Hallo Georg!
Einen Täubling als Täubling zu identifizieren, ist relativ einfach. Lass dir 1,2 Stück zeigen, merke dir den Habitus. Sehen alle irgendwie gleich aus vom Aufbau (Weiß- und Schwärztäublinge mal etwas ausgeklammert), nur die Farben wechseln.
Benny hat ´s schon schön geschrieben: sie brechen wie Käse (schöner Vergleich!), also nie auffasernd. Das liegt am kugelzelligen Aufbau der meisten Teile des Täublings, ausgenommen der Huthaut, die man ja wenigstens stückchenweise in Fetzen abziehen kann.
Soll bedeuten, wenn du z.B. am Stiel mit dem Fingernagel versuchst Fasern abzuziehen, so wird dir das bei den Sprödblättlern nicht gelingen. Die andere große Sprödblättller-Gattung ist Lactarius (Milchlinge), aber die milchen ja im Bruch und sind weniger farbenfreudig.
Die genaue Art bei Täublingen zu bestimmen ist im Gegensatz dazu eine eigene kleine Wissenschaft für sich, nicht um sonst spezialisieren sich manche Pilzler nur auf diese Gattung.
Bis auf wenige Ausnahmen lassen sich Täublinge nur 100%-ig bestimmen, wenn man die Mikromerkmale (u.a. Sporenornament und Huthautbeschaffenheit) genau analysiert und ihr Verhalten auf spezielle chemische Substanzen prüft.
Wenn du solche Analysen mal sehen willst, im pilzepilze-Forum sind da momentan recht viele Aufnahmen, z. B. im Verlauf dieses Beitrages:
Kein Text!
Sicher können solche Täublings-Spezis, die sich jahrelang auch mikroskopisch mit den Arten beschäftigt haben, inzwischen die ihnen bekannten Täublinge auch makroskopisch gut vordiagnostizieren. Ob das aber von Null auf Hundert so gelingt, wenn man nur 10-15 Täublingsarten in einem Speisepilzbuch drinstehen hat, bezweifele ich.
VG Ingo W