Hallo Fredy!
Eigentlich fühle ich mich nicht besonders berufen, auf deine Seitlingsfrage zu antworten, denn gerade bei der Pleurotus-Problematik habe ich selbst Probleme.
Soll heißen: selbst habe ich wahrscheinlich den Rillstieligen Seitling (Pleurotus cornucopiae) noch nicht wissentlich gefunden, weiß also nicht, was sich da im makroskopischen Bereich machen lässt.
Lese ich die Beschreibung in "Die Großpilze BaWüs" durch, passt dein Fund wegen des Stielnetzes schon recht gut. Aber ob das jetzt allein ausreicht und nicht auch beim ganz normalen Austernseitling auftritt?
Auch bei der Abspaltung von kleineren Fruchtkörpern auf Nadelholz oder der helleren Sommerform(?) habe ich Probleme oder was es da vielleicht sonst noch alles gibt.
Zu den Literaturfragen:
Daehncke, spätere Ausgabe: Pleurotus dryinus = Berindeter Seitling
Dieser deutsche Name wird heute auch allgemein so angewendet, manchmal auch Behangener Seitling.
Für Lentinus lepideus ist Schuppiger Sägeblättling besser (der Geruch ist auch nicht so eindeutig nach Anis).
Lentinus suavissimus = Anis-Sägeblättling.
Übrigens haben sich die Autoren des "Abbildungsverzeichnisses europäischer Großpilze" (Bollmann/Gminder/Reil) sehr viel Mühe gegeben, jeder großpilzigen Gattung und den dazugehörigen Arten ganz ganz spezielle, eindeutige deutsche Namen zu geben. Also jeder Lactarius ist dort auch ein Milchling oder Reizker und jeder Cantharellus ist dort auch für jeden ersichtlich ein Pfifferling. Man muss sich also nicht noch zusätzlich mit den landläufigen Ausdrücken wie Reherl, Wollschwamm, Mörderschwamm oder sonstwas rumplagen.
Für mich ist dieses Werk unverzichtbar, gibt eigentlich kein Buch das ich öfter in der Hand habe (leider löst es sich deshalb auch schon auf).
VG Ingo W