Beiträge von Ingo W

    Hallo Pablo!


    Also so richtig knallgelbe Stielbecher und dann der Stiel auch nicht grau, womöglich sollte ich tatsächlich 1 Prozent zurückrudern. Wer weiß, ob es da nicht vielleicht doch einen Doppelgänger zu Hymenoscyphus vernus in diesen gelben Farben gibt.


    Mit dem Bräunen, das ist auch so eine Sache. Einmal gibt es die Verfärbung durch Verletzung, die kann entweder sofort eintreten so ähnlich wie beim Hexenröhrling
    http://asco-sonneberg.de/pages…tinctum-0903-01xs1781.php
    oder sich eben auch Minuten bis Stunden Zeit lassen
    http://asco-sonneberg.de/pages…31203-01xs-coljj37124.php
    http://asco-sonneberg.de/pages…group_id=14041&position=1


    Bei diesen zeitnahen Verfärbungen ist meist irgendein Inhalt verantwortlich, welcher mit Sauerstoff(?) reagiert.
    Dieser Inhalt ist bei den kleinen Becherchen für gewöhnlich in den Paraphysen, Marginalzellen und Haaren vorhanden.
    Das können multiguttulate Vakuolenbläschen sein oder auch zylindrische Vakuolen. Muss man sich vorstellen, wie Gasbläschen, sind auf jeden Fall sehr leicht zerstörbar und labil und nur wirklich gut bei vitalen Apos einzuschätzen.


    Hier, bei meinem letzten "Opfer" (ein Lachnum/ Weißhaarbecher) sieht man den Unterschied von vital und dann rangepanschter Farbe (= Vakuolen zerstört).


    Hier Mollisa-Vakuolen mit KOH-positiver Reaktion:
    http://asco-sonneberg.de/pages…group_id=38361&position=5


    Hier mal die Reaktion eines Paraphyseninhaltes mit Lugol:
    http://asco-sonneberg.de/pages…group_id=38161&position=8


    Achso, dann gibt es aber eben auch langwierigere Verfärbungen oder Altersbräunen:

    oder
    http://asco-sonneberg.de/pages…bung-090706-01xs20751.php


    Mit manchen Verfärbungen kann man Mykologen auch schön ins Boxhorn jagen:
    Befall:
    http://asco-sonneberg.de/pages…erfaerbung-1007119091.php


    oder eben einfach wieder Oxidation, wenn man aus einem gelbhaarigen Becher einen braunhaarigen macht:
    http://asco-sonneberg.de/pages…-100523-04xs-col15171.php


    Kann man auch wieder lange drüber reden, über ´s bessere Sichtbarmachen, auf bestimmte Reaktionen mit Chemikalien usw. usw.


    VG Ingo W

    Hallo Björn!


    Das siehst du wieder mal alles richtig, was so langsam auffällt :)
    http://asco-sonneberg.de/pages…50322-01xsmcoljj38218.php


    Falls dir es wichtig ist: die Gattung Hyphodiscus interessiert mich, den könnte ich dir abnehmen, die Orbilia würde dann natürlich auch gleich einen Namen bekommen.
    Sag Bescheid, falls du meine Adresse benötigst.
    Natürlich kann ich die Becher nur brauchen, wenn sie nicht eingetrocknet sind. Also schön feuchthalten!


    VG Ingo W

    Hallo Pablo!


    Wolfgang S. alias PiWo (in seinen Forenzeiten) hat mir gemailt.
    Er meint, vielleicht wäre Diplomitoporus flavescens eine gute Möglichkeit.


    VG Ingo W

    Hallo Pablo!

    Zitat


    Das wäre auch sowas, was ich gerne besser verstehen würde. Warum welche Pilze wann was machen.
    Zum Beispiel gelb werden wenn sie weiß oder ockerlich sein sollten.


    Die direkte Sonneneinstrahlung spielt m.E. nach bei der Farbe der Pilze eine nicht unbeträchtliche Rolle. Dabei gibt es verschiedene Reaktionen:
    Alles unbewiesene, aber beobachtete IW-Hypothesen:
    1. Farbige Orbilien bleiben blass, wenn sie in einem gewissen Lebenszyklus kein direktes Sonnenlicht bekommen. Das ist irgendwie auch später nicht mehr regulierbar, wie wenn sich ein Schalter umlegt und es schreit "zu späääät!".
    http://asco-sonneberg.de/pages…roup_id=11621&position=19
    Die rechten waren unter der Borke versteckt.


    Den 2. Fall kennt man auch bei einigen Arten von Großpilzen. Sollten die tatsächlich ihre Fruchtkörper lichtabgeschirmt bilden, so fehlt denen manchmal einfach die Farbe.
    Ich kenne das z.B. vom Safranfarbigen Scheidenstreifling (Amanitopsis crocea). Allerdings holt der auf und färbt ein, wenn das Laub vom Hut verschwindet.
    Ähnlich funktioniert wohl der Kastanienbraune Stielporling (Polyporus badius), der ja nicht selten erst weiß erscheint.
    http://en.wikipedia.org/wiki/Royoporus_badius



    Und dann gibt es aber auch Pilzarten, die 3. reagieren wie mit Sonnenbrand. Hierzu zähle ich Hymenoscyphus vernus (Frühes Stielbecherchen). Also die kommen normalerweise gar nicht in der Intensität mit Sonnenlicht in Berührung und bleiben hell, wenn aber doch, dann färben sie gelb ein.


    Einige andere gelbe Hymenoscyphen gehören zu Kategorie 2, die sind normalerweise gelb (Hymenoscyphus fructigenus an Eichencupulen z.B.), bleiben aber weiß, wenn zu tief in der Streuschicht.


    Naja, Farbwechsel durch Hygrophanität behandeln wir dann in der nächsten Sprechstunde :)
    http://asco-sonneberg.de/pages…oup_id=17401&position=106
    http://asco-sonneberg.de/pages…-120402-01xs-col27801.php


    Es gibt ja soooo viel zu forschen.....


    Zitat


    Man kann das ja an verschiedenen Details festmachen. Beispielsweise die Mollisia-an-Stöckchen-Quote.
    Die lag im letzten Jahr bei etwa fingerdicken, entrindeten Stöckchen beliebigen Substrates mit bodenkontakt bei ~3:1 (also ein Fund bei vier umgedrehten Stöckchen), in diesem Jahr liegt sie unter 5:1. Immer dabei vorausgesetzt, daß man an einer nicht zu trockenen Stelle Stöckchen dreht.


    Der letzte Teilsatz drückt den Umstand aus, warum viele Pilzler entmutigt das Stöckchendrehen sein lassen. Man sollte eben auch nur Stöckchen drehen, die erfolgversprechend sind. Ein passabler Stöckchendreher findet spätestens beim 3 mal Bücken einen ordentlichen Becherling, Pyrenos zählen dabei nicht, die sind sowieso allgegenwärtig.


    Deine Quoten mit Moosgalerinen und Psathyrellen am Wegrand sind lustig, drücken aber schon genau das aus, was momentan fehlt: nämlich hauptsächlich Feuchtigkeit. Die Temperatur (wie Ralf meint) sehe ich da weniger einflussreich.


    Probiert doch momentan einfach mal vorjährige feuchtliegende Kräutlein- und (Sauer- und Süß)Grasstängel aus. Am Rande eines Baches oder in einer dauerfeuchten Quellpfütze.
    Also mein Sonnabends-Phalaris-Halm von der Arbeit nebenher hatte 6 verschiedene Becherchen auf sich, wobei einige erst in der Dose "aufblühten", andere sich verdünnisierten.


    VG Ingo W

    Hallo Pablo!


    Kannst ja beim nächsten Tümpel mal schauen.
    Gerne mag er Erle. Kann aber auch sein, dass eben Erle und Tümpel einfach gut zusammenpasst.


    VG Ingo W

    Hallo Pablo!


    In den alten veritas-DVDs gäbe es einen Schlüssel, allerdings würdest du mit dem etwas fehlgeleitet, weil die eben nicht auf dem neuesten Stand sind.


    Also ich erkläre mal, was wir haben, im Prinzip wird das in einem ordentlichen Schlüssel benötigt:


    1. Wuchs im Schlamm;
    2. Farbe gelb, aber jung weiß bis cremefarben;
    3. Excipulumzellen hauptsächlich angulär, also nicht gestreckt prismatisch;
    4. VBs (vacuolbodies) in den Paraphysen (die sind für Röten und Bräunen mit Sauerstoff verantwortlich, dein junger nachgewachsener Weißer könnte demnächst braun aussehen);
    5. Sporen mit wenig winzigem Inhalt (OCI = 1);
    6. keine wirklich spitzen Polenden an den Sporen (damit schließt man z.B. meinen ersten Gedanken aus, nämlich einen Bucheckernfruchtschalen-Hymenscyphus namens H. rokebyensis:
    http://asco-sonneberg.de/pages…nsis-091018-01xs19941.php


    7. striegelige Stielbasis (oft auch grau bis schwärzlich);
    8. Porus vom Hymenoscyphus-Typ;
    9. Porusreaktion mit Lugol nur schwach;
    10. Haken-;


    All das würde dich schlüsselmäßig relativ kerzengerade zu Hymenoscyphus vernus (Frühes Stielbecherchen) führen.
    http://asco-sonneberg.de/pages…roup_id=20201&position=10


    Was nicht jeder weiß, die Art ist normalerweise weiß bis hellocker, wird aber abtrocknend bei direkter Sonneneinstrahlung befremdlich gelb.
    Gesehen habe ich das schon, Fotos zu diesem Thema zu finden bereitet mir gerde Probleme.
    Die Art ist ein Tümpel- und Schlickbewohner, also weniger an fließendem Wasser, und dann auf allerhand Laubholz, meist Äste im Zentimeterbereich, dabei geht natürlich auch mal eine Cupule.


    VG Ingo W

    Hallo!


    Nach ca. 3 Wochen Trockenheits-Jammern im Forum muss ich doch wirklich mal in die Runde fragen, ob es bei euch keine Sumpfbiotope, keine Schilfflächen, keine nassen Löcher auf Wiesen gibt, keine Teiche mit Binsen und Seggen, keine Bäche, keine Quellen?
    Ich meine, es ist schon klar, dass das kein optimales Pilzwetter ist, aber so unflexibel kann man doch beinahe gar nicht sein.


    Das ist jetzt nicht auf diesen hübschen Beitrag von Ralf gemünzt, bei dem mir einfällt: es wäre doch clever, mal eine direkte Gegenüberstellung der beiden langhaarigen Arten zu machen. Ich bin nämlich auch der Meinung, dass Sc. crinita die häufigere Art ist und sich durch Sporenbreite unterscheiden lässt.


    VG Ingo W

    Hallo Pablo!


    Die Art ist dank deiner ausführlichen Mikroskopierarbeit eindeutig.
    Die Hakenlosigkeit ist perfekt dargestellt, da bleibt kein Wunsch offen. Diese "Sträuße" sind geradezu typisch!
    Auch, was du gestern über den Aufbau des Bechers geschrieben hast:

    Zitat


    Der Becherrand setzt sich aus eher kurzzelligen Hyphen zusammen, die einzelnen Glieder werden nach außen zu immer dünner, ganz außen fast haarartig.


    So funktioniert das mit so gut wie allen Bechern, außer den richtig Haarigen. Aber da kommen eben nur noch die Haare als weitere Elemente dazu.


    Ich weiß nicht, ob ich den Namen verraten soll oder ob du selbst einen Hymenoscyphus-Schlüssel hast?
    Achso, als Haare bezeichnet man eher Elemente, die sich aufbaumäßig deutlich von den Ectal-Excipulumszellen unterscheiden.
    Wenn sich der Sachverhalt eher so darstellt wie von dir oben im Zitat beschrieben, ist der Ausdruck Randzellen (ich sage Marginalzellen) besser.
    Manchmal ist es allerdings nicht klar, welcher Ausdruck der angebrachtere ist.


    VG Ingo W

    Hallo!


    Also wenn ich immer höre, dass Arten an der Länge von Röhren oder an der Dicke von irgendwelchen Schichten festgemacht werden, weiß ich immer nicht, ob ich lachen oder heulen soll.
    Vielleicht sollte man, wenn man schon denkt, man käme der Sache makroskopisch auf die Spur, einfach mal die Fruchtkörper in ihrer Höhe messen? Der "normale" Wurzelschwamm (annosum) ist ja in der Regel flach, laut Schlüsssel bis 3 cm, der ausgeschlüsselte Tannenbewohner ab 3 cm aufwärts.


    VG Ingo W

    Hallo!

    Zitat

    Momentan kann man natürlich einfach die Fruchtkörper entfernen. Die aber kehren wieder.


    Naja, ab und zu mal die kleinen Fruchtkörper zu entfernen, wird wohl auf jeden Fall billiger sein.
    Auf keinem Fall sollte man versäumen, sich die hübschen "gespaltenen" Lamellen bei einem durch Feuchtigkeit wiederbelebten Fruchtkörper anzuschauen :
    http://www.natur-lexikon.com/T…0148-spaltblaettling.html


    Übrigens können diese Horrorgeschichten, was diese Pilzart im und am Menschen anrichten kann, schon auch damit erklärt werden, dass das betroffene Immunsystem nicht funktionierte.
    Also ich denke, das kann mit anderen Pilzen genauso passieren, denn Sporen sind sowieso allgegenwärtig. Die fliegen tagtäglich millionenfach durch die Luft und werden eingeatmet.
    Aber natürlich will man nicht verantwortlich sein, wenn ein Knirps dann Probleme kriegt.
    Trotzdem wird ein Schutzanzug wird wohl nicht notwendig sein beim Abpflücken der Fruchtkörper :)


    VG Ingo W

    Hallo Björn!

    Zitat


    ....aber es wird sehr wahrscheinlich
    bei Pokalförmiger Pokalförmiger Stengelbecherling,Crocicreas cyathoideum bleiben.


    Das hoffe ich doch sehr.
    Und dann schaust du mal an andere feuchtliegende Kräuterstängel und an feucht liegenden Grashalmen und gibst die wieder weiter an Michael. :)


    VG Ingo W

    Hallo Pablo!


    Bei den Bechern ist das oft so, dass verschiedene Arten beieinander wachsen. Ich habe hier einen Phalaris-Halm vom Sonnabend, da sind 5 Arten drauf, unter anderem 2 Lachnum-Arten, also weiße Haarbecherchen.
    Bevor wir also die 2 womöglich vermengen und eine neue Art draus basteln (wie wohl schon 100-fach im Laufe der Becherbeschreibungen passiert), sollten wir da lieber vorsichtig sein.
    Obwohl: beim jetzigen Stand der Dinge glaube ich eher, dass beides zusammengehört und ich dich hätte eher hierher verlinken sollen:
    http://asco-sonneberg.de/pages…e-110727-mcol-0121161.php


    VG Ingo W

    Hallo Pablo!

    Zitat


    Den unteren, großen Fruchtkörper mit der gut ausgebildeten Hutkruste würde ich jetzt mal für Phellinus alni halten.


    Könnte auch zu den anderen gehören. Ph. tuberculosus kann schon auch fast ordentliche Hüte bilden.
    http://www.pilzmaus.de/pilze/b…/p_tuberculosus2_bild.htm
    Die Neigung zur Stufenbildung kann man aber immer noch sehen.
    Auf den letzten 2 Bildern, da könnte ich auch gut Pflaume als Substrat reininterpretieren. Aber zur genauen Bestimmung reicht ´s eben einfach nicht.


    VG Ingo W

    Hallo Pablo!


    Am besten, wir gehen da mal auf Nummer Sicher und fangen mit dem "Hymenoscyphus" an, der auf der Cupule wächst.
    Zeichne oder beschreibe doch mal am besten die Form (ein Pol mehr zugespitzt als der andere?) und nochmal den Inhalt der Spore.
    Ich denke, der hat multiguttulaten Inhalt in den Sporenpolen. Die Tröpfchen sind zwar winzig, aber doch einigermaßen zu sehen. Kannst ja mal mit Kongo anfärben, der Inhalt verschwindet ja geschädigt nicht (im Gegensatz zum Inhalt in den Paraphysen).


    Dann nochmal ausmessen, und jetzt wäre interessant, wie du die Blaufärbung des Ascus-Porus wahrnimmst; am besten bei einem noch nicht reifen Ascus beurteilen, also schon einem, der blau wird am Porus aber eben noch keine reifen Sporen inne hat.
    Bevor ich viel erkläre, hier mal rechts oben schauen, was ich meine:
    http://asco-sonneberg.de/pages…scutuloide-sp-jj37807.php


    Für die Hakensuche ist vielleicht diese kleine Anleitung gut (2 Bilder!):
    http://asco-sonneberg.de/pages…t-110718-mcol-0121141.php


    Eine Idee habe ich, mal sehen, ob der Plan aufgeht.


    VG Ingo W

    Hallo Rainer!


    Das ist eine gute Frage.
    Die Stufenbildung der Fruchtkörper würde ja gut passen, aber die Borke des Baumes erinnert mich jetzt nicht wirklich an was Prunus-artiges.


    VG Ingo W

    Hallo Björn!


    Normalerweise sollte stimmen, was Michael sagt. Also ich sage gattungsmäßig eher Cyathicula cyathoidea (Pokalförmiges Krönchenbecherchen), aber das soll jetzt nicht weiter stören.
    Cyathicula cyathoidea ist eine recht geläufige Art und fehlt normalerweise bei ausreichendem Feuchtigkeitshaushalt in keinem Brennnesselbestand.
    http://asco-sonneberg.de/pages…idea-110801-01xs22331.php


    Der von dir zitierte Autor, welcher schrieb, dass der Becherchenstiel bei der Art länger sei als die Becherscheibe, hätte die Worte oft und meist mit verwenden sollen.
    http://asco-sonneberg.de/pages…roup_id=22331&position=14


    Die Art ist farblich recht flexibel: neben weißlich bis "mitteleuropäisch-hautfarben" sind schon mal angetrocknete Becherchen außen auch braunfaserig.
    Manchmal findet man mitten unter anderen "Normalen" plötzlich gelbstielige (siehe Bild 4), die Ursache ist unklar.
    Nicht selten kann man per Auge die relativ kurzen abstehenden Haare als fusseligen Rand sehen. Ich hatte in einem Anfall mal eine Collage gemacht, wie die Art in ihrer Variation alles aussehen kann:
    http://asco-sonneberg.de/pages…a-100724-01xs-col9221.php


    So, und jetzt wird es schwieriger:
    Meines Erachtens nach ist die echte Cyathicula cyathoidea an Brennnessel zu finden, allerdings gibt es diese Art durchaus auch an vielen anderen Krautstängeln.
    Das Problem dabei ist, dass diese sich teilweise von den Brennnessel-Populationen unterscheiden, und zwar in den mikroskopischen Merkmalen wie z.B. dem Ölgehalt in den Sporen oder geringfügig in den Sporenausmaßen.
    Häufig findet man den zur Zeit auch an dicken vorjährigen, feuchtliegenden Süßgras-Halmen (z.B. Phalaris), allerdings denke ich, dass es sich nicht um die gleiche Art handelt.
    Wahrscheinlich gibt es allerhand ähnliche Krönchenbecherchen, hier z.B. mal eine braunstielige völlig ohne Öl in den Sporen:
    http://asco-sonneberg.de/pages…ci0-130605-01xsj37176.php


    Dem Rätsel kommt man sicherlich per Sequenzierung näher.
    Trotzdem würde mich interessieren, welcher Autor das schrieb?

    Zitat


    Außerdem soll Crocicreas cyathoideum hauptsächlich auf Gräsern vorkommen.....


    VG Ingo W

    Hallo Christian!

    Zitat


    Die 2 wurde mikroskopiert und als P. varia bestimmt. Hatte mich oben verschrieben.


    Prima! Der Komplex passt wesentlich besser.


    VG Ingo W


    Edit: Sehr schöne Bilder übrigens und klasse website!

    Hallo Christian!

    Zitat


    4. Ein unbekannter Becherling- Napfbecherling ?


    Denke schon.
    Ich hatte vor Urzeiten auch mal so velumbehangene Tarzettas gefunden; da gibt es eine Tarzetta velata, aber ich bezweifele ja beinahe, dass die Artberechtigung hat.

    Allerdings hatte ich zur Fundzeit keine mikroskopischen Mittel bemüht.
    Die 2 geläufigen Tarzetta-Arten (cupularis & catinus) auseinanderzuhalten, fällt mir immer noch schwer. Naja, ehrlich gesagt, sind die mir auch viel zu groß.
    Viel zu groß sind mir auch Pezizen, aber trotzdem bezweifele ich deine Bestimmung P. badia ein wenig: an dem Standort mit der unglatten Außenseite, da gibt es bestimmt bessere Möglichkeiten der Namensgebung.


    VG Ingo W

    Hallo!



    Ich möchte dazu noch erwähnen, dass mitunter am Stiel weit herablaufende Lamellen als Kennzeichen des Rillstieligen Seitlings gesehen werden. Deshalb werden im Netz ganz schnell auch völlig normale Pleurotus ostreatus (Austernseitling) als Rillstielige "verkauft".


    Hier mal ein Bild von jungen Austernseitlingen:


    Da sind weit herablaufende Lamellen nichts außergewöhnliches!


    VG Ingo W

    Hallo!

    Zitat


    OB allerdings Dasyscyphus virgineus das einzigste Haarbecherchen ist, das auf Buchenfruchtschalen wächst, weiß ich leider nicht.


    Es ist nicht das einzige Haarbecherchen auf Buchencupulen, aber wenn weiß und langhaarig und frisch mit am Stiel fast rechtwinklig abstehenden Haaren, dann gebe ich 98% auf Lachnum virgineum (Jungfern-Weißhaarbecherchen).
    Auf Buchencupulen wachsen z.B. noch braune Haarbecherchen ( Brunnipila fuscescens) und gelbscheibige mit weißen Haaren (Capitotricha fagiseda). Gelesen (selbst nicht gefunden) habe ich von anderen weißen Lachnum-Arten, dürfte aber ein seltener Fundumstand sein.


    Buchencupulen werden natürlich nicht nur von "Haarigen" besiedelt, auch mehrere Arten Hymenoscyphus (Stielbecherchen) und Mollisien (Weichbecherchen) können darauf gefunden werden.


    Das Lachnum virgineum ist aber das allerhäufigste auf Buchencupulen und sollte bei ausreichender Feuchtigkeit eigentlich immer zu jetziger Zeit unter Buchen in der Laubschicht gefunden werden können. Von jedem, der danach schaut, und überall.


    VG Ingo W

    Hallo!

    Zitat


    Die Birkenborke kenne ich so nicht, ich habe da schon noch Zweifel.
    Dazu wird hoffentlich noch ein gutes Argument kommen, von Ingo oder Ralf


    Naja, mein Argument wäre, schaue einfach alte Birken an der Stammbasis an.
    Ehrlich gesagt, habe ich sogar im Ausgangsbeitrag an Birke als Substrat gedacht, habe mich dann aber letztendlich doch nicht getraut, das zu schreiben.


    Ist aber schon so wie abeja schreibt. Manchmal muss man die weißen Borkenstückchen suchen. Besonders, wenn man nur einen Stumpf einer alten Birke vor sich hat, kann es sein, dass man gar nichts Weißes mehr entdeckt.


    VG Ingo W

    Hallo Hans!


    Natürlich sollte man schon auch deinen wahrgenommenen Geruch mit einbeziehen, wenn man im Vorfeld einen Arbeitsnamen aussucht.
    Ein recht früher und geläufiger Helmling mit Chlorgeruch ist Mycena leptocephala (Grauer Nitrathelmling) Mycena stipata (Viersporiger Nitrathelmling) --> ja, genau den meine ich ja auch, ist mir jetzt erst eingefallen, als ich Matthias ´ Text durchlas
    Im Mikro suchst du dann erstmal, ob deiner nicht vielleicht 2-sporig ist, damit Mycena silvae-nigrae (Zweisporiger Nitrathelmling) wegfällt.
    Naja, und was du sonst noch so mikroskopisch beurteilen musst, siehst du doch dann in den Schlüsseln, hier z.B. ganz unten Mycena-Key anklicken:
    http://home.online.no/~araronse/Mycenakey/stipata.htm


    VG Ingo W