Hallo Pablo!
Zitat
Das wäre auch sowas, was ich gerne besser verstehen würde. Warum welche Pilze wann was machen.
Zum Beispiel gelb werden wenn sie weiß oder ockerlich sein sollten.
Die direkte Sonneneinstrahlung spielt m.E. nach bei der Farbe der Pilze eine nicht unbeträchtliche Rolle. Dabei gibt es verschiedene Reaktionen:
Alles unbewiesene, aber beobachtete IW-Hypothesen:
1. Farbige Orbilien bleiben blass, wenn sie in einem gewissen Lebenszyklus kein direktes Sonnenlicht bekommen. Das ist irgendwie auch später nicht mehr regulierbar, wie wenn sich ein Schalter umlegt und es schreit "zu späääät!".
http://asco-sonneberg.de/pages…roup_id=11621&position=19
Die rechten waren unter der Borke versteckt.
Den 2. Fall kennt man auch bei einigen Arten von Großpilzen. Sollten die tatsächlich ihre Fruchtkörper lichtabgeschirmt bilden, so fehlt denen manchmal einfach die Farbe.
Ich kenne das z.B. vom Safranfarbigen Scheidenstreifling (Amanitopsis crocea). Allerdings holt der auf und färbt ein, wenn das Laub vom Hut verschwindet.
Ähnlich funktioniert wohl der Kastanienbraune Stielporling (Polyporus badius), der ja nicht selten erst weiß erscheint.
http://en.wikipedia.org/wiki/Royoporus_badius
Und dann gibt es aber auch Pilzarten, die 3. reagieren wie mit Sonnenbrand. Hierzu zähle ich Hymenoscyphus vernus (Frühes Stielbecherchen). Also die kommen normalerweise gar nicht in der Intensität mit Sonnenlicht in Berührung und bleiben hell, wenn aber doch, dann färben sie gelb ein.
Einige andere gelbe Hymenoscyphen gehören zu Kategorie 2, die sind normalerweise gelb (Hymenoscyphus fructigenus an Eichencupulen z.B.), bleiben aber weiß, wenn zu tief in der Streuschicht.
Naja, Farbwechsel durch Hygrophanität behandeln wir dann in der nächsten Sprechstunde 
http://asco-sonneberg.de/pages…oup_id=17401&position=106
http://asco-sonneberg.de/pages…-120402-01xs-col27801.php
Es gibt ja soooo viel zu forschen.....
Zitat
Man kann das ja an verschiedenen Details festmachen. Beispielsweise die Mollisia-an-Stöckchen-Quote.
Die lag im letzten Jahr bei etwa fingerdicken, entrindeten Stöckchen beliebigen Substrates mit bodenkontakt bei ~3:1 (also ein Fund bei vier umgedrehten Stöckchen), in diesem Jahr liegt sie unter 5:1. Immer dabei vorausgesetzt, daß man an einer nicht zu trockenen Stelle Stöckchen dreht.
Der letzte Teilsatz drückt den Umstand aus, warum viele Pilzler entmutigt das Stöckchendrehen sein lassen. Man sollte eben auch nur Stöckchen drehen, die erfolgversprechend sind. Ein passabler Stöckchendreher findet spätestens beim 3 mal Bücken einen ordentlichen Becherling, Pyrenos zählen dabei nicht, die sind sowieso allgegenwärtig.
Deine Quoten mit Moosgalerinen und Psathyrellen am Wegrand sind lustig, drücken aber schon genau das aus, was momentan fehlt: nämlich hauptsächlich Feuchtigkeit. Die Temperatur (wie Ralf meint) sehe ich da weniger einflussreich.
Probiert doch momentan einfach mal vorjährige feuchtliegende Kräutlein- und (Sauer- und Süß)Grasstängel aus. Am Rande eines Baches oder in einer dauerfeuchten Quellpfütze.
Also mein Sonnabends-Phalaris-Halm von der Arbeit nebenher hatte 6 verschiedene Becherchen auf sich, wobei einige erst in der Dose "aufblühten", andere sich verdünnisierten.
VG Ingo W