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letzter Beitrag von Beorn am

Gemeiner Moosbecherling, Octospora humosa

  • Guten Abend allerseits,


    ob man so spät am Abend überhaupt noch derartiges wie das hier in sich reinsaugen kann, bleibt dahingestellt. Ich werd versuchen, nicht allzu viel in die Theorie zu gehen ;) wenn ihr Fragen habt, so könnt ihr diese wie immer gerne stellen.


    Was ich hier kurz vorstellen möchte, ist ein heutiger Fund des Gemeinen Moosbecherlings, Octospora humosa. Die Art tauchte bereits im letzten Jahr (2010, leg./det. bwergen) in der Drover Heide auf und wurde in diesem Jahr von Rada und mir erstmals im Bergischen Land nachgewiesen (dort in einer Karrenfurche innerhalb eines Nadelwaldes, zusammen mit Scutellinia cejpii und Lamprospora retinosa). Insgesamt gibt es also jetzt 3 Funde an 2 verschiedenen Fundstellen (für das südliche NRW vermutlich Erstnachweise).




    Kurzbeschreibung:
    Fruchtkörper 2-9 (12) mm breit, flach scheiben- bis tellerförmig mit leicht aufgebogenem, fransigen Rand, orangerötlich bis leuchtend rot, Rand etwas heller, stiellos dem Erdboden aufsitzend und unterirdisch mit den Wurzeln des Begleitmooses verbunden.
    Sporen 22-24x12-13 µm, elliptisch mit abgerundeten Enden, jeweils mit 2 deutlichen Tropfen, glatt, hyalin. Asci achtsporig. Paraphysen 3,5-4,5 µm dick, gegen die Spitze deutlich gebogen, vereinzelt septiert und mit orangegelblichem Pigment gefüllt.


    Standort: Auf Erdboden zwischen unterschiedlichen Moosarten, selbst größere Fruchtkörper sind oft erst nach genauem Hingucken erkennbar, da zwischen den Moosen versteckt, gesellig wachsend.
    Drover Heide, südl. NRW, 17.10.2011.


    Verbreitung: Der Gemeine Moosbecherling zählt sicherlich zu den häufigeren Arten der Gattung Octospora.


    Die Art kennzeichnet sich durch recht große, freudig rot gefärbte Fruchtkörper mit fransigem Rand. Mikroskopisch ist sie an den abgerundet-elliptischen, zweitropfigen Sporen und den gebogenen Paraphysen gut erkennbar. Die Gattung Octospora beinhaltet in Mitteleuropa aktuell etwa 30 Arten, von denen in den letzten 10 Jahren einige neue hinzugekommen sind (beschrieben vor allem von D. Benkert in der Zeitschrift für Mykologie).


    Für Speisezwecke ist diese Art nicht geeignet.

    Systematische Einordnung:
    Octospora (Moosbecherlinge)
    Pyronemataceae (Borstlingsverwandte)
    Pezizales (Becherlingsartige)
    Pezizomycotina
    Ascomycota (Schlauchpilze)


    lg björn

    Projekt Fungi: 3277

    [FERTIG] Band 1a: 440 Pyrenomyceten mit 0-1fach sept. Sporen; Band 1b: 380 Pyrenomyceten mit 2-M.

    Band 2a: Pezizomycetes, Hypogäische Eurotiomycetes, Lecanoromycetes, Arthoniomycetes

    Band 2b: Leotiomycetes, Geoglossomycetes, Taphrinomycetes, Laboulbeniales, Orbiliomycetes

    Band 3: Rindenpilze, Heterobasidiomycetes, Cyphelloide Pilze
    Schwarzwälder Pilzlehrschau

    Einmal editiert, zuletzt von bwergen ()

  • Moin!


    Die "verlorenen" Bilder von Björn ersetzen kann ich nicht (nicht in der Qualität), aber wenigstens ein paar eigene Bilder ergänzen geht, daß das schöne Portrait nicht ganz nutzlos wird.


    Octospora humosa:




    Meist an Polytrichaceae. :)



    LG, Pablo.

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