Stictis radiata (L.) Persoon 1800
Weißlappiges Lochbecherchen
Nochmal die eingesenkten Spiegeleier der Stictis radiata aus Mecklenburg-Vorpommern, diesmal von Reynoutria japonica (Japan-Knöterich) von T. Richter:


Mikros:




In der Literatur wird eine Reihe weiterer Stictis-Arten beschrieben. Ich selbst glaube, dass viele dieser Arten keine Daseinsberechtigung haben, weil mir die angegebenen Unterschiede nicht einleuchten.
Dort werden z.B. Septenabstände der Sporen, Sporenbreiten im Halb-Mikrometerbereich, apikale Gestalt der Paraphysen und Periphysen, Lugolreaktion der Fruchtschicht und Substratvorlieben als Unterscheidungsmerkmal angegeben, jedoch lassen sich all diese "Unterschiede" auch anders erklären.
Einige Beschreibungen von Stictis-Arten berufen sich auf andere Sporenmaße. Ich vermute bei vielen einfach Unreife.
Auch der hier gezeigte Fund hatte anfänglich nur Sporen von 90-140 µm, später bei Vollreife erst Sporen bis 200.
Stictis stellata soll sich durch negative Lugolreaktion der Fruchtschicht unterscheiden.
Hier liegt das Problem wahrscheinlich eher daran, dass die hemiamyloide Reaktion nicht erkannt wird/wurde, sonst gibt es da m.E. nach keinen Unterschied.
Irgendwo nahm man die Septenabstände der Sporen zur Abgrenzung her, dabei müsste man aber natürlich bedenken, dass die Septierung der Sporen im Mittelteil immer dichter ist als an den Enden.
Zu guter Letzt las ich auch von einer Stictis-Art, die sich dadurch unterscheiden soll, dass die Paraphysen apikal kleine Schwänzchen haben. Sowas sah ich auch bei einigen Apothezien in dieser Kollektion. Das ist eher die Folge von Aushyphen der Dosen-Apothezien, welche sich im Vergehen und dadurch oft in einer Fehlentwicklung befinden.
VG Ingo W