finde ich ja auch noch den Pyreno :D Danke auch für den Tipp mit der Orientierung.


    Die Bilder in Melzer sind auf jeden Fall 1000x, bei den drei helleren bin ich mir nicht ganz sicher, ich muss mir da mal bessere Notizen machen, wann ich auf Öl wechsel...


    Was macht ihr euch eigentlich so an Notizen beim Mikroskopieren? Präparation ist wahrscheinlich gut aufzuschreiben, Wechsel der Objektive auch. Macht ihr euch Übersichtsskizzen oder ist das eigentlich zu viel?


    Beste Grüße!

    Carolin

  • Servus,

    Müssen die Becher zum Aussporen dann auch weiter feucht liegen, wahrscheinlich allein schon, damit sie nicht zugehen?

    Es reicht wenn du einen reifes Becherchen auflegst und z.B mit einem kleinen Glas abdeckst dann reicht die Fruchtkörperfeuchtigkeit normalerweise aus. Du kannst aber auch noch ein kleines mit Wasser gefülltes Gefäß ( Fingerhut oder Deckglasschächtelchen) mit unter die Abdeckung stellen.

    Was macht ihr euch eigentlich so an Notizen beim Mikroskopieren? Präparation ist wahrscheinlich gut aufzuschreiben, Wechsel der Objektive auch. Macht ihr euch Übersichtsskizzen oder ist das eigentlich zu viel?

    Das kommt darauf an wie sehr du dich mit einem Pilzchen und seinen Verwandten auseinandersetzen willst. Ich hab da eine Liste die ich normalerweise ab arbeite damit ich ähnliche Pilze unterscheiden kann.

    Los gehts zB. hier mit dem Substrat, Makroskopische Beschreibung ( Größe/ Hymeniumfarbe,Haarfarbe... usw.), wo sind die Haare(nur am Rand oder überall aussen).

    Mikromerkmale:

    Sporengröße/-form, Reaktion auf Melzers, Asci/Basidien, Excipulum-Zellaufbau, Haareigenschaften z.B. inkrustriert oder nicht, gebogen spitz ......

    Und natürlich die Maße notieren ( in Wasser bei 1000 facher Vergrößerung)

    Mit der Zeit macht man das mehr oder weniger automatisch.


    Hier ein paar Beispielbilder von L. alboviolascens sind nicht schön aber selten ;)

    Schnitt x 200


    Reaktion mit Melzers x400


    Haare x1000


    Grüße und viel Spass beim Üben

    Felli