HalloJ an-Arne, hallo Günter!
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ich bin auch immer noch der Meinung, dass Mehl keinen Geruch hat. Die auch für den Geruch von diesem Pilz genutzte Bezeichnung "ranzig" passt meiner Meinung nach besser.
Also noch mal:
Mit "mehlartig" ist nicht der Geruch von Mehl, abgepackt in der Tüte gemeint, denn das riecht so gut wie nach nichts.
"Geruch mehlartig" stammt aus einer früheren Zeit, als Menschen noch mehr mit Mühlen zu tun hatten. Geschroteter, relativ frisch geernteter Weizen riecht mehlartig, riecht nach Gurken. Können sich vielleicht nur die wenigsten vorstellen, ist aber so.
Um bei Agrocybe praecox (Voreilender Ackerling) den Gurkengeruch wahrnehmen zu können, braucht man den Pilz relativ frisch und muss ihn verletzen (kratzen, aufschneiden). "Mehlartig/= gurkig" ist ein Verletzungsgeruch, bei dem geringe Flüssigkeit als Duftträger im Inneren des Pilzes nach außen, zur Nase kommen muss.
Bei sehr stark riechenden, voll im Saft stehenden Pilz-Arten oder sensibler Nase geht es manchmal auch ohne Verletzen.
Das "Kakaoartig" (z.B. bei einigen Ackerlingen, Fälblingen) ist ein "Verwelkungs-, Abtrocknungsgeruch". Den riecht man nur beim Trockenwerden, nie an verletzten Stellen.
Zitat
Ranzig kommt für mich eher hin als mehlartig!
Agr. praecox riecht nicht ranzig.
"Ranzig" und "Tranig" sind zwar mit "gurkig = mehlartig" verwandt, aber doch zu deutlich verschieden, als dass man sie bei einer Geruchsbeschreibung in einen Topf werfen kann.
Der Gurkenschnitzling z.B. vereint "gurkig" und "tranig" als Geruch, je nach Alter.
Einige Fälblinge riechen unverletzt nach Schokolade/Kakao, kratzt man sie an, riechen sie nach Rettich.
Auf diesen Geruchsverlauf (Verletzungsgeruch --> Abtrocknungsgeruch) geht man recht selten ein in der bisherigen Pilzliteratur.
Was aber auffällt, sind die z.T. völlig gegensätzlichen Geruchsbeschreibungen von verschiedenen Autoren zur gleichen Art. Das liegt nicht immer nur am verschiedenen subjektiven Empfinden, sondern begründet sich teilweise auch durch das eben Geschriebene.
VG Ingo W